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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
Gießen, den 14. October 1878.
Betreffend: Die Ableistung des Verfasiungseides.
Montag den 18. November l. I., Vormittags 10 Uhr, in dem Nathhaus zu Hungen
stattfinden.
hsten Dank-
die ttaurtge^
Jung,
meister-
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar? 50 Pf.
gefährlich macht. Oesterreich UKb Rußland stehen diesmal Seite an Seite der Türkei gegenüber und werden für die Verwirklichung ihrer Pläne bei der dritten Kaisermacht den festen Rückhalt finden, der dem Einvernehmen beider seit der Gründung des Dretkaiser-Verhältniffes von vornherein gesichert ist. Die Mtt- telmeer-Mächte werden aber den Zerstückelungsproceß der Türkei um so weniger mit Gewalt aufhalten wollen, da sie sich über die eigene Betheiltgung an der Erbschaft des todtkranken Mannes leicht einigen können.
Sie wollen die betreffenden Personen zu diesem Termin vorladen und daß dies geschehen, unter Namhaftmachung der Vorgeladenen, uns vor dem Termin anzeigen oder berichten, daß Niemand vorzuladen sei.
Halten sich dergleichen Personen auswärts auf, so ist der Aufenthaltsort anzugeben.
Dr. Boekmann.
Wiener H en ist- erbliche"6";
* Zur allgemeinen politischen Lage.
Der Verlauf der Dinge auf der Balkanhalbinsel gestaltet sich immer bedrohlicher für die Türkei. Seit der Unterzeichnung des Berliner Friedens ist erst ein Vierteljahr verfloffen und schon hat sich allgemein die Ueberzeugung Bahn gebrochen, daß ein neuer Act des durch den Congreß nur auf kurze Zett zum Stillstand gebrachten Auflösungs-Processes der Türkei bevorstehe.
Die Pforte selbst trägt an dem unerbittlich über sie dahinschreitenden Geschick offenbar die meiste Schuld. Durch das Rundschreiben, in welchem sie die österreichische Armee der barbarischsten Schandthaten zu beschuldigen sich
Mitglied btt LeWe zu Ä
bei Koffovo einen bedeutsamen Ausdruck gegeben. Die österreichische Regierung fleht sich freilich in ihrer militärischen Action augenblicklich durch die Finanz- Kalamität, die Ministerkrtsis und zumal durch die Abneigung der Magyaren gegen eine Annexionspolitik einigermaßen gehemmt. Aber die Pforte selbst hat ihr durch ihr beleidigendes Auftreten die Wege zur Ueberwindung der vorhandenen Schwierigkeiten geebnet. Die Adreffe des croatischen Landtages, welche die Eingliederung der türkischen Provinzen in die Monarchie verlangt, zeigt deutlich genug, wohin die Dinge treiben. Oesterreich wird daher für seine Action die Richtung auf Salonichi, welche ihm seine wirthschaftltchen Jntereffen gebieterisch anweisen, auch in militärischer Beziehung festhalten und sich in seinen wettern Plänen durch einen etwaigen activen Widerstand der Pforte nur bestärkt fühlen.
Rußland hat nach Empfang der türkischen „Greuelnote" den Spieß etn- sach umgekehrt und dieselbe seinerseits nicht blos mit Beschwerden über die im Rücken seiner Truppen von Mohamedanern an Christen verübten Metzeleien beantwortet, sondern auch die Mächte zu gemeinsamen Schritten aufgefordert, um derartigen Vorkommnissen für die Zukunft vorzubeugen und überhaupt die 8ricte Ausführung des Berliner Vertrags zu sichern; es hat zugleich den Ernst Iktner Absichten dadurch bethätigt, daß es den Rückzug seiner Truppen sistirt und erklärt hat, es werde seine Armee nicht eher aus Rumelien zurückziehen, als bis der Berliner Friede in allen, besonders in den Serbien und Montenegro betreffenden Bestimmungen durchgeführt sein werde. Diese Fürstenthümer warten nämlich noch immer ebenso vergeblich auf die ihnen versprochene Gebietserweiterung, wie Griechenland auf die verheißene Grenzberichtigung. Die Erbitterung gegen die Türkei nimmt daher in Folge der Widerspenstigkeit, welche letztere den von ihr übernommenen Verpflichtungen gegenüber zeigt, in den genannten Ländern täglich zu. Welch' hohen Grad die Aufregung neuerdings speciell in Griechenland erreicht hat, beweisen die Aeußerungen des dortigen Ministerpräsidenten, welcher soeben in der Kammer die Verstärkung der Armee aus 40,000 Mann beantragt und den Krieg fast als unvermeidlich hingestellt hat.
Die Türkei sieht sich also durch ihre verblendete Hartnäckigkeit von Neuem ringsum von Feinden umgeben. Sie kann unter den gegenwärtigen Verhält- niffen nicht einmal mehr auf den Beistand Englands hoffen, da diese Macht ihre Kräfte nicht blos durch den afghanischen Zwischenfall in Anspruch genom- weil sieht, sondern auch durch den Widerstand der Pforte gegen die englischen Rc sormvorschläge in ihren Sympathien für die Türket merklich abgekühlt ist. D«r im Südosten Europas vor sich gehende Auflösungsproceß ist aber dadurch Made zu einem Vorgang geworden, welcher ihn für den Weltfrieden weniger
Das Gwßherzogliche Kmsamt Gießen
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen, Rodheim, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe und Dillingen.
Die Ableistung des Verfasiungseides der seit Mat l. I. aufgenommenen Ortsbürger, sowie derjenigen Großherzogltch Hessischen Unterthanen, welche sich, ohne Ortsbürger zu werden, seit der bemerkten Zett verhetrathet haben, soll
ntheilten Auftrages zuzurufen, entschiede« zurückgewtesen. Oesterreich hat nicht angestanden, in Konstantinopel zu erklären, daß es aller Drohungen der Pforte ungeachtet, mit oder ohne deren Einwilligung soweit nach Süden Vordringen werde, wie seine Jnteresien es erforderten, und der obwaltenden Spannung durch die kitzlige Frage nach der Bedeutung der Anhäufung türkischer Truppen
lossen.
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Deutschland.
Offenbach, 13. October. Das hiesige Organ der Socialdemokratie, die „Neue Offenb. Ztg.", schreibt: „In der gestern Abend stattgehabten Versammlung der hiesigen Mitglieder der soctalistischen Arbeiterpartei Deutschlands wurde die Auflösung der Mitgliedschaft beschloffen. Das riesige Vermögen wurde getheilt."
Berlin, 15. October Die schon lange schwebende Frage über die Dauer der Ausbewahrungszeit für postlagernde Sendungen ist, wie aus einer heute Abend erschienenen Bekanntmachung des Generalpostamts zu ersehen, im Sinne einer Verkürzung der bestehenden Zeitdauer entschieden worden. Jetzt erfolgt, wenn die Abholung nicht innerhalb dreier Monate geschehen, die Rücksendung, während für den Bereich des deutschen Reichspostgebiets diese Frist vom 1. k. M. ab auf Einen Monat herabgesetzt wird. Es hat sich nämlich gefunden, daß durchschnittlich Briefe, welche nicht nach einem Monat abgefordert wurden, überhaupt bei den Postanstalten liegen blieben, welchen letzteren dadurch eine große Belästigung erwächst. Auch im Jntereffe des Publikums liegt eine Abkürzung der bestehenden Zeitdauer.
Berlin, 16. October. Die Ernennung des Grafen Beust zum österreichischen Botschafter in Paris hat hier in weiten Kreisen ungemein befremdlich gewirkt. Man sieht den Vorgang als eine feindselige Demonstration Oesterreichs gegen Deutschland an, welches den österreichischen Jntereffen seit Jahren, und nanientlich während des Congresies, so erhebliche Dienste geleistet hat. Man vergegenwärtigt sich die Neigung des Grafen Beust zu Ränken und seine bekannte feindselige Stimmung gegen Deutschland. In Regierungskreisen hält man, wie ich zuverlässig höre, zunächst den Grafen Beust nicht für gefährlich und meint, es werde ihm nicht gelingen, die jetzigen vorzüglichen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland zu erschüttern. Jndesien ist es Thatsache, daß man auch in hiesigen Regterungskreisen mit Bestimmtheit erwartet hatte, daß dem gealtertenjDiplomaten ein Ruheposten zufallen würde, nachdem es ihm gelungen war, die Beziehungen zwischen Rußland und England durch seine Thätigket in London vollständig zu trüben und dadurch seiner eigenen Regierung erheblichen Nachtheil zu bereiten.
Hesterreich.
Wien, 16. October. Die „Wiener Abendpost" veröffentlicht die vom 14. October datirte Antwort Andraffy's auf die türkische Depesche vom 8. Oct. Das Altenstück weist die unerwarteten, der Wahrheit zuwiderlausenden Anklagen htnsichtlch der angeblich von den österreichischen Occupationstruppen begangenen grausanm Handlungen mit Entrüstung zurück. „Diese Anklagen werden in Europa Niemand irresühren, wo der Ruf der kaiserlichen Armee zu fest begründet ist, als!>aß er durch verleumderische Insinuationen berührt werden könnte." Auffallerd sind die im türkischen Rundschreiben angeführten Zeugniffe. Die Conniverz, die Hafiz Pascha den Unruhen in Bosnien und der Herzegowina gegenüber an den Tag gelegt, ist tatsächlich für Niemand ein Geheimniß. Der GeneralEonsul zu Serajewo hatte dieselbe seit langer Zeit erwiesen und nur aus den Gefühl der Schonung für die Pforte wurden die bezüglichen Stellen in der Veröffentlichung der Berichte des General-Consuls unterdrückt, um nicht einen hchen Funktionär der Pforte vor der Oeffentltchkeit zu compromittiren. Auffällig ist auch der Umstand, daß die Pforte es mit ihrer Wmde für ver-
jede Pränj nn der Versieg
Prämie.
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ikch zu Lich". September 1874
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i, daß wir 1866'- jülfreichen 1 all den 6a*1 !s hülsberei*' so müßen wit;-
erfrechte, hat sie diesen Nachbarstaat natürlich aus die Seite ihrer Feinde ge- iväegrn mich zu ibi? drängt, Rußland in seinen Ansprüchen begehrlicher gemacht und sich alle übri- claßnest wäre önz gen Mächte entfremdet. Alle, selbst England nicht ausgenommen, haben ihre Unzufriedenheit mit dem anmaßenden Vorgehen der Pforte ausgesprochen und deren Ansinnen, Oesterreich ein Halt in der Ausführung des ihm vom Congreß
Samstag, den 19. October
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1878
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