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lische Geistliche und Priester (es ist kein ein einziger eoang. Geistlicher gewählt). 2 acttve Staatsminister (Friedenthal und Falk), 5 Minister a. D. (v. Bonin, Delbrück, Windthorst, v. Bernuth, v- Varnbüler), 2 Ober-Präsidenten (v- Ja- gow und v. Putikammer) und 2 Ober-Präsidenten a. D-, 4 Regierungs-Prä­sidenten , 1 Polizei-Präsident, 3 Landes - Directoren (v. Saucken-Tarputschen, v. Levetzow, v. Bennigsen). 13 Landräthe, darunter 3 a. D-. 1 Landdrost a. D-, 1 Landschafts-Rath, 1 Landescreditkasien-Director, 5 Geh. Ober-Regterungs- und Regterungs-Räthe, 1 Ober-Auditeur a. D, 1 Bezirksamtmann, 1 Präsident des Rechnungshofes, 1 Domänen-Director, 1 Landes-Marschall, 1 Landes- Hauptmann, 8 Ober-Bürgermeister und Bürgermeister, 1 General-Feldmarschall, 1 General a. D-, 1 Oberverwaltungs-Gerichtsrath, 1 Generalstaatsanwalt, 2 Oberstaatsanwälte, 4 Kreisgerichtsräthe, 5 Obertribunalsräthe, 5 Oberappella- tionsgerichtsrälhe, 2 Obergerichtsräthe, 2 Kreisrichter, 5 Landesgerichtsräthe, 1 Oberamtsrichter, 3 Bezirkszerichtsräthe, 1 Staatsanwalt a D., 1 General- advocat, 1 Reichsoberhandelsgerichtsrath, 6 Kreisgerichts- und Handelsgerichts- Directoren, 1 Obertribunals Viceprästdent, 19 Rentiers und Privatiers, 10 Uni» Versitäts-Profesioren und Privatdocenten, 1 Gvmnasialdirector a. D-, 9 Kaufleute, 5 Kammerherren, 1 Oberstjägermeister. 9 Schrifsteller und Redacteure, 3 Groß- Industrielle , 1 Civil-Jngenteur, 2 Geh- Legationsräthe a. D-, 2 Stadträthe, 3 Hofbesitzer, 3 Aerzte, 7 Fabrikanten, 1 B-rgrath, 1 Erzzteßerei-Jnspector, 2 Bterbraueretbesitzer, 2 Bankdirectoren, 1 Bankier, 1 Kürschnermeister, 2 Ober- finanzräthe, 1 Baudirector, 1 Senator, 1 Handelskammerpräsident, 1 Maurer­meister und 1 Fabrikdirector.

Berlin. Professor Rühlmann in Chemnitz hatte in einem Briefe an den Felvmarschall Grafen Moltke vorgefchlagen, aus den Erträgen der Wilhelms- spende eine nationale Arbeiter-Pensions- und Jnvaltdenkasie nach dem Princip der Knappschaftskasien zu gründen.Es soll dies ein Institut fein, zu dessen Kaffe von jedem Lohnthaler des Arbeiters ein kleiner Beitrag, und sei dies auch nur ein Pfennig, abzuführen ist und für welches auch jeder Arbeitgeber nach Maßgabe des ausgezahlten Arbeitslohnes einen gesetzlich festzustellenden Beitrag steuern muß. Die Erträge dieser Steuern würden den Zweck haben, dem Arbeiter in Zeiten der Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit oder Alter eine an­sehnliche Unterstützung zu gewähren, die ausreichend wäre, ihn vor eigentlichen Nahrungssorgen zu schützen und davor zu bewahren, daß er die Barmherzigkeit seiner Mitmenschen durch Almosen in Anspruch nehmen müßte." Das Antwort­schreiben des Grafen Moltke lautet:Creisau, 31. Juli 1878. Euer Hoch­wohlgeboren spreche ich ergebenst meinen verbindlichsten Dank aus für die mir geäußerten freundlichen Gesinnungen, sowie für die Mittheilung eines Projects mit Bezug auf die Verwendung des Ertrags der Wilhelmsspende. Vor einigen Tagen ist mir von anderer Seite ein ganz ähnlicher Vorschlag zugegangen. Ich finde den Gedanken der Gründung eines Arbeiter-Pensions- und Jnvalidenfouds für ganz Deutschland aus den Erträgen der Wilhelmsspende so außerordentlich richtig und zeitgemäß, daß ich nicht verfehlen werde, denselben maßgebenden Orts in Anregung zu bringen. Mit besonderer Hochachtung Euer Hochwohl­geboren ergebenster Graf Moltke, Feldmarschall."

Berlin, 10. August. Einen überaus traurigen Ausgang hat die Stich­wahl im ersten Münchener Wahlkreis genommen. Die zweite Stadt des Deutschen Reiches, in deren einem Wahlkreis wenigstens sonst stets die natio­nale Sache siegte, ist nun ganz in die Hände des Ultramontanismus gerochen. Auch hier wieder hat das Bündniß der Ultramontanen mit der Socialdemo- kratie den Ausschlag gegeben. Um das Bündniß zu Stande zu bringen, hat der Münchener Ultramontanismus feine radicalste Seite herausgekehrt; der Crndidat des Centrums, Rechtsrath Ruppers, versprach mit größter Bereit­willigkeit alles, was man von ihm haben wollte: keine Ausnahmegesetze, keine indirecten Steuern, Herabsetzung des Militär-Etats und der Dienstzeit ic., während der nationalliberale Candidat, der langjährige bewährte Vertreter des Wahlkreises, Frhr. v. Stauffenberg, es verschmähte, einen Pakt mit den Män­nern der socialen Revolution zu schließen und mit billigen Versprechungen die socialdemokratischen Stimmen für sich zu ködern. Im Anschluffe an diese Nach­richt aus München schreibt dieNat.-Ltb. Corresp." : Wie die Niederlage der nationalen Sache in der Hauptstadt des zweitgrößten Bundesstaates auf's Schmerzlichste berühren muß, so wäre es insbesondere auch im höchsten Grade zu bedauern, wenn der Reichstag die bewährte tüchtige Kraft eines Mannes wie Stauffenberg entbehren sollte. Die hohen Verdienste dieses Mannes um die nationale und liberale Sache sowohl in seinem engeren bayerischen Vater­land, als im Reiche sind so allgemein anerkannt, daß wir sie hier nicht hervor­zuheben brauchen; seine parlamentarische Wirksamkeit ist wiederholt durch die Wahl zum ersten Viceprästdenten gewürdigt worden, und es dürfte auch unter den politischen Gegnern kaum eine Stimme geben, die diesem Manne bestritte, daß ihm ein Platz in dem Ehrenrath der deutschen Nation gebühre. Wir hoffen denn auch zuversichtlich, daß sich noch nachträglich ein Wahlkreis findet, der es sich zur Ehre rechnet, von Herrn v. Stauffenberg vertreten zu sein. Durch die Doppelwahl des Herrn v. Bennigsen ist der dritte Braunschweigische Wahlkreis für ein nationalliberales Mandat frei. Auch Berlin, das bekanntlich zwei erledigte Wahlkreise zählt, könnte es sich zur Ehre rechnen, einen Wahl' Vertreter wie Herrn v. Stauffenberg zu besitzen. Die selbstlose Unterstützung, welche die nationalliberale Partei gerade in der Reichshauptstadt der Fort­schrittspartei gewährt, würde auf diese Weise eine würdige Vergeltung finden.

Kisfingen, 10. August. Allem Anschein zufolge ist die Verständigung zwischen dem päpstlichen Nuntius und dem Fürsten Bismarck bereits erzielt und dürfte binnen Kurzem veröffentlicht werden. Masella speiste gestern beim Fürsten. Er reist in einigen Tagen ab, angeblich weil dann seine Kur zu Ende sei, wäh­rend Fürst Bismarck sich Ende nächster Woche nach Gastein begibt. Der Fürst empfing den Besuch des von Heidelberg herübergekommenen Präsidenten Hof- manu und besuchte selbst gestern die englische Prinzessin Luise, die Frau des Marquis of Lome.

Leipzig, 8. August. Gestern Nachmittag wurden auf Antrag der Staatsanwaltfchaft die Nummer 87 derFackel" und die Nummern 54 und 84 desVorwärts" confisctrt. Der Redacteur derFackel", Julius Künzel, wurde heute ftüh verhaftet. (Vorw.)

Hesterreich.

Wien, 12. August. Officiell. Das 13. Armee-Corps berichtet aus dem Hauptquartier Zepce vom 10. d., daß die nach der Schlacht bei Zepce geflüchteten Insurgenten nach Serajewo entkommen sind. Ein türkischer General­stabshauptmann, welcher sich im Hauptquartier meldete, gab die Stärke der Insurgenten im Kampfe bei Zepce auf 6000 bis 10,000 Mann an und bestä-j

tigte die Flucht derselben nach Serajewo. Er meinte dagegen, daß ein anderer Zuzug von Serajewo kommen und den Oesterreichern bei Busovaca entgegen» treten werde, was jedoch bezweifelt wird. Die 7. Division stieß am 8. August eine Stunde nordwestlich von Jaice auf einen 5000 Mann starken und aus 3 Bataillonen Regulären und Jnsurgentenschaaren bestehenden Feind und schlug denselben nach einem neunstündigen Kampfe und guter Gegenwehr in die Flucht. Es wurden viele Gefangene gemacht und 3 Geschütze und 3 Fahnen erbeutet. Todte: Lieutenant Swoboda vom 10. Jägerbataillon und mehrere Mann, verwundet circa 6 Officiere und 140 Mann. Die Stimmung der Truppen ist vorzüglich. Von der 20. Division keine Meldung. Das Haupt­quartier marschirt morgen nach Zenica.

DiePolit. Corresp." meldet aus Konstantinopel: Es verlautet, Griechenland werde sich nur noch bis zum 31. August passiv verhalten. Fürst Lobanoff soll der Pforte eine Note überreicht haben, welche die gänzliche Zurückziehung der Ruffen vor Konstantinopel erst nach der vollständigen Durch­führung des Berliner Vertrages, die die griechische Frage betr. Stipulationen inbegriffen, in Aussicht stellt. Dieselbe Korrespondenz meldet ans Bukarest: Der Tag der Uebergabe Beffarabiens und der Uebernahme der Dobrudscha ist noch nicht festgesetzt. Die Dobrudscha soll eine vollständig aparte Verwaltung unter dem Joan Ghika erhalten.

DiePolit. Corresp." meldet ferner aus Knin: Auch in Livuo fand eine Erhebung der mohamedanischen Fanatiker statt. Der türkische Militär- Commaudant wurde getödtet. Die Truppen sind mit den Revoltanten vereinigt in der Ricbtung von Skoplje abgezogen, nachdem zuvor mehrere Christen einge­kerkert worden waren.

Türkei.

Konstantinopel, 10. August. Der heutige Ministerrath verhandelte über die bosnische Frage. Die griechische Angelegenheit ist noch in der Schwebe; das projectirte neue Memorandum ist noch nicht vollständig durchberathen. Russische Abteilungen sollen am Donnerstag, ohne auf Widerstand zu stoßen, in Varna eingerückt sein.

Telegraphische Depeschen.

Wagner'» telegr. Torrespondeuz-Bureau.

Berlin, 12. August. DerReichs-Anz." publicirt eine von dem Kron­prinzen im Auftrage des Kaisers erlaßene Verordnung, d. d. Homburg, 9. Au­gust, durch welche der Reichstag zum 9. September nach Berlin einberufen wird.

Elberfeld, 12. August. DieElberf. Ztg." Ztg." meldet: Das frei» prechende Erkenntniß des Zuchtpolizeigerichts gegen den auf Grund des § 130 des Strafgesetzbuches angeklagten Haffeimann ist von der correctionellen Appell­kammer des Landgerichtes heute bestätigt worden. Vom Oberprocurator ist Caffationsrecurs angemeldet und Haffelmann in Hast behalten worden. Zwei andere Socialdemokraten sind zu 10 und 12 Monaten Gefängniß verurtheilt.

Pesch, 12. August. Ministerpräsident Tisza wurde heute auch in Schemnitz unter großer Begeisterung zum Abgeordneten gewählt.

Wien, 12. August. Von der 7. Truppen-Dlviston liegt folgendes Telegramm vor: Im Laufe des 11. August wurde Travnik besetzt und die Feldtelegraphen etablirt. Die Verbindung über Banjaluka wurde vollständig hergestellt. In Varcar-Vacuf und Jaice liegen 7 Officiere und 160 Mann verwundet aus den Kämpfen bei diesen Orten am 5. und 7. August.

Odessa, 12. August. Auf dem TorpedokutterSulina", welcher zur bevorstehenden Revue nach Nikolajew unterwegs war, erfolgte eine Keffelexploston, wobei 5 Maschinisten und 2 Subalterne daS Leben verloren. Die Leichen sind nicht aufzufinden. Von der ganzen Mannschaft sind 27 gerettet.

London, 12. August. Im Unterhause antwortete Unterstaatssecretär Bourke auf Anfrage Dilke's, es liege keine Nachricht vor, daß die Ruffen den Oxus überschritten hätten; es sei ferner kein Bericht eingegangen, nach welchem die Pforte die Absicht habe, Griech-nland eine Gcenzberichtigung zu verweigern. Dilke kündigt an, daß er nächsten Mittwoch die Aufmerksamkeit des Hauses auf diese Frage lenken werde. Schatzkanzler Northcote antwortet auf Anfrage Gourley's, es sei vereinbart, daß die britische Flotte sich aus der Nähe von Konstantinopel zurückziehe, sobald die russischen Truppen von dort zurückgezogen würden. Er hoffe, daß dies bald der Fall sein werde.

Nom, 12. August. Cardinal Nina hat den Mächten seine Ernennung zum Staatssecretär notificirt und nach Berlin, Petersburg, London und Bern Dem Wunsche Ausdruck gegeben, die bereits eingeleiteten Verhandlungen fort» etzen zu wollen, indem er seinerseits legalste Bereitwilligkeit und guten Willen ietont.

London, 12. Agust. Das Unterhaus nahm nach längerer Debatte ohne Abstimmung in dritter Lesung die irische Secundär-Unterrichts-Bill an. Nach einer Meldung desRenter'schen Bureaus" aus Brindisi vom 12. d. hat sich Nubar Pascha heute nach Egypten eingeschifft. Derselbe überbringt dem Khedive sehr wichtige, von England und Frankreich sanktionirte Reform- Entwürfe.

Ein in Nr. 186 Ihres Blattes erschienener meine Wirksamkeit in der hessischen Kammer über Gebür und Verdienst erhebender Artikel ver­anlaßt mich zu der öffentlichen Erklärung, daß Gründe zwingender Art mich von der Annahme eines Mandates für den jetzt beginnenden XXIII. Landtag abhalten würden, falls etwa meine Mitbürger mir die Ehre einer Wiederwahl hätten erzeigen wollen.

Gießen, den 13. August 1878.

Nudolf Hirschhorn.

Lokal-Notiz.

Gießen, 13. August. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 15. August 1878, Stachmittag» 4 Uhrr

1. DaS ExpropriattonS-Verfahren gegen Lcderhändler Zöller.

2. Die Jahrmärkte für 1879 betreffend.

3. Gesuch des Bierbrauers Christian Lony um Bauerlaubniß.

4. Desgleichen deS Philipp Krailing.

5. Desgleichen deS Gärtners Christian Georg.

6. Desgleichen deS Maurermeisters Balihaser Strauch.

7. Gesuch wegen Ueberlassung deS Schießplatzes.

8. Die Octroterheberstelle am SelterSthor.

9. Die Feier deS 2. September.

10. Kostendecreturen.

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