Ausgabe 
6.9.1878
 
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Telegraphische Depeschen.

Wagner'» telegr. Torrespoudeur-Vnrea«.

8 ubr ab. In diesem Bureau werden auch die Legitimattonskarten für die Eröffnungssitzung und die Etnlaßkarken für Zuschauer ausgegeben, auch alle sonst erforderlichen Mittheilungen gemacht werden.

Berlin, den 31. August 1878.

Der Stellvertreter des Reichskanzlers:

Paris. Ein Schreiben aus Gorea (französische Insel an der Westküste Afrikas) vom 7. August meldet:Das gelbe Fieber herrscht hier mit Wutb. Es sind ungefähr zwanzig Europäer übrig geblieben. In dieser Lage wie in vielen andern Dingen ergriff die Verwaltung Maßregeln, welch- uns in diese Sackzaffe versetzt haben. Anstatt die Kranken nach dem Lazareth des Erp Manuel zu senden, concentcirte sie dieselben alle in dem Hospital von Gorea. Dort brach das Uebel aus und verbreitete sich. Alle die, welche seit dem 25. Juli dorthin gebracht wurden, sind tobt; Arzt, Apotheker, ^Alles wurde weggerafft. Inzwischen verbreitet sich das gelbe Fieber in der Stadt. Wn blieben zwei bis drei Tage ohne Arzt. Man hatte uns einen Arzt von St. Louis gesandt; er wurde aber am nächsten Tage krank; er rettete sich, abu er kann sich nicht mehr mit den Kranken beschäftigen. Bis jetzt gelang es nicht, einen einzigen Kranken von dem gelben Fieber zu heilen. Wenn wir uns noch am Ende der schlechten Jahreszeit befänden, wir hätten dann Hoff, nunz, daß bei der Ankunft der Nordwinde der Gesundheitszustand sich Seffern würde; aber im Gezentheil, je mehr wir vorwärts gehen, desto schlechter wird die Jahreszeit, und das gelbe Fieber wird alle Weißen Hinwegraffen; wir müssen jeden Augenblick auf den Tod gefaßt sein. Unter uns zvanzig Earo- päern befinden sich drei Kinder. Die Truppen befinden sich im Innern; jede Verbindung zwischen Gorea und irgend welchem Punkt ist streng abgeschnitten. Jeden Tag kommen drei, vier Todesfälle vor; am letzten Sonntag starben sechs Personen. Wir wiffen und können nichts; keinen Arzt, keine Arzneimittel und bald keine Cllronen mehr; dies wird der Gipfelpunkt der Verzweiflunz sein. Gorea ist ein wahres Grab. Alles ist geschloffen, traurig, Jeder Bleibt in seiner Wohnung und man geht nicht mehr aus. Jeden Abend zündet man Feuer auf den öffentlichen Plätzen an."

An die Redaction desRhein. Kuriers" hier.

Da die Redaction desRhein. Kuriers" die Aufnahme des Protestes oder eine entsprechende Erklärung verweigert hat, so veröffentliche ich ihn im Interesse der betheiligten Beamten auf diese Weise.

Wiesbaden, 10. August 1878. Der Regierungspräsident."

Hesterreich.

Wien, 3. Septbr. Nack einem Handschreiben des Kaisers an den Fürsten Auersperg nahm derselbe hochbefriedigt Kenntniß von den Kundgebungen der Sympathie für die tapfer und voll Hingebung kämpfenden Truppen. Der Kaiser wünscht, daß die bestehenden patriotischen Hülfsvereine auch fortan wie bisher die werkthätige Unterstützung der Bevölkerung finden und beauftragt den

Ministerpräsidenten, diesen Hülfsvereinen die kräftigste Unterstützung der Regie, rung zuzuwenden. Ein Handschreiben der Kaiserin an den Fürsten Auersperg drückt den Wunsch der Kaiserin aus, daß zahlreiche Frauenvereine zur Unter stützung der verdienstlichen Thätigkeit der patriotffchen Hülfsvereine errichtet werden und verspricht ihre volle Fürsorge für mözltchste Förderung derselben.

Gastein, 2. Septbr. Kaiser Wilhelm, der sich dauernd gut befindet, hat heute das achte Bad genommen, und zwar bis zur Dauer von 30. Mm.

Krankreich.

ähr 100 Geretteten. <

Berlin, 4. Septemver. Donnerstag Nachmittag 2 Uhr findet tu Plenarsitzung des Bundesraths statt, wobei Mtter Anderem die Ernennung tr Commiffarien für die Vertretung des Socialtstm-G.setz-Entwurses bei der Bar' thung im Reichstage erfolgen wird.

New-Orleans, 4. Septbr. Gestern sind hier 327 Personen ce gelben Fieber erkrankt, 83 gestorben. Ja Vicksburg starben gestern 36, t: Memphis 84 Personen. Die Epidemie ist nunmehr auch in Hollyssprwzt (Mississippi). Delhi (Louisiana) und Brownsville (Teneffee) ausgebrochen. I«

Bevölkerung flieht.

Wien, 4. Septbr. DiePolit. Corresp." meldet aus Konstantins^ von heute: Die britische Flotte soll die Prinzen-Jnseln verlaffen und bei Lirin Pascha im Marmara-Meere Station nehmen. Dieselbe Correspondenz det aus Belgrad von heute: In Folge eines B-schluffes des Ministers hat Fürst Milan für sich und die Mitglieder seines Hauses den TitelHobe^ angenommen.

DiePolit. Corresp." meldet aus Konstantinopel von heute, daß V nächstens eintreffende französische Botschafter, Fournier, beauftragt fei, V. Pforte zu erklären, Frankreich würde im Falle eines griechisch-türkischen flicts einen Angriff auf die griechische Küste oder eine Blokade der griechlltk

Otto, Graf zu Stolberg.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt offtciös:Nachdem durch den in 1 Berlin abgehaltenen Friedenskongreß die Anstände in Bezug auf dieJuden- frage" in Rumänien beseitigt worden sind, dürfte die zwischen Deutschland und Rumänien abgeschloffene Handelsconvention, diese für den Handelsverkehr so wichtige Angelegenheit, einer gesetzlichen Regelung durch eme Vorlage an den , Reichstag in feiner nächstjährigen Session e->tgegen»efnhrt werden. <

Berlin 4 September. Der Zustand Nobilmg s hat sich nach einem 1 neuerdings abgegebenen ärztlichen Gutachten wesentlich gebessert. In Folge < fortdauernden Ausstromens von E.ter aus der offenen Kopfwunde sind die- geistigen Funetionen Nobilinz's allmählich wieder in ein normales Verhältn ß zurückgekehrt und jetzt erinnert sich Nobiling nach seiner eigenen Angabe ebenso; llar der dem Attentat vorangegangenen Ereignisse, wie an Ereignisse aus früheren , Jrhren. In der zweiten Hälfte des nächsten Monats wird, wenn nicht der , Zustand Nobiling's sich wider Erwarten verschlimmern sollte, mit ernsthafter , Vernehmung desselben über seine That und seine angeblichen Mitwiff-r begonnen . werden. DieVosstschr Zeitung" hört, daß die Mittheilung derNational- , Q-itung", wonach die Aerzte Einsprache gegen die Reise des KüserS zu den , hessischen Manöver« erheben wollten, unbegründet sei. Der Reichskanzler, dürfte erst nach Berlin kommen, wenn das Soctalistengesetz aus der Commission des Reichstags herausgekommen sein und im Plenum zur zweiten Berathung , gestellt wird. Das neueste Justizblatt enthält die für den W-chselverkehr , wichtige Verfügung, daß dem Gesetze Genüge geschehen sei, wenn dre toi Aus- , lande nach hier ausgestellten Wechsel vom ausländischen Aussteller unmittelbar auf einem den erforderlichen Reichsstempel eingedruckt tragenden Blanquet nieder­geschrieben oder vom Aussteller oder einem sonst am Umlaufe des Wechsels betheiligten Ausländer mit Reichsstemprlmarken zum gesetzlichen Betrage in vor­schriftsmäßiger Weise versehen worden sind. (Fr. Journ.)

Vom Rhein. Einer der blühendsten Geschäftszweige in Preußen ist augenblicklich die Waffensabrikation. Die größeren Waffenfabriken sind nament­lich mit russischen Aufträgen beschäftigt und hier wieder ist die Anfertigung von Mitrailleusen besonders zahlreich bestellt. Und zwar handelt es sich um eine neue Art dieses Geschützes nach einem schwedischen Modell, welches an Schnelligkeit und Massenhaftigkeit der gleichzeitig abzuseuernden Kugeln alles bisher Dagewesene in Schatten stellen soll. Ans Witten schreibt man darüber: Auf der hiesigenGußstahl- und Waffenfabrik" ist man gegenwärtig damit be­schäftigt, neue Mitrailleusen einzuschießen, welche für die russische Regierung angesertigt sind. Dieselben sind ebenso entsetzlich in der Wirkung der durch sie abgeseuerten Geschosse, als staunenswerth in Bezug auf die anscheinend kaum noch zu übertreffende Möglichkeit schnellster Feuerung. Sie sind gebaut nach dem System eines Schweden Palmkranz, der eine Mitrailleuse construirte, bei welcher die Läufe horizontal neben einander liegen. Die C'nstruction ist eine derartige, daß beliebig aus sämmtlichen Läufen zugleich oder aus einz Itten der­selben gefeuert werden kann. Bei der größeren, für Marinezweck- gebauten Mitrailleuse liegen vier, bei der kleineren, als Feldgeschütz zu verwendenden, 10 Läufe nebeneinander. Aus der größeren können je nach der Geschicklichkeit der das Geschütz bedienenden Mannschaft 160300, ans der kleineren 800 bis 1400 Kugeln pro Minute abgefeuert werden. Die Wirkung der Schüsse aus den auf 'der hiesigen Waffenfabrik gefertigten Mitrailleusen war eine so in­tensive, daß mit den Geschoffen 3 auf einander genietete, je % engl. Zoll starke P anzerplatten nicht allein völlig durchschlagen wurden, sondern die Kugeln auch noch einen Zoll tief in die dahinter befindliche Eisenplatte einschlugen. Die ersten Exemplare dieser Mitrailleuse sind im Besitz der schwedischen Marine, jetzt hat die russische Regierung eine größere Anzahl anfertigen lassen, um sie hauptsächlich gegen Torpedoboote zu verwenden. Als besonderer Vorzug der kleinen Feld-Mitrailleuse wird von fachmännischer Seite noch die Leichtigkeit ihres Gewichtes bezeichnet, welches es gestattet, daß im Falle des Mangels an Pferden die Mannschaft den Transport des Geschützes übernimmt.

ÄuS Kurheffen. Nach den bisherigen Dispositionen wollte Kaiser Wilhelm während der Herbstmanöoer des 11. Armee-Corps in der Umgegend von Kaffel sein Absteigequartier im Schlosse zu Wilhelmshöhe nehmen. Es scheint jedoch, daß die Leibärzte Angesichts des allem Anschein nach in diesem Jahre ungewöhnlich früh eintretenden Herbstes die Lage des Schloffes für den hohen Reconvalescenten doch nicht für geschützt genug gehalten haben, denn seit einigen Tagen werden im ehemals kurfürstlichen Palais zu Kaffel Vorbereitun­gen getroffen, welche daraus schließen lassen, daß der Kaiser für die Dauer seiner Anwesenheit in diesem Palais Aufenthalt nehmen wird. (Rh. K.)

Wiesbaden, 2. Septbr. In dem Amtsblatte der königlichen Regie­rung zu Wiesbaden befindet sich folgende Bekanntmachung: ..In der ersten Ausgabe der Nr. 140 desRhein. Kuriers" ist in einem vom 17. Juni datir- len Leitartikel der Satz enthalten, daß die stillen Bekenner des rothen Evange­liums auch unter uns, zumal in Wiesbaden, und nicht blos unter dea Hand- arbeitern, sondern auch unter den kleinen Beamten und Angestellten, zugenommen haben. Gegen diesen Vorwurf haben 260 Beamte des Appellgerichtes, des Postamtes, der Telegraphie, des Amtsgerichtes, der Regierung, der Polizei- direction, der Eisenbahndtrection, der Landesdirection, der Landesbankdirectton und der städtischen Verwaltung Protest erhoben und weisen diese Behauptung als eine unbegründete und deshalb gewiffenlose, oder mindestens als eine höchst unüberlegte energisch zurück. Der Protest ist mir übergeben worden.

Wiesbaden, 27. Juli 1878. gez. v. Wurmb, Regierungspräsident.

Berlin, 4. September. DieProv.-Corr." bespricht in einem längeren,' Die außerordentliche Session des Reichstags" betitelten Artikel die focialDeaio, kratffche Lehre, die socialdemokratische Agitation, den dem Reichstage vorzulege.i den Gesetzentwurf gegen die Socialdemokratie und die wider den letzteren gellend gemachten Gesichtspunkte, daß Ausnahmegesetze überhaupt unstatthaft und daj durch die über den Zweck der Verleihung hinausgehende Ausbeutung der außer­ordentlichen Vollmachten eine Reaction zu befürchten sei. Der Artikel schließe: Möge der Reichstag die freieste Prüfung des Gesetzvorschlazs unternehmen, aber der innerste Wille, das wahre Gewissen der Nation eroartet, daß er entweder die Anwendung des vorgeschlagenen Mittels genehmige oder ein besseres darb et«. Die Vaterlandsliebe und die Einsicht, welche viele Reichstagsmitglleder in ei lern langen öffentlichen Leben bewährt haben, begründen die Zuversicht, daß der Reichstag weder sich selbst und der Nation das Zeugniß der Rathlostgkeit aus« stellt, noch weniger aber die Nation in eine Hülflosizkeit versetzt, die sich unter ohnmächtigen Scheinmitteln vergebens zu verbergen sucht. DieProv.-Corr." bestätiat. daß Gras Stolberg die Eröffnung des Reichstags vollzieht.

London, 4. Septbr. Der Dampfer, welcher diePrinceß Alice" in den Grund gefahren, ist ein Kohlensch.ff aus By vcll-Castle, das sich auf btr Fahrt nach Nord-England befand. Dasselbe ist weitergefahren, ohne Hülfe ju leisten. Die Ertrunkenen sind meistens Frauen und Kinder. Der Capitän nb die gesummte Mannschaft sind ebenfalls ertrunken. (Siehe jedoch folgendes Tele» gramm. D- R.)

London, 4 September. Das Gerücht, wonach das Kohlens^ Bywellcastle" nach dem Zusammenstöße mit derPrinceß Alice" seine Reise, ohne anzuhalten und Hülfe zu leisten, fortgesetzt habe, ist u begründet. 2)i? Schiff warf vielmehr in der Nähe der Stelle des Zusammenstoßes Anker u.l that das Möglichste, um den Verunglückten Hülfe zu bringen. DiePrinz-x Alice" hatte 700800 Personen an! Bord. Bls jetzt weiß man nur von ungn

Häsen nicht zulasten.

Paris, 4. Septbr. Das bonaparlistische JournalPays" ist tre^ Beleidigung des Präsidenten der Republik auf dm 12. d. vor das Zuchtpolllr gericht geladen.

Daily News" meldet: Die Regierung erachtet die baldige Wicke^ aufnahme der Untersuchung über die Ermordung des Correfponventen t Times", Ogle, für unthunlich.

Galata, 3. Septbr. Es wurden bereits 28,000 Mann 9W- eingesckifft.

Konstantinopel, 3. Septbr. Prinz Halim wurde gestern neuerdlH

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Möchte unser I 2 wiedirkehrenben s den Sieg verliel aller Herrn un - Bet dem He i-Monatlicher Ruhr iwlastor.en, zum Th- Irlich; denn Petro Dschea ungewöhnli> Nch ttplosibel ent, 5 dasfins erst Luft «l Docht in die Lau ist, und dah '.l,r und verdirbt die ff1 Da giündlick ist, um Ex wr von allen in flamme nach uvte . tim io : J1 weniger oerei j"1 Cl|l<n anberen

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