allergnädigft geruht: am 23. Juli den außerordentlichen Professor bei der philosophischen Fakultät der Landes-Universität und zweiten Lehrer der Forstwissen schäft, Dr. Tutsko Lorey, auf sein Nachsuchen von seiner Dienststelle mit Wirkung vom 1. September d. I. zu entlassen.
— Das bisherige Resultat der Reichstagswahlen im Großherzogthum Hessen ist folgendes: Gewählt sind im 1. Wahlkreis Frhr. Adalbert v. Nordeck zu Rabenau; im 2. Wahlkreis Dr. B. Schröder zu Worms; im 3. Wahlkreis Prof. Gareis zu Gießen; im 6. Wahlkreis Martin; im 7. Wahlkreis Oberger.-Rath Görz zu Mainz; im 8. Wahlkreis Bamberger. Stichwahlen finden statt im 4. Wahlkreis (Darmstadt-Großgerau) zwischen Prov.-Dtrector Küchler und W. Büchner; im 5. Wahlkreis (Offenbach rc.) zwischen Dernburg und Liebknecht, und im 9. Wahlkreis (Mainz-Oppenheim) zwischen Reuleaux und Dr. Moufang.
Berlin, 2. August. Die Tabaks-Enquete-Commission hat den umfangreichen Fragestoff in drei Theile gelegt und für jeden behufs Aufstellung eines Fragebogens eine Subcommission niedergesetzt. Während nun diejenigen über den Tabakshandel und die Tabaköfabrikation noch in voller Thätigkeit sind, hat die über den Tabaksbau ihre Aufgaben bereits erledigt und auch der Wortlaut der Vorlage, welche die Zustimmung des Plenums gewann, wird schon mitge- theilt. Das Tableau enthält 32 Fragen, von denen die 4 ersten lediglich solches statistisches Material umfassen, welches durch das kaiserlich statistische Amt durch Vermittelung der Verwaltungsbehörden beschafft werden kann, so weit es nicht bereits vorhanden sein sollte; es wäre andererseits schlechterdings nicht zu begreifen, worauf sich die Regierung bei ihren früheren Vorlagen und Ertragsberechnungen gestützt hätte. Der hauptsächliche übrige Theil der Fragen fordert gutachtliche Aeußerungen, also Urtheile über Gründe beziehentlich über die Folgen dieser oder jener Maßregel. Da die Enquete nicht angestellt wird, um für einen bestimmten gesetzgeberischen Gedanken, sondern für diese oder jene Maßregel in objectiver Weise das gesammte Material gesichtet zusam- menzustellen, so ist eben bei Aufstellung des Fragebogens gerade die Objectivität die schwierigste Aufgabe. Es wird sich in dieser Beziehung nichts Wesentliches gegen die Vorlage aufstellen lassen; es muß jedoch darauf hingewiefen werden, daß das Mandat durch die Debatten des Reichstags, soweit der Wortlaut des Beschlusses noch einigen Spielraum lassen sollte, ganz unzweifelhaft in bestimmte Grenzen verwiesen ist, denn es wurde ausdrücklich von der für die Abstimmung maßgebenden national-liberalen Fraktion die Voraussetzung in den Vordergrund gestellt, daß das Tabaksmonopol unannnehmbar sei, daß die Enquete mithin nicht mit der Tendenz gemacht werden dürfe, auf das Monopol hinauszulaufen. In diesem Sinne bewegt sich denn auch im Großen und Ganzen der obige Fragebogen.
Berlin, 3. August. Zum ersten Male seit Beendigung des Krieges gegen Frankreich wird im September ein Anzahl preußischer Officiere, an deren Spitze der Generalmajor Frhr. v. Los, Commandeur der 3. Garde-Kavallerie- Brigade, steht, den Manövern der französischen Armee auf Einladung der französischen Regierung beiwohnen. An den diesseitigen Manövern haben französische Officiere bekanntlich schon seit einigen Jahren Theil genommen.
— Der „Kreuz-Ztg." wird Folgendes gemeldet: Teplitz, 31. Juli. Se. Majestät der Kaiser und König verließ heute zwischen 2 und 3 Uhr denjenigen Theil des Kurgartens, welcher abgesperrt und nur für die Spaziergänge beö. Kaisers bestimmt ist, besuchte die Trinkanstalt und sprach auf dem Wege dahin den bei einem Brande verunglückten und zur Kur hier sich aufhaltenden Oberfeuermann Stieffenhofer aus Berlin an. Von der Trinkanstalt begab sich der Kaiser nach der Köntgsstraße. An einer Ecke stand ein Mitglied der für die Zeit des hiesigen Aufenthaltes gebildeten Bürger-Ehrenwache. Der Kaiser fragte den Mann, wie lange er Posten stehen müsse? Der biedere Teplitzer Bürger, nicht ahnend, daß er den Kaiser vor sich hatte, antwortete: Täglich 4 Stunden. Der Kaiser sagte weiter: Dauert Ihnen denn das nicht zu lange? Der Wachmann erwiderte gemüthlich: Was ich dem Deutschen Kaiser zu Liebe thun kann, wird mir nie zu lange werden. Der Kaiser klopfte ihm mit der linken Hand auf die Schulter und mit den Worten: Es wird mich freuen, Sie bald wieder zu sehen! schlug er den Gang nach dem Herrenhause wieder ein.
Berlin, 3. August. Die Auswechselung der Ratifications-Urkunden des Berliner Vertrags hat heute zwischen den Bevollmächtigten Deutschlands, Oesterreich Ungarns, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens und Rußlands hier stattgefunden. Der türkische Botschafter hat die Erklärung zu Protokoll gegeben, daß der Sultan die Ratification vollzogen und den Vertrag als vom heutigen Tage an in Gültigkeit getreten, anerkenne. Die spätere Auswechselung der türkischen Urkunden, welche rechtzeitig hier nicht eingetroffen waren, ist vorbehalten geblieben.
Aus Bayern. Bei der bayerischen Armee ist in diesem Jahre ein fernerer Schritt zu der Gleichstellung aller ihrer Einrichtungen mit der deutschen Armee erfolgt. Die Gradabzeichen all ihrer Officier-Chargen sind bei sämmtlichen Waffengattungen durchaus denen der deutschen Armee nachgebildet worden. Der Ringkragen wird bei den bayerischen Officieren durch die Schärpe in den bayerischen Farben ersetzt werden. Ebenso sind für dieselben die deutschen Epauletten genau mit den Gradabzeichen der deutschen Armee eingeführt worden. Die Umformung von 6 bayerischen Jägerbataillonen in 2 Infanterie-, bezw. Füsilier-Regimenter dürfte, wie aus München berichtet wird, wahrscheinlich noch im Verlaufe dieses Jahres stattfinden.
München, 3. August. Finanzminister Riedel reift morgen nach Heidelberg zur Theilnahme an den dortigen Minister-Berathungen.
Stuttgart, 2. August. Dem „Schwäb. Merk." wird vom Main geschrieben : Die Einladung zu den Conferenzen der deutschen Finanzminister in Heidelberg ist vom Staatsminister Hofmann unterschrieben; an denselben werden theilnehmen die Finanzminister von Preußen, Bayern, Württemberg, Baden, Königreich Sachsen, Mecklenburg-Schwerin, Sachsen-Weimar und die Minister der übrigen thüringischen Staaten.
Stuttgart, 3. August. Der „Schwäb. Merk." meldet: Von den letzthin verhafteten 34 Socialdemokraten befinden sich noch 15 in Haft, darunter der bekannte Agitator Dulk.
Oesterreich.
Wien, 3. August. Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel vom 3. d.: Die russischen Schritte bei der Pforte wegen der Räumung Varnas
nehmen einen dringlichen Charakter an. In Folge dessen hat die Pforte dem russischen Botschafter eröffnet, sie sei dazu im Laufe der nächsten Woche bereit unter der Bedingung, daß die Russen feie Verbindlichkeit eingehen, acht Tage nach der Räumung Varnas die russischen Truppen aus der Umgebung Konftan- tiuopels zurückzuziehen. — Der russische Delegirte bei der Pacificalions Commission im Rhodopegebirge ist wegen Mißhelligkeiten aus der Commission aus- geschieden. — Dieselbe Correspondenz meldet aus Bukarest: Die rumänische Regierung beabsichtigt die Dobrudscha mit 2 Infanterie- und 3 Reiter-Regimentern nebst einigen Batterien zu besetzen. Oberst Lecca soll Generalgouverneur der Provinz werden.
— Der Kaiser hat heute in Begleitung des General-Adjutanten, Frhrn. v. Mondel, der Kaiserin Eugenie einen halbstündigen Besuch abgestattet.
Wien, 3. August. Die „Wiener Abeudpost" meldet: Die Colounen des 13. Armee-Corps setzten gestern ihren Vormarsch fort. Die 18. Division besetzte gestern Mittag Ljubuski auf dem Wege nach Mostar, ohne Widerstand zu finden. Deputationen von einheimischen Muhamedanern und Katholiken kamen den Truppen entgegen, um ihre Unterwerfung anzuzeigen.
Wien, 3. August. Der deutsche Botschafter, Prinz Reuß, stattete der Kaiserin Eugenie heute Nachmittag einen Besuch ab.
Teplitz, 3. August. Der König und die Königin von Sachsen sind heute um 2 Uhr hier eingetroffen und haben sofort dem Kaiser Wilhelm einen Besuch abgestattet.
Arankreich.
Paris, 2. August. In sämmtlichen Kohlengruben der Compagnie d'Anzin wurde die Arbeit wieder ausgenommen. Die Gerichte in Valenciennes und in Douai verurtheilten gestern 14 Grubenarbeiter wegen Angriffes auf die Freiheit.
Paris, 3. August. Marschall Mac Mahon ist heute auf einige Tage nach Trouville verreist. — Der Zustand der Königin Christine von Spanien ist sehr bedenklich. — Republikanische und konservative Comitss haben sich jetzt für die Senatorenwahlen gebildet.
ßngtand.
London, 3. August. Nach den ausführlichen Berichten der Morzen- blätter über die gestrige Unterhaussitzung erklärte Schatzkanzler Northcote auf die Anfrage Försters Folgendes: Es existirten keine geheimen Engagements; zwar habe ein vertraulicher Verkehr zwischen den verschiedenen europäischen Mächten über Angelegenheiten von beträchtlicher Wichtigkeit stattgefunden, es seien aber alle eingegangenen Engagements, welche für England bindend, bereits enthüllt. — Hinsichtlich des Ausganges der Debatte über Hartington's Resolution äußern sich die Morgenblätter, ausgenommen „Daily News", sehr befriedigt. „Times" erblickt in der Abstimmung des Hauses den glänzendsten Triumph der allgemeinen Politik der Regierung; die überwältigende Majorität, welche sich für die Regierung ausgesprochen, werde diese in den Stand setzen, den rechten Einfluß Englands geltend zu machen. — „Standard" zufolge wird die britische Flotte in den chinesischen Gewässern unverzüglich reducirt.
AtaNen.
Nom, 3. August. Das heute vertheilte Grünbuch enthält 467 die Orientangelegenheiten betreffende Documente aus der Zeit vom 3. März 1877 bis zum 6. Juni 1878. Das erste ist ein Memorandum der bulgarischen Delegirten, das letzte Document eine Note Corti's an Nigra, welche constatirt, daß Italien frei von allen Engagements zum Congresse gehe.
— Es wird bestimmt versichert, Cardinal de Luca solle Staatssecretär werden. — Das Gerücht, daß Belgien seine Gesandtschaft beim päpstlichen Stuhle aufheben werde, wird als verfrüht bezeichnet.
Türkei.
Konstantinopel, 2. August. Angesehene Maroniten haben an die Botschafter der Mächte in Konstantinopel eine Denkschrift über die Verwaltung des Libanon gerichtet, worin sie eine Untersuchung über die Einkerkerung des Bischofs und über andere Beschwerden verlangen.
Konstantinopel, 3. August. Server Pascha, ehemaliger Waffenstillstands-Unterhändler in Adrianopel, ist zum Justizminister ernannt worden. — Der Sultan hat am letzten Donnerstag den Berliner Vertrag ratificirt. — Die bisher in Schumla gelegenen Truppen sind hier eingetroffen.
Amerika.
New'Nvrk, 2. August. Die Demokraten haben in der gesetzgebenden Versammlung von Nord-Carolina eine große Majorität gewonnen, wodurch eine demokratische Wahl für den Unionssenat gesichert erscheint.
Telegraphische Depeschen.
Wagner's telegr. Gorrespondenr - Bureau.
London, 4. August. Bei dem gestrigen Lord-Major-Banket in Man- sionshouse zu Ehren der Minister hielt Lord Beaconsfield eine längere Ansprache, worin er eine geschichtliche Darstellung der Ereignisse gab, welche schließlich zu dem allgemeinen Frieden geführt haben. Er sagte, daß er glaube, der Friede werde ein dauernder sein, da alle Mächte zufriedengestellt seien, die Kriegspartei in Rußland nicht in der Majorität sei und Italien und Frankreich sich überzeugt hätten, daß das politische Gleichgewicht des Mittelmeeres nicht bedroht sei. Die Beziehungen Englands zu den auswärtigen Mächten seien zu keiner Zeit herzlicher gewesen, als gegenwärtig, namentlich zu Rußland und Frankreich.
Berlin, 4. August, Vorm. 11 Uhr. Von den nunmehr bekannten 396 Wahlen sind 53 konservativ, 49 freiconservativ, 96 klerikal, 81 national- liberal, 16 fortschrittlich, 12 keiner bestimmten Fraktion angehörig, die aber voraussichtlich zum größten Theile liberal stimmen dürften, 14 Polen, 7 Par- tikularisten, 5 Elsässer Protestpartei, 4 Elsässer Autonomisten, 2 Socialdemokraten. 66 Stichwahlen sind erforderlich. Die noch fehlende eine Wahl (Oberpfalz) dürfte den Klerikalen zuzurechnen sein.
Wien, 4. August. Das „Telegr.-Corresp.-Bureau" meldet von Konstantinopel unterm Heutigen aus besonderer Quelle: Verläßliche Nachrichten melden den Ausbruch eines Volksaufstandes in Mostar. Der dortige Kaimakan und der Mufti sollen ermordet und ein Ulema zum Gouverneur eingesetzt sein.
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