Ausgabe 
5.7.1878
 
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Karatheodory Pascha hat heute noch an der Sitzung der Grenzregulirungs-

Lokal-Notiz.

Commission theilgeuommen.

Berlin, 4. Juli. Se. Maj. der Kaiser hat die Nacht hmdurch mit

«elegraphische Aepeschen.

Wagner'S telegr. Eorrespondenz- Bureau.

Berlin, 3. Juli. Bulletin von 10 Uhr Vorm. In dem Befinden Sr. Maj. ist keine Veränderung eingetreten.

(Unterz.) v. Lauer, v. Langenbeck. Wilms.

Wien, 3. Juli. Meldungen derPolit. Corresp.": Konstantinopel, 2. d. Dle Pforte soll ihre Congreßdelegirten angewiesen haben, der Occupatton Bosniens bedingungsweise zuzustimmen; da die Pforte Dauer, Truppenz^hl und Gebiet der Occupatton vertragsmäßig abgegrenzt wünscht, dürften ihre Bedingungen schwerlich berücksichtigt werden. Athen. Zum Nachfolger des bisheriaen Krieqsmintsters Petmezas ist General Soutzos ernannt worden.

Rom, 3. Juli.Dtritto" weist mit Bezug aus die Gerüchte in Betreff des Italien gemachten Gebotes, in Albanien eine Compensation oder ein Pfand zu suchen, welche Gerüchte man zu beglaubigen versuchte, jede derartige Idee als den Principien und Jntereffen der nationale^ Politik des Landes wider­sprechend, zurück.

Wien, 3. Juli. Die Blätter besprechen die Correspondenz des deut­schen Kaisers und Kronprinzen mit dem Papste. DieNeue Fr. Pr." betont, die Befürchtung, Fürst Bismarck könnte mit Rom Frieden schließen und die Ultramontanen als Verbündete gegen den Liberalismus annehmen, wird durch das Schreiben des Kronprinzen vollständig zerstreut.

schritt^E'melt Euch um unser Banner!- Es ist das Eurige; es ist das des echten und wahren Fortschritts!

Aus Bayern. Folgendes Programm dürste auf Wähler, welche weder Reaction, noch Revolution wünschen, einen mächtigen Zauber ausüben: Keine neuen Steuern ohne Aufhebung drückender Lasten, kein Tabaks-Monopol, keine Suspension verfaffungsmäßig garantirter Freiheiten, ein klares Programm der Reichs-Regierung in der Finanz- und wirthschaftlichen Frage, keine Zustim­mung zu jenen Vorlagen der Reichs-Regierung, die das Preß-, das Vereins- ur.b Versammlungsrecht des deutschen Volkes beschränken wollen. Weder mit Eisen und Blut, noch mit Eisen und Blei heilt man die Gebrechen der Zett, sondern mit treuer Hingebung im Dienste von Recht, Ordnung und Sitte, Ordnung und Freiheit."

ailt es den Kamps aufzunehmen. Mit scharfen Waffen muß er geführt werden, doch nur dann winkt ihm glücklicher Sieg, wenn dies nach althergebrachtem Rechte geschieht: Ausnahmegesetze verlängern und verschlimmern ihn, ohne seinen Ausgang von vornherein günstiger zu gestalten.

Gleiches Recht und gleiches Gesetz für Alle.

Das ist der Wahrspruch, den wir mit weithinleuchtender Schrift auf unser Banner schreiben. Klar und unverrückbar halten wir das Ziel im Auge und streben ihm muthig zu trotz aller Schwierigkeiten, welche uns drohend den Weg versperren; denn nur der Weg der Freiheit sührt diesem Ziele zu; die Freiheit soll aber Allen verkümmert werden. Rückschritt und Knechtung suchen wieder die Herrschaft zu erlangen und das Menschengeschlecht in die dunkle Finsterniß längstvergangener Jahrhunderte zurückzuschleudern.

Der Entscheidungskampf, ob Fortschritt ob Rückschritt, steht vor der Thüre; die Wahlschlacht beginnt demnächst: In ihr darf Niemand fehlen, dem das Wohl seines Volkes am Herzen liegt. Dicht sich aneinanderreihen und fest zusammenhalten muffen die Schaaren, welche die Freiheit um ihrer selbst willen hochhalten; denn groß, sehr groß ist die Zahl der Gegner, welche theils geradewegs gegen jeden Fortschritt ankämpfen, theils ihn nur als Deckmantel ihren selbstsüchtigen Zwecken umhängen. Mit Schlauheit und List kämpfen sie gegen jeden anders Denkenden und deshalb kann diesen der Sieg nur banj werden, wenn sie mit scharfem Auge und kaltem Blute jede schwache des Feindes auszuspähen und auszunutzen verstehen; aber auch dann nur, wenn sie vollzählig, Mann für Mann, Jeder für sich und Jeder für Alle entstehen. Und deshalb rufen wir allen Anhängern und Verehrern des wahren Fort-

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werden m der Mutigen Sitzung we kleines Slück Befiarabiend Nischen Schärs-n benommen würden. DasTazblatt erachtet, das L-chrei-

ist gegründete Ausstcht vorhanden, daß Rumänien ein. l" . ^e Arj^- ben des Kronprinzen bekunde trotz der Erklärung vec Unbeugsamkeit, das Frie- nördlich von der Kllra-Mundung verbleibt, ferner wurde R an letztere vensbedürfniß der Staatsgewalt. Gelänge es, die formale Anerkennung der

kosten-Entschädigung di- D°brud cha und -in-n^kleinen Th^l d S ' irten Staatsges tze Seitens des katholischen Clerus zu erlangen, so dürfte das Nach. 7Len fich üVÄ^chnekkom Congreß gemachten Zugeständnifie befriedigt, laflen der sonstigen Straffheit in der Handhabung der betr. Gesetze sich bemerk- - Montenegro wird Antivari erhalten, welches n-uttal ^erklatt wer en, ar 3 3uILReuter's Bureau" meldet aus Konstantinopel vom

aber für englische Knegssch ffe rugangl-ch se>>ns Jntmffe 2. t. : Die den Congreßdelegirten der Psorte gegebenen Instructionen sollen

Vertreter im Kongreß verlesene Declaration mach haup iach ch J n Occupatio» Bosniens und der Herzegowina unter der Bedingung zulasten, des Friedens die Opportunität emes engeren AnSchluffes Kretas und der Pro d.e^cc effect(üen Besetzung durch die Truppen und d,° Grenze des

vinzen griechischer Nationalität Griechen fl @ = bereite zu besetzenden, Gebietes genau f-gesetzt werden.

In diplomatischen Kreisen glaubt man vielfach, daß J ,,, Berlin. 3. Juli. Der Conareß dürfte in 4 bis höchstens 6 Sitzungen

Ende der Woche die materielle^Disciisston der vorliegen en $ $ifiruna ber feine Arbeiten beenbigen. In der morgigen Sitzung werden, wie verlautet,

haben werde und daß l" nächster Woche nur noch die formelle Legaksirung leme^ "^'""l,chtschen noch mehrere Grenzregulirungs-Fragen, die heute im Arbeiten der Redactions-Commisston durch ds Pions-Arbeiten »ui Detail in Special-Commissionen erledigt wurden, zur Berathung und zum Ab-

folgen haben werde. Alsdann werden noch. die : Außerdem stehen noch die Donausraze, die Meer-ngenfrage,

R-gulirung der D°t-ilfrag-n vrtdauerr -- Dlt morgen stattfindend- Sitzung Mutz d-r asia.isch-n Türkei aus. Den Schluß bildet d.e

wird voraussichtlich der griechischen Frag- gewidmet sein. - SBoilwung des von d-r Redactions-Commission f-stzustell-nd-n Hauptoertragcs,

Frankfurt. DasFrkftr. Journal hat in ber Person des Herrn! r artikelweise zur Vorlage gelangt. Das heute hier coursirende Gerücht, baß Dr. Waldeck einen neuen Redakteur erhalten. In der ersten von ihm gezeich- türfifcfceH Delegirten den Kongreß verlasten wollten, erscheint unbegründet; neten Nummer bringt derselbe folgenden Aufruf an seine Leser: I -ö - - - - - ---------,-s-

Wild stürmen die Fluten der Zeit an gegen Alles, was gut ist, edel und erhaben. Einen schweren Kampf hat der Steuermann zu bestehen derdurch ihr- Gewalten hindurch das sestgefetzt- Zi-l zu erreichen sstrebt. Klast l£ Unterbrechungen recht gut geschlafen.

Auge und fest seine Hand; doch Das genügt nicht. Eine Sturzwelle ibn über Bord und treibt ihn fernen Gestaden zu. Ein Anderer tritt an seine Stelle. Ob er glücklicher sein mag? Niemand w- das zu sagen.denn gar finster und unheilvoll ist die Zukunft verborgen hinter den dunkeln Wolken d-s Ui,_____ y o ta,CT\un?pIä mp rhpr um auf

lilvoll ist die Zukunft verborgen hinter den dunkeln polten vesl Mnlieb San^rses^d.s Lahn-

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die Selbllveraötteruna. ganzen Festes bet. Es drängt uns daher vor Allem, diesen zu einem großen Gesamatt-

'®eaen biete und ihre bösen Folgen, beren krankhafte und verkommene Comite vereinigten Männern für diese Leistungenund die ^opfernd^

Auswüchse sich immer schneller und^ immer stärker an bte tltiöe.tetbr^^UCön nahm^sich ^der^7stp?!>tz' aus, welchem man durch eine wohl aus-

- c L--- STQ.ffon nn.fi pr ^fnhrf werden.! ^Ehrenpforte gelangte. Insbesondere war die Sängerbühne, zu welcher

Herr Architekt Ferd. B roel einen sehr zweckmäßigen, allen Anforderungen, auch denen der Akustik entsprechenden Plan entworfen hat, unter der Leitung des Vorsitzenden der Bau- und Decorattons-Commission, des bei ähnlichen Bauten stets bewahrten verordneten Julius Hoch in trefsticher Weise ausgeführt, und gefiel dieselbe allgemein. Besondere Erwähnung verdient auch die geschmackvolle und "ichliche.?eleuchtung. wozu Herr Ea^abrikant und Beigeordneter Aug. Heß, daS Gas "ebft Lüster" für die Nlinre Dauer des Festes unentgeltlich zu stellen so gütig war, welches dankbar an­erkannt wird. Auch die zu beiden Seiten des Festplatzes errtchtcten Wirthschaftsraume, 10 an der Zahl, waren unter Aufsicht der Bau-Commifston gleichmäßig in einer solchen Weise hergestellt, und im Inneren so ausgestattet, daß ste durchweg einen o"aenehmen Anblick gewährten. Uederhaupt machte der ganze Feft^atz e»nen sehr freundlichen Ein­druck- Auch eine Conditorci, eme Wasserbude und eme Garderobe waren nicht vergessen. Die Festwirthe waren reichlich mit guten Speisen und Getränken manchfacher Art: zu mäßigen Preisen versehen. Begünstigt durch eine nicht zu heiße Witterung verlief nun das Fest in schönster Ordnung und in ungetrübter Weise, so daß man es mit vollem Recht als ein wohlgelungcnes bezeichnen kann. Unter ben Klangen unserer ^^öen Regimentsmusik wurde am Vorabend des Festes, gegen 5 Uhr der auswärtigen Gesangvereine am Bahnhofe empfangen unv auf den Marktplatz zum alten Rathhaussaale geleitet, wo den Sängern die ^uartierbillete zugetheilt wurden. Einige Standen später fand auf dem Festplatze die erste Generalprobe statt^und^ hierauf einConcert, von der hiesigenRegimentsmustk ausgeführt, welches bisJurMernaty stunde dauerte. Der erste Festtag wurde Morgens 6 Uhr durch Musik in den Straßen der Stadt eingeleitet- Die noch weitcr zu erwartenden Vereine fanden sich im Laufe des Vormittags alle ein, so daß gegen H Uhr bet ber 2 ® en er al p r ob e auf ber Sängerbühnc ca. 400 Sanger versammelt waren. Nachdem Herr PH- Uhl sie begrüßt und bewillkommnet hatte, wurde mit den Gesawmtchoren begonnen. Einen gewaltigen Eindruck machten diese Chöre, die der academische Musikdirector Herr Adolf Felchner mit den hiesigen fowie auch den auswärtigen Bereinenschon vor dem Feste forgfältig eingeübt hatte. Nachmittags gegen 3 Uhr bewegte sich ein schöner Festzug von der Alicenstraße durch die Straßen der reich beflaggten Stadt, voraus eine oröBeie Anzahl schmucker Festreiter mit etner Standarte. Nach Ankunft des Fest­zugs auf dem Festplatze hielt Herr Philipp Uhl die Festrede, kuaftige, vortreffliche Worte welche nach allen Selten hin einen tiefen Eindruck machten. Der Festredner hob die vielen guten Eigenschaften des Gesangs hervor, wie im Mittelalter Hoch und Niedrig gewetteifert habe, um den deutschen Gesang zu veredeln, wie dle großen Musik- sürsten durch ihre unvergleichlichen Liebes- und FretoeitSlieder zur Hebung und Ent­wicklung des Männergesanges bis zu seinen heutigen Leistungen betgetragen, wie ihre bindenden Geiitesbliße auf die Masse des deutschen Volkes wirkten, wodurch zum guten Lheil Deutschlands Auferstehung allmältg angebahnt nwrben, bis sie sich unter dem starken Banner des Hohenzollerischen Hauses, vertreten durch unseren allgeliebten und lochverehrten, in Weisheit und Gerechtigkeit herrschenden Kaiser, glanzend vollzog. Der Redner gedachte der fluchwürdigen Attentate auf Seine Majestät, ferner der weithin verdreitetell vaterlandslosen, dem Umsturz fröhnenden Part^, orderte dem segenüber auf unter strengster Wahrung des edelsten Klelnod's einer Nation, unserer geheiltgten nun nnveräußerltchen Volksrechte, fest zu stehen zum angestammten Fürstenhause, fest ^Ü Kall-r und Reich und schwß:' H°ch lebe unser ih-u°r-s V°l-rlnnd! Hoch lebe unser vielgeliebter Heldenkaifer! Mit Begeisterung stimmtedas noch Tausenden zahlenbe Publikum ein. Nun begann das Hauptconcert mit der trefflich von der Regiments­musik durchgeführten Jubel-Ouvertüre von C. M. von Weber, auf welches der Gesammt- chor Ehre sei Gott!" von Hauptmann und dann in kleinen Zwischenräumen Einzelchore von den verschiedenen Vereinen zum Vortrag kamen. Zum Schluffe deS ersten Theils wurde Macte Imperator I von Franz Lachner im Gesammtchor vor getragen. Der zweite Tb eil des Concerts begann mit dem höchst ansprechenden Musikstück ,ungarische Rhapsodie Nr. I (an Hans von Bülow) von Franz Liszt, für Militarmusik von C. Krautze. Hierauf folgten wieder Einzelchöre und zum SchlusteDas oeutlche Sckwert" von C. Schuppcrt im Gesammtchor. Diese Gesänge gefielen allgemein, oer musikalisch Gebildete fand darin einen hohen Genuß. Alles Lob pebührt oem acade- mischen Musikoirector, Herrn A. Felchner, welcher mit den ca. 400 Sangern, unter­stützt von unserer Regimentsmusik, die Gesammtchöre in einer Vollkommenheit zum Vortrag brachte, welche allgemein vom Publikum gerühmt wurde und Jubel unter den Sängern erzeugte, die nur durch Liebe zur Sache im Gesänge vereinigt, unter tüchtiger Direction Großes leisteten. Auch die von Specialdirigenten geleiteten Einzelchore der verschiedenen Vereine fanden viel Beifall und von competenter Seite sprach man srch über die Leistungen derselben im allgemeinen anerkennend und zum Theil sehr lobend aus. Nach dem Hauptconcert sprach Herr Stadtverordneter Carl Wenzel, Herrn Musikdirector Felchner, Herrn Capellmeister C. Krauße und Herrn Philipp Uhl, sowie jenen Herren, welche sonst noch um das Fest ein Hauptoerdicnst haben, im Namen der Festversamwelten besten Dank aus und brachte ihnen ein^Hoch, in welches freudig eingestimmt wurde. Hierauf fand Jnstrumental-Concert und spater Tanzbelusttgung statr.

Am 2. Festtag begann Morgens gegen 10 Uhr ein stark besuchtes, von der hiesigen Regimentsmustk trefflich ausgeführtes Co.ncert in bem herrlich angelegten Wenzel's Garten, einer wahren Sterbe ber Stadt- Auf dem daselbst af>6ehaltenen Sängertag strriv beschlossen auf dem nächstfolgenden Sängertage den Ort feftzustellm,