werde der anderen Staaten niemals geschlossen war. Genehmigen Ew. Leiliakeit den Ausdruck Meiner persönlichen Ergebenheit und Verehrung.
* 9 Friedrich Wilhelm, Kronprinz.
(gegengez.) v. Bismarck.
An Se. Heiligkeit den Papst Leo XIIL
Wien, 1. Juli. Dem „Telegr. Eorresp-Bur." wirb aas Rom g-m-ldet: der päpstliche Nantius in Bayern, Monsignore Aloisi, sei beauftragt worden, mit der preußischen Regierung bezüglich einiger der vacanten Bischofssitze in
Lokal-Notiz.
2 cfcitTf Am 1. Asult verurthetlte der Schwurgerichtshof:
® Srntttaat die Eli,-, Wilhelm Wiens Ehefrau oon Hainchm, wegen Ir- kund-nsSlschmg üi^-in-^ GftSngnMr^ °°n®megcn gleichen V-rbr-cheis, in eine Gefängnißftrafe von 10 Tagen.
Preußen in Verhandlung zu treten.
Konstantinopel, 30. Juni. Der Großvepr Swfei Pascha ist er- krankt und hat bereits am Sonnabend an den Berathungen der hohen Pforte nicht 'theilaenommen. Die tückischen Congreßdelegirten hrbrn hierher gemeldet, drß sie seitens des Congreffes nach ihrer M'ttheilunz von dem ablehnenden B-schlusie des großen Rathes über die vo» Oesterreich angeregte Occupatton Bosniens und der Herzegowina veranlaßt seien, neue Jastcuttwnen von der Pforte zu erbitten. Oesterreichischerseits weiden bei der türkischen R-zt-rung außer Rückerstattung der für die bosnischen Fiuchtlmze verauslagten 9 Mil'.oaen fl. noch zwei andere G-ldford-rungen geltend gemacht, von denen die -lne^alt-ren Datums ist, die andere die Herstellung von zerstörten Kilhen und schulen
migen zu wollen. Guilielmus Irnperator et Rex. (g-gengez.) v. Bismarck.
Haag/1. Juli, Abends. Der Kriegsminister ist erkrankt und der Marineminister mit der interimistischen Vertretung desielbea beauftragt. Die Regierung von Niederländisch ^Indien hat angezetgt, daß die Atchinesen den Kamps M8en die niederländischen Truppen wieder ausgenommen hatten; ^r V-rstK- Nng der letzteren sind zwei Bataillone aus Java abgesendet; ein drittes folgt demnachst^imch^^ Abends. Im Unterhaus- erklärte Schatzkanzler Rorth- cote auf eine Anfrage Onslow's bezüglich der Lage der Mohamedanert tr> den von den Raffen occupirten Districten Bulgariens: er hoffe, daß die gegenub r Rußland in dieser Hinsicht gemachten Vorstellungen Erfolg haben und daß m iholae des Congreffes die jetzigen Zustände in Bulgarien baldigst em Endnehmen würden. - Auf Befragen Hayter's theilte Northcote ferner mit, day am 28. Juni in der Nähe von Apokorona ein ernstes Gefecht statt and. Ha m Pascha sei auf Layard's Verlangen abgesetzt worden; letzterer sei angewiesm, der Pforte Vorstellungen zu machen und große Mäßigung bei Unterdrückung der Unruhen anzuempfehlen. __
Obrigkeit ihres Landes empfehlen würden.
Dem dagegen in Ihrem Schreiben vom 17. April ausgesprochenen Verlangen, die Verfassung und die Gesetze Preußens nach den Satzungen der römisch-katholischen Kirche abzuändern, wird kein preußischer Monarch entsprechen können, weil die Unabhängigkeit der Monarchie, deren Wahrung Illir gegenwärtig als ein Erbe Meiner Väter und als eine Pflicht gegen Mein Land obliegt, eine Minderung erleiden würde, wenn die freie Bewegung ihrer Gesetzgebung einer außerhalb derselben stehenden Macht untergeordnet werden sollte. Wenn es daher nicht in Meiner und vielleicht auch nicht in Ew. Heiligkeit Macht steht, jetzt einen Principienstreit zu schlichten, der seit einem Jahrtausend in der Geschichte Deutschlands sich mehr, als in Set anderer Lauder fühlbar gemacht hat, so bin Ich doch gern bereit, die Schwierigkeiten, welche sich ans diesem von den Vorfahren überkommenen Confltete für beide Theile ergeben, in dem Geiste der Liebe zum Frieden und der Versöhnlichkeit zu behandeln, welcher das Ergebniß Meiner christlichen Ueberzeugung ist.
Unter der Voraussetzung, Mich mit Ew. Heiligkeit in solcher Geneigtheit zu begegnen, werde ich die Hoffnung nicht aufgeben daß da wo eine grundsätzliche Verständigung nicht erreichbar ist, doch die versöhnliche Gesinnung beider Theile auch für Preußen den Weg zum Frieden eröffnen
worden angesichts der übereinstimmenden Anschauungen aller europäi- i ew w°> ' L,»ructionen in Konstantinopel zu erbitten; solche liegen.
Abreise in Aussicht gestellt habe, wird als nicht richtig b-z-ichmt.
Wien, 1. Juli- Die „Wiener Abendpost' th-ilt über die Demo«- llratiomn in Venedig Folgendes mit: Sogleich nach K-nntmßnahm- von den
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3tmern, «^cher am -3 ^^ldet) den schärfsten Tadel diesbezüglich au«
r (Vrffrtrimaen mit unb brütfte sein Bedauern über den Vorfall aus. — Diese freiwillige Genugthuung (so schreibt die ,,®ener aeelanet'
u ■ r cYnitintitie ber ösierreichischen Negierung gar nicht beburfte, isi gke g , At -n welle di- guten B fthungen »wischen Oesterreich und Italien trüben »L. L 2" Ä e," »•** »f •«*.«« w i“ ”*•“
An Se. Heiligkeit den Papst Leo XIII.
Nachdem der Papst in einer Erwiderung vom 17. April d-r Hoffnung auf Erneuerung des früher bestandenen guten E'Nvern-hm-ns w-°derhoi^Ausdruck gegeben und als Mittel zur Erreichung deffelben die Aba> deru>^ ver- schiedener in Preußen bestehender gesetzlicher »nd verfassungsmäßiger Bestinn münzen bezeichnet hatte, hat Se. Kaiser!, und König!. Hoheit der Kronprinz nachstehendes Schreiben an Se. Heiligkeit gerichtet:
Berlin, 10. Ium 1878.
Ew. Heiligkeit für die auf Anlaß des Attentates vom 2. d. M. bewiesene Theilnahme selbst zu danken ist der Kaiser Mein Herr Vater^ leider noch mch im Stande. Gern lasse Ich es daher eine Meiner ersten Obliegenheiten fein, an Seinerstatt Ihnen für den Ausdruck Ihrer freundlichen Gesinnung au - richtig zu danken. Der Kaiser hatte mit Beantwortung des Schreibens Ew. Heiligkeit vom 17. April gezögert in der Hoffnung, daß vertrauliche Erläuterungen inzwischen die Möglichkeit gewähren wurden, auf den fW^en Ausdruck principieller Gegensätze zn verzichten, welcher sich bei Fortsetzung des Schriftwechsels im Sinne des Schreibens Ew. Heiligkeit vom IT Aprü nicht vermeiden läßt. Nach Inhalt des letzteren muß Ich leider annehmen, daß Ew. Heiligkeit die in dem Schreiben Meines Herrn Vaters vom 24 Alach ausgebrückte Hoffnung nicht glauben erfüllen zu können, daß Ew. Her ig i bett Dienern Ihrer Kirche den Gehorsam gegen die Gesetze und gegen Die
^"'Berlin, 1. Juli. Der „Reichsanzeiger" meldet: Die Benachrichtigung von seiner Erhebung auf den päpstlichen Stuhl, in welcher Se. Helligkeit der Vavll Leo XIII. zugleich sein Bedauern darüber ausspricht, nicht die gitten Beziehungen^ vorzufinden, welche einst zwischen Preußen und dem päpstlichen Smhle bestanden hätten, ist von Sr. Maß dem Kaiser durch folgendes Schreiben beantwortet worden: n
Berlin den 24. März 1878. Guilielmus Dei Gratia Imperator et Hex Leoni XIII Summo Ecclesiae Romano-Cathohcae Pontifici Salutem- JH habe bas Schreiben vom 20. v. Mts., durch welches (M Heiligkeit Mch von Ihrer Erhebung auf den päpstlichen Stuhl in K-nntniß zu setzen di«i Gute _ hoben, durch Vermittelung der verbündeten Regierung Sr. Majestät de« Königs , snnHpm mit Dank erhalten. — Ich beglückwünsche Sie aufrichtig dazu, daß die ^Stimmen des heiligen Collegiums sich aus Ihre Person vereinigt haben, j und wünsche Ihnen von Herzen eine gesegnete Regierung der Ihrer Obhu anverttauten Kirche. - Ew. Heiligkeit heben mit Rech hervor , daß Meine katholischen Unterthanen gleich ven anderen der Obrigkeit und ihren Götzen die Folgsamkeit beweisen, welche den Lehren des gemeinsamen christlichen G - bens entspricht. Ich darf in Anknüpfung an den Rückblick, den Ew. H-tligk-lt aus die Vergangenheit werfen, hinzufügen, daß Jahrhunderte hindurch der christlich- Sinn des deutschen Volkes den Frieden im Lande und den Gehorsam gegen deffen Obrigkeit treu bewahrt hat, und für die Sicherstellung dieser werthvollen Güter auch für die Zukunft Bürgschaft leistet.
Gerne entnehme Ich den freundlichen Worten Ew. Helligkeit die Hoff^ nilng, daß Sie geneigt sein werden, mit dem mächtigen Einfluß, welchen dte Verftissung Ihrer Kirche Ew. Heiligkeit aus alle Diener derselben gewahrt, dahin zu wirken? daß auch diejenigen unter den letzteren, welche es bisher unterließen, nunmehr dem Beispiele der ihrer geistlichen Pfl-g- befohlenen Bevölkerung folgend den Gesetzen des Landes, in dem sie wohnen, sich fugen werden. Ich bitte Ew. Heiligkeit, die Versicherung Meiner größten Hochachtung geneh-
Bermischte».
— Vor einigen Tagen erlegte, wie man der »W-feler Dolksztg." meldet, der
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: -in-s JSl-rsd-- Grafen S°lms-B-rutb gefallen, £ ®'* ba
stch M in Merbogk in den Sänd-n der Herrn «am»s.^^ ^ngr-ff-s
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S" - Mfex« -ährend beten kurA Anw-f-nhelt sehr scharf -rttisirt
Berlin, 1. Juli. Der von Petersburg hier eingetroffene Prinz Alexander von H-ff-n stattete den Mitgliedern der königlichen Familie, dem Fürsten Bismarck und mehreren Congreßmitgliedern Besuche ab und empfing deren Gegenbesuche. Der Kivnprin» machte dem Prinzm Alexander im Hotel Royal einen längeren Besuch. Dem Vernehmen nach hat der Geh. Oberregierungsrath v. Hertzberg (Stellvertreter des Polizeipräsidenten) seine Pensioniruug beantragt, das Gesuch ist durch Gesunbheits-Rücksichten mottvirt.
Berlin, 2. Juli. Se. Maj. ber Kaiser haben, etwa IVa Stunden ausgenommen, die Nacht recht gut geschlafen. . M .
- Redacteuie hiesiger Z-'tungen und Schriftsteller gaben den hü »ei 1-uden fremden Journalisten gestern im Zoologischen Garten ein geft, unter anderen auch der österreichische Minister T-schenberg und der griechische


