Ausgabe 
3.7.1878
 
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Mittwoch, den 3. Juli

1878

Oießencr Anzeiger

_______________AGkige- «nd AmtsIiW für de« Kreis Gieße«.

Das Großhcrzogliche Stcui-r-Commiffäriat Gießen

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Süffert.

politischer d h e i r.

?0. Juni. Im Verfolg des am Donnerstag statt, gefundenen großen Rathes dir Minister und Würdenträger, welcher die von Oesterreich angeregte Occupation Bosniens und der Herzegowina erörterte er- g.ngen an die Congreßbevollmächtigten in Berlin Weisungen, zu erklären, daß < t n',^t kiU^lm2en tSnnc ä einer Occupation, welche Gebtetstbeile betreffe, die nicht durch Krieg von fremdcn Heercstheilen besetzt seien. Wie es hecht, waren zu Gunsten der österreichischen Occupation auch seitens der Ver- der Pforte entsprechende Vorstellungen gemacht worden.

-i bis fetzt seitens der Pforte die Zustimmung verweigert und darauf hmgewiesen,^ daß durch fremde Truppen nur der Fanatismus der Muselmänner in den bezüglichen Landesthetlen wachgerufen werden könne. Die türkischen S' beim Congresse die bezügliche Erklärung abgegeben

5te mn m^nt, weitere diplomatische Einwirkungen anderer Mäckt-nRemine Kemesfalls scheint Oesterreich, unterstützt von anderen o n9 m Dt't b e/ur b^e Rückkehr der Flüchtlinge nothwendige militärische Sicherstellung aufzugeben. Militärische Maßregeln gegen Oesterreich dürfte die Psorre raum treffen.

»elegraphische Sepeschen.

Wagner'S telegr. Eorrespondenz - Bureau.

Berlin, 1. Juli. Bulletin von 10 Uhr Vorm. Abgesehen von gerin­gen im Witterungswechsel begründeten schmerzhaften Empfindungen In den Wundnarben ist das Befinden Sr. Maj. des Kaisers unverändert gut.

(Unterz.) v. Lauer, v. Langenbeck. Wilms.

Berlin, l. Juli. Bei dem türkischen Botschafter findet heute ein Diner statt, an dem mchrere Mitglieder des Congreffes theilnehmen.

. ~ bezweifelt hier, daß die Nachricht von dem morgen bevorstehen­

den Einmarsch der Oesterreicher in Bosnien und die Herzegowina, was den Zeitpunkt betrifft, richtig sei. Der heutigen Sitzung gehen wieder Ausschuß- arveiten voraus. Die Unabhängigkeit Serbiens ist anerkannt unter der Be- rr Ix? Freiheit aller Cutten. Die gleiche Bedingung wird für Rumäniens Unabhängigkeits-Erklärung gestellt werden. Die Grenzregulirungs-Arbeiten be­züglich Serbiens dauern noch fort, ebenso die Vorbesprechungen über die mon­tenegrinische Angelegenheit; es scheint noch nicht gewiß, ob letztere heute zu Owe kommen. In Verfolg der Seitens aller Congreßmitglieder aus die Lveigerung der Türken, der Occupation Bosniens und der Herzegowina durch Oesterreich zuzustimmen, abgegebenen Erklärungen sind die türkischen Vertreter

Frankreich.

= fn 30. Juni. Bei der anläßlich des Nationalfestes heute Vormittag

' äuäPtDutig stattgehabten Einweihung der Statue der Republik hielt der . ^nfi!'hnnSi?n"w1 °/"E Rede, in welcher es heißt: di- französische Gesellschaft, wie sie von der Revolution geschaffen ward, hat nun ihre natürliche Gestalt ? angenommen. Nach Erwähnung der früheren Spaltungen innerhalb der 1 M unglücklichen Ereignisse, durch welche sie b-ttoffen wurde, fuhr

ein w K ? fon: Frankreich erhebt sich wieder mit dem Willen, ech besseres Dasein zu fuhren und im Frieden die Institutionen zu genießen welche seine Ehre sind und die es thcuer erworben hat. Die republikanische Partei ist die Nation selbst geworden. Frankreich fordert von seinen Kindern mlfgenmiimki? Cr6eif*t ^'borsam den Gesetzen. Di- Rede wurde sehr beifäMg

, ^7 Die hier telegraphisch verbreitete Nachricht, daß die Türken Canea geräumt hätten, findet in hiesigen diplomatischen Kreisen keinen Glauben.

lande l 2uni, Abends 9 Uhr. Aus den Provinzen und dem Aus- enen U'assenwerse herbeigeströmt, um das Nationalfest zu

s hen. D.e Plätze und Boulevards der Stadt bieten einen feenhaften Anblick dar. Das Wetter ist bis jetzt günstig. Heute Abend glänzende Illumination.

Netgiea.

kant, 30. Juni. Anläßlich des Wahlsieges der llberalen Partei

fand heute eine große Kundgebung statt. Die Straßen waren festlich geschmückt wd von zahllosen Menschenmassen gefüllt. Sämmtliche Städte habm Vertreter fionn ^Q*mit,a88 findet ein Banket der Liberalen statt, woran

daben Tbr n^mCtn?iC 3)?inificr sämmtliche liberal-Notabilitäten

yaven tyr Erscheinen zugesagt.

Türkei.

Aeutschland.

Darmstadt, 29. Juni. Die zweite Kammer erledigte heute eine reich- fcCn ^^tz--'twurf über Ausführung des deut-

Es folgt die Berathung über den Plan zur Bildung der Bezirke und 6^777 ö* fÜtE bie Amtsgerichte. Nach langer und lebhafter Debatte menfinbtbn,fßfilm0'Ct t 'b?" k'üheren Besch,üffen mit Ausnahme des zu Altenstadt gefaßten, wie ebenso auch die Bewilligung der erkorterlicken Miee-i in ffiU *r bie Amtslocale des Amtsgerichts Bad Nauheim

in Gemäßheit des Ausschußantrages wiederholt verweigert wurde. $

snsfu« ^""ihung ferner des Gesetzentwurfs, die bürgerlichen Wirkungen a nde Ä er°"n Kirche oder Religionsgemeinschaft b.trVgin en 7°l- ?'"de B-schluffe: hervor:: Art. 1, 2 und 3 wurden unttr Aufgabe der diessel- d? -rk?n"Kammer^^^^ nunmehrigen Ausschußanträgen in der von be« Sr? 4 Q^<ern 8offui'9 Unstimmig angenommen, ebenso Abs. 2

Xto würd7 ®f'3 art,fd8 «* bcm früheren Beschluß aufrecht

c *7 ? wurde der Antrag der Majorität des Ausschusses auf Beitritt ^,betn. ®*WU!> ersten Kammer, wonach das vollendete 14. Lebensiabr als Discretionsjahr für Kinder gelten falle, angenommen; ebensounter AVehnuna AusschuffeSbeän,7aS7Z7satz^''°^'^ 6C» Minorität des

^,-??a9^ b-r übrigen Artitel dieses Gesetzentwurfs und bezüglich der Regierungsvoi age, den Austritt aus den israelitischen Religtonsgemeinden betr wurt>c im Wesentlichen den Beschlüssen der ersten Kammer beigetreten.

,"7" der Berathung über den Gesetzentwurf, die Ausübuna des Erüebunas- ln .^zug auf die Religion der Kinder hielt die zweite Kammer in den stdn von^n^Kl ern"mFb" ^°N^ssen fest, so namentlich daran, daß ein jeder von den Eltern geschlossener Vertrag, der die religiöse Erriebuna der § zum Gegenstand hat, keine rechtliche Wirksamkeit haben dürft welchem Beschluß die erste Kammer nicht beigetreten war. ' $

httnLlenbnfte D^att- entspann sich bei der hierauf folgenden Berathung bi- Vorstellungen der Mitglieder der katholischen Pfarrgemeinde» Kastft 1875^ 6 @4nafii * m 7 °"'bemische Interpretation des Gesetzes vom 23. April P «7.b°I bierzu gestellte Antrag des Ausschusses, welcher auf Beitritt zu dem Beschlüsse erster Kammer,diesen Petitionen keine Folge zu g-b°n« lautet, mit allen gegen 2 Stimmen angenommen. 8

Mai a Juni. Die Vorbesprechungen, welche unter dem Vorsitze des Fürsten Hohenlohe stattfanden, denen je ein Vertreter jeder Macht betwobnr We7nit/°^8> Ktt"lbfn7 finb b-stimmt, die im Plenum vorkommenden A> resp. Schwierigkeiten, welche im Plenum ohne längeren

u?^lben werben, g-wissermaßen als Ausschuß zu er. bL9eg' k Die Arbeiten bes Plenums unb bieses Ausschusses gehen nebeneinander n L .toCrnl* S'wiffe Sachen an den Ausschuß gewie en Hatz

» Arbeiten bezüglich anderer Fragen fortfährt und die durch den Aus ^b u 'Aedigenhen Sachen später vornimmt! - Di- In d-r gestrigen Sitzung ^Sirten ®eIl»annW unb taffirSä' wünsche und Gesichtspunkt-, welche ini jnrerejje Der griechischen Bevölkerung von Europa wahrzunebmen feien (N* Ä ffÄr ®V> Äw »XLS Z n beginnt der Congreß die Berathung der b-ffarabischen ? A l ' toDk6ei be rumänischen D-l-girt-n gehört werden sollen B-züa kufrechS ih«7Wid7spruch'gegen''bas^

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