Ausgabe 
2.6.1878
 
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acceptiren.

Telegraphische Depeschen.

Offerten so crgtebt sich daß

niedrigste Offerte mithin weniger:

veranschlagt war für

nun dahin, daß

Die Meinung der Stadtverordneten im großen Ganzen ging

Großvezter^^ Mai. Die aus den 11. Juni anberaumt gewesene Abreise des Kaisers nach Ems ist gutem Vernehmen nach ausgeschoben.

Die von auswärtigen Blättern gebrachte Nachricht, die Einladungen zum Congreffe seien bereits an die Cabtnete abgegangen, wird hier von unter­richteter Seite als unbegründet bezeichnet.

Berlin, 29. Mat. Der Cultusminister empfing gestern Abend Depu­tationen des deutschen Lehrervereins und des preußischen Landeslehrervereins, welche Adressen überreichten, worin deren festes Vertrauen zu dem Minister ausgesprochen und derselbe gebeten wird, auf seinem Posten zu bleiben. Der Minister, dankend, hob in seiner Ansprache hervor, daß in Betreff der Schule die gelegten Keime nicht leicht verwischt werden würden, möge die Entscheidung in Betreff seiner Person nach der einen oder der andern Richtung aussallen. Besonders dankbar sei er dem Vorsitzenden des preußischen Landeslehrervereins für seine Worte bezüglich der Aufgaben der Schule, welche ihm die Über­zeugung verschafften, daß der Lehrerstand der schule die Religion bewahrt wissen wolle. Gegen den ihm vielfach gemachten Vorwurf, er beabsichtige dte Religion aus der Schule zu verdrängen, schütze ihn allerdings sein gutes Ge- wiffen; indeffen sei dte eben gehörte Erklärung doch für ihn eine große Ge- nugthuung.

Petersburg, 28. Mat. DerMosk. Ztg." zufolge überreichte dte Reichsbank dem Comtt6 zur Sammlung von Beiträgen zu einer Kreuzerflotte einen unverzinsbaren Vorschuß von 2 Mill. Rubel.

Brüssel, 28. Mai. Das Resultat der Provinzialwahlen ist folgendes: In Brabant verlieren dte Liberalen einen Sitz, dagegen sind ihnen alle durch das jüngste Gesetz neu geschaffenen Sitze zugesallen. In beiden Flandern, Lüttich und Limburg bleibt das Stimmenverhültniß unverändert. In Antwer­pen gewinnen dte Liberalen drei neu geschaffene ^itze; im Hennegau gewinnen dieselben einen Sitz; in Luxemburg sind sie eines Sitzes verlustig gegangen, und in Namur desgleichen dreier Sitze.

Berlin, 28. Mai. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: In der Ange­legenheit des Cultusministers wird neuerdings osficiös bestätigt, daß der Kaiser demselben wiederholt den Wunsch zu erkennen gab, er möge (in Amte verbleiben. Eine definitive Erledigung der Angelegenheit wird bet der anscheinend nahe be­vorstehenden Anwesenheit des Fürsten Bismarck und des Grafen Stolberg erfolgen. Einstweilen tritt der Cultusminister eine amtliche Reise nach Schlesien an.

Wien, 28. Mai. Graf Andraffy verlas heute tn der österreichischen Delegation ein Exposöe, worin er die thatsächliche Inanspruchnahme eines Theils des Credits mottvirt. Die Monarchie dürfe nicht in moralische Abhängigkeit von anderen Staaten gerathen; sie müsse als glctchwerthiger Factor dastehen; es könnten Complicationen entstehen, die auch bei einer Einigung über die euro- päiscken Fragen unsere Jntereffen gefährden. Zunächst seien Verstärkungen in

in Aussicht. Der Standpunkt der Regierung sei: für den europäischen Frieden zu wirken und die Jntereffen der Monarchie zu wahren. Andraffy bittet unter Betonung des unveränderten Charakters der Regierungspolitik, bie Inanspruch­nahme zur Kenntniß nehmen zu wollen. Dte Delegation beschloß die Zuwei­sung des Exposes an den Budgetausschuß.

Abends. Die ungarische Delegation nahm das Exposee Andraffy's zur Kenntniß und beschloß Drucklegung und Verkeilung deffelben. Aus Befra­gen Banhidi's erklärte sich Andraffy bereit, den Friedensvertrag von San Stefano im Originaltext vorzulegen, und versprach weiter, in kürzester Zett, vielleicht schon in der nächsten Sitzung Aufklärungen* bezüglich jener Punkte des Friedensvertrages zu geben, welche von Oesterreich angefochten seien.

Bukarest, 28. Mai. Gestern passirte eine ungewöhnlich große Anzahl russischer Truppen Bukarest; ein Theil derselben bezog zu Plumbinta, 2 Stun-

den von Bukarest, Quartiere.

Petersburg, 28. Mai. Der Schah von Persien ist heute Nachmittag 1 Uhr nach Warschau abgereist; der Kaiser nebst einem glänzenden Gefolge geleitete ihn zum Bahnhof. Die kaiserliche Familie hat heute Residenz in Zarskoeselo genommen. Jgnatieff ist mit Urlaub nach Kiew abgereist.

Berlin, 28. Mai. Majunke ist von der Redaction derGermania" zurückgetreten und wird demnächst Berlin verlaffen. Die Redaction derGer­mania" übernimmt am 1. October der frühere Redacteur derSchles. Volks- Zeitung" und desSchles. Volksblattes", Dr. Franz.

Paris, 28. Mai. Wie dasJournal officiel." berichtet, empfing der Präsident der Republik gestern im Palais des Elisas die Deligirten zum Post- Congreß. Der Marschall sprach denselben gegenüber den Wunsch aus ' daß dem Welt-Postverein bald ähnliche Vereinigungen auf dem wirthschaftlichen Gebiete folgen möchten, um die Gemeinsamkeit und die Brüderlichkeit der Nationen zu befestigen. Der deutsche Generalpostmeister Dr. Stephan erwi­derte: Wir haben das Glück, daß die Weltausstellung mit dem Postcongreffe rusammenfällt. Wir sehen das ganze französische Volk bei der friedlichen Arbeit dte der Geschichte Frankreichs einen neuen Abschnitt hinzufügt. Frank­reich trägt mächtig zum Erfolge des Congreffes bet durch die liberalen Ideen und den erleuchteten und versöhnlichen Geist, welcher unsere Berathungen leitet. Dr. Stephan schloß mit dem Rufe: Es lebe Frankreich! welchen die ganze Versammlung mit Beifall wiederholte.

Konstantinopel, 28. Mai. Der Premier-Minister Sadyk Pascha wurde abgejetzt. An seine Stelle tritt Mehemed Ruschdi Pascha mit dem Titel

Lokal. Notiz.

Gießen, 29. Mai. (Sitzung der Stadtoerordneten am 27. Mat.) Herrn Pfarrer Schlosser wird der Rathhaussaal zu einer Versammlung des Vereins für Heiltg- haltung des Sonntags bewilligt. - In Betreff Erbauung eine« SchulhauseS für die höhere Mädchenschule war auf heute gleichzeitig auch Termin zur Eröffnung der etnaeluufenen Submissionen anberaumt. Der Bauausschuß hatte alle Hände voll zu thun um das zahlreich etngelaufene Material zu sichten. Um unsern Lesern.einen Einblick zu eröffnen wie arbeitslusttg man eben in jetziger Zett ist und wie sich dte Handwerker einander abbteten, lassen wir nachstehende Zahlen reden. I-n Ganzen sind 116 Offerten eingelaufen, darunter 7 auf Uebernahme deS ganzen Baues. ES oertheilen sich auf Maurerarbeit H, Lungftetnlieferanten 3, ®anbfteinlieferanten 17, Zimmerarbeit 12, Dachdecker 6, Schreiner 14, Schlosser 12, Glaser 8, Weißbinder 8, Spengler 10 und Pflästerer 8. Nach dem Voranschlag sollte die Bausumme 134 849 66 betragen. Wenn auf dte Gebote der niedrigsten Offerten eingegangen wücbe, so stellten sich dte Forderungen im Einzelnen auf 109,990 09 H, alSfo 24,859 57 H

weniger als im Voranschlag vorgesehen, während der Mrndeftsordernde zur Uebernahme cm Ganzen 113,718 72 verlangte. Stellen wir nun die Voranschläge der

einzelnen Arbeiten untereinander und vergleichen dieselben mit den niedrigsten

gBagnett telegr» Torresp-ndenz-Bureav«

Wien 28. Mai. DiePolit. Corrsp." erfährt aus Konstantinopel' die Pforte halte zwei Documente in Bereitschaft, welche sie zuerst den befreun­deten Mächten zu notificiren, hierauf dem Congreffe zu unterbreiten gebente. Dieselben wurden bereits dem englischen und französischen Botschafter iemgehandtgt. Das eine resumire die Verhandlungen, welche dem Vertrage von San Stefano vorangingen und verbreite sich eingehend über die Schwierigkeiten mit welchen die türkischen Unterhändler zu kämpfen hatten. Das ander- enthalte ein aus­führliches Programm der im ottomantschen Reiche emzufuhrenben Reformen.

Dieselbe Correspondenz meldet ferner aus Konstantinopel: Die Pforte erhielt gestern eine Einladung zum Congreffe, welche sie sofort beantwortete. Reus Pascha ist anstatt Fuad Paschas zum Commandanten des 4. Corps der Verthetdtguugsarmee von Konstantinopel ernannt worden. 13 Bataillone der Garnison von Varna und Schumla sind in Konstantinopel eingetroffen. Die Polit. Corrsp." erfährt, daß entgegen den anderweitigen in den letzten Tagen verbreiteten Meldungen über das Datum und den Ort des Zusammentritts des Congreffes bis jetzt noch nichts endgültig festgesetzt sei.

London, 28. Mai. Bei der Specialdebatte genehmigte das Unterhaus den Nachtragscredit für dte indischen Truppen ohne besondere Abstimmung.

Morntng Post" undDaily Telegraph" versichern, es sei zweifellos, daß über die Rußland und England ausschließlich interessirenden Fragen eine Verständigung erzielt sei. Die Regelung der übrigen Fragen bleib- vorbe halten. England werde aus dem Congreffe durch Lord Salisbury oder Lord Lyons vertreten. Zum Vertreter Rußlands sei Graf Schuwaloff ausersehen. Der deutsche Kronprinz und die Kronprinzessin haben gestern die Kaiserin Eugenie und den Prinzen Louis Napoleon in Chislehurst, sowie den österreichi­schen Botschafter Grafen Beust besucht und wohnen morgen der Revue in

man möglichst einheimische Handwerker, wenn irgend thunlich, mit den Arbeiten betrauen möge. Da nun mit dem Baue des SchulhauseS alsbald begonnen werden soll, so wurden die dringendsten Arbeiten, nämlich Maurer- und Zimmer-Arbeit, sowie Stein- lteferung heute vergeben. Die Auswahl unter den Submittenten geschah in geheimer Sitzung und können wir hierüber keine weiteren Mtttheilungen machen als blos die Namen der Erwählten nennen. Es sind dies für Maurerarbeiten Aug. Nauheimer Wittwe, Lungstetn-Lieserung Leonhard Lang aus Odenhausen, Sandstein-Lieferung Gebr. Adelmann aus Bettingen und Zimmerarbeiten Peter Pitz von hier. In bie Commission für Expropriation von Gelänbe von B alth. Lenz unb H artmann Eulers Erben wurden die Stadtverordneten Th. Wort mann unb L. Kauf, sowie als Sachverstänbiger OrtsgerichiSmann Müller bestellt. Als Commtsston für Stat Ermittelung der lanbwtrthfchaftl. Bodenbenutzung unb beS Ernte-ErtragS im Deutschen Reich für ben Bezirk der Stadt Gießen werden die Mitglieder des Fttdrechts erwählt. Gelegentlich der Zusammenschmelzung der kath^ Schule mit den übrigen städtischen Schulanstalten muß ein neuer Schulvorstand gewählt werden. Als Mitglieder, welche die Stadt zu bestimmen hat, wurden destgnttt dte Herren K. Wenzel, I. Haustein Th. Batst, M. Hornberger, Prof. R. Heß und Registrator Herzderger. Schuldiener Schneider wird auf sein Ansuchen eine geräumigere Wohnung im unteren Stock des Htnterbaues des städt- HauseS auf dem Asterweg bewilligt. Die Thetlung der 6. Classe der Stadtmädchenschule wird nach den Vorschlägen der Schuldeputation genehmigt Der Handwerker-Zeichenschule sollen sür Herrichtung der ihnen über­lassenen Räumlichkeiten im städt- Hause auf dem Asterweg die Weißbinberarbetten bezahlt, ebenso Heizung unb Beleuchtung gestellt werben. Die Herstellungskosten für die erforberliche Gasleitung will ber Gewerbe-Verein tragen. 25u ben AdortS- anlagen für bie Schule in ber Neustadt wird ber neue Voranschlag genehmigt. Die Stellung ber stabt. Rechnung pro 1877 konnte wegen verschiedener Hinbernisse halber nicht bis zum gesetzlichen Termin am 1. Juni erfolgen unb wirb der Verwaltung ein Monat Frist gewährt. - Sine V-rsüzung Großh. vrinM-r'um« blsttmml, daß die Orts- ober RathSbiener Zeitungen rc., u. A. auch baS ReichSgesetzblatt, auf ber Post abholen sollen um da« Bestellgeld zu sparen. Da nun fragt Relchsgesetzblatl nicht regelmäßig erscheint, eine prompte Abholung mithin nicht erfolgen kann, außerdem der Betrag von 2^. pro Jahr auch kein so enormer für dieProo.- und Hauptstadt Gießen ist, wurde beschlossen fraßt 2 jt au» der Stadtkasse zu entrichten. Eine längere unb heiklereDiScussion erzeugtepos. 12 der Tages-Ordnung: Erweiterung der KaplanS- gaffe. Vor einiger Zeit wurde ber Bauplan beS Herrn Zwesch genehmigt wonach oerfelbe auf bas Plätzchen vor seinem Hause einen Laben errichten will- Ehe nun zur Ausführung bes Bauens geschritten wirb erbot sich Herrn Zwesch in einer neueren Eingabe nochmals bas ihm gehörige vormals alte Keck'iche vauS um '000 JL, bem oon ihm verwanbten Ankaufspreis, an bie Stabt behufs Nieberlegung abzutreten, eoent- auch bas anbere früher M üller'fche HauS, zusammen für 14.000 je unb einen Bauplatz an berfeiben Stelle. Nach langen Debatten über bie Zweckmäßigkeit ber recht«- oder linksseitigen Erbreiterungen beschloß bie Versammlung diese Angelegenhett dem Bau- Ausschuß zur Begutachtung unb bemnächstiger Vorlage zu überweifen. Nothwenbtge Planirarbeit auf bem Friebhof wirb genehmigt. Herr Chr. Lony will in feine« Garten, an ben Schoorgraben stoßenb, ein Wohnhaus erbauen unb wanbte sich, ba bte Stabtoerorbneten ein früheres berarttgeS Gesuch nicht genehmigten, an Sroßherzogliche« Ministerium. Auch heute beschließt bie Versammlung dem Gesuche nicht zu willfahren, weil frag!-Baustelle nicht im städt. Baupläne eingezeichnet ist. - Herrn Maurer Ehr. Haubach wird bte Erbauung eines Hinterbaues am Gletberger Weg genehmigt, des­gleichen Herrn Blitz bie Herrichtung eines Labens an seinem Hause auf bem Neuenweg, unter ber Bedingung, daß keine Treppmttitte in die Straße zu liegen kommen.

Herr Kreiling will tn seinem Garten, früher Herrn Director Stein gehörend, ein Wohnhaus mit Wirthschaft errichten. Ehe sich die Versammlung aber darüber fmlülltg machen kann, soll der Bau-Ausschuß dem Projekte näher treten. - Verschiedene Kosten- Decreturen, sowie eine Einfriedigung an bem Finkochen Hause an der ©rünberger Straße werben genehmigt unb gleichfalls Herrn Spruck die Erlaudniß zur Anlegung eines Petroleumlagers in bemBriefträgergäßchen" erthetlt.

Gießen, 29. Mai. Die bereits erwähnte Frankfurter Regatta wurde programmgemäß Sonntag d. 26. er. vom schönsten Meter begünstigt abgehalten und entnehmen wir vem

,, a ., , . c fAnnf. rt(fi aeaen seinen Willen bemüßigt lDalmatien unb Siebenbürgen und event. ein Aufmarsch zur Sicherung der

K »!«en unb Differential-Zöllen 9 f - h»nn \in 9luKRAt <T)»r Ktandvun!

Msche Regt-rung und bie Kammern sollten diesen Punkt re flich ermäzen denn man könnte die Verantwortlichkeit sür allzugesähritche Versuche nicht lerchihtn

a. Maurerarbeit b. Lungstein. .

c. Sandstein .

d. Zimmerarbeit e. Dachdecker .

f. Schreiner

g. Schlosser. .

h. Glaser . .

i. Weißbinder.

k. Spengler

1. Pflästerer .

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5.277

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6.382

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2084

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