Ausgabe 
2.6.1878
 
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Donnerstag, den 30. Mai

1878

A«;kize- nni) Amtsblatt für bk« Kreis Gieße«

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.

Wit nächste Aunnner desGießener Anzeigers" erscheint Samstag den 1. Juni.

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Rom, 27. Mai. Das amtliche Blatt meldet, daß die Handelsver­träge mit Oesterreich und der Schweiz bis zum 30. Juni 1878 verlängert sind- Das JournalDiritto" zweifelt nicht an dem günstigem Votum der französischen Kammern über den französisch-italienischen Handelsvertrag, wenn dieselben von den Folgen jeder andern Lösung, die nicht die unmittelbare be­dingungslose Genehmigung des Handesvertrages wäre, durchdrungen seien. Die

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

staates Aber wir sagen gar nicht, daß nicht specifische Maßregeln gefunden werden könnten. Wenn Gift im Körper ist, so genügt es nicht immer, daß die gesunden Elemente im Organismus ihre Schuldigkeit thun, es muß ost ein Specificum eingegeben werden. Man suche danach, aber man bleibe mit Feuer und Schwert weg, wo Mcdicin am Platze ist!

Em Wort über die Maßregeln gegen die Socialdemokratie.

,^cr da daß man an seine Wahrheitsliebe und an seine Urtheils- t li iu Zugleich glaube, der wird wahrlich die national-liberale Partei nicht beschuldigen daß sie, wie weiland Heinrich LXXIL, auf einem Princip herum- Ed. Hat sie ja doch gerade dadurch, daß sie in concreten Fällen stets das Staatswohl über die Doctrin stellte, sich die Feindschaft der Liberalen reinsten firn' Fortschrittsmänner, zugezogen. Wenn diese Partei nun dennoch geschlossen gegen das Gesetz zur Abwehr socialdemokratischer Ausschreitungen gestimmt hat, so hat sie wohl einen Anspruch darauf, von allen Denen im «anbe, die noch irgendwie mit Recht sich liberal nennen, billig beurtheilt und nicht kurzer Hand mit dendoktrinären Doctoren" in einen Topf geworfen zu werden. r' ö 1

Hesterreich.

Wien, 27. Mai. DiePolii. Corresp." bezeichnet die Meldung über eine angebliche Vertagung der Sitzungen des Abgeordnetenhauses und demge- mäß eintretende Unterbrechung der Ausgleichs-Berathungen als unbegründet; von keiner Seite sei eine solche Vertagung jetzt beabsichtigt.

Dieselbe Korrespondenz bringt noch folgende Meldungen; Aus Rom. Gestern wurden die Declarationen bezüglich Verlängerung der Geltung des österreichisch-italienischen Handelsvertrages ausgetauscht. Die italienische Reg - rung stimmte der baldigen Eröffnung von Verhandlungen zu Wien über den Abschluß eines neuen Vertrages zu. Aus Konstantinopel. Auf Einladung Layard's und des Admirals Hornby besuchte der österreichische Botschafter Zichy das britische Geschwader bei Jsmid, wo er mit größten Ehren empfangen ward. Die Ruffen halten genau ihre bisherigen Positionen in der Umgebung Konstantinopels inne, noch immer treffen Verstärkungen ein. Beim Diner zu Ehren des Geburtsfestes der Königin Victoria brachte Layard einen Trinkspruch auf den Sultan aus und bezeichnete dabei die Türket als den ältesten Alliirten Englands.

Atakien.

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Deutschland.

25. Mai. Abg. Weicker hat heute zur Regierungsvorlaae über die Vereinigung der Sraatsschulden-Tilgungskaffe mit der Hauptstaatskaffe den wichtigen Antrag eingebracht, an die Regierung das Ersuchen zu richten: 1) das Staatsschulden-Tilgungsgesetz vom 29. Juni 1821 und das Gesetz über dre Anlegung der Depositen bei der Staatsschulden-Tilgungskaffe vom 20. Octo­ber 1821 bezüglich der Einschränkung der Stellung von Cautionen in baarem Gelde und der Einschränkung der Deponirung von Geldern einet Revision zu unterwerfen und demnächst der Kammer deshalb Vorlage zu machen * 2) die Stellung von Cautionen in baarem Gelde sofort nicht mehr zuzulaffen, soweit gesetzliche Bestimmungen oder besondere Bedenken nicht entgegenstehen.

c 6 25. Mai. DerVolks-Zeitung" zufolge will man wiffen,

daß der Justtzminlster und der Minister des Innern unter Bezugnahme auf dre m diesen Tagen im Reichstage Statt gehabten Verhandlungen durch Generalverfügung die Staatsanwälte, die Verwaltungsbehörden und die Organe der Polizei anweisen werden, mit äußerster Strenge gegen die Ausschreitungen der Socraldemokraten, sei es auf dem Gebiete der Preffe oder des Veretns- und Versammlungsrechts, ungesäumt und energisch einzuschretten. In Anbetracht der bevorstehenden Maßregeln ist Seitens des Vorstandes der socialdemokratischen Partei, wie wir hören, der Beschluß gefaßt worden, den Socialistencongreß in diesem Jahre nicht Statt finden zu laffen. Ferner wird im preußischen Ministerium des Innern unverzüglich, der Aufforderung des Abg. v. Bennigsen gemäß, an die Ausarbeitung eines Reichsvereins- und Versammlungsgesetzes gegangen werden. Nach demselben Blatte, hat der Minister des Innern, Graf Eulenburg, privatim fich dahin geäußert, daß er in seinem Ressort hierzu sofort die Vorarbeiten werde beginnen laffen.

r, pickst sie ist es, die den Conflict heraufbeschwört, sondern Diejenigen, « jclr n Gesetzentwurf eingebracht haben, ohne sich bei den Leitern der den Ausschlag gebenden Parteien erkundigt zu haben, ob irgend welche Aussicht vorhanden sei, ihn durchzubringen. Man würde den Vertretern der Regierung gesagt haben, was nachträglich auch von der Tribüne des Reichstags herab r nämlich, daß der Gesetzentwurf nicht etwa nur deshalb, weil

e ne Gesetzgebung ab irato, die Schaffung eines privilegium odiosum, prin- dpteQ bertmflid) ist, nicht angenommen werden kann über die principiellen Bedenken würde die Partei, der das Wohl des Staates als oberstes Gesetz gilt, wohl hinwegkommen sondern deswegen, weil das Gesetz weniger als ein Schlag in's Wasser, weil es ein Griff in's Wespennest ist.

r sie schon, die triumphtrenden Stimmen der Wortführer der

«^^^nlischen Partei, wie sie, wenn anders es je gelingen sollte, etwa durch Neuwahlen eine Majorität für das Gesetz zu erhalten, mit lauter Stimme proclamiren: Seht da, die Vertreter des Idealismus gegenüber uns Materia­listen ! Den Apell an die rohe Gewalt werfen sie uns vor, und sie selbst sind es, die gegen uns die rohe Gewalt in's Feld führen. Ihr geistiges Schwert Ist stumpf und schartig geworden was vermöchte es auch gegen das scharfe ; und harte Schwert unserer weltbewegenden Ideen ! und nun kommen sie ! j * und Eisen! Aber laßt sie nur kommen mit ihrer brutalen Gewalt mit Kerker und Zuchthaus! Die siegreiche Macht der Ideen, der Ideen der Meiheit und Gleichheit und Brüderlichkeit, wird dennoch triumphiren: aber Wehe, dreifach Wehe dann Denen, die sie in ihrem Siegesläufe aufzuhalten, sich erfrecht haben!

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Dte gesetzlichen Forderungen an Studirend^aus dem Winter-Semester 1877/78 betr

Oießen, den 23. März 1878. Großherzogliches Universitäts-Gericht.

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h So wurden sie sprechen, wenn jemals jener Entwurf Gesetz worden wäre. Und wenn nicht? Freilich auch dann werden sie triumphiren; sie werden triumphiren, daß es ihnen gelungen, der Reaction eine glänzende Niederlage beizubringen, und werden sich in's Fäustchen lachen, wenn die Conservativen den Uberalen diese Haffen sie bekanntlich noch wett mehr als jene die schwersten Vorwürfe an die Köpfe werfen. Das sind die Folgen der Ein­bringung des Gesetzentwurfs.

. Was soll denn aber geschehen?Etwas muß doch geschehen!" ist ja jetzt die Parole. Wer das mit ein paar Worten zu sagen vermöchte, wäre ols Bismarck. Aber das kann auch ein Kleiner sagen: Wenn man ' Ees Recht hat, die Socialdemokratie eintief etngefreffenes Gift" zu nennen, L n,uL?on 2nnen heraus durch Mittel, die den ganzen Organismus des Gesellschaftskorpers durchdringen, Heilung geschafft werden; vor dem Opera- tonsmeffer des Chirurgen zieht sich das Gift zurück, um mit vermehrter Kraft im Innern des Körpers zu wüthen.

Wenn nur alle Diejenigen, welche jetzt, da ein verlumpter Bursche die pets laut gepredigte Lehre in die That übersetzt hat, schreien:Es muß etwas geschehen! , bis dahin aber niemals weder den Mund noch die Feder gerührt noch den Beutel geöffnet haben, um selbst für die Bekämpfung der Soctal- I^chokratte auch nur ein kleines Opfer zu bringen, wenn alle diese stets ihre Pflicht gethan hätten oder auch nur von jetzt an ihre Pflicht thun wollten fürtoahrr toSre mit Wort unt> Schrift, oder mit Geld dann einfache Vertagung oder 'der Aufschub der^atificationen""bis ^um'Ausgange

RenLn nti L 1 diner Doctrin fertig zu werden, die allen neuer Verhandlungen hätte keine Chancen, u Luau.

niI dann Liebstes, an ihren Besitz, greift! Wäre das nicht wahr, nommen zu werden, denen gegenüber die Regierung verpflichtet sei, jeden An- ' bann bctbientcn tolr bas Fegefeuer eines socialdemokratischen Znknnfts- trag vorznlegen, in Folge desien die Anwendung des neuen Vertrages über den