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In das vrrzuzeigende alte, wie in das neu auszufertigende Dienstbuch muß auf das eint, wie auf das andere durch geeigneten Eintrag hingewiesen, namentlich auch der Tag der Ausfertigung des neuen Dienstbuchs im alten angemerkt werden.

Artikel 39. Das von der Ortspoltzeibehörde ausgestellte oder oisirte Dienstbuch hat der Dienftbote bei Vermeidung einer Geldstrafe von Einer bis fünf Mark unver­züglich an feine Dienstherrschaft abzugeben.

Die Dienstherrfchaft ist bei Vermeidung einer Geldstrafe von Einer bis fünf Mark verpflichtet, innerhalb achtundvlerzig Stunden nach erfolgtem Dienstantritt den Dienstboten zur Abgabe des Dienstbuchs an sie anzuhalten und im Falle der Ver Weigerung der Abgabe desselben hiervon der Ortspolizeibehörde sofort Anzeige zu machen-

(Schluß folgt.)

Berlin, 26. Mai. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: In diesem Jahre pflegt eine öffentliche Aufforderung an Cwil-Aerzte gerichtet zu werden, eventuell in militär-ärztliche Praxis einzutreten. Es bedarf kaum der Versiche­rung, daß die gegenwärtige Wiederholung dieser Bekanntmachung ebensowenig wie in früheren Jahren auf eine bevorstehende Mobilmachung schließen läßt. Ebenso ist der Sensations-Nachricht entgegenzutreten, daß die Militär-Behörde nach den Bekleidungs- und Bewaffnungs-Stücken für den Landsturm Erkundi­gung eingezogen habe, woran gleichzeitig die Meldung von einer in Aussicht genommenen Mobilifirung des Landsturmes geknüpft wurde. Von allem Diesem war keilte Rede.

Berlin, 27. Mai. Der russische Botschafter, Herr v. Oubril, ist heute Vormittag nach Petersburg abgereist.

Breslau, 26. Mai. Wie ein Telegramm derSchles. Presse" aus Vakau (Moldau) von heute meldet, ist in der Nähe von Bakau ein russischer Militär-Train verunglückt, wobei 8 Mann tobt blieben und 13 Mann und 6 Pferde verwundet wurden.

Coburg, 26. Mai. Die Herzogin von Edinburgh mit Kindern ist heute Abend 6 Uhr hier eingetroffen.

Hesteneich.

Wien, 25. Mai. Die neuerlich vom hiesigen auswärtigen Amte gefor bette Antwort bet Pforte auf die Vorstellungen Oesterreichs wegen der Donau- schiffsahrt wurde heute dem Grafen Andrassy zugestellt. Sie lautet:Auf Grund gemachter Erfahrung ist die Pforte außer Stande, die Schifffahrt von Orsowa abwärts freizugeben." Es steht fest, daß ein österreichisch-ungarlscheS Schiff kürzlich in der Walachei an Rußland verkauft wurde. Die Pforte fürchtet in Zukunft Aehnliches. Das hiesige auswärtige Amt erklärt sich durch die Entscheidung der hohen Pforte nicht befriedigt. In Konstantinopel ist eine Art von Revolution ausgebrochen, indem sich eine Anzahl Softas gestern zur Depulirten-Kammer begab, um eine Reihe von Beschwerden vorzubnngen. Zwanzig wurden in den iniiern Raum des Sitzungssaales vorgelassen, wo sie alsbald die Stühle besetzten und von dort das Wort ergriffen, um die sofor­tige Absetzung des Kriegs-Ministers zu verlangen. Der Präsident war genö- thigt, die Sitzung auszuheben, und begab sich sodann zum Sultan, auf der ganzen Strecke von den Softas begleitet, welcheNieder mit dem Kriegs- Minister !" und dergleichen mehr schrieen. Seitdem ist die Proclamirung des Belagerungs-Zustandes erfolgt. Die Gesandtschaften werden wegen der Capi- tulationen Einsprache erheben. Die Anklage gegen den früheren Großvezir Mahmud Pascha hat einen politischen Hintergrund; man hofft nämlich an den Tag zu bringen, warum Mahmud die Bulgarei von regulären Truppen ent­blößte, so daß, als der Aufstand ausbrach, nur Baschi-Bozuks zugegen waren, von welchen man die Verübung von Greuelthaten erwarten mußte. Man ist überzeugt, daß Mahmud den Einflüsterungen Jgnatieff's gefolgt sei, welcher ihn in einer fortwährenden Täuschung über die Lage der Bulgarei erhielt und von der Entsendung regulärer Truppen abrieth, angeblich um das Feuer des Auf- standes nicht noch mehr zu schüren. Die aus Kars eingetroffenen Nachrich­ten lauten den Türken ungünstig,

Wien, 26. Mai. Ein Brief der WienerAbendpost" aus Peters­burg sagt: Rußland werde diesmal keinen übereilten Frieden machen; im jetzigen Krieg nützte kein Palliativ-, sondern nur Nadical-Mittel. DieAbend- post" beurtheilt die Konstantinopeler Vorgänge ungünstig und bezweifelt baldige Beruhigung. Ein officiöser Artikel imLloyd" signalisirt Seitens der Groß­mächte eine genaue Begrenzung der Action der Russen. Der Czar über­nimmt keineswegs das Ober-Conunando. Der Besuch der Armee Seitens des Czaren erfolgt aus dringendes Aiirathen der Aerzte wegen seiner krankhaften Aufregung.

Wien, 27. Mai. Hier und auswärts verbreitete Gerüchte, wonach gelegentlich der Reise des Czaren nach Plojesti eine Zusammenkunft deffelben mit dem Kaiser Franz Joseph an der österreichisch-russischen Grenze stattfinden sollte, wird von unterrichteter Seite als unbegründet bezeichnet.

Wien, 28. Mai. DasTageblatt" meldet aus Konstantinopel vom 26. d. Mts.: Prinz Reuß überreichte heute seine Creditive. Gestern fanden gegen Rebif Pascha, als er in das Seraskerat ging, neuerdings Demonstratio­nen statt. Aus Turn-Severin: Die Donau-Sperre bei Adakale ist heute in Folge Ordre Obdul Kerim Paschas aufgehoben. Die Türken zogen Truppen in die Nähe der Mündung des Timok.

Pesth, 26. Mai. Der Zoll-Ausschuß hat nach einer mehrtägigen General-Debatte die Regierungs-Vorlage bezüglich des gemeinsamen Zollgebiets mit Oesterreich als Grundlage für die Special-Debatte angenommen.

Frankreich.

Paris, 27. Mai, DieAgence Havas" bestätigt die Nachricht des Temps", daß der König von Italien an den Marschall Mac Mahon einen Brief mit den herzlichsten Versicherungen geschrieben habe.

Atalieu

Rom, 26. Mai. In der Kammer der Deputirten erklärte der Minister- Präsident Depretis, die Beziehungen Italiens seien zu allen Mächten freund' schaftliche. Italien habe keinerlei Verpflichtungen gegen irgend eine Macht und verfolge keine Politik der Abenteuer. Die Kammer nahm darauf mit 275 gegen 120 Stimmen eine Tages-Ordnung an. welche ein Vertrauens-Votum in sich schließt.

Rom, 28. Mai. Zweihundert italienische Deputirte gaben ihre Karten bei dem zur Zeit hier verweilenden preußischen Landtags-Präsidenten v. Bennig­sen ab. Der deutsche Botschafter v. Keudell gab zu Ehren Bennigsens ein Dejeuner, welchem der Präsident der italienischen Deputirten-Kammer, Crispi, beiwohnte. Die Kammer genehmigte mit 232 gegen 109 Stimmen das

Zuckersteuer-Gesetz. Ein Antrag auf Herabsetzung der Salzsteuer wurde abgelehnt.

Rußland.

Petersburg, 27. Mai. Uefcer den Aufenthaltsort des Czaren wäh­rend seiner Anwesenheit bei der Donau-Armee und über die Dauer seines Aufenthalts ist Endgültiges noch nichts bestimmt, doch dürfte die Dauer nicht kurz bemeffen sein. Die Nachricht, daß in Polen fortdauernd Haussuchungen und Verhaftungen stattfinden, wird von gut informirter Seite für unbegründet erklärt. Seitens der polnischen Bevölkerung werde auch zu Ausnahms-Maß- regeln nicht der geringste Anlaß gegeben.

Türkei.

Konstantinopel, 27. Mai. Von Seiten der Regierung wird bekannt gegeben, daß ein MiUtärrath unter dem Präsidium des Kriegs-Ministers gebil­det werden wird, der die Direktiven für die Armeen feststellen soll. Zu den Mitgliedern gehören der Marine-Minister, der frühere Großvezir Mehemed Rnschdi Pascha, der Senator Hannik Pascha und der Palast-Marschall Said Pascha.

Konstantinopel, 28. Mai. Die Pforte erklärte, die Capitulationen trotz des Ausnahmezustandes respectiren zu wollen. Zahlreiche Softas gehen nach dem Kriegsschauplatz. Die Vertreter Serbiens und Persiens haben neuer­dings die Neutralität betheuert.

Rumänien

Bukarest, 26. Mai. Der Fürst hat eine Jnspections-Reise nach der kleinen Walachei angetreten. Das Waffer in der Donau, dem Sereth und der Aluta ist fortwährend steigend und bereits stark ausgetreten. Man be­fürchtet eine Unterbrechung der Postoerbindung. Die Türken haben längs des ganzen Donau Users Piquets zu 30 Mann errichtet, welche von drei zu drei Kilometern stehen und mit einander Signale austauschen. Im Senat machte Demeter Ghika einen Vorbehalt wegen des Wortes König, das Bra- tiano in seiner letzten Ansprache an den Fürsten anwandte. Der Senat schloß sich diesem Vorbehalte an. In verschiedenen Orten Rumäniens haben die Israeliten Sammlungen für die rumänischen Soldaten veranstaltet.

Der orientalische Krieg.

Wien, 25. Mai. Rumänien hat den Donauverkehr freigegeben. DieDeutsche Zeitung" meldet aus Pera: die Hälfte der türkischen Besatzung von Ardahan habe, die russische Linie durchbrechend, sich nach Erzerum durch­geschlagen.

Köln, 26. Mai. DieKöln. Ztg." meldet aus Rustschuk vom 25. Mai. Heute Morgen eröffnete eine rumänische Batterie bei Giurgewo ihr Feuer gegen Rustschuk. Die türkischen Geschütze auf der großen Schanze von Bayr «ahmen das Feuer lebhaft auf. Vormittags 10 Uhr dauerte das Feuer noch fort.

TVien, 26. Mai. Telegramme desNeuen Wiener Tagebl." : Pitesti, 26. Mai. Heute Vormittag eröffneten die rumänischen Batterien ihr Feuer gegen Nikopolis. In Kalafat find weitere drei russische Batterien angelangt. Die türkischen Batterien in Rahowa wurden von den Ruffen demontirt. Gestern Kanonade zwischen Widdin und Kalafat. Orsowa, 26. Mai. Serbien pro- testirte gegen die Anordnung des türkischen Commandanten, daß L-chiffe Adakale nicht passiren dürfen. In Tekia werden serbische Batterien errichtet.

DerPolit. Corresp." wird aus Galatz von heute telegraphirt: Die russischen Marine-Officiere Dubaschoff und Schestakoff planten einen Torpedo- Angriff auf die im Matschin-Canal lavirenden türkischen Monitore. Sie adju- stirten zu diesem Behuf die rumänische SchaluppeRundunika" mit Torpedo?. Als heute Morgen 3 Uhr ein türkischer Monitor Braila gegenüber Dampf machte und in den Matschin-Canal einfuhr, näherten sich ihm die russischen Osficiere mit der Schaluppe, worauf der Torpedo mit solcher Präcision explodirte, daß der Monitor augenblicklich in die Luft ging. Die russischen Osficiere erreichten mit der Schaluppe glücklich das rumänische Ufer.

Bukarest, 26. Mai. Nach hierher erfolgter Anmeldung werden am 14. und 15. Juni von Berlin drei Trains von je 20 Wagen mit Gerät­schaften zur Pflege der Verwundeten expedirt werden, welche das Berliner Central-Comit6 zur Pflege Verwundeter im Felde der Gesellschaft des rothen Kreuzes zur Verfügung gestellt hat.

Giurgewo, 26. Mai. Die Türken bombardirten heute das rumänische Ufer von Rustschuk aus, stellten jedoch nach einer Stunde das Feuer wieder ein. Auf Giurgewo wurde nicht geschoffen.

Moskau, 26. Mai. Nachrichten aus Eupatoria zufolge sind tie meisten der besitzenden Klaffe angehörenden Familien nach Simferopol und an­deren Städten im Innern der Halbinsel geflohen. Die Verkaufsläden sind ge­schloffen, die Rhede ist leer, die Handelsschiffe sind abgesegelt, kleinere Fahr­zeuge versenkt oder trocken gelegt. In der Stadt herrscht ein fühlbarer Mangel an Lebensmitteln.

Konstantinopel, 26. Mai. Das Bombardement der Ruffen gegen die Forts von Kars hat nachgelaffen. Die Ruffen rücken unausgesetzt in,der Richtung auf Erzemm vor. Eine Schlacht wird erwartet. Der rechte Flügel der Ruffen steht bei Olti, der linke bei Wan.

Petersburg, 27. Mai. Telegramm des Großfürsten Nicolaus vom 26. d. Mts.: General Saloff berichtet aus Braila: Die Lieutenants Dou- baffoff und Chestakoff sprengten von einer Schaluppe aus mit Torpedos einen türkischen Monitor in die Luft. Wir keine Verluste. Großfürst Michael tele­graphirt vom 26. d. Mts.: Bei Ardler wurden am 23. Mai etwa 3000 Cir- cassier von den Türken gelandet. Eine Kosaken Abteilung von Ardler ist ihnen entgegengerückt. Die koubanischen Truppen rücken weiter vor, um die Gebirgs­pässe zu besetzen. General Dewell hat sich den Hauptkräften bei Zaime wieder angeschloffen.

Orsowa, 27. Mai. In der russischen Armee in Rumänien wurde eine tscherkessische Verschwörung entdeckt. Oberst Woldonossky wurde in Folge besten cassirt; mehrere Osficiere sinb süsilirt unb zahlreiche Mannschaften nach Nord- Rußland abgesendet worden. Die ungarischen Behörden mternirten einen nach Rumänien bestimmten Zug serbischer Volontaire. Die Türken ziehen eine ansehnliche Truppenmacht an der Timok-Mündung zusammen.

Petersburg, 28. Mai. Telegramm des Großfürsten Michael vom