Ausgabe 
1.2.1877
 
Einzelbild herunterladen

»^taua.M

Ute? ^ttlQPta.,n werden lilbÄ7J ,e,,m" >4wn

'"«SS 3 Uhr,

hiermit

ssenten, riii?

- B,rl°ohmz

Vorstand.

tessen

edition des

itd) yen MMtnector in einem Tac>e (Mitt- >lin- unb Ensemble» fbcrt Äusklmft eribeilt fifbirector gel^ncr. _ mjolM

Jtt, ConsoltiscKe» uni gut« VnS°ld!G. Kie-R-bm-"' W« KLW -litur- W 6utift

2, <-*, to, *' Ö4*,

ft iuef«l«,n * (198 MSS.^ diesig

«« ««

Donnerstag, den 1. Febr uar

187».

Erschernr täglich mit Ausnahme deS Montags, ^x^ev-ieion r Schul st raße, Lit. B. Nr. 18.

vierteljährlich i Mar? 20 Pf. mit Brim^rlobn?

Durch die Rost bezogen viertelstthrfich 2 Mark SO Pf.

D - t i t i s ch

Acutschland.

Darmstadt, 30. Januar. Das heute ausgegebene Großh. Regie­rungsblatt Nr. 6 enthält die Instruction für den mit der amtlichen Prüfung und Revision der Dampfkestel beauftragten Prüfungs-Techniker.

Berlin, 28. Januar. Bewährte National - Oeconomen folgern aus verschiedenen Symptomen, daß die geschäftliche Krisis der drei bösen Jahre im Jahre 1876 ihr Ende gefunden habe. So bemerkt Dr. Laspeyres in einem interessanten Artikel über dieBewegung der Waarenpreise im Jahre 1876, verglichen mit den 15 Vorjahren von 1861 bis 1875", wörtlich was folgt: Rach dem enormen Umschwünge der Hamburger Preisbewegung am letzten Quartal 1876 hat es fast den Anschein, als ob wir nach dem Krach die tiefste Stelle der Preise erlangt hätten und uns wieder bergauf bewegten. Möchte nur nicht wieder zu schnell die Bewegung nach oben sich vollziehen, denn eine zu schnelle Heilung kann nur Täuschung sein und mehr Rückschlägen führen."

Berlin, 28. Januar. Bis heute müsien die Stichwahlen sämmtlich vollzogen sein. Ueber die Ergebnisse derselben fehlen indesien noch die Nach­richten aus etwa 25 Kreisen. Von diesen abgesehen, steht das Partei-Verhält- viß der Abgeordneten nunmehr etwa folgendermaßen: Gewählt sind 117 Nativ nal-Liberale, 96 Ultramontane, 34 von der deutschen Reichspartei, 24 vom Fortschritt, 26 Conservative, 12 Social-Demokraten, 4 Demokraten und Volks- partejler, 14 Polen, 8 von der Gruppe Löwe, 15 Elsaß-Lothringer, 2 Wilde. Fünf Doppelwahlen wurden gemeldet: Hänel (Kiel und Breslau), Lasker (Breslau und Meiningen), Herz (Ansbach und Berlin), Bebel (Glauchau und Dresden), Hasenclever (Altona und Berlin). Die Berliner Stichwahlen, deren Ausfall ganz in der Hand der Social-Demokraten lag, haben durch die plötz­lich veränderte Haltung dieser Partei einen für die Fortschrittspartei über alle Erwartung günstigen Ausgang genommen, besonders in Folge dessen, daß das national-liberale Comitö des ersten Wahlbezirks alles Verhandeln mit den Füh­rern der Social-Demokratie unbedingt ablehnte.

Berlin, 29. Januar. Im vorigen Jahre hat laut amtlicher Uebersicht das Reich netto eingenommen: Zölle und gemeinsame Verbrauchssteuern 267,941,341 <X, 5,013,675 mehr als 1875, Wechselstempel 6,874.596, weniger 338,532, Post und Telegraphie 116,967,738, mehr 1,997,135, Reichs-Eisen­bahnen 31,179,098 (nach vorläufigen Ermittlungen) mehr 847,664.

Die in Deutschland ausgebrochene Rinderpest wird nachgerade zu einer internationalen Kalamität. Auch Frankreich proclamirt jetzt Grenzsperre. Das Pariser amtliche Blatt veröffentlicht ein Ein- und Durchfuhr-Verbot für alle Arten von Hern», Schaf- und Ziegenvieh, die aus Deutschland, England, Oesterreich, Rußland, den Donau-Fürstenthümern und der Türkei kommen.

Duisburg, 26. Januar. Zur Beschäftigung brodloser Arbeiter hat gestern die Stadtverordneten-Versammlung abermals 5000 «X bewilligt, da die zuerst bewilligten 5000 <X bis Ende dieser Woche absorbirt sein dürften. Die für städtische Rechnung beschäftigten Arbeiter verdienen täglich 1 .X 50 H bis 2 <X 60 H, je nach Leistung.

Straßburg, 30. Januar. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, wird der elsaß-lothringische Landes-Ausschuß auf den 5. Februar einberufen werden.

Aus Bayern, 27. Januar. Der klerikaleVolksfreund" entgegnet aus den Vorschlag Dr. Sigl's, an Stelle des Pfarrers Westermayer den durchgefallenen Domkapitular Dr. Mousang zu wählen, mit nachstehender Bemerkung:Es scheint, daß dasVaterland" sich lediglich die Aufgabe ge­stellt hat, Verwirrlmg unter den katholischen Wählern anzurichten, um dem liberalen Candidaten auf die Beine zu helfen. Im letzten Augenblick unseren Leuten glauben machen, es sei ein anderer Candidat aufzustellen, ist ein altes Manöver gegen die Ultramontanen. Daß Dr. Sigl auch dieses Manöver ge­braucht, wundert uns nicht; was uns aber sehr wundert, ist, daß er dabei eine arge Unkenntniß der Leute, die er vorschlägt, oder eine unerhörte Jncon- sequenz in seinen Anschauungen bekundet; denn bekanntlich gehörte Dr. Mou- fang zu jener Schattirung der Mitglieder des Centrums, welche nicht ohne Grund für mehr oder weniger liberale Katholiken gelten und welche so recht den Titel derGemäßigten" verdienen. Dr. Sigl empfiehlt einen Ge­mäßigten, das ist stark."

Oesterreich.

Wie», 28. Januar. Nach einem bis zum 31. December 1876 reichen­den amtlichen Ausweise belief sich die Zahl der bis zu diesem Tage in dem kroatisch - slawonischen Grenzgebiete befindlichen bosnischen Flüchtlinge auf circa 56,579 Seelen.

Wien, 29. Januar. (Abgeordnetenhaus.) Der Budget-Ausschuß lehnte nach längerer Debatte, namentlich aus finanziellen Rücksichten, mit 15 gegen 11 Stimmen den Antrag des Referenten auf Bewilligung eines Credits von 600,000 st. für die Betheiligung an der Pariser Welt-Ausstellung ab. Der Referent Gomperz legte in Folge dieses Beschlusies sein Referat zurück

er H h e i L

und meldete einen Minoritäts-Antrag auf Bewilligung genannter Summe an.

DiePolit. Corresp." meldet: Fürst Milan habe da- Telegramm Midhat's wegen directer Friedens-Verhandlungen bereits am 27. Jan., Abends, telegraphisch mit der Erklärung principieller Bereitwilligkeit hierzu beantwortet und gleichzeitig Mittheilung über die Grundlagen der einzuleitenden Verhand­lungen erbeten. Serbien hofft, die Basis der Verhandlungen werde dieselbe ein, wie sie von der Conferenz in Konstantinopel vorgeschlagen wurde. Die Verhandlungen dürften in Wien zwischen dem dortigen Botschafter Aleko Pascha und dem serbischen Agenten Zuktis geführt werden, worauf die zwischen beiden bereit- eröffneten Pourparlers hinzudeuten scheinen. Der Kaiser empfing heute die ungarischen Minister in Audienz, morgen findet eine Begegnung aller am Ausgleiche direct betheiligten Minister bet Auersperg oder Depretis statt.

Kelgiea.

Brüssel, 29. Januar. DerNord" bespricht die Eventualität eine- Friedensschluffes der Pforte mit Serbien und Montenegro und bemerkt, daß der Krieg zwischen ihnen nur ein Zwischenfall gewesen sei. Wenn der Zwischen- all geschloffen, werde die Hauptfrage doch noch fortbestehen, nur sei die Lage der Dinge dann dahin zurückgesührt^ wo sie vor dem serbischen Kriege gewesen. Ein Friedenschluß der Pforte mit den Fürstenthümern würde die Aufgabe, welche Europa vor dem Kriege verfolgte, unberührt laffen.

Atakiea.

Rom, 26. Januar. Die Congregation, welche vom Papst mit der Prüfung der jüngst von der Kammer angenommenen Kirchengesetze betraut wor­den war, hat dieselben für unvereinbar mit den nothwendigen Freiheiten der Kirche erklärt, und man glaubt, daß der Papst binnen Kurzem officiell dage­gen Einsprache erheben werde.

Rom, 28. Januar. Alle Nachrichten über den schlechten Gesundheits- Zustand des Papstes (welche hauptsächlich aus französischer Quelle stoffen) sind alsch. Pius ist bei guter Stimmung und hat nur etwas Brustbeschwerden zehabt.

Ausland.

HelstngforS, 27. Januar. Heute wurde der finnländische Landtag eröffnet. Die kaiserliche Eröffnungsrede gedenkt der Treue des finnländischen Volkes, der Fortschritte der Industrie und der Wiederherstellung des Wohl- tandes. Unter den vorzulegenden Projecten befindet sich ein Antrag auf Er- veiterung der Eisenbahnen gegen Norden. Auch wird die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht erwähnt.

Türkei.

Konstantinopel, 27. Januar. Der Sultan hat in Ausführung des Art. 17 der neuen Verfassung, wonach alle Unterthanen ohne Unterschied der Religion gleiche Rechte und gleiche Pflichten dem Lande gegenüber haben, einen Jrade erlaffen, dem zufolge künftig alle Kinder der nicht muselmännischen Be­völkerung zu den Milttärschulen zugelaffen werden sollen. Der Jrade ist den Vorständen der Gemeinde-Verwaltungen zur Kenntniß gebracht und gleichzeitig durch die Zeitungen veröffentlicht worden. Die bezüglichen Gesuche um Auf­nahme in die Militärschulen sollen an das Kriegs-Ministerium baldigst gerich­tet werden.

Konstantinopel, 30. Januar. Heute soll an die diplomatischen Ver­treter der Pforte bei den auswärtigen Regierungen ein Rundschreiben abgesendet werden, welches zur Aufklärung über die von der Pforte innezuhaltende Politik bestimmt ist.

Konstantinopel, 30. Januar. Gerüchtweise verlautet, die Pforte wolle demnächst mit der Ernennung christlicher Gauverneure vorgehen.

Pera, 28. Januar. Die Pforte glaubt, daß Jgnatieff's Reise nach Athen bezwecke, Griechenland zur Cooperation aufzufordern, um gegebenen Falls die türkische Pontusflotte südwärts zu engagiren. Der Sultan hat verordnet, vaß nach § 17 der Verfassung die Christen auf ihren Wunsch zum Militär­dienst verwandt würden. Der Großvezir befahl den Provinz-Gouverneuren, das Waffentragen von einer besonderen Erlaubniß abhängig zu machen. Aus den Provinzen kommen Nachrichten von häufigen Christenversolgungen. DerStam- bul" meldet, die Pforte suche in England und Frankreich Verwaltungsbeamte anzuwerben.

Pera, 29. Januar. Die in Midhat's Schreiben ausgesprochene Auffor­derung der Pforte, in directe Friedens-Unterhandlungen zu treten, hat der Fürst von Serbien in den verbindlichsten Ausdrücken zustimmend beantwortet. Von dem Fürsten von Montenegro ist noch keine Antwort eingetroffen.

Amerika.

Washington, 29. Januar. Die bereits gemeldete Botschaft Grant's betreffs der Präsidentenwahl-Bill betont die dem Lande drohenden Gefahren