6. Dienstnachrichten. Se. Königl. Hoheit der Grotzherzog haben aller, flnibiaft geruht i am 1. gebt, den von dem Fürsten zu LowensteM'Wertbheun. Rosenberg und dem Grafen zu Erbach-Schönberg auf die Geinemde-Schulstelle zu Höllerbach präsentirten Schulverwalter Karl Muller aus Wersau skr tiefe Stelle zu bestätigen; am 2. Febr. dem Schullehrer Georg Jacob Morell zu Dieben die Gemeinde-Schulstelle zu Bodenrod zu übertragen; am 5. gebt, den von dem Grafen zu Erbach-Schönberg auf die Gemeinde-Schulstelle zu Zell präsentirten Schullehrer Johannes Bayerer zu Winterkasten für diese Stelle zu bestätigen; an dems. Tage dem Schulverwalter Ludwig Heß aus Lang-Gons bk dritte Gemeinde-Schulstelle zu Gambach zu übertragen; an dems. Tage die Mili- täranwärter Karl Krumb aus Kirtorf, Michael Bremmer aus Neu-Bamberg, Ludwig Schneider aus Köddingen, den Adam Zimmermann aus Dorn-Dürkheim zu Conducteuren bei der Main-Neckar-Eisenbahn zu ernennen; am 10. Febr. dem Schulverwalter griedrich Schachner aus Fehlheim die zweite Gemeinde- Schulstelle zu Klein-Krotzenburg zu übertragen.
7. Concurrenzeröffnung. Erledigt ist: die zweite Gemeinoe-Schulstelle zu Raunheim, im Kreise Groß-Gerau, mit einem jährl. Gehalt von 771 42 H.
Darmstadt, 25. Februar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigft geruht:
Am 1. Februar den Director an der Realschule zu Gießen, Dr. Georg Ernst Stein, aus sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen, mit Treue und Eifer geleisteten Dienste, mit Wirkung vom 1. April d. Js. an, in den Ruhestand zu versetzen.
Darmstadt, 25. Januar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht:
Am 12. Februar den Lehrer an der Realschule zu Offenbach, Dr. Karl Landmann, zum Director an der Realschule zu Groß-Umstadt, den Lehrer an der Realschule zu Darmstadt, Wilhelm Soldan, zum Director an der Realschule zu Gießen, den Lehrer an der Realschule zu Offenbach, Dr. Friedrich Schön, zum Director an der Realschule zu Oppenheim — mit Wirkung vom 1. April d. Js. an zu ernennen.
Berlin, 23. Februar. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses erklärte der Justiz-Minister in Beantwortung der Interpellation des Abg. Komierowski betreffs Jnhaftirung des Redacteurs Kantecki wegen Zeugniß- Verweigerung, es handle sich hier nicht um eine staatsanwaltschaftliche; sondern um eine richterliche Action, welche durch die verfassungsmäßig fortgesetzte richterliche Unabhängigkeit gedeckt werde. Nachdem hierauf Wehrenpfennig zur Unterstützung der Interpellation das Wort genommen und Windthorst (Mep. pen) die Intervention des Ministers bei der requirirenden Behörde (der Ober- post-Direction zu Bromberg) gefordert hatte, erwiderte nochmals der Justizminister, er könne dem Oberpost-Director keine Weisungen ertheilen. Seitens des Abg. Lasker wurde die Wiederholung der Interpellation im Reichstage befürwortet. Demnächst trat das Haus in die dritte Lesung des Gesetz-Entwurfs wegen Theilnng der Provinz Preußen ein. § 1 wurde in der Fassung der zweiten Lesung angenommen, sodann auch die übrigen Paragraphen mit den von der Regierung gebilligten Amendements Miquel's hinsichtlich der Uebergangs - Bestimmungen und der Regelung der Rechte und Pflichten des bisherigen Provinzial-Verbandes von Preußen, und schließlich das Gesetz im Ganzen. Bei der nunmehr folgenden Fortsetzung der Berathung des Etats des Cultus-Ministerium- vertagte sich das Haus gegen 1 Uhr bis auf heute Abend 7j/2 Uhr.
— In dem Processe gegen die Gründer der Bank für Sprit- und Pro- ducten-Handel, Abel, Wrede und Genossen, hat heute das Kammergericht das in der ersten Instanz ergangene Erkenntniß bestätigt, wonach sämmtliche Angeklagte wegen Betrugs zu je 6 Monaten Gefängniß und 3000 Mk. Geldbuße verurtheilt sind.
— In der Abend-Sitzung der Abgeordneten-Kammer wurde der Antrag des Abg. Kräh angenommen, wonach die Regierung aufgefordert wird^ einen Gesetz-Entwurf vorzulegen, betr. die Gewährung einer Beihülfe des Staates zu Strom- und Userschutz-Anlagen am Elbdeiche auf der Wilster Marsch. Hierauf wurde bei der fortgesetzten Berathung des Etats des Cultus-Ministe- riums der Antrag Virchow's, wegen Vorlegung einer Denkschrift über die rechtliche Stellung des hannoverschen Kloster-Fonds, genehmigt. Bei dem Eapitel über Gymnasien und Realschulen brachte Kantecki vielfache Beschwerden vor über die Germanisirungs - Bestrebungen beim Unterricht im Posen'schen; ein Regierungs-Eommissar widerlegte dies» Auslassungen. — Um 11 Uhr vertagte sich das Haus zur Fortsetzung der heutigen Berathung auf morgen Vormittag 10 Uhr.
Berlin, 23. Februar. Dem Reichstage sind bereits alle vom Bundesrath genehmigten Anlagen zum Etat, ferner der Gesetz-Entwurf wegen Untersuchung von See-Unfällen und die Vorlage über die Landes-Gesetzgebung in Elsaß - Lothringen zugegangen Auch die Lbtheilungen haben sich constituirt. Bei der in der heutigen Sitzung vorgenommenen Präsidenten - Wahl wurden im Ganzen 296 Stimmen abgegeben, wovon jedoch nur 253 Gültigkeit hatten; von diesen fielen 249 auf v. Forckenbeck, der die Wahl dankend annahm. Zum ersten Vice-Präsidenten wurde v. Stauffenberg mit 210 von 297 abgegebenen Stimmen gewählt (v. Franckenstein erhielt 84); bei der Wahl des zweiten Vice-Präsidenten fielen von 277 Stimmen (wovon nur 2(0 gültig) 178 auf Fürst Hohenlohe - Langenburg. Die Wahl der Schriftführer erfolgte hierauf durch Acclamation. Somit ist das Haus constituirt.
Berlirr, 24. Februar. Das Herrenhaus genehmigte den Gesetz-Ent- wurf über die Unterbringung verwahrloster Kinder in Besserungs-Anstalten in der Special-Debatte wesentlich nach den Anträgen der Commission und erledigte außerdem vier andere kleinere Vorlagen und Petitionen ohne allgemeinere- Interesse.
Augsburg, 24. Februar. Die „Allg. Ztg." veröffentlicht eine Mittheilung aus Neapel vom 23. Februar, wonach ihr Gewährsmann die aus unmittelbarer Quelle geschöpfte Meldung zu machen in der Lage ist, daß das zuerst von englischen Blättern veröffentlichte, vom 4. Februar datirte angebliche Schreiben Midhat Paschas vollständig apokryph ist und nur tendenziöser Erfindung seinen Ursprung verdankt. Midhat habe dem Sultan stets in ehrerbietiger Weise geschrieben und an denselben auch nie seine Entlassung eingereicht, da et einen solchen Schtttt mit Rücksicht auf die schwietige Lage des Staates als Landesvetrath bettachtet haben würde.
Glauchau, 23. Februar. Bei der Nachwahl zum Reichstage fielen, > soweit bi« jetzt bekannt, auf Bracke (Social-Demokrat) 10,453 und auf Birnbaum (national-liberal) 8784 Stimmen; von sechs Dörfern fehlen noch die Ergebnisse.
Stuttgart, 23. Februar. Der „L-chwäb. Merk." meldet aus Karlsruhe, daß Prälat Holtzmann daselbst heute gestorben ist.
Hesterreich.
Wien, 23. Februar. Die Obmänner der verschiedenen Clubs einigten ich dahin, die nächste Conserenz der Verfassungs-Partei morgen Vormittag abzuhalten. Der Club der Linken nahm mit großer Majorität die von Dr. Herbst gestellte Resolution an. Die Verfassungs-Partei spricht ihre Zustimmung zu dem von der Regierung vorgelegten Frage-Punkte über die Organisation des Generalrathes aus, behält sich jedoch die volle Freiheit rücksichtUch aller andern Ausgleichs-Bestimmungen vor. Der Fortschritts-Club behält sich die Beschlußfassung bis zur Conserenz vor.
Schweiz.
Luzern, 24. Februar. Ein Pulver-Magazin, welches zum Zwecke der Arbeiten am Gotthard-Tunnel errichtet war, ist in die Luft geflogen, wodurch zwei Personen um's Leben kamen.
Zttallkreich.
Versailles, 23. Februar. In der Deputirten-Kammer wurde Seitens des Ministeriums beantragt, dasselbe zur gerichtlichen Verfolgung des Depu- tirten Caffagnac wegen mehrerer gegen die Republik gerichteter Zeitungs-Artikel desselben zu ermächtigen; der Antrag wurde an die Bureaus gewiesen. Hierauf stellte Laisant (Linke) den Antrag, daß die militätische Dienstzeit auf 3 Jahre herabgesetzt werde. Obwohl Seitens des Conseil-Präsidentea Simon der Antrag bekämpft wurde, beschloß die Kammer doch die Jnbetrachtnahme desselben.
Kvgla^.
London, 23. Februar. Im Oberhause kündigte Lord Stratheden für Montag die Vorlegung einer Resolution an, wonach Maßnahmen ergriffen werden sollen, welche geeignet seien, den Ausbruch von Feindseligkeiten zu verhindern, die Ausrechterhaltung der Verträge von 1856 so, wie solche 1871 erneuert worden, zu sichern und die Wohlfahrt der der Pforte unterworfenen Völkerschaften zu fördern.
London, 24. Februar. „Reutet's Bureau" wird aus Washington telegraphisch gemeldet: Die Fünfzehner-Commission beschloß mit 8 gegen 7 Stimmen, daß die Stimmen von Oregon für Hayes abgegeben seien. — Silber schloß mit 56.
— General Tschernajeff hat einen Brief veröffentlicht, worin er gegenüber der im Parlament vorgebrachten Behauptung Lord Derby's, daß die serbische Armee fast ganz aus russtschen Freiwilligen zusammengesetzt gewesen sei, die Erklärung abgibt, die vorhanden gewesenen russischen Freiwilligen hätten niemals die Zahl von 3000 überstiegen.
Belgien.
Brüssel, 24. Februar. Der „Moniteur beige" veröffentlicht eine königliche Verordnung, welche die Ein- und Durchfuhr von aus Holland kommendem Rindvieh und Schafen über Ostende und die Nvrdzrenze verbietet.
Italien
9kom, 23. Februar. Sämmtliche Ptäliminat-Bestimmungen zur Regelung von künftigen Conclaves sind festgesetzt und heute dem Papste vorgelegt worden; diese Bestimmungen berühren nicht das Wesen der Conclaves, modi- ficiren aber die bisherigen Förmlichkeiten vor dem nächsten Zusammentritt der Catdinäle.
MtzliUld.
Odessa, 23. Februar. Nach hier eingegangenen Nachrichten ist die Einfahrt in den Hafen von Balaklawa ohne vorher ergangene Anzeige den Schiffen untersagt. An der Küste zwischen Sukum-Kaleh und dem Fort Nikolai sind im Schwarzen Meere Torpedos gelegt; die russischen Lootsen sind angewiesen, herangehenden Schiffen das Fahrwasser zu zeigen.
»8dUi.
Konstantinopel, 22. Februar. Heute fand ein außerordentlicher Ministerrath statt. In der heutigen zweiten Conferenz der serbischen Delegirken bei Savfet Pascha, die drei Stunden dauerte, soll ein Einverständniß fast her- gestellt worden sein. Die nächste Conferenz findet übermorgen statt. Es wird versichert, die Verzögerung der Ankunft der montenegrinischen Delegirten würde nicht eine förmliche Verlängerung des Waffenstillstandes nach sich ziehen, es seien indessen im Einvernehmen beiderseits Befehle ergangen, sich defensiv zu verhalten.
Konstantinopel, 24. Februar. Heute hat die Ächluß-Redaction des serbischen Friedens-Protokolls stattgefunden.
Rumänien
Bukarest, 23. Februar. Eine Anzahl Türken, unterstützt von türkischen Soldaten, erschien gestern auf der Insel Gouvanmei (?), woselbst sie plünderten. Ein denselben entgegengesandtes rumänische- Detachement nahm 13 Mann, die auf frischer That ertappt wurden, gefangen, darunter einen Soldaten ; ferner wurden zwei Türken getödtet, von denen der eine, ein Beam ter aus Rustschuk, die Plünderung geleitet hatte.
Jassy, 24. Februar. Der Pruth > Uebergang der Russen bei Leowa, Skuljane und sechs weiteren Punkten ist vorbereitet. Die Pontons sind bereits eingetroffen. — Aus Moskau wird ein Nothstand von allen Seiten berichtet.
Amerika.
Washittgton, 23. Februar. Die Commission, welche über die Ausrüstung einer neuen Nordpol-Expedition und die Errichtung von Niederlassungen als Ausgangs-Punkte von Polar-ForschungS-Reisen in Berathung getreten war, hat einen günstigen Bericht erstattet.
Lokal-I^otiz.
Gießen, 36. Februar. Der von uns mitgetheilte Aufruf bei nationalen und liberalen Vereins vom 7. Februar l. I. hat in unserer Stadt großen Anklang gefunden, lieber 500 Mitbürger aller verufiklassen der Vaterstadt haben demselben bereitwillig ihre Theilnahwe entgegengebracht.
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