Ausgabe 
26.10.1877
 
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Lang-Göns, den 24. October 1877.

Betreffend: Die Ergänzungswahlen für die Kirchenvorstände.

Aas Großher^ogliche evangelische Dekanat Gießen

an die evangelischen Kirchenvorstände des Dekanats.

. Diejenigen unter Ihnen, welche die Ergänzungswahl für den Kirchmvorstand noch nicht vorgenommen haben, werden aufgefordert, solches sobald als möglich zu thun, daß bie Wahlakten bis höchstens Ende November dem DekanatSausschuffe vorgelegt werden können.

___________________ Strack.

,, L , c , Lang-Göns, den 24. October 1877.

Betreffend: Ueberwachung des Religionsunterrichts in den Volksschulen.

Das Großhcrzogliche evangelische Dekanat Gieße»

an sammtliche Pfarrämter des Dekanats.

Sie werden hiermit ausgefordert, den im Amtsblatt XVI vom 6. Dec. 1875 vorgeschriebenen Rechenschaftsbericht über den Zustand de« ReliaionS- unterrichts in den Schulen Ihrer Pfarreien bis zum 20. Nov. einzusenden, insbesondere auch zu berichten, ob Sie den Ihnen zukommenden Obliegenheiten in dieser Beziehung nach gekommen sind. ° 7

__ Strack.

Aoti 1 ifcher T h e i r.

Deutschland.

Am 10. Octbr. erneuerten die Türken den Brücken-

Der Präsident der Ga«>lSesellschaft, Dubochet, ist gestorben. Der- selbe hat, wie gerüchtsweise verlautet, sein Vermögen von 60 Millionen an Gambetta vermacht. - DiePatrie- versichert, daß der Rücktritt des Krieg«.

die Domänen und Forsten, die directen und indirecten Steuern und die Lotterie. Einen Ausfall weisen auf die Münz-Verwaltung, ebenso die Berg-, Hütten- und Salinen-Verwaltung von zwei Millionen. Bei der Eisenbahn-Verwaltung ist ein Mehr von 2-/2 Millionen. Mehr-Ausgaben sind bei den Ministerien des Innern und des Cultus. Die Betriebs-Verwaltungen liefern einen Ueber- schuß von 3,323,360 Mk. Indessen beläuft sich die für daS E;tra-Ordinarium disponible Summe auf 31,002,221 Mk., welche ziemlich gleichmäßig auf alle Refforts verthcilt ist. Die Regierung beschäftige sich mit einer Vorlage, betr. die Aufnahme einer Anleihe für Staatsbauten, welche demnächst mit Motiven erscheinen werde, von dem Etat nicht abhängig sei und deshalb dessen Berathunz nicht aufzuhalten brauche. Hinsichflich der Verwendung der Eisenbahn - Credike sei zu bemerken, daß am 1. September d. I. für Eisenbahn-Zwecke 86 Mill, verwendet und noch 300 Mill, disponibel seien. Präsident v. Bennigsen wünscht die Fach-Eommission bald gewählt zu sehen. Nächst- Sitzung Freitag. Auf der Tagesordnung das Schreiben des Ministeriums über die Beurlaubung des Ministers des Innern.

Dkünchen, 24. October. Abgeordneten-Kammer. Der Minister des Innern, v. Pfeuffer, erklärt auf die Interpellation des Abg. Schels bezüglich einer Reform des Wahl-Gesetzes, die Regierung sei nicht gesonnen, einen Ent­wurf in solcher Reform vorzulegen, da dasselbe bereits zweimal fruchtlos ge­schehen sei. Das Austritts-Gesuch des Abg. Dom - Eapitulars Molitor wird genehmigt.

Der Redacteur desVolksfreund", Priester Knab, wurde heute vom Schwurgericht wegen Beleidigung des Königs von Bayern zu 4 Monaten Festungshaft verurtheilt.

Aesterreich.

Wien, 23. October. Nach dem Entwürfe des Finanzgesetzes pro 1878 oll das Deficit des österreichischen Budgets von 20,200,060 st. durch Bege­bung von Goldrente gedeckt werden.

Wien, 23. October. Wie verlautet, sind die Zollvertrags-Verhand­lungen zwischen Deutschland und Oesterreich definitiv gescheitert. Oesterreich erachtete die letzten Instructionen Hasselbach'S für ungenügend, weshalb die Verhandlungen eingestellt wurden. Die deutschen Delegirten haben heute Wien verlassen. DemFremdenblatt" wird aus Bukarest gemeldet: Die Haltung der Russen während des SturmeS der Rumänen auf die Grtvica - Reooute hat hier große Erbitterung hervorgerufen. Vielfach wird die Einberufung der Kammern verlangt, um die Frage wegen der Fortdauer der Convention zu be- rathen. Eine Minister-Krise ist wahrscheinlich.

ArarrLreich.

PariH, 23. October. Mac Mahon führte in einer heute Vormittag abgehaltenen Sitzung des Minister-Raths den Vorsitz. Broglie und Decares wohnten nicht bei.

Mainz, 23. October. Die Folgen der in Geisenheim ausgebrochenen Viehseuche machen sich auch bet uns in bedenklicher Weise bemerkbar. Der hiesige Viehhof ist für alles Vieh abgesperrt, so daß daselbst aller Handel brach liegt. Das zur Stadt gebrachte Vieh muß sofort tn's Schlachthaus transportirt und geschlachtet werden.

Berlin. In Beziehung auf die beabsichtigte Ausarbeitung eines Gesetz- Entwurfs zur Abwehr der Lebensmittel-Verfälschungen erfahren wir, daß zu­nächst dabei an die Herstellung von Präventiv-Bestimmungen gedacht wird, welche die Ueberwachung des Vtctualienhandels erleichtern. Dagegen wird eine Verschärfung der bestehenden strafrechtlichen Bestimmungen über die dabei in Betracht kommenden Vergehen noch nicht in den Bereich der Erwägungen ge­zogen, da man die Erfolge der gegenwärtigen, in zahlreichen Orten eingeleiteten Untersuchungen gegen die Lebensmittel-Verfälscher abwarten will. Besonders kommt hierbei in Betracht, daß von den Staatsanwaltschaften vielfach der Ver­such gemacht wird, jene Verfälscher wegen Betruges zu verfolgen. Wird von dem Strafrichter ebenfalls anerkannt, daß der Handel mit verfälschter resp. verschlechterter Waare als Betrug zu bestrafen sei, so bietet das bestehende Strafgesetz in der That eine ausreichende Waffe gegen die Verfälscher und es bedürfte keiner erneuten Ergänzung.

Das Retchs-Eisenbahn-Amt hat die Einrichtung besonderer Viehzüge vorgeschlagen, bis jetzt aber, beispielsweise bei den sächsischen Handelskammern, Abrathung erfahren, obgleich auch diese die jetzt herrschenden großen Uebelstände und das dringende Bedürfniß der Abhülfe anerkennen. DaS Vieh wird jetzt, wie die Leipziger Handelskammer sagt, auf den Eisenbahnen kaum anders als wie leblose Güter behandelt; die Thiere werden mit den Güterzügen befördert und auf den Stationen in verdeckten Wagen oft Stunden lang in der Sonnen­hitze stehen gelassen, beim Anschieben werden dann die Wagen zusammengestoßen, und je länger der Transport dauert, desto öfter wiederholt sich dieses, während es zugleich unterwegs fast unmöglich ist, die Thiere herauszunehmen und zu erfrischen. Man kann sich denken, in wie trostlosem Zustande dieselben nach einer zweitägigen Fahrt ankommen. Nach dem Urtheile Sachverständiger bildet die in Aussicht genommene Einrichtung besonderer Viehzüge nicht das geeignete Mittel zur Beseitigung der Uebelstände, weil die Viehtransporte sich selbst auf den größten Verkehrswegen dermaßen zersplittern, daß besondere Züge nicht die Kosten tragen würden. Die Zeitung des Vereins deutscher Eisenbahn-Ver­waltungen schlägt als wesentliche Abhülse die einfache Anordnung vor, daß lebende Thiere mit den Personenzügen befördert werden müßten. Wenn die Bahnen dann noch weiter veranlaßt werden könnten, auf größeren Stationen leicht überdeckte Ställe einzurichten und halbe Viehwagen-Ladungen zuzulassen, und so wäre damit allen billigen Wünschen entsprochen.

Berlin, 23. October. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Präsident v. Bennigsen verliest ein Schreiben des Vice-Präsidenten des Staats-Ministe­riums, Finanz-Ministers Camphausen, worin derselbe dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses mittheilt, daß der Kaiser mittelst Allerhöchster Ordre vom

^°ber dem Minister des Innern, Grafen zu Eulenburg, unter Ablehnung ..............utqi^en, oap oer mucrrrirr ocs Kriegs-

, we^en leidenden Gesundheitszustandes eingereichten Entlassungs-Gesuchs Ministers Berthaut bevorstehe.

einen Urlaub auf 6 Monate ertheilt, und dem Minister Dr. Friedenthal die --------- ------

§^^retung des Grafen Eulenburg interimistisch übertragen hat. Abg. Der orientalische Krieg.

W Tagesordnung gesetzt zu sehen. Petersburg, 23. October. Osficiell. Sorui-Stuben, 20. Octbr.

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Erg.bniß p°m Jahre 1876 v-r w.l»Ä X S S . n ? Rabmicze an. Di- Abtheilung schlug alle Angriff- zurück und zog

22,179,780 Mk. ergibt «u bet b oamc®?®T9en nach Mahala am Fluffe Jsker zurück. Verlust unbekannt. -

am Meisten, nämlich 7 386 968 m £ ? $ P , k Dct6r'' Bel starkem Nebel, überfielen 300 Tsch-rk-ffen di- Vorposten

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vorliegenden Nachtrags-Etat um '1 SOO^OOO ift % r fT* |®ien' 23 October. DiePresse" meldet aus Sistowo vom 22. b.:

Jahre bleiben einige Einnahme-Quellen InnteVben An^bläaen^ur^L bet Dobrudscha und der linke Flügel der Armee am Lom

ÄpS 101

Bergwerken von 12,505,488 Mk. Der Etat vro"1878/7<^ ,^nstatiren bei den 23. October. DiePolit. Corresp." meldet aus Bukarest von

bevorstehenden Erhöhung des Beitrags au i Angefichts der heute: Gestern soll es zum Kampfe am Lom gekommen sein. Die Kanonade

tributions-Betrag von 16,268,^76 & einfieUen Gütlich vernehmbar. - Prinz Peter Karageorgevits weit