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Vermischtes

Srfoabeübiinn« nn*"J iu ben I treff enben ©emetnben große Kosten ,u tragen haben.

Darmstadt, 20. August. Die Herbstübungen der Großh. Hessischen (25.) Di­vision finden in diesem Jahre in folgender Weise statt- Am Heutigen haben die Reai- mentsübungen des 1- Großh. Infanterie- (Leibgarde-) Regiments Rr. 115 begonnen und werden bis zum 27. August währen. Diejenigen des 2. Groß. Jnf.-Rgts. Nr. 116 baden am 15 b. bei Gießen begonnen und werden bis zum 23. d. andauern, an wel­chem Tage das Regiment zu den Brigadeübungen abmarschiren wird. Seit dem 17 b bauern bei Mainz bie Regimentsübungen des 3. Großh. Inf.-(Leib-)Regts. Nr. 117

derer Schönheit, welche erwürgt und sodann in's Wasser geworfen ist, nachdem man sie ihrer Kleider beraubt hatte. Die Leichname einer ganzen Familie sind in einen Brunnen gestürzt worden. Aus dem Reichthum ihrer Kleidung hat der englische Officier erkennen können, daß die Opfer einer der angesehensten Familien angehören. Die Kosaken hielten während 10 Tagen die Frauen und Töchter der ermordeten muhamedanischen Einwohner gefangen. Nachdem die Kosaken ihnen die äußersten Schändlichkeiten angethan, führten sie mit roher Gewalt noch 15 Gefangene in das Haus, wo die Frauen zurückgehalten wur­den und verbrannten sie lebend. Dieser Act der Grausamkeit wurde von der

einzigen am Leben gebliebenen Frau erzählt. Bei Ankunft der kaiserlichen Truppen in Hainboghaz entflohen die Bulgaren in die Berge und führten alle Frauen unter 30 Jahren, sowie selbst Kinder zarteren Alters mit sich fort. Der englische Officier bestätigt diese zahlreichen von Kosaken und Bulgaren vollzogenen Mafiacres. Dieselben Thatsachen werden constatirt von dem Mili- tär-Attach6 der englischen Botschaft, sowie von den Correspondenten der Times", derMorning Post" und desDaily Telegraph", deren jeder den Bericht der englischen Botschaft, sowie ihren respectiven Zeitungen zusandte. Endlich meldet noch ein Telegramm aus Adrianopel, es sei constatirt worden, daß mehr als die Hälfte der Israeliten von Kasanlyk, Männer, Frauen und Kinder von den Russen und Bulgaren umgebracht wurden.

Petersburg, 21. August. Officiell. Gorni Studen, 20. Aug. Nach dem erfolglos gebliebenen Angriff auf den Hankioi-Paß hat Suleiman Pascha augenscheinlich jetzt die Absicht, andere Pässe des Balkans anzugreifen. Alexandropol, 20. Aug. Um die Aufmerksamkeit Mukhtar Pascha'- von der Bewegung des Generals Tergukasoff gegen Ismail Pascha abzulenken, führte General Loris-Melikoff am 18. d. eine Demonstration gegen die Position Mukhtar Pascha's aus. Dadurch beunruhigt, zog der Feind seine sämmtlichen hinter ihm stehenden Reserven heran, wodurch sich dessen Stärke offenbarte. Nach längerem Attillerie-Kampfe, hauptsächlich auf unserem rechten Flügel und Centrum, und einigen heißen Scharmützeln mit Infanterie und Kavallerie, welche die Höhen des Bolschaja-Tagna unter dem Befehl des Obersten Kama- roff umging, bezog unsere Avantgarde beim Dorfe Kuelwerdan ein Lager, wäh­rend die Hauptmacht nach Kürükdara zurückkehrte. Unser Verlust bezifferte sich aus einen Officier und 60 Mann Todte und 8 Officiere und 270 Mann Ver­wundete. In der Nacht vom 19. aus den 20. d. führte General Tschawt- schawadse vom Lager bei Baschkadiklar mit einer Kavallerie - Colonne einen Streifzug nach der Ortschaft Bulanoch auf der rechten Seite des Subotin- Baches aus und überfiel hier reguläre türkische Kavallerie. Vom Feinde blieben 60 Mann tobt, 1 Officier und 6 Mann wurden gefangen. Außerdem wurden Gewehre und andere Waffen erbeutet. Bei Eröffnung des Feuers einer feind­lichen Batterie zog sich unsere Kavallerie in das Lager zurück. Auf unserer Seite erhielten nur 2 Officiere Contusionen.

Konstantinopel, 21. August. Hier wird versichert, Tscherkeffen hätten sich des Dorfes Schipka bemächtigt; eine amtliche Nachricht darüber lst bisher noch nicht veröffentlicht.

Wien, 22. August. DiePresse" meldet aus Bukarest: Die Nachricht, daß der Schipka-Paß von den Russen geräumt worden sei, beruht auf Er­findung; der Paß ist durch 25 kleine Redouten befestigt und mit Neunpfündern armirt; die daselbst stehende russische Schützen-Brigade ist auf mehrere Wochen verproviantirt. Rassim Pascha hat sich in der Richtung gegen Schipka in Be­wegung gesetzt. Das bei Basardschik stehende türkische Corps erhielt bedeutende Verstärkungen und rückte gegen die Dobrudscha vor, um General Zimmermann | zu bedrohen. Größere türkische Jnfanterie-Abtheilungen aus Plewna haben am 20. d. zum zweiten Mal einen Angriff auf Tntschenitza gemacht, wurden : aber durch lebhaftes russisches Geschützseuer zum Rückzug gezwungen.

Wien, 21. August. DiePolit. Corresp." meldet aus Konstantinopel ; vom 20. d.: Die Pforte hat die unverweilte Concentrirung von 50,000 Mann i Mustehafiz zweiter Klasse in Adrianopel, Sofia und an anderen Punkten Bul- ! gariens als neue Reserven anbefohlen. Der Sultan ordnete die Bildung einer ' zweiten Reserve-Armee, aus 60,000 Mann der anatolischen Mustehafiz bestehend, | an, welche in Konstantinopel formirt wird. Die Stellung Server Pascha's i soll neuerdings erschüttert sein. Der nämlichen Correspondenz wird aus ' Bukarest vom 21 d. berichtet: In den letzten stattgefundenen hochwichtigen Berathungen des russischen Generalstabs behielt die Absicht die Oberhand, die ' in's Stocken gerathenen Operationen alsbald mit aller Kraft wieder anfzuneh- , men und keinerlei Punkte freiwillig zu räumen.

Wien, 22. August. DasTageblatt" meldet aus Konstantinopel: Die Türken haben Tschamtschara im Kaukasus geräumt, halten jedoch Sukhum-Kale ' noch besetzt.

1 ®wM-Snf^egt. Nr. 116 kehrt am 16. mit der Bahn in feine

Zurück. Die übrigen Truppentherle werden in ihre Garnisonen zurück- marichiren. 0

i X rn 1b- Aug. Die Entscheidung unseres höchsten Gerichtshofes in berftraae bet Verfälschung ber Wurst burch Zusatz von Kartoffelmehl, läßt bie Metzger unserer

1 ^tadt noch nicht ruhen. Vom geschästllchen Standpuncte kann man bie« den Herren ! uuch Io übel nicht nehmen, benn ber AuSsall an Gewinn, ber ihnen baburch erwächst ist ein ganz bedeutenber. wenn man bedenkt, baß einzelne größere Schlächter (nach w0* Ud Q0CVu $Lunb Kartoffelmehl täglich unter bie Wurst verarbeiteten. Rechnet man noch bas bei Kartoffelmehl nöthige Wasser hinzu, so ergibt sich nach bcn heutt0en Wurstprelsen, baß bas seitherige Geschäft ein ganz vorzügliche- gewesen sein muß. Auf einer kürzlich von Seiten bes Herrn Metzgermeister Falk berufenen Ver- , sammlung, wu^e der Antrag gestellt: in Anbetracht derjetzigen schlechten Geschälte-

Ver ux? 20 Pfund zu erhöhen. Der Antrag Falk'S stieß je­doch auf Opposit on und nunmehr blieb es beim Alten, dieser Tage haben nun die Herren Metzger einen anderen Streich versucht. Dieselben haben sich an die tteftfle Se= inCb die Erlaubntß zu erlangen, künftig wieder Kartoffel- 2 s Wurst zu thun, sie wollten dies durch ein im Laden aufgehängtes Plakat ihren Kunden bekannt machen. Die Behörde erklärte aber, dem Ersuchen keine Folge geben zu können, da sie in dieser Frage inkompetent sei. ü 0

- Johann, 15. Aug. Mit dem Zuge 10 Uhr 13 Min. von St. Wendel kamen heute die Leichen zweier Mädchen, bas eine von Bernkastel, da« andere von Mülheim bei Bernkastel, tn Begleitung ihrer Mutter refp. Schwester hier an, welche nach Marpingen an die sogenannte Gnadenquelle gepilgert waren. Wahrscheinlich in einem Anfall von religiösem Wahnsinn haben sich die beiden Mädchen freiwillig den Tob gegeben, indem sie sich in ber vergangenen Nacht heimlich aus ihrem Absteiae- quartier entfernt und in dem steinernen Behälter desGnaden-Wasser-- ertränkt haben. Heut Morgen fand man sie in demselben als Leichen Der Schmerz der Mutter des «"^WdchenS erregte bas Mitleid Aller, und die Klagen der Schwester der anderen Unglücklichen schnitten in jedes fühlende Herz. ^St. I. Vztg.)

t^Oberellen b ach, 20. Aug. Am Donnerstag wurde im Walde der seit 14 Tagen vermißte Schäfer des Bürgermeisters erhängt aufgesunden. Er hatte das Ungeziefer in ber Heerbe überhanb nehmen lassen, woburch biefelbe großen Schaben erlitt, benn 200 ®tud Schafe starben. Hiernach mag wohl bie Angst ben Schäfer zum Selbstmorb getrieben haben. In rührender Weise hat sich habet die Treue seine« Hun- des bewahrt; obgleich er diesem noch einige Tage vorher ein Bein entzwei geschlagen hatte, hat dieser ihn doch im Walde nicht verlassen. Das Thier wurde bei dem Er- benften bis zum Skelett abgezehrt gefunden und ist auch noch dem Sarge feines Herrn nachgefolgt. 8 v

Folgendes Eingesandt enthält die ,Altenburger Zeitung-: Als ich gestern auf mein Kartoffelfeld kam, fand ich wie alle Jahr, daß der hierländische Coloradokäfer (h°m° Sprtzbübas) seine Thätigkeit entwickelt hatte. Er hatte sich nicht nur an meine Kartoffeln gemacht, sondern auch meine sämmtlichen Kohlrabi zu sich genommen. Ich glaube, daß dieses Insekt hauptsächlich bei Nacht seine Thätigkeit entwickelt. Auszu- rotten sind diese Käser nicht, aber wohl durch Einsperren einige Rett unschädlich zu machen. Mit schönem Gruß empfiehlt sich Friedrich Gottlob.

Wiederum hat ber unvorsichtige Umgang mit Petroleum ein Unglück im Ge­folge gehabt. Das 17 Jahre alte Dienstmädchen eines Metzgers in Bergen wollte gestern Abend nach 7 Uhr, Petroleum auf die Ladenlampe gießen, während ber 15jährige Metzgeriunge bas Streichhölzchen zum Anzünden bereit hielt Scherze, bie badet ge­macht würben, waren wahrscheinlich Veranlassung, baß bas Petroleum theilweise auf das Glas ber Lampe lief und als bet Junge mit bcm brennenben Zünbhölzchen in bie Nahe kam, biefe explodirte; ba« Mädchen würbe badmch leicht am Halse, ber Junge aber auf bem Leib unb ber Brust, wohin sich ber größte Thetl ber brennenben Flüssig­keit gegossen hatte, so arg verwundet, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Zu allem Unglück wollte man, au8 Unkenntniß, auch noch bie mtt Oel getränkt brennenben Kleiber mit Wasser löschen, was eine weitere Verbreitung deL Branbes zur Folge hatte. Wie viele Unglücke müssen benn noch paffiren unb wie oft muß noch in ber Presse ge­warnt werben, bis zumal leichtsinnige Dienstboten vorsichtiger mit dem feuergefährlichen Stoff umgehen.

Merseburg, 18. August. Ein Unglück grauenvoller Art setzt bie Gemüther unserer Einwohnerschaft in Bewegung. In ber Eifenschmelzerei von D. Gieseke hier- selbst sollte gestern Abenb in der neunten Stunde noch ber Inhalt einer Stebepsanne geleert werben, in welcher sich nicht weniger als etwa 3000 Pfund flüssigen Eisens befanden. Nachdem die Hüfte ber Maste bereits glücklich in bie bestimmte Form ein­gelassen worden war, neigte sich die Siedepfanne die von 12 Maschinenarbeitern gehalten wurde, plötzlich nach deren Seite hin. Die grauenvolle Gefahr vor Augen, beim völligen Umschlagen der Siebepfanne in den ehernen Feuerftrom zu geratben, machten bie Arbeiter bie verzweifeltsten Kraftanstrengungen, bie Pfanne wieher in wagerechte Lage zu bringen. Bei ber angstvollen Haft kamen 5 Arbeiter zum Falle, ber verderben­bringende Feuerbehälter schlägt um unb ergießt feine Lava über biefe 5 Männer. Diese sind zwar noch lebend weggebracht, dock so entsetzlich verbrannt worden, daß für sie wohl nur zu fürchten und nichts zu hoffen ist. Vier ber Verunglückten finb Familien­väter. Ob wirklich, wie man in ben Kreisen bes Publikums geneigt ist anzunehmen, bas Unglück burch ben Mangel hinreichend genügender Sicherheitsvorrichtungen oder nur durch bie Tücke bes Zufalls herbeigesührt ist, bies wird bas Ergebniß ber Unter­suchung feststellen.

cn i J uul iviHtiiucii .nuyc muiou9 jKflimenr zu Den

Brigadeübungen nach Offenbach ab. Bei Offenbach hält vom Heutigen an das 4. A''oßh. Jnf.-Rgt. (Prinz Karl) Nr. 118 seine bl« zum 27. bauernden Regiments- ü?ungen; das 1. Bataillon ist zu denselben von Mainz am 17., das 2. von Worms ubnwrfd)irt. Die 1. Großh. (49.) Brigade wird bei Darmstadt, bie 2. Großh (50.) be[ Offenbach Brigadeübungen vom 28. Aug. bis 1. (September abbalten. Vom 68. September folgen Detachementsübungen der 1. Brigade bet Michelstadt mit 3 - der Vorposten, vom 5. bis 7. der 2. Brigade bei Seligenstadt,^gleichfalls mit 3 Bivouaks der Vorposten, letztere marschirt daraus zu den Manöocrn ab.

Die beiden Dragonerregimenter Nr. 23 unb 24 werden vom 29. Aug. bis 12. ©ept. Reqimerstsübungen bei Darmstadt halten; bie 5. Escabron bes 1. Draa.- -Gedr*8 0 Rgts. Nr. 23 nimmt an ben Detachementsübungen ber 1. Brigade, die 5. Escabron des 2. Drag.- (Leibdrag.«) Rgts. Nr. 24 an denen der 2. Brigade Theil. 3U bkN dNanovern werden nur diese beiden Escadrons abrücken.

°km Großh. Feldartillerieregiment Nr. 25 nehmen die 4. Batterie an d-n Sttgabeubungcn vorn 31. Aug. und 1. Sept, die 2. unb 3. Batterie an ben Detache- mentsübungen vom 5. bis 7. Sept, die 4. und 5 vom 6. bis 8. Sept. Theil. Compagnie®Ietad)cmcnt§übunOen vom 5. bis 7. Sept, nimmt auch die Großh. Train-

(Srnfe HmrtLk*0- bA8 ^llbvn Divisionsmanovcr zwischen Michelstadt unb

Bivouaks ber Dtviston unb 1 Bivouak ber Vorposten statt. An demselben nimmt auch Theil eine Compagnie vom Hess. Pionnierbataillon Nr. 11, nach­dem dieselbe sich vom 5 bisiS. Sept, an ben Detachementsübungen beteiligt Hot.

3- Jnf -Ngt. Nr. 117 und das 1. Bat. 4. Großh Jnf.-Rgts. Nr. 118 werden am letzten Uebungstage (15. Sept.) mit ber Eisenbahn in ihre Garnison

Landwirthschaftliches.

Kaum ist eine, den landwirthschaftllchen Fleiß so sehr schädigenbe Plage, bie Erdflohe, vorüber unb eine zweite, noch schädlichere ist im vollsten Anzuge; ich meine die Schmetterlinge, Kohlweißlinge genannt. Wohl jeder Landwirth freut sich des schönen Wuchses seines Gemüses, wohl jeder hat alljährlich den Raupenfraß zu beklagen ge­habt, unb doch finbet man von demselben so wenig eingreifende Vorkehrungen, den Ver­derber seines Gemüses zu beseitigen. Zwar sind in öffentlichen Blättern Vorschläge gemacht, wie namentlich das Zerdrücken der auf der unteren Blattseite de« Gemüses gelegten, ober besser gesagt, bicht ancinanber gesetzten Eier bes genannten Schmetter­lings ; allein es ist diese Maßregel zur Beseitigung der Raupen keineswegs in entsprechen­der Weise hinreichend; denn werden Heute Tausende von Eiern zerdrückt, so werden Morgen wieder Tausende andrer gelegt, und um also dem Entstehen der Raupen vor­zubeugen, müßte man diese Manipulation jeden Tag vornehmen, waS aber nicht allein sehr mühselig, sondern auch zeitraubend und dabei keineswegs von bem erwünschten Erfolg wäre.

Einsender diese« möchte deshalb ein viel einfachere« und unbestreitbar erfolg­reicheres Verfahren zur Beseitigung der Raupen vorschlagen und es würde dieses, all­gemein ausgeführt, zweifellos von dem besten Erfolg sein; es besteht dieses Verfahren einzig unb allein in bem Einsangen unb lobten ber jetzt überall in größter Zahl um herflatternden, vorgenannten Schmetterlinge. Ich frage: würde mit bem Einfangen unb Töbten eines Schmetterling« auf einmal nicht Hunbert von Eiern unb solgenweise Raupen beseitigt? Dieses Einfangen könnte auf bie einfachste Weise bewirkt werden.

Aus Rheinhessen, 20. August. Die Ernteberichte aus unserer Provinz lauten etwas unsicher, wenn auch im Ganzen günstig. Korn ist ziemlich leicht unb je nach Lage sehr verschieben ausgesallen in Güte; Stroh gibt es allenthalben viel. Weizen und Gerste finb überall vorzüglich. Die Futterpflanzen zeigen zwar verspätetes Wachs- thum, sinb aber noch befriedigens) ausgefallen. Kartoffeln stehen ausgezeichnet und bte Frühfrucht war ebenfalls sehr ausgiebig. Obst, Kern-Obst ausgenommen, befriedigt gleichfalls, am meisten scheint der Hohenastheimer gediehen zu sein. Der Weinstock ist üppig entwickelt, auch äußerst reich behangen, und allenthalben werden bereits weiche Trauben getroffen, aber es ist doch hohe Zeit, daß die Witterung anhaltend warm unb trocken bleibt. Die Trauben-Krankheit zeigt sich zwar ganz vereinzelt unb ohne tiefere Einwirkung auf bie Stöcke, aber ber Mangel warmer Nächte in bemKoch-Monat" hat bie Entwicklung bes Stoffs zurückgehalten. Reift Alles, waS gesunb unb gewachsen ist, so ist auf einen quantitativ vollen Herbst zu rechnen, Dagegen muß bie Sonne in Ruhe unb Kraft, ohne Winb unb Wolken noch ihre verebelnde Wirkung einige Wochen lang äußern können, um die Weinberge von Unkraut rein und die Beeren süß und fein werden zu lassen. Auf das Wein-Geschäft wirken die Aussichten lähmend; die Preise sind für Mittelgut bedeutend gewichen. Der hohe Wasferstand deS Rheines bleibt einige Monate dauernde drohende Kalamität für unsere Rhein-Niederung, in welcher die Entwässerungsmaschinen seit Februar nicht zur Ruhe gekommen sind und die bc-