Ausgabe 
18.5.1877
 
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Gr,

cher die feierlichen Worte des Kaisers von dem Minister einer befreundeten Macht im Parlament erörtert würden. Die freundschaftlichen Beziehungen wischen England und Rußland gestatteten Offenheit, aber nicht grundlose Ver­dächtigungen. Das Blatt bedauert das Verfahren der Opposition, die Mint- ter zuweilen zu unvorsichtigen, ersichtlich zu weit gehenden Aeußerungen zu treiben.

Petersburg, 15 Mai. Die Correspondenz derAgence Russe" weift darauf hin, daß die Dlokade im Schwarzen Meere nicht als effectiv anzusehen sei, da der DampferConstantin" ungehindert aus dem Hafen von Odeffa nach Poti ausgelaufen wäre. Dieselbe Correspondenz meldet: Amerikanische Officiere, welche in Aegypten Dienste genommen, haben sich geweigert, die Waffen gegen Rußland zu ergreifen imb in Aegypten zu bleiben. Großfürst Wladimir ist nach der Schweiz gereist, um dort einige Zeit bei seiner Gemah­lin zu verleben. Die hiesige Universität hat dem Kaiser eine Ergebenbeits- Adreffe überreicht. '

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zurückziehen.

Bukarest, 15. Mai. Die Kammer hat die Gesetz-Entwürfe, wodurch der Regierung zur Deckung der durch Requisitionen veranlaßten Ausgaben, fer« ner zur Regelung der Stellung der Officiere, insbesondere zur Bestreitung der Hälfte der Equipirungs - Gebühren für die Officiere auf Kriegsfuß Lredite im Gesammtbetrage von 247,000 Frcs. bewilligt werden, angenommen.

Konstantinopel, 15. Mai Tausende von Beduinen aus dem Ver» waltungsbezirke Bagdad-Diarbckir, geführt von ihren Schecks, stoßen zu der türkischen Armee in Anatolien. Die Pforte gewährt ihnen vollständige Ver­pflegung und zehnjährigen Tributnachlaß.

Zara, 15. Mai. Die Insurgenten haben am 13. d. Mts. die große Kaserne in Grab, zwei Blockhäuser, zwei Magazine und das Zoll-Amt in Zubci niedergebrannt, ohne Widerstand zu finden, während die Soldaten flüchteten und einen bedeutenden Vorrath an Munition und Proviant zurückließen.

Wien, 16. Mai. DiePresse" meldet aus Bukarest vom 15. Mai: Bei der heutigen Ankunft des Großfürsten Nicolaus und seines Sohnes fanb ein rein militärischer Empfang mit massenhafter Truppen-Aufstellung statt. Dai Publikum war zum Bahnhofe nicht zugelassen. Im Bahnhofe waren nur der Fürst und -die Fürstin, dann die Minister, russische Beamte und der Metropole mit der Geistlichkeit im Ornate anwesend. Der Metropolit hielt eine viertel, stündige Ansprache an den Großfürsten. Dieser antwortete ganz kurz. Son': erfolgte keine weitere Ansprache. Der Großfürst kam mit seinem ganzen Gene- ralstabe. DerPresse" wird aus türkischer Quelle gemeldet, der Minister, rath solle morgen die Frage wegen Verhängung des Belagerungs-Zustandei über Konstantinopel entscheiden. Der bulgarische Nationalrath werde in btt nächsten Woche einen neuen Exarchen an Stelle des abgesetzten Anthimos wäl­len. Vorgeschlagen seien die bulgarischen Bischöfe von Adrianopel und Varnc. Die Besatzungen aus den Provinzen Salonichi, Larissa und Janina rücken u Eilmärschen an die Donau. Als Besatzung der Provinzen werden türkiscke . Nationalgarden bewaffnet.

Petersburg, 16. Mai. Fünf türkische Panzerschiffe haben vorgestern ' Suchum-Kale bombardirt. Die Stadt hat gelitten. Ein ^andimgsversnch dtr Türken wurde durch fünf Compagnien und zwei Geschütze zurückgewtesen. Viele

Der orientalische Krieg.

Rustschuk, 12. Mai. Der Untergang des türkischen Monitors, Lufti Djebel, war ein rein zufälliges Ereigniß und wurde keineswegs, wie slavischc Quellen berichten, durch russische Kugeln veranlaßt. Es scheint, daß ein Feuer­werker an Bord mit der Zubereitung von Patronen beschäftigt war, als sich eine derselben entlud und dle entsetzliche Explosion veranlaßte, der das schöne, für 3,200,000 Mk in England ^gebaute Schiff, der Befehlshaber H-sim Bey und die ganze Mannschaft, mit Ausnahme eines Lotsen, zum Opfer fielen.

Konstantinopel, 14. Mai. Das vorgestrige Gefecht bei Batum fand unter dem Commando des Ali Pascha statt- Türkischerseits sollen nur Frei­willige betheckigt gewesen sein. Die Russen mußten nach beinahe neunstündigem Kampfe von dem Angriff auf die wohlbefestigte türkische Stellung abstehen und das Stadtgebiet unter bedeutenden Verlusten räumen. Der türkische Aufmarsch in die Dobrudscha wird gegen Mitte dieser Woche vollendet sein und Abdul Kerim mit einem Theile seines Stabes nach Silistria übersiedeln.

3Vien, 15. Mai. DemTageblatt" wird aus Cettinje vom 14. Mai berichtet: Die Festung Krstac ist von dem montenegrinischen Commandanten des herzegowinischen Corps, Vukotits, eng eingeschlossen. Die Miriditen, unter Führung ihres Häuptlings Prenk, haben die Türken aus Oros wieder vertrie­ben; dabei fand ein blutiger Kampf statt, in welchem ein ganzes Bataillon Türken aufgerieben worden sein soll. Prenk wird voraussichtlich ein starkes Corps in die Ebene hinunterführen. DerNeuen Fr. Pr." wird aus Bu­karest geschrieben: Die Avantgarde eines russischen Armee-Corps ist beute bei Oltenitza eingetroffen; die Rumänier werden sich aus das rechte Aluta-Uscr

Rußland.

Petersburg, 15. Mai. DasJournal de St. Petersbourg" wendet sich gegen Lord Derby's Rede im Oberbause vom 8. d. Mts. und führt aus, daß in der Erklärung des Kaisers Alexander geaenüber dem Lord Loftus in Livadla kein Widerspruch liege. Die kaiserlichen Worte seien die Ausführung des Gedankens, der die russische Regierung von Anfang der Krise an geleitet habe. Das Blatt drückt sein Erstaunen aus über die Art und Weise, in wel-

Arankreich.

Paris, 14. Mai. Die Bischöfe haben einen Feldzug gegen die Regie­rung begonnen, um in Briesen an den Justiz-Minister gegen die Tagesordnung zu proteftiren, welche am 4. Mai von der Deputirten-Kammer gegen die anu- patriotnchen Umtriebe der Ultramontanen angenommen wurde. Den Anfang damit hat der Cardinal-Erzbischof von Paris gemacht. Sein Schreiben geht sehr entschlossen zu Gunsten der weltlichen Herrschaft des Papstes, also gegen das geeinigte Italien, in's Geschirr und erklärt, daß es keine Ruhe geben wird, so lange der Papst seine Staaten nicht wieder zurückerhält I

Paris, 15. Mai. Die Rechte des Senates hat auf den im Namen der französischen Bischöfe ausgedrückten Wunsch des Bischofs Dupanloup die Absicht aufgegeben, die Regierung über die von der Deputirten-Kammer ange­nommene Tagesordnung bezüglich der klerikalen Umtriebe zu interpelliren.

Paris, 16. Mai. Die Regierung hat beschlossen, den Botschafter Grafen Bourgoing unverzüglich nach Konstantinopel zurückkehren zu lassen. Der­selbe wird gutem Vernehmen nach Paris am Sonntag verlassen und sich in Brindisi einschiffen.

Paris, 16. Mai. In Folge von Erklärungen zwischen dem Marschall Mac Mahon und dem Cabinets-Präsidenten Jules Simon über die innere Politik des Ministeriums hat letzteres dem Marschall seine Demission einge­reicht. Die Minister sind gegenwärtig zur Berathung versammelt.

Paris, 16. Mai. Aus Villasranca, 15. Mai, wird derAgence Ha- vas" gemeldet:In dem Augenblick, wo die Panzer-FregatteRevanche" in See gehen wollte, sprang der Dampfkessel; dem Vernehmen nach wurden zwei Mann der Mannschaft getödtet, 60 verwundet." DieAgence Havas" meldet ferner:Der polnische Gras Ladislaus Plater veröffentlicht in dem BlatteLa Defense" ein aus Zürich vom 14. Mai datirtes Schreiben, worin er gegen die Behauptung desMemorial Diplomatique" Protest erhebt, daß er in'Polen eine Erhebung vorbereite, und hinzusügt, jede aufständische Bewe­gung würde gegenwärtig nur die Pläne der Feinde Polens begünstigen; die Stunde zur Befreiung Polens habe noch nicht geschlagen."

England

Hesterreich.

Wien, 15. Mai. DiePolit. Corresp." meldet: Die zu den Han- delsvertrags-Negociationen hierher entsendeten Commissäre der deulschen Com- missäre der deutschen Regierung sind zur Berichterstattung nach Berlin berufet worden und reisen heute dahin ab. Die Unterbrechung der Verhandlungen ist voraussichtlich eine kurze und steht nach Wieder-Ausnahme derselben ein regel­mäßiger Fortgang und ein baldiger besriedigender Abschluß in Aussicht. Eine Bukarester Meldung derPolit. Corresp." sieht in dem Besuch des Groß fürsten Nicolaus in Bukarest einen Act der Höflichkeit, womit der Zweck ver­bunden sei, eine definitive Vereinbarung über die Operationen der vom Fürsten Karl befehligten rumänischen Armee herbeizuführen.

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Deutschland.

Berlin, 14. Mai. Der Krieg ist jetzt seit drei Wochen eröffnet, aber ) handgemein sind die Russen und Türken bis jetzt hauptsächlich nur in Asien geworden. Beide Theile schreiben sich in kleinen Gefechten den 'Lieg zu. Lo viel ist aber gewiß, daß es den Russen noch nicht gelungen ist, in der Richtung \ auf Batum viel festen Fuß zu fassen; ja, die Türken behaupten dort eine große Schlacht gewonnen zu haben. An der Donau dauern die Kanonaden von ' einem User zum andern fort; indessen ist, abgesehen von dem Aufstiegen eines türkischen Kriegsschiffes, noch kein Ergebniß zu melden. Als das wichtigste Er- gebniß der bisherigen Kriegs-Operationen muß man ansehen, daß Rumänien, welches bis jetzt nur heimlich mit Rußland unter der Decke spielte, jetzt sich offen mit demselben verbündet hat und Krieg mit der Türkei fuhren will. Nach rechtmäßigen Kriegsgründen darf man nachgerade gar nicht mehr fragen. Die rumänischen Vorwände sind wenig besser als im vorigen Jahre die serbischen. Rumänien hat nur zweierlei Beschwerden vorzubringen: erstens, daß der Sul­tan die Convention, die Rumänien am 16. April mit Rußland abgeschlossen hat, mißbilligt und verwirft, was ihm doch wahrlich Niemand verdenkeli kann; und zweitens, daß die Türken das rumänische Donau-User beschießen, mit an­dern Worten, die Russen am Uebergang über die Donau zu hindern suchen. Die Rumänen wollen also Theil am Kriege nehmen, und wenn sie ihre Unab­hängigkeit noch nicht geradezu proclamirt haben, so haben sie doch erklärk.'Daß sie dieselbe beim Friedensschlüsse zu sichern hoffen. Die Zukunst wird lehren, ob die Rumänen sich verbessern, wenn sie ihre blos nominelle Zugehörigkeit zur Türket vertauschen mit einer wirklichen Abhängigkeit von Rußland.

Berlin, 15. Mai. DerReichs-Anz." veröffentlicht das Gesetz, betr. die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Post- und Telegraphen-Verwaltung, der Marine und des Reichs-Heeres, im Betrage von 42,264,388 Mk., datirt vom 10. Mai und gegengezeichnet vom Fürsten Bismarck.

Hamburg, 16. Mai. Einem Telegramm derHamb. Nachr." zufolge ist heute der Sohn des Vice-Königs von Aegypten von Alexandrien nach Triest abgereist.

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4. Die. Körnern bei spö btr Zeltuntersch rinptres Spelz, 5. Der Saat in trocken zuzuschreiben.

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7. Eine Verminderung I auf den Beginn lich aber aul's suchen unjroeifc

8. Mit Verzögerung m laufe, ober oud j'N ausgesetzt si jtdoch das letz!

türkische Todte sind am Ufer geblieben.

Tschernajeff wird ein Commando in der Kaukasus Armee übertrag« erhalten; von einer Anstellung desselben bei der Donau-Armee war nicht d- Rede. Fadejeff ist hierher zurückgekehrt; -über dessen Verwendung ist nichts be­stimmt. Von der Existenz eines angeblich vom Fürsten-Reichskanzler zusammer- gestellten Blaubuchs ^ist hier nichts bekannt, und, wie von tnformirter Stele versichert wird, auch nichts derartiges beabsichtigt.

Einem Telegramme des Obercommandirenden aus Tiflis zufolge et- schien ein türkisches Geschwader vor Gerdanby, beschoß diesen Platz unb landen, wie verlautet, 1000 ehemals ausgewanderte Tscherkessk. Aus Suchum^kar wurden einige Sotnien Kosaken und Miliz über den Fluß Guwpfu abgesch'w Am 14. d. Mts. lagen 6 türkische Panzerschiffe vor Suchum Kale.

Großfürst Nicolaus teleqrapbirt, daß er gestern in Plojescht angeko«' men und von den städtischen Behörden, dem Klerus und der Bevölkenl^g enthusiastisch empfangen worden sei. Auf dem Bahnhofe, wo eine bulgari^ Ehrenwache aufgestellt gewesen, sei er vom Fürsten Karl begrüßt worden W werde er den Besuch heute in Bukarest erwidern. Zwischen den Surfen unu Rumänen ist ein neuer Zusammenstoß nicht vorgekommen. Das Art, er- - Feuer von Oltenitza wird fortgesetzt. Der Gesundheits-Zustand der Trupp l,t Bukarest, 16. Mai. Die Deputirten-Kammer bewilligte einen LreUl

in See gegangen.

London, 16. Mai. DasReuter'sche Bureau" meldet aus Port Said von heute: Das englische Panzergeschwader ist von Kreta kommend heute Früh hier eingetroffen.

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London, 15. Mai. Das Unterhaus hat d'e erste unter den von Gladstone beantragten Resolutionen mit 354 gegen 223 Stimmen verworfen, die zweite Resolution wurde von Gladstone zurückgezogen.

London, 16. Mai.Reuter's Bureau" meldet aus San Francisco vom heutigen Tage: Eine russische Corvette 'lst heute mit versiegelten Ordres