Wissenschaft-
Holzhandel.
einem
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landes, das uns beobachtet, und vermehrt unsere Ruinen. Unser Elend hemmt alle Geschäfte und kann die Ausstellung compromittiren, aber wird die Depu- tirteivftammer nicht verhindern, die Mission zu erfüllen, welche chr das allge- meine Stimmrecht übertragen hat. — Aus Marseille wird gemeldet, daß die dortige Vereinigung der Officiere der Garnison den als Republikaner bekannten ehemaligen Deputirten, General Sausier, zum Präsidenten gewählt hat. Gegen- Candidat war der als Legitimist bezeichnete General Huyon-Vervier.
Paris, 11. November. Die Minister werden morgen wiederum in der Kammer erscheinen. Die Discussion über die Politik der Minister findet wahrscheinlich morgen nach der definitiven Constituirung der Bureaus statt. Es bestätigt sich, daß bis dahin eine Neubildung des Cabinets nicht stattfindet.
Paris, 12. November. Wegen des bevorstehenden Ablebens ves Papstes wird die Präsidentschafts-Krisis möglichst zu verschleppen gesucht. Von klerikalen Besuchern der Samstags - Soir6e im Elys^e wird demgemäß agitirt. Die Kammer-Majorität aber ist zum energischsten Widerstand entschlossen.
angreifen.
Petersburg, 10. November. Officielle Meldung aus dem asiatischen Hauptquartier Tikma vom 8. Novbr. General Heymann meldet folgende Details über den Kampf vom 4. d. bei Dewe-Boyun: Der Kampf dauerte von halb 10 Uhr Morgens bis halb 7 Uhr Abends und wurde durch die Umgehung des linken Flügels der Türken und die Durchbrechung des Centrums entschieden. Den Haupt-Antheil an dem Erfolge hatten die Regimenter Elisabetbopol, Eriwan und Tiflis. Der Feind floh nach Erzerum und Umgebung, Regen und später Schneefall verhinderten eine rasche Verfolgung. Die Rusten nächtigten auf den früher vom Feinde innegehabten Positionen. Die Trophäen des Tages bestehen in 40 Geschützen. 8 Officiere und über 300 Soldaten wurden gefangen und ungeheure Vorräthe, Patronen und Geschoste wurden erbeutet. Der gesammte Verlust der Rusten übertrifft nicht 30 Officiere und 800
senden, erhalten sie das Octroi zurückoe: gütet, w^s aber bei dem Fabrikanten und Eism- gietzereibtsitzer, welche ihre Producte fast ausschließlich ausführen, unterbleibt. Es liege auf der Hand, daß diese Betteuerung wegen ihrer Ungleichh-it eine durchaus unbillige fei und dahin abgräadert werden sollte, daß diese Abgabe als eine Verzehrungssteuer für diejenigen, welche Sohlen zur Fabrikation bedürfen, aufgehoben, ober auch hier für die ausgeführten Producte zurückerstattet würde.
Mechanische Werkstätten.
In der allgemeinen Lage hat sich im Jahre 1876 gegen das Vorjahr nichts geändert. In der Weikstätte, von welcher uns auch dieses Mal speciellere Mitlhettxngen geworden sind, war die Thätigkeit für Aufträge von Wiederkäufern nicht nenne:.swerty, wohingegen sich die birecten Bestellungen um ungefähr 20% vermehrt hatten. Es erklärt sich dies daraus, daß mehrere größere Bestellungen für das Ausland (Rußland, Italien und Oesterreich) auf forstwissenschaftUche Instrumente einzelaufen waren und daß fast in allen Staaten Deutschlands forstliche Versuchsstationen neu errichtet wou oen sind und noch erachtet werden, deren Ausstattung mit neuen Instrumenten vielfach diesem Geschäfte übertragen wurde. t m K
Das Verhältniß deS Absatzes in Procenten nach dem deutschen Reich und dem Auslände ist in 1876 bas frühere geblieben, nach welchem 70% der Producte für daS Inland und 30% für das Ausland hergestellt wurden. Rach rote vor befaßt sich dieses titubltffement mit der Verfertigung von Instrumenten für Chemie, Physik und Forft-
«okal-Skottz.
Gießen, 13. Novbr. In der gestern Abend von einzelnen Herren kurzer Hand berufenen Bürgerversammlung im Cafö Leib, welche allerdings außerordentlich besucht war, wurden auch Candidaten zur Stadtverordnetenwahl vorgeschlagen. Es war uns nicht möglich die Namen der einzelnen Herren aus dem Chaos richtig herauszufindrn. Unsere Leser werden entschuldigen, wenn wir sie mit einem Referat verschonen, welches, wenn wahrheitsgetreu, jedenfalls nicht zum Vortheile eines Theils der Einwohnerschaft einer Universitätsstadt ausfallen und Gießen im Gegensätze zu Mainz und Darmstadt in ein sehr zweifelhafte- Licht stellen würde.
Gießen, 12. Nov. (Auszug aus dem Jahresbericht der Handelskammer in Gießen für das Jahr 1876.) (Fortsetzung.)
Maschinenfabrikation.
DaS Geschäft im Maschinenbau war im Allgemeinen sehr matt. Der Absatz der Erzeugnisie war mit % nach dem deutschen Reich und mit Vs nach dem Ausland erfolgt-
Bezüglich der schon so ost öffentlich besprochenen Einrichtung für die Erhebung des Octtoi fühlt sich eine Firma veranlaßt, die ungerechte vertheilung dieser Steuer ins Auge zu fassen, indem sie ausführt, daß der Kohlen-, Branntwein- und Spirituosenhändler, der Besitzer won Dampfmaschinen nach dem Reglement Octroi bezahle, während der Zimmermann, Schreiner, Holzschneidereibesitzer für seinen Holzbedarf nicht zu dieser Steuer herangezogen würde, was ganz gewiß eine ungleiche Behandlung in volvire. Sobald die Kohlen- oder .Spirituosenhändler nach auSwättS Maaren ver-
Jn dieser Branche bemerkt eine hiesige Firma, daß sie wie im vorigen Jahre wenig Erfreuliches zu berichten habe. Menn auch in unserer Stadt die Bauthätigkttt noch eine ziemlich rege sei, so wäre diese an anderen Plätzen meist auf ein Minimum heradgesunken und der Absatz nach Außen gänzl'ch in Stockung geralhen. Eine kleine Hebung des Holzhandels fei wohl in nächster Zeit zu erwarten, da die Concurrenz von Galizien und Ungarn, welche dermalen große Quantitäten nach dem orientalischen Kriegsschauplatz ausführen, Süddeutschland gegenüber in erheblichem Maße beseittgt fetn dürfte, jedoch wären die Preise so sehr gedrückt, daß auch bann dn befttedigenber Absatz nicht erwartet werden könne, da oer Einfluß, welchen der allgemeine Mmbsull mitverurfacht hat, noch längere Zeit andauern werde
Von Seiten der Eisenbahnen geschehe auch gar Nichts zur Steuerung der Geschäftslage, da diese theilweise ihre Frachten in Benutzung der neuen Tarifoorschriften vielfach um nahezu 50% erhöht haben, welcher Umstand den Versandt verschiedener Sorten gänzlich ausschlietze.
Geld- und Eredltgcschafte
Soldaten.
Konstantinopel, 10. November. Suleiman telegraphirt aus Nas- grad: Am Freitag fanden Recoguoscirungen, namentlich bei Kazeljewo, Opaca
Russische Abtheilungen marschiren auf Silistria.
London, 10. November. Ein Telegramm des „Daily Telegraph aug Erzerum vom 6. d. beschreibt die Schlacht von Dewi-Boyun vom 4. d. bis zur Flucht Mukhtar Paschas nach Erzerum. Der Correspondent schreibt die Niederlage der Türken der vorzüglichen Strategie der Ruffen zu, welche in der Nacht vorher dem türkischen Centrum gegenüber 45 Bataillone in den Hinterhalt legten. Nachdem die Türken durch das Vorrücken russischer Reiterei aus ihren Verschanzungen gelockt waren, stürzten sich die Nuffeu mit Ungestüm auf die Türken und brachten denselben enorme Verluste bei. Die Türken flohen
luste gering.
Konstantinopel, 12. November. Die hiesige „Agence Havas" meldet : Schakir Pascha wurde zum Commandanten von Orkhanie ernannt, Schefket wird denselben in der Balkan-Armee ersetzen.
Petersburg, 12. November. Amtlich wird aus Bogot vom 11. d. gemeldet: Heute Nacht versuchten die Türken mit 5 — 7 Tabors einen Ueber- fall der Position des Generals Skobeleff's zu unternehmen Letzterer, welcher die Nacht in den Trancheen zubrachte, wurde jedoch durch Mannschaften aus einem russischerseits gelegten Hinterhalt rechtzeitig benachrichtigt und befahl den Truppen, sich bereit zu halten. Darauf ließ er die vormarschirenden Türken bis auf 100 Schritt heranrücken und mit einer Salve empfangen; letztere flohen, setzten sich aber wieder fest und unterhielten ein heftiges Feuer bis 2 Uhr Nachts. Der russische Hinterhalt verblieb in der bisherigen Position. Die Ruffen hatten 120 Todte und Verwundete.
Konstantinopel, 12. November. Suleiman Pascha meldet telegraphisch, daß nach Aussage eines bei Pyrgos gefangenen Ruffen bei Batin von den Ruffen eine neue Donau-Brücke errichtet werde. Das Bombardement von Rustschuk dauert fort.
und Osman-Bazar, statt.
Bukarest, 11- November. Officiell. Wratza, von 8000 Manu fanterie und 300 Tscherkessen vertheidigt, wurde durch ein Detachement des Generals Leonhardt, welches, aus Kavallerie bestehend, sich nach Art der I" fanterie in Linie formirte, um die türkischen Stellungen anzugreifen, am 9. Novbr. genommen. Mehrere Tausend Wagen, sowie Proviant-Magazine wurden erbeutet. In Anbetracht des plötzlichen Angriffes waren unsere Ver-
— (Der schuldige Theil.) Anna (auf dem Nachhausewege vom Spaziergang aus den Anlagen zu ihrer jüngeren Freundin): „L-edes Mariechen, wenn der Papa etwas erfahren sollte, so sprich nur zu meinen Gunsten, schiebe alle Schulb auf den l^m- uofiafte) "^Schöne Geschichten muß ich von btr^ hören Anna —, von
Gymnasiasten sich küssen lassen aus Öffentlicher Anlage —
Papa: ^ttlle'"^' ^Mariechen sage Du mir die Wahrheit. Hat sich Anna von Mrniechen^^,,Nem" der Gymnasiast allein ist schuldig, er hat sich von der Anna
Wie man heizt.
Wir entnehmen der sehr empfehlenswerten Zeitschrift „Gesundheit" folgenden beherzigens- werthen Artikel ihres Redakteurs Professor Dr. C. Reclam: it
, Die Rächte werden kühl; wir wollen morgen früh ein kleines Feuer machen la,len , sprach der Hausherr am Frühstückstisch, indem er >ich behaglich in jenes Kleidungsstück wickelte, welches ein Hemmschuh der Thatkrast genannt werden muß: m den Schlafrock. Dieses weibische Kleid sollte nur für Kranke gestattet werden, als ein Ueberqang zivuchen Bett und wirklichem Anzuq. Seit die deutschen Gelehrten sich nicht mehr im Schlafrock abconterfeien lassen, steht deutsche Wissenschaft erst auf eigenen Füßen und hat Großes geleistet. Ein Schlafrocks ■- Weichling friert immer. c. * t
Bei dem in Aussicht gestellten ersten Einheizen seufzte die Gattin. Richt etwa aus hvqienischcn Bedenken. Aber sie wußte, daß der zum ersten Male wieder erwärmte Ofen häßlichen Geruch dem Gemache mittheilt. Sie gab also Befehl, daß über Nacht die Fenster *vffen blieben, damit das Zimmer gut auslüfte und so ihrer Meinung nach der üble Ofengeruch weniger wahrnehmbar sei. Allein sie täuschte sich. Am anderen Morgen roch der angehe,zte Ofen wie alljährlich, — zugleich aber fröstelten die Genoffcn am Frühstückstisch. I^^hermometer zeigten sich 4- 15« R. — die Luft war warm — und doch hatten Alle das Gefühl der Kalte. „Mehr Heizen", befahl der Hausherr. Die Temperatur der Luft stieg auf + 17 und trotzdem blieb daS Frostgefühl. . , „ , , K. r
Es wird den meisten Menschen so schwer, einfache, wisienschaftlichc Wahrheiten, die sie seit Langem genau kennen, auf das tägliche Leben anzuwenden. — Daß wir nicht nur an die uns umgebende Luft Wärme abgeben (weßhalb wir in kalter Luft „frieren'), ’^nDcnLl)a^ le!?ct warme Körper gegen kältere Gegenstände Wärme ausstrahlt, das wissen wir Alle. Wir lassen deßhalb die Oefen „schwarz" anstreichen, weil Mangel an Farbe die Ausstrahlung vcgunsrigt und fühlen die Heizung „weißer" Klinker-Oefm deshalb behaglich, weil ihnen jene Ausstrahlung in geringem Grade eigen ist, — während wir am offenen Kamin an der den flammen zugewen- ; beten Seite die fast stechende Hitze der Strahlung empsinden. Daß aber unser eigener Körper denselben Naturgesetzen unterworfen ist und gegen kalte Zimmerwande Wärme ausstrahlt, daß wir hierbei Wärme verlieren, daß wir diesen Verlust fühlen und frösteln °as uber- Ta’dt Hätte nur jene Frau zwei Stunden vor der Frühstückszeit einheizen laffen und erst bei , offenen Fenstern geheizt (um die Luft zu erneuern, den Ofengeruch abziehen zu laffen) und dann t daS Gemach gleichzeitig erwärmt, so würde die Lufttemperatur von + 14° R. schon sehr behaglich und reichlich genügend gewesen sein. Was aber war die Folge des unrichtigen Verfahrens? t — Der Schlafrocksmann. welcher Wärme liebt und sich seiner Familie schon oft im Widerspruch e
Der orieutaLische Krieg.
Konstantinopel, 9. November. Laut einer von der Regierung veröffentlichten Nachricht meldete Mukhtar Pascha aus Erzerum vom 9. d., die Ruffen hätten am selben Tage 4 Uhr Morgens die Befestigungen von Azizie angegriffen. Der Kampf habe bis 2 Uhr Nachmittags gedauert und mit ber Zurückweisung der russischen Angriffs-Colounen geendet, obgleich es der einen von beiden bereits gelungen gewesen, ein Blockhaus zu besetzen. Mukhtar gibt an, daß er wieder bis Dewe-Boyun vorgedrungen sei. Das Bombardement von Rustschuk dauert fort. Suleiman Pascha ist in Raszrad eingetroffe.i.
Ma?nz 7. Nov. Heute Vormittag wurde von den Arbeitern, welche eben in der Christophsstraße mit Kanalarbeiten beschäftigt sind, ein Fund gemacht- Die Leute gruben vor dem Kasino .Hof zum Gutenberg" einen Topf heraus, welcher mitunaefahr 58 Goldstücken gefüllt war. Die Münzen haben bie Große eines Zwei-Markstückes uftb tvaaen die Inschrift „Ludwig (ber Bayer), Römischer Kaiser" in lateinischer Sprache. (Ludovicus dei gratia Romanorum Imperator.) D'.e Stätte, wo der Fund geniach wurde, war vermuthlich ein Keller des Hauses zum Gutenberg.
** Im Mannheimer Mehl- und Probuctengeschast ist em Krach ausgebrochen, ber nicht nur allein dortige namhafte Firmen wie Joseph Hirsch, Hermann Wolff, Max Maier Gebr. W.'il traf, sondern auch eine größere Zaol von Zahlungseinstellungen n benachbarten Plätzen nach sich ziehen wird, darunter 'N Canstanz, Basel, Straßoui g rc. Unter diesen Letzteren befindet sich ein H ms, von dem ein gefälschter Wechsel über einen bedeutenden Betrag in Cours gesetzt worden ist. Das gefälschte Accept war daS einer Hanauer Firma und die Fälschung stellte sih heraus, indem der angebliche Acceptant Zahlung verweigerte, infolge wovon ber Wechsel protestirt wurde. Dle Passioa b . verschiedenen insolventen Probuctenhänbler und Mühlen werben ans ca. 1 2 Millionen Mark geschätzt; Gläubiger sind fast ausschließlich deutsche und österreichische Getre be- Lleferanten und Müller^ ________
Das Bank- und Wechselgeschäft hat sich in 1876 nicht gebessert, sondern einen Rückgang erfahren, da sich sehr viele Capitalien anderen W-rthe.i zugewenbet haben. Ausländische Effecten würben wegen der schwankenden Course sswohl, wie auch wegen der Steuer auf ihre Coupons immer weniger begehrt. „
Der Wechselverkehr hat an Bedeutung gewonnen, da weit mehr Transactionen in großer Unordnung nach Erzerum. durch Wechsel regultrt werden, als in den letzten Jahren. ..
Konstantinopel, 10. November. Aus einem Telegramm Derwisch Der Geldwechsel hat fast aufgehört, da durch bie Einführung der Markwahrung Pascha's geht hervor, daß die Ra»-» feit einigen Tagen Saturn heftig «EnMes Getd^ 6iet ju den seltensten Fällen, weil
diese größtentheilS In Frankfurt und Berlin vermittelt werden >3n
Von ber hiesigen Retchsbanknebeastelle wwd uuü uritgethellt, daß im Wechsel- oerkehr Wechsel auf Frankfurt a. M-, Gießen, Hanau, Offenbach, Wiesbaden trn Werthe von 89300 JL, sowie Rmiessenwechsel auf andere deutsche Bankplatze im WeUye von 234200 JL angekauft wurden- Es rouroen Tratten auf Gießen etnge-Ogen In dem Betrage von 1455400 X Im Lombardoerkehr wurden auSgeltehen 26200 X und einge- zogen 36600 X (Fortsetzung folgt.) ____


