Ausgabe 
14.2.1877
 
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Aotitischer y e i L.

Keutschlaud.

Berlin, 10. Februar. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Kaiser hielt bei der gestern stattgefundenen Einführung des Prinzen Wilhelm in den activen Militärdienst eine längere, hochbedeutsame Ansprache, welche auf alle an dem feierlichen Acte Bethciligten den tiefsten Eindruck machte und in den betr. Sphären lebhaft commentirt wird. Der Wortlaut der Ansprache soll dem Ver­nehmen nach der Oeffentlichkeit nicht vorenthalten bleiben. Der Kaiser ent' wickelte darin ein Bild der Wirksamkeit des preußischen und des deutschen Heeres vom Großen Kurfürsten an bis in die neueste Zeit, dabei die Grund­sätze andeutend, welche dem nunmehr in die Armee tretenden Enkel für diesen Theil seiner Lebensaufgabe voranleuchten sollen. In der richtigen Würdigung des scheinbar Kleinen liege die Bürgschaft für das Große, das sei die Richt­schnur für die preußische Armee gewesen und solle es auch bleiben.

Das Herrenhaus erledigte seine aus unerheblichen Vorlagen bestehende Tagesordnung ohne einen bemerkenswerthen Zwischenfall nach den Anträgen der Referenten.

Rußland zu thun Vorschläge oder selber beabstchtige * weil dadurch die Noth- Wendigkeit weiterer Schritte prasumirt erscheinen würde. DieTimes" bemerkt über das türkische Rundschreiben, daß die Pforte sich darin nicht gegen die Wiederaufnahme von Verhandlungen binde und diese durch den Nachfolger Midhat's geschehen könnte; in welchem Falle England seine Vermittlung trog der Abwesenheit des Botschafters abermals anstreben sollte. Die der Staats- ^^ür die Kaiserfestlichkeiten in Delhi erwachsenen Kosten betrugen ungefähr 60,000 Pfund.

London, 12. Februar. Die Morgrnblätter bringen eine Privat- Depesche aus Brindisi, welche die Ankunft Midyat's daselbst am Sonntaa Morgen meldet. ,

Schweiz.

Bern, 10. Februar. Der Berner Großrath ratificirte den Ankauf der Berner und Luzerner Bahn mit 161 gegen 57 Stimmen und empfehlender An­sprache an's Volk.

Berlin, 10. Februar, lieber die Frage, ob Krieg oder Frieden, haben sich die englischen Minister so wenig, wie akem Anschein nach Fürst Bismarck, in dem gestrigen Privatgespräch irgendwie mit Zuversicht ausgesprochen. Der Golos" schwankt und widerspricht sich von Tag zu Tage. In militärischen Kreisen will man hier wisien, die russische Armee, die Alles mit sich führen müsse, bedürfe noch 500 Transportwagen, die jetzt vorbereitet würden. Der Friede bleibt möglich, wenn die Pforte einlenkt, hat aber sichere Anhaltspunkte noch nicht gewonnen. War der Bericht Salisburys über des Sultans per­sönliche Geneigtheit zum Nachgeben ganz richtig, so würde jetzt eine solche Wendung eintreten müssen, was sich zu bewähren haben wird. Midhat Pascha begibt sich einigen Zeitungs Nachrichten zufolge nach Paris. Personen, die ihn früher gekannt haben, wollen wisien, er werde die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen nicht ruhig hinnehmen, sondern sich dagegen bald öffentlich vertheidigen.

Berlin, 11. Februar. Heute Nachmittag 3 Uhr fand ein Minister- Conseil unter Vorsitz des Kaisers statt, welchem auch der Kronprinz beiwohnte. Albrecht, erster Präsident des Appellations-Gerichts in Wiesbaden, erhielt den rochen Adler-Orden zweiter Classe mit Eichenlaub.

Köln, 10. Februar. DieKöln. Ztg." meldet aus Men: Savfet Pascha erließ ein neues Rundschreiben an die Vertreter der Pforte im Aus­lande, weiches mitcheilt, daß auf Befehl des Sultans die Wahlen zum Par­lament und der Zusammentritt des letzteren beschleunigt werden soll.

Braunschweig, 9. Februar. DerBraunschw. Volkssreund" bringt folgenden Aufruf:

Für die Wahl in Glauchau-Merane, in welchem Wahlkreise W. Bracke als Canlidat aufgestellt ist, weiden die Braunschweiger Genossen gebeten, @el- der zusammenznbrmgen. Der Wahlkampf wird in jenem Kreise diesmal heftig entbrennen, aber ein um so glänzenderer Sieg steht uns bevor. Listen sind in der Expedition desBraunschw. Volksfreund" in Empfang zu nehmen mit wird diese über die eingehenden Gelder quittiren. Hamburg, 5. Febr. 1877. Eentral-Wabl-Comitö. Derossi.

In dieser Welse sorgt die Social-Demokratie in allen Wahlkreisen, und zwar nicht blos kurz vor den Wahlen, sondern beständig für das, was zur Agitation am nöthigften ist, für einen Wahlfonds, um agitatorische Schriften irt Tausenden von Exemplaren verbreiten zu können. Als es neulich irrthüm- lich hieß, Lasker habe für Meiningen abgelehnt und es stehe deshalb dort eine Nachwahl in Aussicht, entschloß sich sofort unaufgefordert, tote dieSchl. Pr." Mlttheilt, das Berliner Wahl-Comitö der Social-Demokraten, 1300 Mark zu Agitationszwecken den Meininger Parteigcnosien zu schicken. Und was thun die Gegner der Social-Demokratie, um solchen Agitationen entgegen zu wirken?

Hamburg, 12 Februar. Der verbrannte DampferBavaria" ge­hörte nicht mehr der Hamburger Dampfschiffsahrts - Gesellschaft, sondern war schon im Jahre 1876 nach England verkauft worden.

Norwegen.

Christiania. In Schweden hat ein ständiger Reichstags-Ausschuß darüber zu wachen, daß bei Anklagen wegen Preßoergehen Seitens der Gerichte keine Verletzung. M Preßgesetzes, welches zu den Grundgesetzen des Staates gehört, vorkomme, und dem Reichstage alljährlich über seine Wirksamkeit Be­richt zu erstatten. Der diesjährige Bericht lautet: Im verflossenen Jahre ist kein Fall vorzekommcn, welcher Veranlasiung zu einer Rüge gegeben.

Nei-ien.

Brüssel, 12. Februar. Die Nachricht derCorresp. Havas" in Be­treff des Rücktritts des Ministeriums ist erfllnden. Nur Malou allein wird sich zurückziehen im Falle der Verwerfung seines modistcirten Wahl-Reform- Entwurfes.

Spauieu.

Madrid, 10. Februar. Ein königl. Decret hebt den Senat auf und etzt die Neuwahlen auf den 5. April fest.

Madrid, 11. Februar. Der König muß wegen Katarrhs das Bett hüten.

Petersburg. Die WienerPresse" meldet aus Jassy, 6. Februar: Gestern kehrte eine Deputation rumänischer Officiere von Kischenew nach Bukarest zurück. Dieselben waren im Auftrage des Fürsten Karl in das russische Haupt- quartier ab^reist, um den Großfürsten Nikolaus zu seiner Genesung zu beglück­wünschen. Der Großfürst dankte der Deputation und drückte ihr feine beson­deren Sympathieen für den Fürsten Karl und das rumänische Volk aus. Die russische Pontusflotte hat den Auftrag erhalten, sobald es die Witterungs- verhältnisie erlauben, Kreuzungen im Schwarzen Meere vorzunehmen.

Petersburg, 10. Februar Nach einer Mittheilung der Redaction des Golos" erfolgte eine Verordnung des Ministers des Innern, die den Einzel- verkauf desGolos" verbietet wegen des Feuilleton-Artikels über das Schul­wesen in Nr. 19 desGolos", und wegen des Leitartikels über das Gerichts- wesen in Nr. 22 desielben Blattes.

Petersburg, 11. Februar. DerGolos" schließt, indem er die neu» lichrn Klagen der deutschen Presie über die deutschfeindliche Stimmung der russischen Organe erörtert: Die innigste Freundschaft, die wir mehr und mehr zwischen beiden Mächten befestigt zu sehen wünschen ist fein Hinderniß für die Selbständigkeit und Freiheit der internationalen Action, welche Deutschland für sich beansprucht und welche wir auch für unser Vaterland wünschen.

Wri.

Hefterreich.

Wien, 9. Februar. DiePolit. Corresp." meldet aus Kischenew: Weitere drei Armee-Corps sollen mobil gemacht und nach Beffarabien befördert werden. Es bestehe die Absicht, den Krieg mit großen Kräften zu führen, an mehreren Punkten in die Bulgaren einzndringen, um die türkische Kraft zu zer- splittern. Bei 8 Armee Corps mit 16 .Regimentern leichter und 6 Regimentern schwerer Kavallerie und 435 Geschützen könne man eine Cernirung von Rust schuf, Varna, L>ilistria und Schumla wagen. Die Reserven seien zusammen­gezogen, die Localtruppen hätten den Befehl bekommen, sich marschbereit iu batten. Letztere dürften die Stärke von 30,000 Mann erreichen. Längst bereit pebalteiie zerlegbare Kanonenboote feien bei der Armee eingetrdffen, die auf der Donau verwandt werden sollen, um der türkischen Donau-Flottille ebenbürtig

Wien, 10. Februar. DiePolit. Corresp." meldet aus Belgrad: In den bisherigen zwei Conferenzen zwischen Ristitsch und Pertew wurde über legende Punkte der türkischen Grundlagen zu den Friedens-Verhandlungen: Salutirnng der türkischen Flagge, Conservirung der serbischen Festungen gemäß dem Firman von 1867, und Verpflichtung der serbischen Regierung betreffs Verhinderung der Bildung und des Uebertrittl bewaffneter Banden, volle Eini­gung erzielt. Bezüglich der weiteren Punkte holte Pertew Instructionen ein, welche voraussichtlich heute ober morgen eintreffen. Nach Feststellung der Prä» liminarien dürfte Philipp Cbristits mit zwei Secretären zu definitiven Friedens- Verhandlungen nach Konstantinopel abgehen.

Pesth, 11. Februar. DemPesther Lloyd" zufolge wären die Per- Handlungen mit Majlalh und Sennvey gescheitert und hätte der Kaiser Bitto, Gbvczv, Lzlavy und Tisza aufgefördert, sich morgen bei ihm einzufinden, um Verschlage bezüglich einer anderweitigen Cabinets-Bildung zu machen.

Konstantinopel, 12. Februar. Anläßlich hierher gerichteter Anfra­gen bezüglich der gestern an verschiedenen Börsenplätzen verbreiteten Nachricht von einer bedrohlichen Haltung, welche 4000 bewaffnete Softas angenommen hätten, und dem bevorstehenden Ausbruch ernsthafter Ruhestörungen wird auf das Bestimmteste erklärt, daß Konstantinopel vollständig ruhig und die Meldung von den 4000 bewaffneten Softas erfunden ist.

Pera , 9. Februar. Die Antwort Montenegros ist gestern eingetroffen. Dieselbe erklärt, daß der Fürst die von der Pforte gemachten Vorschläge mit Abänderungen annehme und die Verhandlungen fortsetzen wolle. Die Antwort Serbiens steht noch aus.

P^ra, 9. Februar. Die Mißhelligfeit zwischen Midhat und einem hohen Würdenträger aus der kaiserlichen Familie (Mahmud Damad Pascha) brach in der letzten Rathsvcrsammlung ans, wo dieser dem Großoezr vorwarf, des Sultans feine Erwähnung gethau zu haben. Hierauf erwiderte Midhat, in verfaffungsmäßigen Zuständen strebten nur die Minister nach Verantwort- lichkeit. Eine große Gähruug ist im Volke bemerkbar, doch sind Zusammenrot­tungen auf den Gaffen untersagt. Die Stellung einiger Minister scheint nicht sehr sicher zu sein.

Kriechenland.

Athen, 10. Februar. Die Deputirten-Kammer begann gestern die Be- rathung des OrdinariumS des Kriegs-Budgets. Komunduros erklärte, die ge­troffenen militärischen Vorbereitungen seien nothwendig und wäre eine Verlän­gerung der Arbeiten der Kammern nach Erledigung des Budgets erforderlich. Endlich betonte der Minister, die Jntereffen des Landes, sowie die Politik des Ministeriums, ^welche auf «ufrechthaltuirg der Neutralität Griechenlands gerichtet sci, bürgten für die Ruhe der angrenzenden Provinzen.

London, 11. Februar. Die offtcicUe Antwort auf das russische Rund­schreiben wird wahrscheinlich in nächster Woche erfolgen. Noch herrscht darüber lebhafte Correspondenz zwischen den Mächten. Zwei Punkte scheinen festgestellt.- 1) Vermeidung einer identischen Antwort, 2) Vermeidung einer Rückfrage, was

Kalkutta, 11. Februar. Nachrichten aus Ahmeddabad zufolge fand in ber dortigen Pulver-Fabrik eine Explosion statt, wobei 50 Personen getödtet und gegen 1000 Personen verwundet wurden. Die Ursache der Katastrophe kst noch unbekannt.

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