und die Fortschritts-Partei dieselbe mit in's Leben gerufen und wesentlich gefördert hätten. Nach weiterer lebhafter Debatte, an welcher sich v. Schorlemer, Wehrenpsennig und Windthorst (Meppen) betheiligten, wurde die biscutirtc Position (geheime Ausgaben im Interesse der Polizei) unverändert bewilligt. Nächste Litzung morgen. a „
Berlin, 9. Februar. Der „Nordd. Allg. Ztg." wird aus Jasiy geschrieben, daß oer Kaiser von Rußland un Lager zu Kijchenew erwartet werde, um dort ein.' große Revue über die Truppen zu halten und in der Suite des Kaisers werde sich auch der Bruder der Kaiserin, Prmz Alexander von Hessen, befinden. m -
Berlin, 10. Februar. Unterrichtete leiten Midhats stürz von Rußland her wegen der Abneigung des letzteren gegen die constitutionelle Entwickelung der Türkei. In Bosnien und der Herzegowina sind ernstliche Aufstänre ausgebrochen.
Wiesbaden, 10. Februar. Die Commission des Bürger-Ausschusies hat 100 pCt. Communal-Steuern genehmigt. Der Gemeinderath verlangte bekanntlich 140 pCt. ,
— Eiil Oberpräsidial-Erlaß empfiehlt die strengste Gesetzeshandyabung, nachdem die Rinderpest auch in Köln, Nippes, Emden, Gelsenkirchen amtlich constatirl ist. ,, ,
Berlin, 10. Februar. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Es ist ein Gesetz Entwurf, becr. die Erweiterung der Verwendungs-Zwecke der Provinzial- Dotations-Fonds eingegangen. Bei der heute fortgesetzten zweiten Berathung über den Etat des Ministers des Innern wird der Rest desielben unverändert genehmigt. Ein Antrag von Zimmermann auf Prüfung des Perfahrens bei vorläufigen Entlassungen von Strafgefangenen wird der Justiz-Commission, em Antrag von Knörcke aus Gleichstellung der Strafanstalts-Lehrer mit den Straf- anstalts-Jnspectoren im Gehalt wird der Budget-Commission überwiesen. Der Regierungs-Commisiär hatte sich gegen beide Anträge ausgesprochen. Die Sitzung dauert fort.
Aus Bayern, 5. Februar. Die „Amberger Volks-Zeitung" enthalt an der Spitze des Blattes nachstehende Erklärung ihres Redacteurs und Verlegers: „Vom hiesigen Bezirksgerichts-Directorium ist nicht nur meine eidliche Vernehmung, sondern auch die meines Cassiers, des Factors, des Correctors, sowie der fämmtlichen Schriftsctzer-Gehülfen und eines Lehrlings meiner Buch- druckerei darüber vorgenommen worden, ob der Herr Assesior Walter an der Nedaction meiner Blätter betheiligt sei. Obwohl nun ein offenes, unumwundenes Zeugniß der betreffenden Personen den Herrn Affeflor Walter sofort vollständig entlasten würde, so kann eine gerichtliche Zeugniß-Abgabe von mir und meinem Buchdruckerei-Personal doch um jo weniger stattfinden, als es sich für mich lediglich darum handelt, ob ich verpflichtet bin, dem Gerichte jederzeit jede gewünschte Auskunft über meine Blätter oder mein Geschäft zu geben, zumal wenn der vernehmende Richter-Beamte der zukünftige Schwiegervater des Verlegers des „Amberger Tagblatts" ist."
Bamberg, 10. Februar. Das Landtags-Mitglied, Dom-Capitular Henning, ist gestorben.
Leipzig, 9. Februar. Der Verlags - Buchhändler Salomon Hirzel ist gestorben.
Stuttgart, 10. Februar. Der „Staats-Anz." enthält eine Erklärung, wonach die Behauptung, die württembergische Regierung begünstige die Gründung einer „bundesstaatlichen" Fraction im Reichstage, gänzlich der Begründung entbehrt.
Hesterreich.
Wien, 9. Februar. Baron Sennyey und der Iudex curiae Majlath sind heute Morgen hier einzetroffen, um wegen der Bildung eines neuen Cabi- nets zu verhandeln.
— Die Neubildung des ungarischen Ministeriums unter der Leitung des Führers der eonservativen Partei, v. Sennyey. gewinnt an Wahrscheinlichkeit. Der seitherige ungarische Finauzminister Szell ist hier eingetroffen, um trotz der Ministerkrisis noch den Abschluß der nicht länger aufschiebbaren Vorschuß-Ope-
Salisbury für die Vor-Conferenz ertheilte, constattrte Derby, da§ die Pforte unfähig sei, die versprochenen Reformen zu realisiren; nothwendigerweije müßieg die Mächte Garanriecn für deren Durchführung haben. England sei jedoch der militärischen Occupalion durch die Mächte entgegen. — Salisbury berichtet: Der Kaiser von Deutschland habe ihm bemerkt, die Politik des Czaren werde demselben durch die Umstände und durch die Unterdrückung seiner Glau- bens-Genofsen geboten. Der Kaiser von Oesterreich versicherte, die Interessen Oesterreichs und Englands seien in der dermaligen Phase der Orientfrage identisch. Melrgari constatirte, daß Italien im Kriegsfälle neutral bleibe, er ei aber gegen eine mili-.äiische Besetzung türkischer Provinzen durch fremd, Truppen. — Lord Loftus berichtet: Der Ezar kannte Disraeli's Rede m Guildhall noch nicht, als er seine Rebe in Moskau hielt. Sir EUiot berichtet an Derby: Der britische Einfluß auf die Pforte wurde durch die Agitaiioi Gladstone's vermindert. Aus einem Berichte Salisburys ergibt sich, daß Sa« lisbury die Abfahrt der britischen Flotte auf der Besika-Bay nach Athen bt fohlen habe, um zu constatiren, daß die Türkei nicht aus die Hülse England- zählen dürfe. Nach dem Zusammentritt des großen Raths war der Sultan geneigt, die Bedingungen der Mächte anzunehmen; aber Midhat Pascha wai für den Widerstand und legte dem großen Rache die Vorschläge der Mächti in solcher Form vor, daß die Ablehnung gewiß war. Derby, durch Musurut Bey von der Ablehnung in Kenntniß gesetzt, ertheilte der Türkei den Rath, mit Serbien und Montenegro Frieden zu schließen. Salisbury bemerkte bezüglich der türkischen Verfassung, er halte Nichts davon. Das Recht der Verbannung verbliebe dem Sultan. Jeder einmal in Verbannung Gewesene verliere die Fähigkeit, zum Senator ober Deputirten gewählt zu werben. Derby versichert! Salisbury vor deffen Abreise von Konstantinopel der vollsten Zustimmung dec Königin zu allen seinen Handlungen.
London, 9. Februar. Lord Ruffell hat für die Montazs-Sitzung bei Oberhauses den Antrag angekündigt, das HauS möge durch einen Beschluß aussprechen, daß es unverträglich mit den Pflichten der Regierung sei, mit einem so barbarischen, grausamen Staate, wie die Türkei sei, sreundschaftlichr Beziehungen aufrecht zu erhalten, und die einzige mögliche Beziehung sei bit der Feindseligkeit. — Das „Reuter'sche Bureau" meldet aus Washington vom 9. Febr.: Der Senat hat dem mit Spanien geschloffenen Auslieferungs-Ven trage seine Zustimmung ertheilt.
— Von dem Inhalt der dem Parlamente vorgelegten diplomatischen Correspondenz über die orientalische Frage ist ferner als bemerkenswerth zu erwähnen eine Depesche des Marquis Salisbury an Lord Derby, datirt Berlin, 23. Novbr., welche den Verlauf der Audienz Salisbury's beim deutschen Kaiser wiedergibt. Danach gab der Kaiser seiner Hoffnung auf Erhaltung bd Friedens lebhaften Ausdruck und erklärte, er habe zu diesem Zwecke seinen per- sönlichrn Einfluß beim Kaiser von Rußland möglichst geltend gemacht und iverbt fortsahren, ihn geltend zu machen. Der Kaiser sprach ferner die Meinung aus, die vow Kaiser Alexander befolgte Politik sei diesem durch die gegebenen Umstände und durch die Unterdrückung der seine Glaubens-Genoffen unter türk-fchn Herrschaft ausgesetzt wären, auferlegt, jedoch sei zu hoffen, daß durch die Zu- laffung vernünftiger Reformen in der Verwaltung der türkischen Provinzen, verbunden mit Garanticen für die Ausführung derselben, t>ie Nothivendigkeit einer Occupatio« türkischen Gebietes umgangen werden könne. Der Kaiser äußm feiner die Ansicht, daß Europa unmöglich länger die bloßen Versprechungen bei Pforte annehmen könne, es vielmehr unumgänglich nothwendig sei, daß genügende Garantieen gegen die Fortdauer der Uebelstände, unter welchen die Christen der Türkei litten, gegeben würden.
— In der Sitzung des Unterhauses kündigte Campbell für Montag ti- Ansrage an, ob der seitherige Botschafter zu Konstantinopel, Elliot, noch ia Dienste der Krone stehe; Muir will sich erkundigen, ob die türkische Regierum die Zahlung der Coupons der Anleihe von 1855 wirklich suspendlrt habe, ob schon die Fonds dazu in der englischen Bank deponirt seien. Auf Ansra^i Creilly's theilte demnächst der Schatzkanzler Northcote mit, daß kein einzigü activer englischer Osficier die Erlaubniß erhalten habe, in türkische Dicch zu treten.
ration herbeizuführen.
Wien, 10. Februar. Die Friedens - Verhandlungen mit Belgrad sind im besten Gange. In Kischenew sind vier preußische Stabsofficiere zu bleibendem Aufenthalt eingetroffen. — Der Kaiser bat die Demission Ttsza's angenommen ; Sennyey hat heute die Cabinets-Bildung abgelehnt. Der Rücktriit Gortscbakoff's ist neuerdings gerüchtweise verbreitet.
Pesth, 10. Februar. Im Unterhause wurde eine Zuschrift Tisza's verlesen, welche mittheilt, daß das Ministerium seine Demission gegeben und dieselbe ooui Kaiser am 8. Februar angenommen fei. Tisza motivirt in längerer Rede den Grund der Demission, indem er den Gang der Ausgleichs-Verhandlungen recapitulirt und constatirt, daß dieselben bei der Frage wegen der Con stituirung eines Central-Organs der Nationalbank gescheitert seien. Hierbei sei die Regierung einem Verlangen begegnet, welches sie nach ihrer Ansicht ohne Schädigung des staatlichen Ansehens nicht acceptiren konnte. Die Regierung müßte demnach versuchen, ob sie nicht die Errichtung einer selbstständigen Bank in Angriff nehmen könnte. Niemand habe das Recht des Landes hiezu angezweifelt und wenn dies geschehen wäre, hätte der König von Ungarn vereint mit der ganzen Nation dieses Recht vertheidigt. Allein die Bedenken des um das Wohl der Gesammtmonarchie wie um das Landesnohl besorgten Fürsten waren so groß, daß das Cabinet dieselben nicht zu verscheuchen vermochte. Das Dttnisterium habe daher seine Demission gegeben und ersnche das Haus, seine Sitzungen zu suspendiren, bis der Kaiser bezüglich einer neuen Regierung verfügt habe. Die Entscheidung werde nicht lange ausbleiben, nachdem der Monarch schon heute mit mehreren in allgemeiner Achtung stehenden Persönlichkeiten con- serirt habe. Hierauf werden die Sitzungen vertagt.
ArankreilH.
Versailles, 9. Februar. In der heutigen Dcputirten-Kammer erklärte der Minister des Auswärtigen, Herzog Decazes, auf eine Anfrage Gambetta's, die diplomatische Correspondenz befinde sich im Druck und werde demnächst zur Vertheilung kommen. Anläßlich mehrfacher Angriffe gegen Decazes erklärte der Minister-Präsident Simon, im Cabinet bestehe vollständigste Harmonie.
6ngtaa6.
London, 9. Februar. Dem Parlamente sind die Orientfrage betr. Actenstücke vorzelegt worden: In den Instructionen, welche Lord Derby an
Spanien.
Madrid, 10. Februar. Dem Journal „Tiempo" zufolge unterzeichn« der König ein Decrrt, welches die Auflösung des Senates und Neuwahlen fr denselben auvrdnet. Das Decret erscheint demnächst im Amtsblatte.
KuKland.
Petersburg, 9. Februar. Der „Golos" schreibt, an den Stvi Midhat's anknüpsend, das Ende des türkischen Reiches in Europa sei gekon men, es sei nur Geduld nothwendig und wird das Warten nicht schwer werd!' da ein Krieg unmöglich mit einem Staate geführt werden könne, der schnellt durch die innere Krisis, als durch ein fremdes Heer untergehen wird. Rußlin'. werde Zeit genug haben, die Christen vor Unglück zu retten, welches sie bnr: den Untergang der Türkei treffen könnte. Für Rußland wie für die ChriAi sei es vortheilh-ster, abzuwarten, welche Richtung der Proceß der Staat- Verwesung annimmt, als denselben durch Einmischung zu verlängern.
Amnänie».
Bukarest, 9. Februar. Wie versichert wird, ist Demeter Sturdza i ! das Cabinet zu dem Zwecke wieder eingetreten, um das folgende Progiam' durchzuft'ihren: Bedeutende Reduktion der Ausgaben für das Militär, Erhöh»» der Grundsteuer, fortschreitender Verkauf unbelasteter Staatsgüter, Herstellm- des Gleichgewichts des Budgets für das Jahr 1877.
HmeriLa.
Washington, 9. Februar. Die Eommission für die Entscheid der streitigen Punkte bei der Präsidenten-Wahl bat in ihrer heutigen Aben- fihung mit 8 gegen 7 Stimmen beschloffen, daß die Stimmen von Florida all für Hayes abgegeben anzusehcn seien. Morgen soll diese Entscheidung dc' Senate mitgetbeilt werden. Letzterer hat eine Bill angenommen, betr. die 93 düng einer Gesellschaft zur Legung eines Kabels von Baltimore nach Evrop-
Vermischtes.
— Aus her Herrschaft Itter, 3. Febr. Seit einiger Zeit beunruhi-t d* Heerde wilder Schweine We hiesige Gegend besonders dadurch, das dieselben die -lca' verwüsten. In Folge dcssen haben die Pächter der Jagd, welche für den herbeigkiüt>- ten Schaden einstehen müssen, mehrmals nach jenen unwillkommenen Gästen gej"t-,
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