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Rußland

russe" als vollständig erfunden

Willen

schwerde 1.

2

eventuell

3.

auf diesem Wege entgegen zu nehmen.

War das Haus der Ludwig Geißler Wiltwe von weiten der Stadt genehmigt? Ist es <me absichtliche oder eine irrthümtlche Anlage gewesen und wer trägt Die Schuld hiervon?

Aus welchem Grunde ist dje Straße gerade da, wo es jedenfalls am nothwen-

digsten war, daß sie breit wurde, wenigstens daß sie so breit wurde wie am ver­längerten Neicbensande, um 10 hessische Fuß schmäler?

4. Die Einberufer der heutigen Versammlung erlauben sich einen Plan vorzu­legen, nach welchem der sich nach unserer Ansicht gemachte Fehler noch einigermaßen verbessern ließe und ersuchen die Versammlung zu beschließen, fraglichen Plan der Stadt- verordneten^Versammlung zur Berücksichtigung zu empfehlen.

II. Allgemeine städtische Angelegenheiten.

1. Die Einberufer der Versammlung richten an die Versammlung die Frage: Ist vielleicht Jemand in der Lage Bericht zu erstatten wie die Angelegenheit um die städtische Wasserleitung steht. Indem es uns nicht scheinen will als wcun das Re­sultat den Ausgaben entsprechen würde.

2. Es würde äußerst erwünscht sein, wenn der Bau-Ausschuß beziehungsweise das städtische Bau-Amt uns einmal erklären würde von welchem Standpunkt aus die Ansicht Über Errichtung von Straßenanlagen herrühren würde, indem in letzterer Zett die Klagen über das Bauwesen sehr häufig geworden sind. So steht betspielSwerse das HauS des Herrn Schäfer auf eine eigenthümliche Weise in der Bauliaie an der Straße >m Gartfeld.

3. Bei einem großen Theile der Bürgerschaft hat e8 auf eine äußerst unange­nehme Weise berührt, daß in der Realschule das Schulgeld von den Lehrern tn Empfang genommen beziehungsweise von denselben gefordert wird. Auf welche Weise ist es da­zugekommen, daß die Lehrer dazu ermächtigt worden sind?

III. Die Ergänzungs-Wahlen zur Stadtverordneten-Versammlung.

Die Einberufer der heutigen Versammlung sind der Ansicht gewesen, daß es jedenfalls von Interesse fein dürste die öffentliche Aufmerksamkeit auf die im Herbste dieses Jahres statlfindenden Ersatz-Wahlen zu richten, und erlauben sich, um die Auf­merksamkeit deH Publikums mehr auf die Vorgänge in der Stadtverordneten-Versamm­lung zu richten, folgenden Vorschlag machen zu dürfen:

1. Es würde von Setten der Wähler ein ständiger Ausschuß zu wählen sein, welcher tn jede Versammlung des Stadtraths 2 Mitglieder schickt und welche von Z it zu tßeit den Wählern Bericht erstattet. Es dürfte sich dieses Mittel der Versammlung zur Annahme jedenfalls empfehlen.

2. An die Stadtverordneten-Versammlung das Ersuchen zu richten, entweder den Wahltag auf einen Sonntag zu verlegen oder die Wahlzeit ausdehnen zu wollen bis Abends 8 Uhr, es würde dies jedenfalls im Interesse der arbeitenden Bevölkerung und der auswärts wohnenden, beziehungsweise arbeitenden, sehr erwünscht sein.

Hierauf erklärt der Vorsitzende, daß er auf eine spectelle Darlegung der ver­lesenen Schriftstücke näher einzugehen nicht tn der Lage sei, weil er von der Berufung der Versammlung, sowie deren Zweck bis zu diesem Augenblick keine Kenntniß gehabt habe; er schlägt daher vor, Herrn Werner das Referat seiner eingebrachten Tages­ordnung zu überlassen, was die Versammlung beschließt.

Hierauf nimmt Herr Werner das Wort.

Derselbe geht nunmehr in die Details über und critisirt hierbei die für den Verkehr zu eng angelegte neue Bahnhofsstraße, sowie den Mißstand des in die Straße gestellten Geißler'schen Hauses.

Nachdem Herr Werner beendet, fragt der Vorsitzende, ob Jemand das Wort verlange; da sich Niemand hierzu meldet, ergreift er dasselbe, um fein Bedauern aus- zud-ücken, daß die anwesenden Herren Stadtverordneten die Beschuldigung hingenommen ohne zu antworten.

Ders lbe findet auch allerdings Angesichts vieler unaufgeklärten Dinge, daß es etwas faul im Staate sein müsse und erklärt, man sei versucht anzunehmen, daß eine Partei im Stadtvorstand sich befinden müsse, welche den Säckel der Steuerzahler für die Stephansmark mehr in Anspruch nehme, als dies für andere Stadttheile der Fall ist.

Er bezeichnet dafür: t «-> ,r v. t

I. Das Anlegen von Straßen in der Stephan?mark, beispielsweise dre soge­nannte Pttristraße, an dem Besitze des Herrn Prof. Oncken vorübersührend, sei noch kein Bedürfniß gewesen, um so weniger, als der Grund und Boden heute noch nicht

Tagesordnung für die auf Lony's Bierkeller tagende Versammlung:

I. Die Eröffnung der Reichensand-Bahnhofsstraße.

Die heute Abend hier tagende Versammlung ist einberufen von einer Anzahl hiesiger Bürger, um die Meinung der Bürgerschaft Gießens über die nach unserer An­sicht durchaus verfehlte Anlage der Reichensand Bahnhofstraße zu hören und etwa Be-

Lokal-Stotiz.

Giesren, 7. Juni. Zu dem gestrigen Eoncerte des hiesigen Concert-Vereins, in welchem das OratoriumElias" zur Aufführung gelangte, strömten so zu sagen die auswärtigen Besucber massenhaft in die Stadt und war die Kirche bis in die äußersten Ecken besetzt Der Genuß, der dem Besucher geboten worden, war überraschend und wir erinnern uns kaum einem schöneren derartigen beigewohnt -u haben.

Gießen, 7. Juni. In Nachstehendem lassen wir das obiektive Protokoll der Bürgerversammlung am 1. Juni auf Lony's Bierkeller folgen:

In Folge einer tn hiesigem Anzeiger ergangenen Aufforderung zur Thetlnahmc an einer Bürgerversammlung, stattfindend um 8 Uhr auf Lony's Bierkeller, versammel- ten sich eine große Anzahl hiesiger Bürger, welche über Nachstehendes schlüssig wurden:

Herr Herrn. Werner eröffnete die Versammlung und wurden die Herrn Aron Katz als Vorsitzender und Jul. Euler als Schriftführer gewählt-

Bevor zum Uebergange der Tagesordnung geschritten wird, erhielt Herr Dr. Dittmar auf sein Verlangen das Wort, und hebt hauptsächlich hervor, daß es wünschenswerth sei zu erfahren, wer die heutige Versammlung berufen hatte?

Der Vorsitzende richtet daher die Frage an die Versammlung: ob dem Verlangen des Herrn Dittmar stattgegeben werden solle, worauf sich die Versammlung ab leh Der Vorsitzende macht das Ergebniß der Abstimmung bekannt und überläßt es denjenigen, die die Versammlung berufen, sich bekannt zu geben. .

Hierauf nimmt H. Werner das Wort, und, veranlaßt durch viele der hiesigen Bürger, sich selbst als denjenigen zu bezeichnen, welcher die Versammlung berufen.

Derselbe versucht den Zweck und die Nothwendigkeit einer öffentlichen Besprechung durch entstandene grobe Fehler bei neu angelegten Straßen und Prioatbauten nachzu- wetien, übergibt dem Büreau eine Tagesordnung, welche der Vorsitzende durch den Schriftführer verlesen läßt.

Griechenland.

Athen, 5. Juni. In einer Zusammenkunft des zeitigen Minister-Prä­sidenten Kumunduros mit Deligeorgis, Trikupis und Zarmis ist im Wesentlichen eine Verständigung erzielt worden, so daß die Mitwirkung der genannten Par­teiführer bei der Bildung des Cabinets beinahe als gewiß anzusehen ist. Be­züglich der Frage, wer definitiv an die Spitze des Cabinets treten soll, hängt die Entscheidung von der morgen zu treffenden Beschlußfasiung der Kammer ab.

° Giurgewo, 5. Juni. Gestern Abend eröffneten fünf türkische Batte­rien aus den Rustschuker Werken ihr Feuer aus Giurgewo. Daffelbe wurde bis 7 Uhr unterhalten, war aber ohne Wirkung.

Cettinje, 5. Juni. Seit heute früh sind die Montenegriner mit den Türken im Kampf. Die Türken sind bis Kükosenjak zurückgedrängt und ver­loren 500 Mann. Der Verlust der Montenegriner ist noch nicht festgestellt.

Wien, 5. Juni. DiePresse" meldet aus Cettinje von heute: Vor gestern sind die Türken auf die Anhöhen bei Spuz und Viseoeica vorgerückt, verschanzten sich dort und bombardirten das Dorf Movosei. Nachdem dieselben heute früh in großer Stärke gegen Marbinici hin gezogen waren, kam es da­selbst zu einem blutigen Gefecht; nach zweistündiger Dauer deffelben zogen sich die Türken in wilder Flucht gegen Podgonzza zurück, von den Montenegrinern bis Kukoschwina verfolgt. 400 Türken blieben tobt. In der Herzegowina wird seit heute früh gekämpft.

Der orientalische Krieg.

Wien, 5. Juni. DasNeue Tageblatt" meldet aus Giurgewo: Gestern ist bei Baneasa auf der Eisenbahn-Linie Bukarest-Giurgewo ein russi- cher Militär-Güterzug entgleist, jedoch ohne daß weitere Unfälle zu beklagen wären ; der Eisenbalm-Verkehr war in Folge davon zwei Stunden unterbrochen. Gestern fand bei Bekat ein Artilleiiekampf zwischen den Rumänen und einem türkischen Monitor statt, welcher von einer Batterie unterstützt war; letztere wurde zum Schweigen gebracht und der Monitor zum Rückzug gezwungen.

Konstantinopel, 5. Juni. Depeschen aus Rustschuk melden, daß gestern vom Fort Salikane aus der Hafen von Giurgewo beschossen wurde. Versuche kleinerer Abtheilungen, die Donau auf Barken zu überschreiten, seien zurückgewiesen worden.

London, 5. Juni. DasReuter'sche Bureau" meldet aus Erzerum vom 4. d. Mts.: Von den Jenikey-Höhen aus sind russische Recognoscirungs- Abtheilungen gesehen worden. Die durch den Marsch einer Abcheilupg des russischen Centrums bedrohten Türken, welche in Karak'liffa, Toprak-Kaleh und Delibaba postirt waren, haben sich zurückgezogen.

Petersburg, 5. Juni. Ein Telegramm des Großfürsten Nicolaus meldet: Alles steht gut. Gestern haben die^Türken vergeblich Kalafat bom- bardirt, heute wurden nur vereinzelte Geschütz-Schüsse der ganzen Donau entlang abgegeben. Bei Rustschuk wurden große Bewegungen des Feindes bemerkt. Die Türken errichten bei Nlkopoli neue Batterien. Ein officielles Telegramm von der Kaukasus-Armee meldet: Auf dem ganzen Gebiete am Schwarzen Meere

hat sich nichts Neues zugetragen. Die bei Vegliachmet geschlagene türkische Kavallerie riß auf ihrer Flucht die bei Ortaki stehenden Türken bis hinter Saganluk mit sich fort. Am 31. Mai erbeutete unsere Kavallerie einen

Herr Bernhardt spricht sich noch einmal Über die Angelegenheit in der Schwarz- lach bei Herrn Schäfer aus und schiebt verschiedene Mißstände der früheren Leitung

einmal anßefauft sein soll.

II Daß ein erheblicher Betrag zum Bau eines Rathhauses aufgenommen und nachdem man die Bürgermeisterei aus der Mitte der Stadt entfernt, e> klärt habe, daß kein Geld zum Neubau bereit fei und man vorerst hierauf verzichten müsse.

III. Daß die Durchführung der neuen Bahnhossstraße so sehr in die Lange ge­zogen, doch schließlich an ihrem Ausgangspunkte zn sihmal angelegt worden sei. Da« inan aus diesen und anderen Gründen zu dem Glauven berechtigt sei, anzunehmen, man. intereffire sich mehr für die Stephansmaik als andere Stadttheile.

Es entstände daher nicht die Frage Stephansmark oder eines andern Stadt- theils, sondern Stephansmark oder Altstadt. Er fände daher, daß es nöthig sei, von Seiten der Bürgerschaft für die Zukunft Stellung zu nehmen.

Derselbe hebt jedoch auch die schwierige Aufgabe der Stadtverordneten hervor, glaubt aber, daß sich dieselben nicht damit entschuldigen dürsten, die Fehler seien von Derwaltungsbeamten gemacht worden.

Herr Advocat Bai st bsttet um's Wort und bedauert vorerst, nicht am Anfang der Versammlung beinemo^nt zu haben, er bestreitet entschieden die oben gemachten Anschuloigungt.., da seit feinem Angehören der Verwaltung ein gleichmäßiges Verthetlen der Gelder je ..ad) Bedürfniß und nach Gutdünken in Anwendung tarne.

Wenn ein Vorwurf gemacht werocn sollte, daß bei der Fertigstellung von neuen Straßen-Anlage) schlecht gehandelt, resp. nicht zum Wohle der Stadt gehandelt worden sei, dann träfe er hauptsächlich diejenigen betheiligtm Einwohner, welche sich nicht so bereitwillig gezeigt hätten, wie sie es im Interesse der Sache thun sollten.

Nack mehreren Anführungen über die große Thätigkeil des StadtrMhs in den letzten 21/o Jadren weist er die Aussage zurück daß es eine abgemachte Sache sei, das Bürgermeistereigebäude solle außerhalb der Mitte der Stadt, es wäre dies noch nickt beschlossen, die alte Realschule solle Schule bleiben und er würde s. Z. helfen, daß da-, Gebäude in die Mitte der Stadl käme.

Mit Freuden würde tr begrüßen, wenn sich derartige Versammlungen, welcye echt demokratischer Natur seien, öfterer über die Angelegenheiten der Stadt ein­gehender berathen. er würde für sein Theil immer anwesend sein und zum Wohl der Stadt helfen, würde aber auch entschieden sich gegen alle Beschuldigungen des Stadt- raths ^^7rn$arbt ergreift das Wort und spricht sich namenlUch darüber aus, daß die jetzt in Betreff des Neubaues des Herrn Schäfer in der Schwarzlach dem- fdben gemachten Beschwerden ungerechtfertigt und nachtheilig für denselben feien, man solle auch den Mann weitcrbauen lassen und ihn jetzt nicht Hinbalten, nachdem man ihm genehmigt und er schon am 2. Stock baue. Die Leiter des Bauwesens sollen die Augen eher austhun, damit nicht immer solche Fehler oorfommen roie hier und an dem Geißler'scken Haus an dem Reichensand, eS sei ein Jammer, wenn man sehe daß durch solche Genehmigungen die ganzen Anlagen, die doch ein horrentes Geld kosteten, v"^fu Herr^ Schreiner Bauer erhält das Wort und weist die Aussage des Herrn Bai st zurück, die interessirten Eigenthümer hätten sich nicht bereitwillig genug gezeigt, da er doch z. B. einen Platz, der ihn 800 fl. gekostet, gratis der Stadt gegeben Hobe und doch sei die Stadt ihrem Versprechen, die Reichensandstraße fertigzuitellen, noch nicht nachgekommen. __ , . ,,

Herr Ba ist gibt tn einzelnen Theilen den beiden Vorrednern Recht, weist aber darauf hin, daß überall Fehler gemacht würden, der L>tadtrath handle nach bestem

Wissen und Willen. ,

Herr Werner bittet um genaue Haltung a* der Tagesordnung, was jedoch nicht eher geschehen soll, bis die Discusfionen über allgemeine Verhaltmffe er»

Petersburg, 5. Juni. Die von englischen und polnischen Zeitungen reproducirte Nachricht des Berliner Correspondenten derTimes", wonach der polnische Emigrant Krylinsky, welcher in Folge der Amnestie freiwillig zurück­kehrte, in Warschau erschossen worden sei, wird von derAgence gön6rale bezeichnet.

Türket.

Konstantinopel, 5. Juni. Es verlautet, Rußland habe mit Eng­land und Oesterreich ein Abkommen getroffen, wonach Letztere in Folge der russischen Siege ebenfalls Theile der Türkei occupiren sollen.

Semlin, 5. Juni. Serbien bereitet sich trotz aller Ableugnungen vor, nach dem Uebergang der Ruffen über die Donau ebenfalls in Action zu treten, zunächst gegen Ak-Palanka und Nisch-

Rumänien

Bukarest, 5. Juni. Die rumänischen Bahnen sind sämmtlich wieder betriebsfähig.

Bukarest, 5. Juni. General Jgnatieff ist heute hier angekommen. Die Ernennung eines russischen Stadt-Commandanten neben dem rumänischen steht bevor.