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interessirt sei und es alS seine Pflicht wie al- sein Recht erkenne, dazu Namens

Türkei.

übrigen deutschen Staaten gleichgestellt werde. Zum Präsidenten des Landes- Ausschuffes wurde sodann mit Einstimmigkeit Schlumberger gewählt, der auch in der vorigen Session den Vorsitz führte.

Oesterreich.

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bevor sie einen Entschluß m der Angelegenheit faßte, geleitet von dem Wunsche, noch in dieser neuen Phase der orientalischen Frage die Uebereinstimmung Eu­ropas aufrecht zu erhalten, ihre Vertreter bei den fünf Vertrags-Mächten beauftragt, sich darüber Gewißheit zu verschaffen, was die Regierungen, bei welchen sie beglaubigt, gegenüber der von der Pforte ausgegangeuen Abweisung ihrer einstimmigen Wünsche nunmehr zu thun gedenken

Wahl-Ergebnisse kundgewordenen Umwandlung der öffentliche» Meinung^-indemli.... .. ___ ______|V, wv^

er^a- Land zu diesem Fortschritte beglückwünschte, da nuh die Voraussetzung der allgemeinen Interessen mitzuwirken. Die russische Regierung habe daher berechtigt erscheine, daß die resultatlosen, herben und compromittirenden Pro­testationen sich überlebt hätten, und sprach schließlich die Erwartung aus, daß durch die baldige Einführung einer eigenen Verfaffung das Reichsland den

'Wien, 3. Februar. DiePolit. Corresp." schreibt: Die Antwort der Pforte auf das Ersuchen der serbischen Regierung, ihr von den gewünschten Garantteen sür die Aufrechterhaltung des Friedens Kenntniß zu geben, sei so geartet, daß Serbien vorerst die Verhandlungen nicht fortsetzen könne, da diese Garantieen, die Seiten- der Pforte gefordert würden, die von letzterer aufge­stellte Grundlage des status quo ante bellum für Serbien illusorisch machten. Dieselbe Correspondenz meldet aus Bukarest, die rumänische Regierung habe ihre Agenten bei den fremden Staaten angewiesen, die Gerüchte über einen an»

Konstantinopel, 5. Februar. Die von der Pforte aus Anlaß des Auseinandergehens der Eonferenz erlaßene Note ist den Eonferenz-Mächten nunmehr zugestellt. Dieselbe wahrt in bestimmtester Form die Integrität und Autonomie der Türkei in allen ihren Landestheilen und führt überhaupt eine sehr entschiedene Sprache. Unter Darlegung der Politik Midhat PaschaS wird namentlich auf die von diesem geschaffenen Institutionen hingewiesen und das Recht Dritter zur Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Türkei bestritten.

geblichen Allianz-Vertrag zwischen Rußland und Rumänien als unbegründet zu bezeichnen; von einer Betheiligung Rumäniens an einer etwaigen kriegerischen Action könne keine Rede sein.

Wie«, 4. Februar. DemTelegr.-Corresp.-Bureau" wird aus Bukarest gemeldet, daß die Mintster-KrisiS in keinerlei Beziehung mit der autwärtigen Politik der rumänischen Regierung stehe.

Arankrtich.

Paris, 2. Februar. Heute wurde bei der Rekruten-Ziehung der ehe­malige kaiserliche Prinz nicht mit aufgerufen, weil fein Name von der Rekru­tenliste gestrichen ward. Die Gruppe der Intransigenten der Deputirten- Ka^ivier hat beschloffen, die Regierung wegen der allgemeinen Politik im Innern zu interpelliren. Marcel Barthel wurde zum Berichterstatter über die allgemeine Lage des Budgets ernannt.

Der Senat hat nach langer Erörterung das Gesetz angenommen, wel­ches die im Jahre 1872 aufgehobenen städtischen Einnehmer-Äemter wiederher­stellt. Beide Kammern vertagten sich bis Montag.

DieFrance" macht die Mittheilung, Decazes habe es aufgegeben, ein Rundschreiben an die diplomatischen Agenten Frankreichs über die Confe- renz abzusenden.

Paris, 3. Februar. Ein in den Zeitungen veröffentlichter Brief der Zeugen Soubeyran's, des Vice-Gouverneurs des Credit Foncier, constatirt, daß dieselben Pereire Vater und Sohn nicht dazu bewegen konnten, die Satis« faetion, welche die Letzteren Soubeyran schuldig waren, zu gewähren.

Perris, 3. Februar. Nach Privat-Nachrichten, welche derEorresp. Havas" aus Pesth zugehen, bestände die von der Türkei von Serbien gefor­derte Garantie in der Verpflichtung, innerhalb eines bestimmten Zeitraumes keinen Krieg zu führen; Serbien soll bei Rußland deshalb angefragt haben. Man glaube, heißt es weiter, daß Rußland zum Frieden rathen werde.

Gegenwärtig errichtet man auf allen Punkten der Küste Frankreichs, wo es keine natürliche Vertheidigung gibt, Stationen schwimmender Torpedos, die eine feindliche Landung verhindern sollen. Diese Torpedos sind in England von Whitehead erfunden; die französische Regierung erstand das Geheimniß der Fabrikation für die Summe von 350,000 Frcs. Die in der Torpedoschule von Bayardville mit den Whiteheads gemachten Proben ergaben, daß sie in einem Umkreis von 100 Metern stählerne Platten von 16 Centimeter Dicke vernichten. Einige Schiffe des Evolution--Gefchwaders sind schon mit diesen Torpedos versehen, die gegenwärtig in großer Menge angefertigt werden.

Paris, 4. Februar. DerAgence Havas" wird aus Ragusa gemeldet, der bisherige Gouverneur der Herzegowina Ali Pascha sei nach Konstantinopel berufen, da die gesonderte Provinzial - Verwaltung der Herzegowina aufge­hoben werde.

Krrgla»-.

Loudon, 5. Februar. DieTimes" bespricht die russische Rundnote und ist der Meinung, die Antwort der britischen Regierung werde im Einklänge mit dem Parlamente unzweifelhaft dahin lauten, daß England sich Vorbehalte, feine eigenen und die allgemeinen Friedens-Jntereffen zu Rathe zu ziehen und den weiteren Gang der Ereignisse abzuwarten. Wolle Rußland schneller vor­gehen, so werde es dies auf seine eigene Verantwortung thun müssen. Die Rundnote trage schwerlich zur Abschwächung des englischen Mißtrauens bei, sondern werde als Aufforderung zum Beginn des Krieges betrachtet werden, aus welchem Rußland, wenn die Türkei ohne Bundesgenossen bliebe, kaum er­mangeln könnte, Nutzen zu ziehen.

Velgierr.

Brüssel, 4. Februar. Eine liberale Bezirks-Versammlung in VervierS stellte nach leidenschaftlich erregter Debatte die Forderung auf, daß das Ma- lou'sche Wahl-Reform-Gesetz zurückgezogen werde, oder das Ministerium selbst zurücktrete. In Lüttich faßte eine Versammlung den gleichen Beschluß.

-lalle«.

Nom, 3. Februar. DerAgencia Stefani" werden die an der Pariser Börse ausgestreuten Gerüchte über das Ableben des Papstes als unbegründet bezeichnet; derselbe habe gestern die Oberen der religiösen Orden zur Weihe der Kerzen empfangen.

Petersburg, 4. Februar. Die Circular-Depesche des Fürsten Gortscha- koff, von welcher seit einiger Zeit in den Blättern die Rede war, ist jetzt wirk­lich erlaffen worden. Dieselbe erinnert zunächst daran, wie die Uebereinstim- mung der Großmächte bei Beginn der orientalischen Krisis vermöge der Initiative erzielt ward, und führt sodann aus, daß diese Uebereinstimmung durch die Zurückweisung des Berliner Memorandums gestört, bald aber auf der von englischer Seite vorgeschlagenen Grundlage wieder bergestellt worden sei und endlich dazu geführt habe, daß die Mächte einstimmig ihre Forderungen auf der Eonferenz der Pforte vorlegten, welche dieselben alsdann abgelehnt habe. Die russische Regierung glaube, daß Europa durch die Vereinigte diplomatische Action bewiesen habe, daß es lebhaft für die Erhaltung des Friedens im Orient

Jtateriia.

Washington, 4. Februar. Dem Kongreß ist nunmehr die vom Ea- binet berathene Botschaft des Präsidenten Grant zugezangen; dieselbe enthält den Vorschlag, die Wiederaufnahme der Baarzahlungen auf den bereits früher in Aussicht genommenen Termin sestzusetzen; ferner solle der Congreß den Schatzsecretär ermächtigen, 150 Millionen Dollars 4procentige Bonds zu emit- "ren, welche in 40 Jahren gegen gesetzliche Münze einzulösen wären._________

Lokal, Notiz.

Gießen, 6. Februar. Wir laffe* nachstebend die Tagesordnung der Stadt- verordnetewSitzung am Donnerstag den 8. Kebruar 1877 im SitzmrgSsaale de­alten Nealschulqebaudes folgen:

1. Die Kosten des israelitischen Religionsunterrichts.

2. Das Ausrücker, einer Lehrerin in eine höhere Aehaltsclasse.

3. Die Verwaltung der Schulcapitalien betr.

4. Die Rechtssache der Actienbrauerei Gießen und die Stadt Gießen betr.

5. Daö Feuerlöschwesen betr.

6 Den Straßenumbau zwischen Wallthor und Neustadt betr.

7. Offerte der Frau Karl Ebel Wittwe »egen «cländeadtretuna.

8 Anlagen auf der Schoor zwischen Wallthor und Neustadt.

9. Den Straßenzustand vor dem Neustädter Thor.

10. Die Straßenbeleuchtung betr.

11. Offerte des Philipp Valentin I. wegen Verbesserung eines Weg«.

12. Die Herstellung einer Abfahrt an der Grünberger Straße.

13. Die Herstellung eines Weg« auf dem Friedhof.

14. Gesuch wegen Erweiterung eine« Erbbegräbnisse«.

15. Den Straßendurchbruch zwischen Neustadt und Reichensand betr.

16. Baugcsuch deö Kupferschmieds Zimmer.

17. Herstellung de« Hofs der Turnanstalt.

18. Da« Halten de« Fasselviehs.

19. Decretur von Kostenrechnungen.

Gießen, 6. Februar. Die freiwillige Feuerwehr Hungen bat die hiesige für den 18. d. zu ihrem Stiftungsfest mit Uebung etnßeladen. Nähere« bet den Borstandsmtt- gliedern der f. städt. F.

Vermischtes.

Tübingen ist in letzter Zeit häufig von Bränden heimgesucht. Nach einem großen Feuer am 23 Jan. brannte es am 29. Jan. dreimal an verschiedenen Stellen. Dabei ereignete sich da« Unglück, daß bei dem ersten und größten dieser drei ,veuer zwei Steiger ihren Tod fanden, indem sie unter den Trümmern eine« znsammenstürzen- den Hause« begraben wurden.

Wien, 22. Jan. Raubmord,Attentat und Selbstmord. Die Schottengnsse und ihre Umgegend wurde in den Morgenstunden des heutigen Tages durch Gerüchte eine« neuen Morde« ä la Francesconi nicht wenig alarmirt; in der engen Gasse, die bekannt­lich eine der Hauptverkehrsadern in der inneren Stadt bildet, sammelten sich zwischen 9 und 10 Uhr Morgen« große Menschenmengen an, welche die Passage zu Wagen voll­ständig unmöglich mochten. Die abenteuerlichsten und erschreckendsten Gerüchte ctrcu* lirten. Kurz nach 9 Uhr erschienen mehrere höhere Polizeibeamte in dem genannten Wechselstuben-Locale, und nun stellte sich der Sachverhalt folgendeLmaßen heran«: Knapp vor dem Verschlage, welcher den für die Kunden bestimmten Raum von jenem trennt, in welchem sich der Geschäftsleiter befindet, lag in einer riesigen Blutlache der Leichnam eines ungefähr 28jährigen Manne«. Da« ganze Local war buchstäblich mit Blut überschwemmt. Neben dem Leichnam lag ein mit Blut überströmte« «asirmesser. Die Besichtigung der Leiche ergab eine kolossale Schnittwunde am Halse, so zwar, daß der Kopf nur noch sehr lose mit dem Rumpfe zusammenbängt. Hinter dem verschlag stand oder lehnte der Disponent der Wechselstube, Herr Samuel Wiener (Bruder des Eisenthümers L. Wiener) fast bewußtlos vor Schreck und Aufregung. Die Auskünfte, welche er der Commission über diesen Vorfall gab, waren folgende: Es »ar kurz vor 9 Uhr. Herr Wiener befand sich allein int Geschäfte. Die Thür öffnet sich und ein junger Mensch tritt herein, der sich, ohne etwa« zu sprechen, vor den Ladentisch stellt. Herr Wiener, mit dem Kopfe nach vorwärts geneigt, fragt nach seinem Begehr. In diesem Augenblick fühlt er sich von dem Unbekannten am Halse gepackt und verspürt gleichzeitig eine schneidende Bewegung. Herr Wiener, glücklicherweise durch den Ver­schlag von dem Räuber getrennt, reißt sich mit einem gewaltigen Ruck los, stürzt nach rückwärts und schreit unter Entfaltung seiner sämmtlichen Stimmmittel um Hilfe, der Räuber macht keinen Versuch, sein Attentat fortzusetzen oder zu vollenden, sondern schneidet sich mit einer entsetzlichen Kraftanwendung, ohne nur einen Laut von sich zu geben, buchstäblich den Hals ab- Diese ganz eben hier geschilderte Scene war das Werk eine« nach Sekunden zähltnden Zeitraum«. Schon in den nächsten Minuten nach dem Hilfeschrei war da- Local voll von Leuten. Der Fremde, von dem do- Blut unauf- dörlich herabströmt, war bereits tobt. Herr Wiener war mit dem Schreck davonge­kommen. Es stellte sich heraus, daß dem Räuber offenbar das Mester versagt hatte, der Halskragen war durchgeschnttten. Herr Wiener selbst ist völlig unversehrt. Es unterliegt selbstverständlich keinem Zweifel, daß hier ein Raubmord geplant wurde, ein Raubmord von einer ganz ungeheuren Verwegenheit, der, wenn er gelungen wäre, in der That dre SicherheitSverbältnisse von Wien in einer gefährlichen Weise beleuchtet hätte. Daß er glücklicherweise nicht gelang, erklärt sich daraus, daß der Attentäter da- Messer zuerst mit der stumpfen Seite ansetzte, sowie daß Herr Wiener ihm an körperlicher Kraft überlegen war. lieber die Person des Räuber« fehlen bi« jetzt alle Anhaltspunkte Er dürfte ungefähr 28 Jahre alt sein, ist sehr schmächtig, abgezehrt, hat schwarzes Haar und trug abgetragene schwarze Kleider, nur der Hut -scheint einer jüngeren Zeitepoche anzugehören; interessant und vielleicht bedeutsam mag der Umstand erscheinen, daß da« Hutfutter berausgerissen war. Vielleicht wollte er durch Nach­forschungen im Stile France-coni'S vermeiden.

(Ex-Sultan Murad). Einem Prioatbriefe von Konstantinopel entnimmt die .N. fr. Pr." Folgendes: In den letzten Monaten hat sich das körperliche Befinden Murad'« wesentlich gebessert, Schlaf und Appetit und damit ein befriedigender Ernäh­rungszustand sind eingetreten, fein GesichtsauSdruck ist ein normaler und sein Blick ein ausdrucksvollerer geworden; auch der Kräftezuftand hat sich entsprechend gehoben. Sein geistiges Verhalten ist aber noch immer gestört und bietet bei der langen Dauer der Krankheit nur wenig Hoffnung auf vollständige Genesung. Verschlossen, wortkarg, vielleicht ideenarm verbringt der Kranke in anscheinender Theilnahmlosigkett seine Le- benStage. Und dennoch blitzt noch hie und da in dieser dunklen Geisternacht ein mach- tifle« Gefühl, em Gedanke, eine Erinnerung auf, die deS Schmerzlichen genug umfassen zu können scheint. Bor ganz Kurzem hatte man »eranffaltet, daß in einem Nebelige-

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