Einzelbild herunterladen

Arankreich.

Paris, 1. Mai. Die von dem Minister des Aeußeru, Herzog Decazes, heute in der Kammer der Deputirten abgegebene Erklärung über die politische Lage constatirt die ausgezeichneten Beziehungen Frankreichs mit allen Mächten und sagt: die absoluteste Neutralität, gewährleistet durch Vie scrupulösefte Ent­haltung, wird die Grundlage unserer Politik sein. Diese Erklärung wurde mit Beifall ausgenommen.

Versailles, 1. Mai. Das der Kammer vorgelegte Gelbbuch umfaßt auf 530 Seiten ausschließlich auf die Orient-Frage bezügliche Acteustücke. Sämmtliche Depeschen des Herzogs Decazes bezeugen den lebhaftesten Wunsch Frankreichs, in Uebereinstimmung mit den Mächten den Frieden zu erhalten. Die Circular-Note vom 25. April bedauert, daß die Pforte das Protokoll zu­rückgewiesen habe, welches ihr ein ehrenhaftes Mittel an die Hand gegeben habe, die obschwebenden Schwierigkeiten friedlich zu lösen. Weiter heißt es in der Circular-Note: Nachdem so viel Anstrengung gemacht worden, die jetzige Entwicklung zu verhindern, haben wir nur noch den festen Willen auszufprechen den gegenwärtigen Verwicklungen fern zu bleiben. Wir erklären also laut und bestimmt, daß Frankreichs Politik in der absolutesten Neutralitäi, gewährleistet durch gewissenhafte Zurückhaltung, bestehen wird. Der einstimmige Wunsch Frankreichs und seiner Vertreter, unsere Entfernung von dem Kriegsschauplätze Alles dieses trägt bet, uns eine derartige Haltung aufzuerlegen. Wir wer­den dieselbe nur dann ändern, wenn neue Umstände gestatten, in gemeinsamer Action Europas die Rückkehr des Friedens vorzubereiten und zu erleichtern.

England

London, 30. April. Unterhaus. Aus die bereits angekündigte Inter pellation Campbell's erwiderte der Unter-Staatssecretär Bourke folgendermaßen: Auf das Ersuchen der Pforte um Hülfe hat der Khedive solche zugesagt und die Contingent-Truppen, unter der Führung des Prinzen Hassan, gestellt. Der selbe habe gleichzeitig das Versprechen gegeben, daß die seinen Gläubigern ver­pfändeten Revenuen nicht angetastet werden sollten, da er seinen Verpflichtungen nachkommen wolle. Die Kosten der Hülfeleistung für die Pforte würde durch Beiträge bestritten, welche der Khedive zu diesem Zwecke erhalten werde. Auf die Interpellation des Marquis Hartington antwortete der Schatzkanzler North- cote, daß die Königin heute die Neutralitäts-Proclamation unterzeichnet habe. Gladstone theilte den Text der fünf von ihm eingebrachten Resolutionen mit. Eine derselben enthält den Ausdruck der Mißbilligung über die Haltung der Pforte gegenüber den in Bulgarien verübten grausamen Handlungen und führt aus, daß die Pforte, so lange keine Aenverung ihres Verhaltens eintrete, jedes moralische und materielle Recht auf Unterstützung durch den Einfluß Englands verloren habe. England habe seinen Einfluß aufgewendet einmal für die Ent­wicklung der Freiheit und localen Selbstregierung der aufständischen Provinzen, sodann um der Unterdrückung derselben ein Ende zu machen, ohne sich unter irgendwelche Autorität einer fremden Macht zu stellen. England fordere von der Pforte Aenderungen, welche im Interesse der Humanität und Gerechtigkeit wie zur Sicherung des Weltfriedens wünschenswerth erschienen. Northcote setzte die Berathuug der Resolutionen auf Montag fest; Lubbock (Liberaler) wird denselben entgegentreten durch Beantwortung der Vorfragestelluug.

London, l.Mai. Im Oberhause theilte Lord Derby mit, die weiteren Schriftstücke bezüglich der orientalischen Frage kämen wahrscheinlich am Freitag zur Vorlage. Die Antwort aus das russische Rundschreiben sei nunmehr erst von der Königin genehmigt und werde heute Abend abgesendet. Die Vorlegung derselben werde erfolgen, sobald sie an ihrem Bestimmungsort überreicht sei.

Petersburg, 1. Mai. Lord Loftus überreichte heute die Neutralitäts- Erklärung Englands; dieselbe ist identisch mit der vom 9. August 1870 an­läßlich des deutsch französischen Krieges. Die Kaiserin und die Gemahlin des Thronfolgers reisen dem Kaiser entgegen, treffen in Moskau am Freitag Abend ein und kehren am 8. Mai hierher zurück. Der Kaiser verläßt morgen Kischeneff und geht hierher über Odessa zurück.

Kischeneff, 1. Mai. Officiell. Bei dem Diner nach der gestrigen Revue über die neunte Division brachte der Kaiser einen Toast auf den Ober- Befehlshaber Großfürsten Nicolaus aus und sagte:Mit Befriedigung habe ich mich von dem vorzüglichen Zustande der activen Armee überzeugt, mit Be­friedigung sah ich auch, welch ausgezeichnete Anregung der Ober-Commandireude dem Generalstabe wie allen Theilen der Armee gegeben hat. Ich bin sicher, daß er seine Pflicht thun wird." Der Großfürst antwortete:Ich versichere Ew. Majestät, daß wir unsere Pflicht thun werden bis zum letzten Bluts­tropfen" Der Kaiser verlieh dem Großfürsten Nicolaus das Regiment Volhy- nien. Dieser telegraphirte sofort an den Chef dieses Regiments:Ich sah die Bravour des Regiments bei Sebastopol. Folget dem Beispiele unserer hel- denmüthigen Vorgänger!" Dem General Niepokoitschezki wurde das Regiment Minck, dem Kriegs-Minister das Regiment Penza verliehen.

Riga, 1. Mai. Gestern Abend sind die ersten 17 Dampfer von Reval angekommen. Die Schifffahrt ist eröffnet. Weitere 50 Dampfer für Riga sind in Windau eingelaufen.

Griechenland.

Athen, 1. Mai. Außer in Hydra sind auch in Hermione, Argolis und Poros feindselige Kundgebungen gegen das Gesetz, betr. die außerordent­liche Recrutirung, vorgekommen. Die Regierung ist bemüht, die Bevölkerung zu beruhigen und über die Jutereffen des Landes aufzuklären. Anläßlich der verschiedentlich hervorgettetemn Neigung activer Soldaten, sich nach dem Kriegs- Schauplatze zu entfernen, um an dem Feldzuge gegen die Türken theilzunekmeu, hat der Kriegs-Minister die höheren Officiere zusammenberufen und mit ab- mahncnden Weisungen versehen.

Corfu, 1. Mai. Heute sind hier fünf Panzerschiffe des Mittelmeer- GeschwaderS eingetroffen. In der Provinz Epyrus herrscht überall vollstän­dige Ruhe.

Der orientalische Krieg.

Bukarest, 30. April, Abends. In der Deputirten-Kammer hat die Regierung einen Gesetz-Entwurf eingebracht, wodurch die Verfall-Zeiten für Zahlungen bis nach Beendigung des Krieges verlängert werden. Der Senat hat das Requisitions-Gesetz angenommen. Die Session wird nur kurze Zeit

währen; vor ihrem Auseinandergehen werden dieselben eine Permanenz-Com­mission ernennen.Rom mul" zufolge herrscht unter den türkischen Truppen in Silistria der Typhus. Die Ruffen besetzen bei ihrem Vorrücken mehr die Landstraßen, als die Eisenbahnen. Nachdem bisher die Bewegungen durch Ueberschwemmungen vielfach gehindert waren, ist gegenwärtig beffere Witterung eingetreten. Der bei Ruftschuk stationirte Monitor ist die Donau abwärts gesegelt.

Wien, 1. Mai. DerPolit. Corresp." wird aus Bukarest vom 1. Mai berichtet: Das hiesige bulgarische Comilä hat eine Proclamanon an die bulgarische Bevölkerung erlassen, worin dieselbe aufgefordert wird, zur Er­hebung bereit zu sein, sobald die Donau von den Russen überschritten worden sei. Morgen trifft die Tete eines russische Armee-Corps bei Busco ein. Von Rustschuk sind eiligst starke türkische Truppenmaffen per Eisenbahn nach Varna befördert worden, um von da durch Dampfer nach der Dobrudscha gebracht zu werden-

DiePolit. Corresp." erhielt folgendes Telegramm aus Bukarest vom heutigen Tage: Aus Negierungskreisen verlautet, die Türken hätten die rumä­nischen KriegsdampferFulgerue" undStefan Celnar" weggenommen. Seit heute sind die disponiblen Truppen wieder nach Kalafat dirigirt. Die Kam­mern werden heute und morgen die verlangten Kriegs-Subsidien votiren und dann, geschlossen werden. Aus Galatz, Braila und Giurgewo langen maffcn- haft flüchtige Familien mit Hab und Gut hier an.

Abends. DiePresse" meldet aus Moskau : Ein englischer Dampfer, welcher ohne die nothweudigen Vorsichtsmaßregeln in den Hafen von Kertsch einlief, stieß auf Torpedos, welche explodirten; das Schiff wurde zertrümmert, Mannschaft und Ladung gingen unter.

Petersburg, 1. Mai. Laut einer Meldung aus dem Hauptquartier Achalzich vom 29. April hat eine Colonne unter dem Befehle des Obersten Komaroff Decvin besetzt. Die Uebergänge nach Adalia und Ardahau sind mit Schnee bedeckt; die Wege schlecht, der Gesundheitszustand der Truppen aber ausgezeichnet. Die Bevölkerung empfängt die Truppen sehr freundlich und leistet der Aufforderung, die Waffen herauszugeben, willig Folge.

Konstantinopel, 1. Mai. Der rumänische Agent Ghika ist abgereist, angeblich wegen einer ihm zu Theil gewordenen besonderen Mission. Die Türken haben die Donau-Inseln zwischen Silistria und Kalawaschi geräumt.

Bukarest, 1. Mai. Oesterreich hat wegen der Äbschließung der un­teren Donau Einsprache erhoben. Die Schifffahrt ist demzufolge wieder theil- weise freigegeben. Die Russen rücken langsam, aber stetig vor. Der Ober- Commandant und der Generalstab treffen morgen in Fokschani ein. Der Artillerie-Stab ist nach Braila abgegangen.

Von Seiten Rußlands ist die erste Million der für die säcularisirten Klostergüter zugestandenen Entschädigung bereits ausgezahlt.

Zara, 1. Mai, Abends. Am Sonntag haben Insurgenten auf die Vor­hut der Türken im D6fil6 Bisina bei Nevesinje einen Angriff gemacht, wobei 15 Türken getödtet wurden. In Bosnien und der Herzegowina wirbt die tür­kische Behörde unter der mohamedanischen Bevölkerung Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren als Soldaten an. Erzherzog Albrecht hat in Peterwarvein die Truppen infpicirt und ist nach Ruma weiter gereist. Der österreichische Botschafter Graf Zichy begibt sich erst gleichzeitig mit dem deutschen Abge- sandten, Prinzen Renß. nach Konstantinopel.

Landwirthschaftliches.

lieber die Iußgiingerei der Bienen.

Von Imker H. H. Green-Kratt-Maasleben.

Meiner Erfahrung nach ist dies Uebel keine Krankheit, auch gebe ich der Nahrung nicht die Schuld, ebenfalls mache ich den Brutansatz der Königin nicht dafür verant­wortlich. Ich meine, die Ursache liegt bei guter Trachtzeit in zu grofter Hitze, in kärg­licher Zeit bei reicher Brut im Mangel an ausreichender Nahrung. Die jungen Bienen suchen dann noch Futter, kommen auch zum Flugloch heraus, purzeln herunter und müssen eines jämmerlichen Todes sterben.

Ich bin von diesem Uebel beinahe ganz befreit; um aber hierüber meine Erfah­rungen mittheilen zu können, muß ich vorerst meinen Bienenstand in Etwas beschreiben. Ick habe Schutz gegen Ost, Nord und West durch eine 910 Fuß hohe Hecke, an der Sudostecke gegen das Wohnhaus eine Tannenlaube, gegen Süden ßambertidje Nuß- sträucker und nid) Süd west einen niedrigen Apfelbaum mit ausgebreiteter Krone. Ehe diese Anpflanzung zurecht wuchs, hatte ich durch die Fußgängerei viele Verluste. Auf der Südseite vor den Haseln kann ich 14 Stöcke stehen haben und unter dem Apfel­baum einen Bierzwillingskasten; ich besetze diese Reihe im Frühjahr immer mit 7 Schwarmstöcken. Da nun Apfelbaum wie Hasel die Stöcke gegen Süden bis an's Flugloch beschatten, so habe ich hier niemals Fußgängerei beobachtet.

In meiner Bienenlagd selbst steht auf der Westseite mit Ausflucht gen Ost ein Biknenschauer von 3 Etagen, worin 24 Bogenstülper mit je 2 Fluglöchern; auch bet diesen, wo hinreickend Schatten ist, habe ich in den 4 Jahren, seit welchen die Stöcke besetzt sind, keine Fußgängerei vorgefunden; ebenfalls auch nicht an den Schwarmstöcken, welche von der Tannenlnube beschattet werden.

An den Stöcken im Schauer beobachtete ich sehr bald, daß die Bienen am lieb­sten das oberste Flugloch frequentirten; ick machte daher das unterste so klein, daß nur eine Drohne dasselbe ungehindert passtren konnte. Da nun alle meine Schwarm­stöcke Walzenkörbe sind und dabei ziemlich hoch, so versah ich vor 3 Jahren alle leeren Körbe mit 2 Fluglöchern, das obere ungefähr 8 Zoll von unten als Hauptflugloch, steckte darunter ein kleines Flugbrett und ließ das untere so klein, wie oben bemerkt. Dadurch ist auch hier der Fußgängerei fast ganz vorgebeugt worden.

Ich hatte beispielsweise noch im letzten Sommer 8 alte Schwarmstöcke, mit einem größeren Flugloch am Standbrett und unbeschattet, von denen 2 das Uebel be­kamen, der fine sehr stark. Ich glaube sicher, daß die Fußgänger junge Bienen sind, dies beweist schon ihre sehr hellgraue Farbe, sowie ihre Haare und unbeschädigten Flügel. Das Uebel tritt erst ein, wenn der Stock vollständig mit Brut besetzt ist und die jungen Bienen sich nachunten aufhalten, weil dort ihr Geburtsort und ihre Arbeit ist, und wenn bann der Stock nur ein Flugloch, und zwar am Standbrett hat, und dabei die Sonne tüchtig warm hineinscheint, so kommen die kleinen Thierlein mit den Arbeitsbienen hinaus und wollen auffliegen. Weil aber ihr Körper zu schwer und die Flügel zu schwack sind, so will dies nicht gelingen, worauf sie kleine Sätze machen, aber auch bald herunterpurzeln. Manchmal laufen sie auch sogleich im Sturm herunter und sind dann wegen ihres Eigensinnes unrettbar verloren.

Bei kühler Luft, in den Morgen- und Abendstunden, kommen diese Spaziergänge und Purzelbäumchen niemals vor. Will man keine Fußgängerei, so muß 1) dos Haupt- flugloch hoch angebracht, 2) Schutz vor übermäßiger Hitze und den prellenden Sonnen­strahlen und 3) gute Fütterung, wenn viel Brut und wenig Nahrung vorhanden, ge­währt werden.

Wäre es nicht der Bequemlichkeit wegen nöthig, daß die Bienen ihre Unreinlich feit hinaustragen können, so dürfte meiner Meinung nach das Flugloch am Standbrett ganz fehlen.

Die Red. erinnert hierbei an den von Herrn Dr. Kaeftner gegebenen Rath, in derartigen Fällen den Vorplatz des Bienenschauers an heißen Tagen zu wiederholten Malen mit reinem kalten Wasser gehörig zu besprengen.

Verbi, d. SchleSw. Holst. C. f. B.

«niufRlIi»

Vor 1 SW ?Mselder \

Er woist" L.t gusmtrkl^ ^ii4lanbhtS KZL

to,irn t SSil- frtbftt di-M-

Saum { ftnbcn

die LiiM-SE bdtr. 63 fehlt firn '-Wen, auck

§

2447) Zu mib An'chr von Submission verg

Lonnabe im bitten Mh

Ofsistrn

Dir W

CoMstn drzvo

Wetzla

OeffeM

GroßberzoW CbtrSeffen hat Mitt den fön kannt. Es wer welche vermöge KarlSchütz-i oieselben im Tu

Montag bei Meldung $ ["Wen und Verzichts da äs Munttn die

dtichlüss. ^»den Glaub Ä den 25.

ra$Mhinen ^nichts mürb»« Wfien; N

) »nton S neben

»te Ä Sein ?ann-

Kniens do

&bcn 2 %°0h(