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A«?kige- und AmtsdM für den Kreis Gießen.
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Expedition r Schul st raße, Lit. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Amtlicher Hheil.
Gießen, den 1. Mai 1877.
Betreffend: Die Ableistung des Verfassungseides.
Das Großhcrzogliche Kreisamt Gießen
an die Großberzoglichen Bürgermeistcreirn des Landqerichtsbezirks Lich.
Die Ableistung des Verfassungseides der seit November v. I. aufgenommeneil Ortsbürger, sowie derjenigen Großh. Hess. Untertanen, welche sich ohne Ortsbürger zu werden, seit der bemerkten Zeit verheirathet haben, soll
Samstag den 26. Mai l. I., Vormittags 10 Uhr, in dem Rathhaus zu Lich
stattfinden.
Sie wollen die betreffenden Personen zu diesem Termin vorladen und daß dies geschehen, unter Namhaftmachung der Vorgeladenen, uns vor dem Termin anzeigen oder berichten, daß Niemand vorzuladen sei.
Halten sich dergleichen Personen auswärts auf, so ist der Aufenthaltsort anzugeben.
v. Röder.
Gießen am 1. Mai 1877.
Betreffend: Die Ableistung des Verfassungseides.
Das Großherzvgliche Kreisamt Gießen
an die Gr. Bürgermeistereien Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen, Rodheim, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe und Villingen.
Die Ableistung des Versassungseides der seit November v. I. aufgenommenen Ortsbürger, sowie derjenigen Großh. Hess. Untertanen, welche sich ohne Ortsbürger zu werden, seit der bemerkten Zelt verheirathet haben, soll
Donnerstag den 24. Mai l. I., Vormittags 10 Uhr, in dem Rathhaus zu Hungen
statrfinden.
Sie wollen die betreffenden Personen zu diesem Termine vorladen und daß dies geschehen, unter Namhaftmachung der Vorgeladenen, uns vor dem Termin anzeigen oder berichten, daß Niemand vorznladen sei.
Halten sich dergleichen Personen auswärts auf, so ist der Aufenthalsort anzugeben.
v. Röder.
Gießen am 1. Mai 1877.
Betreffend: Die Ableistung des Verfaffungseides.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Gr. Bürgermeistereien der Gemeinden des Stadt- und Landgerichtsbezirks Gießen.
Die Ableistung des Versassungseidcs der seit November v. I. allfgenommenen Ortsbürger, sowie derjenlgen Großh. Hess. Untertanen, welche sich ohne Ortsbürger zu werden, seit der bemerkten Zeit verheirathet haben, soll
Samstag den 19. Mai l. I., Vormittags 10 Uhr, in dem Negierungsgebäude zu Gießen
stattfinden.
Sie wollen die betreffenden Personen zu diesem Termin vorladen und daß dies geschehen, unter Namhaftmachung der Vorgeladenen, uns vor dem
Termin anzeigen oder berichten, daß Niemand vorzuladen sei.
Halten sich dergleichen Personen auswärts auf, so ist der Aufenthaltsort anzugeben, v. Röder.
Aolilischer H 6 e i!.
Deutschland.
Darmstadt, 1. Mai. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädigft geruht: _
Am 28. April den Rath bei der Provinzial-Direction Starkenburg, Regie- rungsrath Gustav von Marquard, zum Kreisrathe des Kreises Offenbach zu ernennen.
Berlin, 1. Mai. Der Reichstag hat die Gesetz-Vorlage über die Verwendung eines Theiles des Reingewinns aus dem Generalstabswerke über den deutsch-französischen Krieg in erster und zweiter Lesung ohne Debatte angenommen. Bei der zweiten Lesung des Patent-Gesetzentwurfes sprach Reichensperger gegen denselben, weil der Nutzen des Gesetzes mit der Kostspieligkeit des dazu erfordert,chen Aufwandes in keinem Verhältniffe stehen, und einzelne Specnlau- ten dasselbe zum Nachteile des öffentlichen Interesses ausbeuten würden. Kleist-Retzow und der Bundes-Commiffär wenden sich gegen diese Ausführungen. Der § 4, der die Einführung des Patent-Schutzes ausspricht, wird mit sehr großer Majorität angenommen. Mehrere zu den übrigen Paragraphen elnge brachte Amendements, namentlich ein zu § 8 eingebrachtes, wonach die Patentgebühren von 50 aus 30 Mk. herabgesetzt werden sollten, werden abgelehnt; ebenso die auf Einschränkung des Licenz-Zwanges abzielenden Anträge zu § 11. Dieser Paragraph wird unter Streichung des Schlußsatzes wesentlich in der Commissions-Fassung angenommen. Die übrigen Paragraphen bis zum Schluß werden in wenig veränderter Faffung genehmigt. Die von der Patent-Com- wission beantragte Resolution, den Reichskanzler aufzufordern, die Herstellung eines Modell-Museums in Erwägung zu ziehen, und die Ueberschüsie des Patent-Amts hierzu zu verwenden, wird abgelehnt. (Fortsetzung der Bera'hung morgen.)
Berlin, 1. Mai. Gerüchte über eine Verständigung zwischen Oesterreich und der Türkei wegen Neutralisirung Serbiens sind verbreitet, bedürfen
jedoch der Bestätigung. Thatsächlich wird dieselbe wohl insofern eintreten, als die Türket die Neutralität respectiren wird. Audraffy soll neuerdings geäußert haben, Oesterreich werde neutral bleiben. Daraus wird geschloffen, daß eine Occupation Bosniens vorerst nicht zu erwarten ist.
Berlin, 1. Mai. Die „Krcuz-Ztg." ist ermächtigt, die Notiz von der Berufung des Hofpredigers Trommel zum Prälaten in Karlsruhe für vollständig unbegründet zu erklären.
Stuttgart, 1. Mai. Die Stände-Versammlung ist auf den 15. Mai etnberufeu.
Straßburg, 1. Mai. Der Kaiser ist soeben, 4 Uhr 50 Mn., unter dem Donner der Kanonen und dem Geläute der Glocken bei prächtigem Wetter hier eingetroffen. Aur Bahnhofe und in den zur Präfectur führenden Straßen hatte sich eine große Volksmenge aufgestellt. Der Kaiser wurde mit begeisterten Hochrufen empfangen. Alle öffentlichen Gebäude und viele Privathäuser sind reich und festlich geschmückt.
— Der Kaiser hat auf die kurze herzliche Ansprache der Mitglieder des Landes-Ausschusses bei deren Vorstellung Folgendes erwidert: Ich freue mich, daß wir hier das erstemal uns so sehen, weil ich der Ueberzeugung lebe, daß die Hoffnungen.und Wünsche, welche Sie soeben als die des Reichslandes gegen imch ausgesprochen, sich vollständig erfüllen werden, wenn Sie sich von der Aufgabe durchdrungen fühlen, das neue Reichsland immer mehr mit dem alten Mutterlande zu assinnliren und das deutsche Element deffelben immer mehr zu beleben. Ueberrascht von dem freundlichen Entgegenkommen und den lebhaften Begrüßungen, die ich hier gleich bei dem Eintritt in das altehrwürdige Straßburg gefunden habe, erfüllt mich die Zuversicht, daß eS nur eines Gewöhnens und Euilebenö bedarf, um, wenn Jeder von uns thut was in seinen Kräften steht, das neue Verhältnis welches die Vorsehung Ihnen auf: erlegt, zu gegenseitiger Genugthmmg zu gestalten.


