Ausgabe 
3.10.1877
 
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gerückt und haben Plänkeleien mit den Türken begonnen.

Daily News

25. L>eptbr. von den Kosaken besetzt.

erhalten soll, ist General Totleben dem Fürsten Karl

Kopace wurde am melden ans Verbice

derweitige Verwendung beigegeben.

V?ew- Aork, Truppen - Detachement Gebiet.

Gießen, u 1.10-15, M 6L 3 Erbsen, yer Stück 70^,£

Lokat-SLotiz.

Gießen, 20. Okt. Wir lassen nachstehend das Protocoll der Stadtoerordnetcn- sitzung vom 20. Seprember folgen:

1. Herr Heinrich Becker besitzt einen Garten an der Schoor -wischen Wall- thor und Neuenwegerthor in der Nähe oeö erbaut werdenden Jufltzgebäudes, welcher demnächst tn die dort projectirle Straße fällt. Unmittelbar hinter diesem Garten liegt städtisches Eigenthum, welches Bauplatz bildet- Auf einen deshalb jetzt schon vorge- geschlagenen Lausch konnte von der Stadt nicht eingegangen werden, weil Herr Hein­rich Becker seine Forderung zu hoch gestellt hat und es soll deshalb diese Angelegen­heit vorerst beruhen.

2. Während mit dm Herren Wilhelm Löber und Wilhelm Seultng wegen Abtretung von Gelände zur Straße im Gartfeld eine Verständigung zu Stande kam, war dies mit Herrn Christian Malkomeftus nicht möglich. Zum Zwecke der Erwerbung besten Geländes soll nun datz Erpropriattonsoerfahren eingeleitet werden.

3. Auf das Gesuch einer Anzahl Angrenzer des Leihgesterner WegS um Ver­längerung der Ludwigsstraße bis ;um Lechgesterner Weg wurde nicht eingegangen, weil noch kein Bedürfntß hierfür vorliegt.

4. Mit Rücksicht auf die bis jetzt schon vorgekommene Terininsüberschreilung von Seite deS Uebernehmers der Arbeiten zur neuen Brücke über die Wies eck in der Reichensand-Bahnhofsstraße beantragte Herr Stadtbaumeister Sttef Einstellung der Arbeiten bis zum nächsten Frühjahr, indem nicht anzunehmen sei, daß die Fertigstellung des BogenS vor Eintritt ungünstigen Wetters möglich werde. Dieser Antrag wurde gutgeheißen, nachdem auch das denselben billigende Gutachten Großh. Kreisbauamts oorlag.

5. Die Anschaffung von vier Meidinger-Ventilations-Oe'en in das SchulhauS am Berg wurde genehmigt.

6. Wegen der Gesuche der Herren Metzgcrmeister L Pirr und I- Seng um Erlaubniß zur Anlegung von Schtächtereien tn ihren Häusern soll sich unter dem Vor­behalt befürwortend ausgesprochen weroen, datz die Concession htefür nur widerruflich und unter den von Gr. Kreisgesundheitsamt sowie Gr Polizetoerwaltung gestellten Be­dingungen erthetit werde.

7. Eine den Herren Heinrich Rau und Heinrich Dapper in Wieseck er» theilte Erlaubniß zur Anlegung einer Abfahrt am Wiesecker Weg soll -urÜckgezogen werden, wenn die Abfahrt nicht binnen 14 Tagen hergestellt werden sollte.

8. Von oen Herren Christian Noll, Georg Hetz, Adolph Kahn, Wil­helm Seultng und A- Kalkhof kamen Baugesuche zur Vorlage, welche keine Be­anstandung fanden.

9. Zur Errichtung eines Grabdenkmals nach vorgelegtem Plan wurde Geneh­migung ertoeilt.

10. Nicht eingegangen wurde auf ein Gesuch um Rückvergütung von Octrot von im Metermaß eingeführtem Brennholz. . e ,

11. 300 Kosten für Herstellung der Zifferblätter am Thurm der kath. Kirche werden genehmigt und sollen in das Budget für 1878 aufgenommen werden.

Gießen, 2. Oktober. Die Leistungen im Circus Blumenfeld sind, was nament­lich das Schulretten betrifft, recht gut zu nennen und möchten wir Liebhaber rathen sich öfter den Genuß zu verschaffen. Die Pferde sind recht hübsch gehalten und leisten in Dressur alle? mögliche. Nur die Pausen dürften etwas besser ausgefüllt sein und etwas mehr Ruhe hinter dem Vorhang herrschen.

Vermischtes.

Gedern, 23. Sept. Wir entnehmen den Neuen Hess. Dolksblättern: Wie em Lauffeuer verbreitete sich am 19. b. Mts. die Schreckenskunde durch unseren Drt, daß der so sehr wie die Cholera gefürchtete und aus diesem Grunde wohl hier auch schlecht­hinCyolerakäfer" genannte Coloradokäfer auf den Kartoffelfeldern von Schulkindern entdeckt und von denselben ein Exemplar an maßgebender Stelle abgeliefert worden sei- Alles drängte sich herzu, um den unoerschämten Eindringling zu sehen, und herrschte hiernach die einstimmige Ansicht, daß derselbe auch an Häßlichkeit der Formen Nichts zu wünschen übrig lasse. Schon war man daran, ungesäumt die weiter ge­botenen Schritte zu thun, als tn einigen Anwesenden gelinde Zweifel über die Aech^ heil des vorgezeigten Exemplars des ..Cholerakäiers aufstiegen und ergab denn auch eine hiernach wirderdolt oorgenommene eingehendere Besichtigung beff.lben, daß man weiter Nichts als eine wohlausgebildete junge Eidechse vor sich habe. (Sollten wirk- die Gederner so geschetdt sein, daß sie keinen Unterschied zwischen einem Kaser und einer Eidechse machen können?) Dem großen Schrecken folgte nur. selbstredend die größte Heiterkeit. Wenn auch der vorliegende Fall ein Zeugnitz dafür abgibt, datz die überall tn Tausenden und Abertousenden von Exemplaren verbreiteten Abbtldungen des Coloradokäters bei uns Den beabsichtigten Ei folg noch nicht erzielt haben, so ist doch jedenfalls der gute Wille und die größte Vorsicht lobend anzuerkennen, bet welcher auch tin DorfotnmenDen Falle der wirkliche Coloradokäfer wohl sicher der Entdeckung nicht entgehen dürfte.

AuS der Pfalz, 24. Sept-Das richtige Weinwetter-, äußerte dieser Tage Jemand in der Vorderpfalz,rein zum Weinen!- Die Hoffnungen der Winzer hat die Witterung der letzten Zeit fast auf Null herabgestimmt. Volle Stöcke aber leere Beutel, denn für den 1877er, wie er zu werden droht, werden sich nicht viel Liebhaber finden- Hätte sich's irgend Jemand träumen lassen, daß die Wiener Weltausstellung und der russisch-türkische Krieg bestimmt seien, in einen nahen Connex zu kommenr Und doch ist dem so. Wie wir erfahren, bat die russische Regierung soeben die eisernen Gerüste und Sparren, aus denen die Galerien und Transspekte der Wiener Weltaus­stellung errichtet waren, zum Zwecke der Errichtung von Winter-Barack,n tn Rumänien angekauft und ist der erste Zug, beladen mit 64,"00 Kilogramm dieses Materials, be­reits nach Bukarest abgegangen. So werden die Ueberblerbsel jenes großen Völker- festes des Friedens und der Entancklung nunmehr im Dienste des Krieges und der Vernichtung Verwendung finden. , ,

Ein pariser Elfenbeinschnitzer brachte zlich seinen Kindern ein ^o^chen Aprikosen nach Haufe. Eins derselben, ein einjähriges Mädchen, führte eine Aprikose hastig z«m Munde, ohne eint darin verborgene Wespe zu beachten. Das Thier ge­langte in den Gaumen der Kleinen, kroch hinein und alsbald entstand eine ungeheure s Geschwulst. Als der eiligst herbeigerufene Arzt kam, war das Kind bereits erstickt-

Kngla«-

Malta, 29. September. Das deutsche Uebungs-Geschwader ist heute hier eingetroffen.

Amerika.

1. October. Ein 100 Mann starkes amerikanisches verfolgte mexikanische Maraudcurs auf mexikanisches

laut der neuesten Depesche des griechischen Cabinets an den griechischen Ge schäststräger in London über die Haltung Griechenlands, sowie den authentl schen Text einer Note des deutschen Botschafters in Konstarninopel an den , türkischen Minister des Aeußern wegen der Freilaffung der Consuls-Mörder von Salonichi. In erstgenannter Depesche betont Trikupis, wenn man den Moment geeignet glaubte, Griechenland durch Einschüchterung oder durch einen , gegen dasselbe geführten Streich als unabhängigen Staat vom Schauplatz ver- , schwinden zu machen, würden die Ereignisse alsbald beweisen, daß die Pforte , bei Befolgung solcher Rathschläge viel schwereren Gefahren entgegenginge. , Weder Einschüchterung, noch ein Handstreich könne die Action des Hellenismus im Orient unterdrücken. Ein ungerechter Angriff auf Griechenland würde un sehlbar das ganze Hellenen-Volk zur Erhebung bringen. DiePolit. Corresp." meldet ferner aus Belgrad, 29. d.: Der Kriegsminister schloß mit einheimi­schen Großhändlern Verproviantirungs-Contracte für vier aufzustellende Armee- Corps ab. Aus Serajewo meldet diePolit. Corresp." unterm 28. d.: Die türkischen Truppen in Bosnien erhielten Befehl, theils nach der Herzegowina in der Richtung auf Mostar, theils an die serbische Grenze zu rücken. Em dem General-Gouverneur zugekommenes Telegramm signalisict die Vorrückung von 14 Serben-Bataillonen gegen die bosnische Grenze. Nach einer Meldung derPreffe" aus Sistowa wurde gestern bei Plewna durch rumänische Kavallerie und'russische Ulanen ein türkischer Convoi von 80 Wagen aufgehoben.

Pesth, 29. September. Eine geringe Anzahl ehemaliger Grenzsoldaten beabsichtigte einen Einbruch in Rumänien, um den Russen die Zufuhren abzn- schneiden und den Bahnkörper zu zerstören. Der Putsch wurde vereitelt und die Grenzwachen verstärkt. Eine Untersuchung ist eingeleitet.

Ellenör" bestätigt die Meldung desLloyd" bezüglich der Bewegung in Siebenbürgen. Es handelte sich angeblich um die Bildung einer ungarischen Legion von 5000 Mann, die in Rumänien hätte einfallen und vereint mit einem türkischen Corps die rumänischen Eisenbahnen unterbrechen sollen, um den Nachschub russischer Truppen zu verhindern Die ganze Affaire wurde in Folge der Wachsamkeit der ungarischen Regierung im Keime erstickt.

Araakreich.

Paris, 28. September. Die Verurteilung der republikanischen Blätter dauert fort. So wurde jetzt derPatriote de Vaucuse" wegen Beleidigung desPräsidenten der Republik" in der Person seines Geranten zu 3 Monaten Gefängniß und 3000 Frcs. Geldstrafe und in der Person seines Druckers zu 35 Tagen Gesängniß und 500 Frcs. Geldstrafe verurtheilt. Wie verlautet, wird man während der Wahlperiode noch viel strenger gegen die liberale und republikanische Preffe vorgehen. Die antirepublikanische bleibt dagegen ganz unbehelligt, und so kann z. B- der(Slecteur de Dax", ein bonapartistisches Blatt, ohne daß es das Geringste zu befürchten hätte, sagen:Die wieder- erwähnten 363 werden sich vor der Regierung beugen, wenn nicht, so wird sie der Marschall niederkartätschen lasten."

Paris, 1. October. In einem veröffentlichten Schreiben äußert sich General Klapka in Bezug auf die vom JournalEllenör" mitgetheilte Nach­richt über eine projectirte Expedition von Siebenbürgen aus nach Rumänien in folgender Weise: Ich habe keine Kenntniß gehabt von der Formation einer ungarischen Legion, die bestimmt sei, in Rumänien einzufallen. Andernfalls würde ich meinen Freunden davon abgerathen haben, da es der Türkei nichts nützen kann, unbesonnene Unternehmungen ohne ernsthaften Zweck zu organisi- reu; dies würde vielmehr lediglich dazu beitragen, unsere Kräfte zu theilen. Wenn die politische Mission der ungarischen Monarchie ein thätiges Handeln erheischt, so bedarf sie aller ihrer Kräfte. Sonach beruht die erwähnte Nach­richt auf Erfindung.

Paris, 1. October. Das Handelsgericht bat seinen Urtheilsspruch in Angelegenheiten des Credit Mobilier gefällt: danach hat die Administration Baron Erlanger in allen Punkten den Proceh gewonnen; das Sequester wird unverzüglich aufgehoben; die Forderung auf Auflösung der Gesellschaft ist abgewiesen.

vom 26. Septbr.: Die rumänischen Truppen arbeiten an der letzten, gegen die zweite Redoute von Grivica, von welcher sie nur noch 90 Fuß entfernt sind, eröffneten Parallele. Von Seiten der Türken wurden feine Contre- Approchen angelegt.

Konstantinopel, 30. Septbr. Dem Vernehmen nach hat die Pforte das Gesuch einiger Botschafter, Holz zum Baue von Baracken für Verwundete über die Donau schaffen lasten zu dürfen, abgelehnt. Die Genfer Convention stehe dem Gesuche nicht zur Seite. Gegen die Entsendung von Aerzten über die Donau habe die Pforte indeß nichts einzuwenden.

Aumanien

Bukarest, 1. October. An Stelle des Generals Zotoff, welcher an-

Kolland.

Haag, 1. October. In der zweiten Kammer wurde Seitens des Mini­sters des Auswärtigen bestätigt, daß das Gesammt-Ministerium Donnerstag seine Entlastung eingereicht habe.

Dänemark.

Kopenhagen, 1. October. Der Reichstag wurde heute vom Conseils- Präsidenten Estrup ohne Verlesung einer Thronrede eröffnet. Das Budget für das Finanz-Jahr 1878/79 wird morgen dem Volksthing vorgelegt.

Rußland.

Petersburg, 1. October. DieAgence Rüste" bezeichnet die Zei­tungs-Nachricht vom Erlaß einer Circular-Note des Fürsten Gortschakoff als unbegründet, mit der Bemerkung, daß gegenwärtig nur militärische Rücksichten maßgebend seien; die diplomatische Action könne erst später beginnen.

Türkei.

Der orientalische Krieg.

Petersburg, 29. September Officielle Meldung aus Gen.i-Studen vom 28. d.: Ueberall Kälte und Unwetter; im Balkan ist Schnee gefallen. Das Bombardement im Schipka-Paste dauerte vom 21. bis 27. Septbr. incl. Unser Verlust besteht in 15 Todten und Verwundeten. Am 27. d. eröffneten im Schipka-Paste unsere Mörser das Feuer, wodurch sofort der türkische Pul- verkeller in die Luft gesprengt ward. An anderen Orten des KriegsschauplatzeS ist Alles ruhig. Am 24. d. griffen die Türken Oie Avantgarde unseres Corps bei Elena in der Nähe des Ortes Mahren au, wurden aber mit großen Ver» lüsten zurückgeworfen, wobei sie Feldzeichen zurückließen. Auf unserer Seite 4 Soldaten rott, 1 Officier und 17 Mann verwundet. Die Garde-Dragoner und Oer 20. Zug Oer reitenden Anillene-Brigade haben sich besonders ausge­zeichnet. Nach ihrer Niederlage bei C rkowua verließen Oie Türken ihre Posi­tion gegenüber Oer uusrigen gänzlich und gingen schleunigst nach Popkiöi zurück, wobei sie Oen Feld - Telegraphen und einige Munitions - Karren zurück ließen, yicrauf herrschte überall Ruhe.

London, 1- October. DieTimes" melden aus Schnmla vom 29. Septbr.: Die russischen Vorposten sind von Scharko wna bis Popkiöi vor-

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