Ausgabe 
27.9.1876
 
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Paris, 23. Septbr.

vor

1870

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roeicper langer als vter Jahre von einem Jndianerstamm Im Innern von ©übamcnii ^ngen^f, rurn gefangen gehalten worden und mit demselben die ungeheueren Urwälder am obtrtfl 3nbufhje <' Uruguay ic. durchzogen, ist dieser Tage mit dem Dampfer .Karnak« nach Hambn, Miji, zurückgekehrt. Der Zimmermann wurde, als er mit zweien seiner Kameraden ^rnverkäufer T1,?J oberen Uruguay ans lanb gestiegen war, um Eedernholz zu fällen, von dem etwa '70 ^heit; die ftiJL ftrdtbrnjmannßr zahlenden Stamm umringelt, seine beiden Kameraden, sich M

®,c^c ^hend, wurden ermordet, er selbst gefangen genommen und zwar am Leirn Teil drei m?m gelassen, jedoch fortan von den Weibern des Stammes unter strengster Aufsicht getal' Ktung. Di- ten, bis es ihm endlich nach reichlich vier Jahren doch gelang, zu entkommen M ^I1?ontevideo ru erreichen. ^TZohrnma Sps atca mflbrtnb

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DiePolit. Corresp.'^ meldet mit Vorbehalt, den kriegführenden Theilen bis zum 2. October

23.

23.

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London. Dc Wtigung durch Jr i^orwich auf ein

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Newyork, 2 iW der Nordd. Llo bann und am 12. .Walten hier ar

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-ranLreich.

Dem .Univers" wird aus sicherer Quelle mit»

Wien, 25. Septbr. daß die Waffenruhe zwischen verlängert sei.

eine Huldigung erfahren, wie sie ihm herzerhebender nicht leicht zu Theil ge­worden sein mag.

Stuttgart, 24. Septbr. Der Kaiser ist heute Nachmittag 2 Uhr nach Weißenburg abgereist, nachdem er sich auf dem Bahnhofe in herzlichster Weise von dem König verabschiedet hatte. Der Kronprinz, der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin und Graf Moltke reisen in einem besonderen Extrazug. Der Kaiser hat dem König die Kette zum schwarzen Adler-Orden überreicht,

Stuttgart, 25. Septbr. DemSchwab. Merk." wird aus Karlsruhe gemeldet: Minister Jolly wird wahrscheinlich durch den Landes-Commiffär Stößer in Mannheim ersetzt werden. Die übrigen Minister bleiben. Handels­minister Turban soll den Vorsitz im Staats-Ministerium übernehmen, Jolly zum Präsidenten der Oberrechnungs-Kammer ernannt werden.

Weißenburg, 25. Septbr. Das heutige Eavallerie-Manöver ist bei prachtvollem Wetter und großem Menschen-Andrange glänzend verlaufen. Um 3 Uhr fanden ein Officiers-Steeple Chase und zwei Elsäffer Banern-Rennen statt. Die Begrüßung des Kaisers durch die Bevölkerung war sehr enthusia­stisch und steigert sich fortwährend. Der Kaiser sprach sich erfreut über die Herzlichkeit des Empfanges aus.

Dresden, 25. Septbr. Gegenüber anderweitigen Angaben versichert dasDresd. Journ.", daß die sächsische Regierung keinerlei Schritte in Bezug auf den Ankauf der Berlin-Dresdener Eisenbahn that; die Direction der letz­teren habe allerdings die Bahn zum Ankauf angeboten, die sächsische Negierung aber hierauf noch keine Entschließung gefaßt, vielmehr zunächst die preußische Regierung vertraulich um Auskunft über deren Stellung zu genannter Eisen­bahn-Gesellschaft ersucht.

siinen Ächrkchen ve dieser, den sich der 2 l^er Entwickelung r m Das Schwert »ofchee austewahrt. Mea, eine ber&r Wen es in der Fol

W'ö"' i - - 'm 'm vnWdene E iirtn 16 W1 IS Pechmn Mti für Scherer und letiegenen Berthei fid) das Gericht ji siitit: bei Scheer einen Ta« @tf*

St- Wendel, 14. Sept. Die in Marpingen ftationirten vierzehn Gendarme« haben eine recht schwere Arbeit: denn durch sie sind schon etwa 400 Personen angeklatg.

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(Eine höchst interessante Persönlichkeit.) Ein Hamburger SchiffszimmermMH, welcher langer als vier Jahre von einem Jndianerstamm im Innern von ©übainctile

ten- bis es ihm endlich nach reichlich vier Jahren doch gelang, zu entkommen uni UKonteDtbeo zu erreichen. Die Nahrung des Stammes, also auch die seinige während seiner Gefangenschaft, bestand aus wilden Thieren, Schlangen, Eidechsen, Ratte«. fur| Allem, was da fleucht und kreucht", die Kleidung au5 den Fellen der erlegten Thietl. Sonderbarer Weise befand sich bei dem Stamm, und zwar bereits seit 15 Jahren, (tne weiße Frau, eine Kölnerin, welche dem Studium der Natur lebend, in gutem vernehmen mit den Wilden umherzog.

Q Erzgauner verhaftet) Wie dem Reuter'schen Bureau aus Madrid,

8. September, telegraphirt wird, wurde an diesem Tage der bekannte amerikanische Gauner, William Tweed, das Haupt desTammanyrings", der sich bekanntlich all- maug die Herrschaft über die gesammte New-Aorker Stadtverwaltung anzueigntü wußte, wobei er ungefähr 6 Mill. Dollars unterschlagen hat, im Hafen von Vigo oer- cr dort mit dem spanischen KauffahrteischiffCarmen" anlangte. Tweed reiste als Herr Secar mit seinem Vetter William Hunt. Beide sitzen jetzt in der Festung Vigo.

Die ^ürntinopel, 7. Jex neue Suita mit btm Schwer jo jchwvit ex M meiner Mns Staab V. 'vermochte 1 Schien Hotte-

Türkei.

M ^ /VÄntiunPpeIo\2?: S-Ptbr. Im Hinblick darauf, daß die aug», blickltche Waffenruhe am 25. September abläuft, ist abermals btt erweitert! Mlmsterrath zusammenberufen, um hinsichtlich der Frage des Waffenstillstands

Beschluß zu fassen. 1

Spanier».

Madrid. Die Exkönigin ist am 21. d. von Santander nach dem Escurial abgereist, um sich von dort nach Madrid zu begeben. In Coruna sind weirere 1OOO Mann für Cuba eingeschifft worden. Die Regierung hat das Verfahren des Präfecten von Valladolid, der den Verkauf von protestanti­schen Bibeln auf offener Straße verbot, gutgeheißen.

Krröien.

Belgrad, 22. Septbr. Der russische Thronfolger hat dem Fürsten

Wien, 23. Septbr. Die Pforte hat in Wien einen scharfen Protest überreicht, in dem sie sich entschieden dagegen verwahrte, daß die Schiffe der österreichischen Donaugesellschaft russische Officiere und Soldaten nach Serbien führen. Fürst Vogorides machte den Grafen Andraffy auf die betr. internatio­nalen Verträge aufmerksam und bemerkte, daß die neutrale Flagge allerdings die feindliche Waare, nicht aber Kriegscontrebande decke; der türkische Botschaf­ter fügte hinzu, es bedürfe wohl keines Beweises, daß Militär zur Kriegscon trebande gehöre. Graf Andraffy bedauerte, in die Sache nicht weiter eingehen zu können, gab aber dem Botschafter den Rath, die Pforte solle sich noch an Rußland wenden, von wo aus allein Abhülfe möglich sei. Letzteres ist nicht geschehen.

Die Zuzüge von Ruffen zur serbischen Armee nehmen immer größere Dimensionen an, doch ist es jedenfalls nicht richtig, wenn eine Depesche mel­det, die russischen Officiere und Soldaten reisten in voller Uniform.

Wie«, 24. Septbr. Von gut unterrichteter Seite wird bestätigt, daß die Minister-Conferenzen wegen des österreichisch-ungarischen Ausgleiches mit günstigem Erfolge beendigt sind. Alle Gerüchte über eine angebliche Minister- Krisis sind unbegründet.

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getheilt, der Minister der Justiz und der (Suiten habe unlängst an die Präfecten ein Rundschreiben gerichtet, um ihnen Achtsamkeit zu empfehlen darüber, daß die Pfarrer ihre Pfarreien nicht verlassen. Eine achttägige Abwesenheit darf nur mit Genehmigung des Bischofs stattfinden und bei einer vierzehntägigen muß der Präfect benachrichtigt werden.Univers" nennt diese MaßregelMiß­brauch der ministeriellen Gewalt" und droht dem Minister mit der Opposition der Bischöfe und des ganzen Clerus.

Ataklen.

Rom, 22. Septbr. Durch königliches Decret ist die jetzige Session des Parlaments verlängert worden.

England.

London, 23. Septbr. Die Stimmung der politischen und finanziellen Kreise ist hoffnungsvoller zufolge Wiener und Berliner Depeschen, welche für übermorgen die Proclamirnng einer längeren förmlichen Waffenruhe verkünden und ferner mittheilen, daß die Friedensvorschläge Englands im Princip eine Billigung sämmtlicher Mächte erhielten. Diese Vorschläge befürworten für Serbien und Montenegro den bisherigen Besitzstand, für Bosnien und die Her­zegowina Verwaltungs-Autonomie, für die Bulgarei Verwaltungsreform. Stam- buler Berichte prophezeien Nachgiebigkeit der Pforte unter Druck der Mächte, wogegen Belgrader Depeschen erneuten Kriegseifer im Lager der Serben mel­den. Die conservativen Blätter feiern die Wahl Fremantle's als einen prak­tischen, die liberalen Blätter deffen geringe Majorität als einen moralischen Sieg. Die Rede Lord Beaconsfield's wird wegen deren gegen Gladstone geäußerten heftigen Beschuldigungen auch von solchen getadelt, die ihren sonsti­gen Inhalt billigen.

London, 25. Septbr. Gladstone hielt am letzten Samstag eine Rede vor den Vertretern der liberalen Partei des südlichen Theiles der Grafschaft Durham, worin er erklärte, die Conservativen müßten die Regierung in die Richtung drängen, die die öffentliche Meinung eingeschlagen, sonst würden die Liberalen aus dem gegenwärtigen Stande der orientalischen Frage einen Partei- Vortheil ziehen. Englands Gewicht sei bisher in die unrechte Wagschale ge­worfen gewesen.

Lokal'Notiz.

Gießen, 26. Sept. In Nachstehendem lassen wir die Tagesordnung für b« Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 28. September 1876, Nachmittag 4 Uhr, im Nathhaussaale folgen: ,

1. Voranschlag der Canzlcikosten für die Großherzogliche Polizeiverwaltuna

2. Die Vergebung einer Plockischen Stiftspfründe. 8

3. Das Bureau des Landwehr-Beztrks-Commandok.

4. Gesuch wegen Erlaß von Communalsteuer.

6- Fristgesuch auf Rückstände zur Stadtkasse.

6. Canallegung auf dem Seltersberg.

7. Kostendccretur für Herstellung de« Spalier» aas dem Vt-Hmarktplatz.

8. Kostendecretur für Reparatur der Senkgrube an dem östlichen Iborbwi dem Wallthor.

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Waffenstillstandes verlangen.

Konstantinopel. Privatnachrichten aus Tauris zufolge ist der neu. ernannte persische Gouverneur von Urima Ekbal-ud-Daule am 15. August an

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Konstantinopel, 23. Septbr. Der auf heute angekündigte ®roi, Rath hat nicht stattgefunden. Es wurde aber ein Ministerrath abgehalten D« Botschafter werden morgen der Pforte in identischer Weise die Entschließ '

Amerika.

New-York, 23. Septbr. Der gestern gemeldete thätliche Zusammn, stoß zwischen schwarzen und Weißen hat nicht in Georgia, sondern in Süd Carolina stattgefunden. Die zu Hülfe gerufenen Truppen haben die RuhestSrn zerstreut und die Ordnung wieder hergestellt.

Afrika.

Kairo, 24. Septbr. Entsprechend der von der Regierung ertheilten Weisung werden die Maßnahmen behufs Conversion der Staatsschuld sowohl in Kairo und Alexandrien wie auch in Paris und London fortgesetzt. Dir vomStandard" mitgetheilten Nachrichten über die ägyptischen Truppen ii Abessinien find unzutreffend.

13. Die Erhöhung der städtischen Trottoirs.

Gießen, 26- Septbr. Herr Wolff aus Frankfurt, auf dessen Unterricht M ?nr1uUPernÄe'lt aufmernam gemacht, hat seinen zweiten und vorletzten 6urfu8 auf» --»««n leenmiH, sündigt. Wir haben Resultate von Hiesigen gesehen, deren Handschriften früher tm inWna* j -l-rlich und unschön waren und jetzt - schon nach vierstündigem Unterrichte sinb fit Wijtn " fo verbessert, daß man an ein Wunder glauben möchte, wie die Umwandlung so schmll «

oor sich gegangen ist. Er hat seinen Versprechungen nicht allein entsprochen, fonlrri Sto-tZL btefclben wett übertroffen. Wie wir von competenter Seite vernommen, muß ei Id *12 2-dcm sein Ziel erreichen, indem er Jedem eine für seinen Handbau entsprechet Fcderhaltung bcibringt und Solchen, die durchaus nicht lernen wollen, seinen Urittr »N«xte riwt entzieht Es wundert uns bei solchen außergewöhnlichen Leistungen nicht, das ti E " Ot «^^-"<halben wie auch bet den höchsten Behörden, wovon wir in der Ferber'shasi ß-hüchem Umk Buchhandlung Einsicht genommen, das beste Lob verdient. Möchten nur alle Schlch' »elaaeruna « V 'chr,"ber oicse Gelegenheit zur schnellen Verbesserung ihrer Handschrift nicht unbeml *< oorübergc5en laffen/ bamtt sie nicht ferner Fremben zumuthen, ihre unleserliche, ich Einigte in siL? ltche Schrift sehen und lesen zu sollen. $ anders d. Vc(

-

9. Die LudwigSstraße betr.

10. Gesuch des Bäckermeisters Wilhelm L«ng um Bauerlaubniß.

11. Gesuch deS Konrad Häuser um Bauerlaubniß. " ......... U1 vcr no.

K- Unterhaltung der Gröber der dahier beerdigten Krieger aus dem Zohi, N«, sillttn

Uno 1871.

lrub<r inn benfl Aund^t-

vci vivm tt. ivennicyer Welse vle Gntschlikßuii, Ml km ^zugllch des Friedens mittheilen und den Abschluß eiaei L-rM mii d^

Waffenstlllstandes verlangen. S-di-'-li--''

Konstantinopel. Privatnachrichten aus Tauris zufolge ist der neu- di- ®ebein ES ernannte persische Gouverneur von Urima Ekbal-ud-Daule am 15. August a K«

der Spitze von fünf Regimentern Infanterie mit acht Geschützen an die türkisch, ÄeÄ W Srenie ausaerückt. um die furFii*pn Onrhpn m. m-r.. J .1 (jieüt, 19-,

CtianHung J Nb«n NW1-

Grenze ansgerückl, um die türkischen Kurden zu- züchtigen, die in der Nähe bt< Städtchens Uschma in's persische Territorium eingedrungen sind, unterwegs aOt Dörfer und Flecken verwüstet und zahlreiche Perser ermordet haben. L , n£WC Konstantinopel, 24. Septbr. Gestern begaben sich die ersten Del, ÄS', metscher der sechs Garantie-Mächte zur Pforte und riethen, wie von unterrit, teter Seite verlautet, nachdrücklichst zur schleunigen Gewährung des Waff», stillstandes. - Der Großvezir ist erkrankt. 11

Ragnsa, 21. Septbr. Fürst Nikita von Montenegro erklärte b0 Machten telegraphisch, daß er jeden Versuch der türkischen Armee, die cernnin türkischen Forts in der Herzegowina zu verproviantiren, als einen Bruch bd Waffenstillstandes und als eine Aufforderung an seh en würde, sofort toiebti die Offenfiöe zu ergreifen. Ä

8 ^^tbr., Abends. Der Fürst von Montenegro hat b« Mn, w-ims »u

aus Anlaß der Waffenruhe beurlaubten Militärs befohlen, sofort nach ihm moaatoW Abtheilungen zurückzukehren.

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