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Berlin-
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Lage eine Notiz über Teiche in der Näbe von Bonn, >n welche das heiße Wasser aui dem Condensator der Dampfmaschine einer nahen Fabrik geleitet werde und worin in Folge dessen die Karpfenzucht außerordentlich gedeihe. Es ist damit der Teich da Rheinischen Jute-Spinnerei in Beuel gemeint, in welchem sich allerdings Karpfen bii 4V2 Pfund Schwere befinden. Das Wasser fließt in einer Temperatur von 110 Grad Fahrenheit in den Teich und die durchschnittliche Wärme des Wassers beträgt 90—76 Grad. Vor sieben Jahren wurden gegen 300 junge Karpfen in den Teich gesetzt, und die Fische haben sich derart vermehrt, daß ein geschickter Angler innerhalb einer Stunde mit einem Köder von weißem Teig bequem 100 Stück sangen könnte. Die Einrichtung das überflüssige warme Wasser der Dampfmaschinrn in der angegebenen Weise zu bi- nutzen, ist zwar nicht neu, erweist sich aber recht praktisch, zumal, da di- Fische rch gut schmecken und gar nicht wie die sogenannten „Mud-Karpfen". Ja Lancashire und Norkshtre züchtet man auch Goldfische auf diese Art. (B- Z)
— Unter dem Titel »Frederic cel Mare, Regele Prussici“ ist ein Werk Übtr Friedrich den G- oßen in rumänischer Sprache erschienen. Dasselbe, mit dem Bilde Friedrich's des Großen geschmückt, bespricht in ruhiger, sachlicher Weise die Verbleist des Monarchen und sucht aus dem Leben des Leiters des aufstrebenden preußischen Staates manche Nutzanwendung für die Entwicklung junger aufstrebender Völker übet- Haupt zu ziehen. Der Verfasser A. Gorjian ist Oberst-Lieutenant in der rumänischen Infanterie. Im Jahre 1868 dem General Maghieru für die Bildung eines Freiwilli- gen-Corps betgegeben, diente Hr. G. nach der Thronbesteigung des Fürsten Karl eintz! Zeit in der Umgebung des Letzteren und war dann 1868 und 1869 in Potsdam, SM bau und Wetzlar zur Erlernung des Dienstes in der preußischen Armee cornmanbU
— (Bet einem Landwehr-Manöver.) Commandant: „Wer bist Du, mein Sohn«' Landwehrmann: „Kreisjustizrath von 9L* * Commandant: „Und wer ist dennC mein Lieber?" Landwehrmann: „Ober-Landesgertchts-Assessor von B-" Commandern:
England.
London, 23. April. Die Königin und die Prinzessin Beatrice sind gestern wieder in Windsor eingetroffen.
Griechenland.
Athen, 21. April. Die königliche Famile wird ihre Reise in'S Ausland am 22. April antreten und zunächst Neapel berühren, woselbst eine Zusammenkunft mit dem dänischen Kronprinzen-Paar stattfinden soll. — Rhangabe ist endgiltig zum Gesandten in Berlin, und Fpsilanti unter Beibehaltung seines Postens in Wien zugleich zum Gesandten in Parts ernannt.
Türkei.
Konstantinopel. Aus Zara, 22. April, wird gemeldet: Im Lager der Aufständischen wurden neue Versuche zur Pacification gemacht, und zwar von Seiten des Vice-Consuls Lazarewic, aber bis jetzt wieder ohne Erfolg. Die Großmächte sollen einen zweitägigen Waffenstillstand vorgeschlagen haben.
— Das Organ der montenegrinischen Regierung, der „Glas Cernagorca", sagt in einem Artikel über die letzten Friedens-Verhandlungen in der Suttorina, die Aufständischen seien von ihrer Devise: „Freiheit oder Tod", nur aus Dankbarkeit gegen Oesterreich abgegangen. Die dem General Rodich übergebenen Bedingungen bezeichnen aber die äußerste Grenze der Nachgiebigkeit, und es liege jetzt in der Hand der vermittelnden Mächte, insbesondere aber der Türkei, daß das Ergebniß der Verhandlungen sich günstig und praktisch gestalte. Schließlich drückt der „Glas" seine Befriedigung darüber aus, daß die Türkei durch den Waffenstillstand und die Verhandlungen die Aufständischen als kriegführende Partei anerkannt habe. L
Konstantinopel, 21. April. Durch kaiserliches Jrade wird die Bildung eines Lagers in Skutari (Albanien) behufs Ueberwachung Montenegros angeordnet. — Einem Börsen-Gerücht zufolge stünde der Sturz des Großvezirs Mahmud Nedim Pascha bevor.
Konstantinopel, 22. April. Die gestern verbreiteten Gerüchte bestätigen sich nicht. Die Pforte hat keineswegs beschlossen, Truppen in Montenegro einrücken zu lassen. Doch werden größere Streitkräfte in und bei Skutari in Albanien concentrirt und die militärischen Operationen in der Herzegowina und Bosnien nachdrücklicher geführt werden.
Konstantinopel, 22. April. Der „Aqence Havas - Reuter" zufolge soll Montenegro von Seiten der Pforte benachrichtigt worden sein, daß türkische Truppen von Albanien auS in Montenegro einrücken würden, wenn dieses die Neutralität nicht gewahrt habe.
Konstantinopel, 23. April. Nach vorangegangenen Conferenzen zwischen den Botschaftern General Jgnatieff und Lord Elliot und dem Großvezir hat die Regierung erklärt, daß die Kriegserklärung gegen Montenegro nicht in Frage sei. Man hofft, daß ein neuer Waffenstillstand zu Stande komme, um die Ausführung der Reformen in Gemäßheit der Note Andraffy's zu regeln.
Konstantinopel, 25. April. Dem Vernehmen nach würden die Truppen Achmed Mukhtar Paschas durch 10 Bataillone verstärkt und darauf uochmals den Versuch machen, die Festung Nikstc zu verproviantiren.
Konstantinopel, 25. April. Alle Vertreter der Großmächte haben der Pforte den Rath ertheilt, Nichts gegen Montenegro zu unternehmen, indem ste versprachen, ihre Bemühungen in friedlicher Richtung sortzusetzen. Die Pforte hat von dieser Zusage Kenntniß genommen, wird aber ihre militärischen Vorbereitungen nicht unterbrechen.
Amerika.
Washington, 22. April. Von einer hervorragenden Persönlichkeit ist gestern eine Aussage gemacht worven, die, wenn sie bewiesen wird, den Präsidenten Grant persönlich in eine höchst unangenehme Lage bringen kann. Der frühere General-Staatsanwalt Williams, als Zeuge vernommen, erklärte, daß er einem früheren Zollbeamten Namens John S. Davenport in New-Por! aus dem für die geheime Steuerpolizei bestimmten Fonds eine Summe von 30,000 Dollars zu Wahlzwecken ausbezahlt habe, und zwar auf directen Befehl des Präsidenten Grant. — Gegen die Vorlage betreffs Herabsetzung des Präsidentengehalts auf 25,000 Dollars hat Grant sein Veto eingelegt. Es ist bekannt, daß die Bestimmung der Vorlage erst mit dem nächsten Präsidentschafts-Termin in Kraft treten würde.
Vermischtes.
Herborn, (an der Köln-Gießener Eisenbahn), den 24. April 1876. Auf den heutigen hiesigen Markt romben gebracht: 87 Ochsen, 299 Kühe unb Rinder, 577 Schweine. Der nächste Ma-kt ist am 22. Mai l. Js
Darm stabt, 24. April. Der unter Leitung des Professors Kumpa eben bahter abgehaltene Zeichen-Cursus für Volksschullehrer wird von 51 Theilnehmern besucht, von welchen sich etwa zwei Drittel zum ersten Male an den Z ichnenübunpen betherltgten. Zur Förberung bes ZcichnenunterrichtS sind in dem „Bergsträßer Hos' Abendkränzchen anberaumt, in welchen verschiedene mit bieser Disciplin in Beziehung stehende Gegenstänbe eingehend besprochen und biscuttrt werben Der Cu-sus gehl nächsten Donnerstag zu Enbe. Die Kosten für die Besucher werben größtentheils au? btn Ueberschüssen der betr. Sparkassen bestritten.
Frankfurt, 25. April. Die durch die hiesige Falschmünzer-Gesellschaft in Circulation gebrachten Fünf-Markscheine tragen auf der Rückseite sämmtlich Seriell Fol. 30, dagegen verschiedene L'tera, entweder H., I., O. oder B. Die Nummern sinh in drei ersten Ziffern stets 1, 4 und 7, die letzten verschieden unb wahrscheinlich mit Tusche eingetragen. In welcher Weise man die Richtigkeit ber Folionummer auf ber linken Seite mit der Nummer auf ber rechten Seite überhaupt prüfen kann, bürfo manchem Leser interessant sein. Streicht man nämlich die b rei letzten Zahlen ötr rechtsseitigen Nummer ab, bivibirt in bie verbleidenben mit fünf, setzt ber sich ergebenden Zahl die Ziffer 1 zu, so erhält man die richtige Foliozahl auf der linken Seile bes Scheines. Zum Beispiel, trägt der Schein Fol. Nr. 114 und bie rechtsseitige Nr 0565230, so streicht man bie drei letzten Ziffern 230 ab, bivibirt mit fünf in die verbleibende Zahl 0565, ergibt 113, die Zahl 1 zugesetzt ist gleich 114, welches ber richli- gen Folionummer entspricht.
Darmstadt, 25. April. Heute Morgen verstarb einer der peachtetsten juristischen Veteranen Hessens, Geheimrath Eigenbrodt, Mitglied bes Over-Apellationi- unb Cassations-Gerichts oahier. Obgleich bereits im 76. Jahre stehenb, hatte er sich die volle geistige Frische bewahrt, bis ihn eine durch Erkältung herbeigeführte Gesichli- Rose nach kurzem Krankenlager hinwegraffte. Im vorigen Jahre hatte er sein 50jöh- riges Dienst-Jubiläum begangen.
Bonn, 18. April. Die englische Zeitschrift „Land and Water" brachte bieitr
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^fsiiten auf a benf 22
Frankreich.
Paris, 24. April- Der Kriegs-Minister hat eine größere Anzahl von ^fsiiieren der Territorial-Armee einzig und allein deshalb abgesetzt, well sie ZLnischen PaMen -ng.hören ^Jm Budget-Ausschuss- deshalb befragt erwiderte der Minister, er könne keine Unter|ud?ung über die Gesinnungen emeL jeden Eand.daten zu Officiers-Chargen ansteUen; er ernenne nach den ihm von den Präfekten vorgelegten Listen, ohne sichum dt- pvlMfch- Gesinnungde darauf Verzeichneten zu bekümmern. Diese Antwort befriedigte die Fragesteller nickt und die Sach- soll vor die Kammer gebracht werden.
W Paris, 24. April. Die Frau von Louis Blanc ist gestorben. Victor Hugo wird die Grabrede halten.
Italien.
Rom, 22. April, Nachmittags. Wie die „Agenzia Stefaui" erfährt, bat die Königin Isabella an den Papst ein Schreiben gerichtet, in welchem sie ihre Vermittlung in der kirchlichen Frage bei dem Könige Alphons anbietet.
Rom, 23. April. In der heutigen Sitzung der Akademie bet Lmcei wurden die neuen Mitglieder Marsh und Mommsen von Sella als dem Vorsitzenden eingeführt. Als auch Feldmarschaü Moltke unter Begleitung des beut schen Botschafters v. Keubell im Sitzungssaale erschien, erhoben sich zur feierlichen Begrüßung deffelben auf Sella's Vorschlag sämmtliche Mitglieder von ihren Sitzen. Im Verlaufe ber Sitzung hielt Mommsen seine Antrtttsrebe. Dem vom Präsidenten der Akademie v-ranstalteten Festmahl- wohnten Feldmarschall Moltke, Botschafter v. K-udell und Mommsen gleichfalls beu
Rom, 25. April. Wie hiesige Zeitungen melden, ist Nlgra, seither in Paris, zum Botschafter in Petersburg, Corti, seither in Konstantinopel, zum Gesandten in Paris, Bartolom. seither in Petersburg, zum Gesandten m Kon- stantinopel ernannt.
Lokal-Notiz.
Gießen, 26. April. Auszug au« dem Sitzungsprotokolle der Gr. Handelskammer vom 25. März 1876. Anwesend Hornberger, Noll, Georgi, Kocb, L.ebrij S'lbereifen. Die Eingänge werden tbeils zur Circulation bestimmt, theils ben Acten ober der Kasse überwiesen. Der Entwurf detz Schreibens an Kaiser!. Reichtzbankbirrc- torium, bas Verbleiben der Reichsbanknebenstelle in Gießen betr., wird im Wesenti cötn genehmigt- Dem Ersuch n des HandelsoereineS dahier, die Handelskammer mö.e eine Eingabe desselben an bas Reichskanzleramt, betr ba« Mobitiar-Feuerveisicherungswesei! inSbefonbere ben Erliß eines Gesetzes, durch welches. die Interessen der Versichern^-' nehmer und der Versicherungsgesellschaften gleichmäßig gewahr würden, untersiütz-n unb die übrigen Handelskammern des Großherzogihums veranlassen, in gleicher Weise >ür diesen Gegenstand emzutreten, soll alsbald entsprochm werden. Ein Schreiben b<5 Kaiser!- Postamtes zu Gießen, w Ich es auf das E> suchen der Handeltzkammer um Heiligung des Uebelstandrs, daß die eiste Morgenpost fast regelmäßig verspätet zur Bestellung gelange, bie Antwo t ertheilt, diese Angelegenheit sei mit entsprechendem Antrage der vo^gesebten Behörde unterbreitet worden, wird verlesen.
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„Unb wer sinb Sie?" Landwehrmann: Kutscher bet Herrn v. B "
— Aus ber Jugendzeit der Großfürstin Maria (der Nichte des Kaisers Wilh^! erzählt die Magdeb. Ztg. folgende Geschichte: Anfang? der dreißiger Jahre war Nikolaus mit seiner Familie in Potsdam zum Besuch. Am Grunewalde said^ glänzende Herdstmanöver Statt. Die Soldaten bivouakirten am Waldesrande a waren gerade beim Abkochen, als der Ruf durch die Reihen lief: „Der König n'! bie Russen kommen!" Aber Niemanb stanb auf unb ließ sich in seiner Küchenaidv! stören, benn so hatte ber gute König eS ein für alle Mal befohlen: „Sitzen dlebc — hungrig fein — Ruhe haben — nicht Notiz nehmen — lieb' bas nicht!" Bei eiw Gruppe von bärtigen Landwehrleuten blieben die jungen Großfürstinnen Maria r’ Olga neugierig stehen und sahen zu, wie bie Soldaten so flink unb munter KartosM schälten. „Das auch können, Kinderchen?" fragte der König lächelnd bie Enkelin «s" „Wie, noch nicht versucht? Schlimm genug! Wer tüchtige Hausfrau werden oL muß zuerst Kartoffeln schälen können. Zeigt 'mal, was Ihr könnt!" Die GroM stinnen nahmen bie Solbatenmesser unb Kartoffeln in bie Hand unb schälten b™ los. Der König setzte sich auf einen Feldstuhl unb sah schmunzelnb zu. Arm in 3^ standen Nikolaus unb Alexandra, Prinz Wilhelm von Preußen und Großsürst-Th^ folger Alexander von Rußland dabei. „Abers MamsellkenS, Sei möten «ich P Dl schellen, Sei hüben jo bat Meiste i« bie Schell, wu sölen wi doa satt warben!" M ein biederer Pommer. „Schellen bei Russen alle so dick?" Recht so, Ahlmann, lcck ber König, der jeden Soldaten, mit dem er einmal gesprochen, beim Namen fajni „Wir haben's nicht so fett, als die Russen. Zeigt'S ihnen 'mal ordentlich, dag I11 ‘ preußisch lernen!" Und Ahlmann: „So möten Sei bat Messer unb so bei Kartufi' Hollen unb dann ümmer fining — fining . . . ." Unb bald gingen die wirklich feiner aus den feinen Prinzessinnenhändchen hervor . . . Von jener frcy^ chen Gesellschaft lebt heute wohl nur noch Olga, Königin von Würtemberg, ihr Brrs» Alexander II., Kaiser von Stnßland, und ihr Oheim, Wilhelm L, Kaiser von DeulsilM
Paris, 20. April- Die Geographische Gesellschaft hat in ihrer gestrigen S'M unferm Landsmann Dr. Nachtigal bie große goldene Medaille ertheilt- In seiner vielem Beifall aufgenommenen Dankesrede betonte der Gefeierte, daß die Wissen!^ ; tyßjx und die Civilisation allgemein menschlich, nicht an bie Schranken der Staaten gM ben seien- Er habe sich in Afrika stets nur als Europäer, als Vertreter aller gesttle Völker, gefühlt- — Der berliner Mathematiker Borchard spricht in bem Schreiben welchem er ber hiesigen Akabemie ber Wissenschaften für seine Ernennung zum co ' spondirenben Mitgliede dankt, den Wunsch unb die Hoffnung einer fortschrette« wissenschaftlichen Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland aus. .
— Baron Schwarz-Senborn erzählte in einem Vortrage in der „Austn» Wien folgende Geschichte, die einem seiner Freunde, einem englischen Lord, w'dersas ist. Der Lord war mit seiner Familie int Pusterthale bei einem Wirtve Einlogn, dem ihm Alle- ganz wohl gefiel. Nur paßte ek ihm nicht, daß derselbe thn be)ia mit „Eure Lorbschaft" anre^ete unb in Höflichkeit zerfloß. Der Lorb, der geg und vielleicht auch gehört hatte, daß die Leute in Tirol die Fremden mit vertraulichen „Du" anreden, ließ beßhalb den Wirth zu sich rufen, drückte ihm . Bewunderung au5 unb begehrte mit „Du" angesprochen zu werden. Der höflich ^ beprecirte. Das half aber nichts; er mußte bem Gast, der freundschaftlich oey - sein wollte, seinen Willen thun. So war denn unser Lord mit Allem zusrteoen,
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