Ausgabe 
25.8.1876
 
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Wien, 22. August. Obgleich Serbien die Mediation der Großmächte officiell nicht angerufen hat, mehren sich doch, wie von gut unterrichteter Seite verlautet, die Anzeichen, daß der bezügliche Schritt Seitens Serbiens bevor­stehend sei, sobald die fürstliche Regierung die Gewißheit erlangt hat, daß die Verhandlungen auf der Erhaltung des Status quo basiren werden.

Pesth, 22. August. DasAmtsblatt" veröffentlicht die Annahme des Entlassungs-Gesuchs des Handels-Ministers v. Simonyi mit der Aufforderung an denselben zur einstweiligen Fortführung der Geschäfte des Ministeriums.

Kolland.

Haag, 21. August. Den Abend-Blättern zufolge lehnte Kappeyne den Auftrag zur Bildung eines neuen Cabtnets ab.

Dänemark.

Kopenhagen, 19. August Der Kaiser von Brasilien war gestern im Tivoli, wo er die ihm zu Ehren vom Musik-Corps vorgetragene brasilianische Nationalhymne stehend und entblößten Hauptes anhörte. Heute war er beim Kronprinzen aus Charlottenlund zur Tafel und morgen setzt er seine Reise nach Stockholm fort. Der König von Schweden wird in den nächsten Tagen von seiner Hauptstadt fern sein, und zwar um in den Scheren bei Trosa das Ge­schwader manövriren zu sehen und dann am 24. d. die aus Deutschland heim­kehrende Königin aus Schloß Sofiew in Schonen zu empfangen.

Atatien.

Rom, 23. August. Es wird bestätigt, daß die in den orientalischen Gewässern kreuzende italienische Flotte zurückberufen wird; nur einige Stations- Schiffe würden daselbst verbleiben.

Ongtaud.

London, 23. August.Reuter's Bureau" erfährt aus Belgrad, Tscher- najeff suche den Fürsten Milan in seinen Berichten von der Nothwendigkeit, den Krieg fortzusetzen, zu überzeugen; Fürst Milan sei jedoch im Allgemeinen für den Frieden geneigt und hatte bis heute Morgen noch keine Entscheidung ge troffen. Man glaubt, daß Gruic, Ovanovic und Spevicha nunmehr die ein­zigen Minister seien, welche für die Fortsetzung des Krieges sind.

Hlußland.

Petersburg, 17. August. DieRussische Welt" macht heute in einem Leitartikel für die in der Bulgarei geschehenen Greuel das deutsche Volk ver- antwortlich, von dem, wie sie sagt,ein einziges Wort genügt hätte, um ohne europäischen Krieg die blutige Herrschaft der Türken über die gesunden christ­lichen Volksstämme, die vergebens die sie feffelnden unerträglichen Ketten abzu­schütteln suchen, vom Angesicht der Erde wegzuwischen."Dieses Wort", fährt das Blatt fort,hat Deutschland bis jetzt nicht gesprochen. Es würde sich schon Jemand in Europa finden, der auf praktische Weise die civilisatorische Mission für den unglücklichen Süd-Osten ausführen könnte, wenn die Deutschen ihren moralischen und politischen Einfluß auf die Wagschale dieser gerechten und großen Sache legen wollten. Die Deutschen haben es nicht gethan und haben allem Anschein nach auch nicht die Absicht, es zu thun, und deswegen können sie auch nicht die Verantwortung für die empörenden Ereigniffe, welche im Orient schon geschehen und in Zukunft noch zu erwarten find, nicht von sich abschütteln. Jeder begreift, daß unsererseits wirkliche Eroberungsabsichten hin­sichtlich der Türkei gleichbedeutend wären mit unserem Wunsch, einen Krieg mit ganz Europa zu provociren, und daher ist es schon vom Standpunkte des ge­sunden Menschenverstandes aus sinnlos, die Möglichkeit solcher Absichten bei uns vorauszusetzen; was aber die Befreiung der Balkan - Rajah anlangt, so müßten wir in dieser Sache berechtigt sein, auf die bedingungslose Unterstützung von ganz Europa, und besonders Deutschlands, zu rechnen, da es im Jntereffe des Westens unvergleichlich viel vortheilhafter wäre, diese keinen Aufschub dul­dende Ausgabe durch gemeinsame Anstrengungen der Haupt-Continentalstaaten zu lösen, statt nach alter Art Rußland allein die schwere Rolle zu überlasten, der einzige active Vertheidiger der christlichen Märtyrer im Orient zu sein." So spricht man, weil Deutschland sich in die orientalischen Wirren nicht ein- gemischt hat. Aber wie würde man in Rußland von Deutschland reden, wenn letzteres sich in die orientalischen Wirren wohl eingemischt hätte, aber ohne bahnbrechend für Rußland zu wirken?

Petersburg, 23. August. Betreffs der in Konstantinopel und Bel­grad auf Herstellung einer friedlichen Stimmung gerichteten Bestrebungen wird hier von unterrichteter Seite bemerkt, daß die beiderseitige Lage der Kriegfüh­renden an sich kaum zu besonderen Ansprüchen auf Erwerb neuer Rechte und auf Entschädigungen berechtige. Dagegen möchte die Frage der Sicherstellung der Christen in der Gewährleistung von dauernden Frieden verheißenden Ein­richtungen in früherer Schwierigkeit auftauchen. Es komme barauf an, ob England, welches die Friedensströmung jetzt zu befürworten scheine, auch in der vorgedachten Richtung sich den Bestrebungen anschließe, welche vor Monaten schon maßgebend für die Schritte der drei Kaiserhöfe waren.

Serbien.

Belgrad, 21. August. Es bestätigt sich, daß die Türken bei Supwatz zurückgeschlagen worden. Heute haben die Serben angegriffen; die Schlacht dauert fort.

Belgrad, 23. August. Die amtliche Zeitung veröffentlicht zahlreiche Beförderungen, Ernennungen und Ordens Verleihungen. Die Generale Tscher- najeff und Alimpics sind in den Ritterstand erhoben.

Semlin, 21. August. 40,000 Türken unter Abdul Kerim Pascha er­neuerten gestern den Angriff auf die bei Teschitza concentrirten Serben. Wie- derholte Angriffe der Türken wurden abgeschlagen, ein Flügel der serbischen Truppen hatte sogar einen partiellen Erfolg und ging zur Offensive über. Das Gefecht dauerte bis 6 Uhr Nachmittags. Heute früh fand ein neuer Kampf gegen die Hauptstellung Tschernajeff's bei Alexinatz statt. Eine größere Schlacht wird erwartet. Auch an der Drina und am Jbar ergriffen die Türken die Offensive, aber bisher erfolglos.

Türker.

Konstantinopel. Der türkische Vortrab scheint sich in Serbien sehr anständig zu benehmen. Wenigstens wird so nach Konstantinopel berichtet. Ein

dortiger Correspondent schreibt nämlich:

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Vermischtes.

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Mag rin sonderbarer: hinter den Baracken mit < Kinnbacken und noch foi -lrvorzutzthen, dah er do jkhn derselben befinden si eines kleines Mädchens Hundes aufgesundene Bc

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So ist das Fleisch von $ verdaulicher al§ die W Stelle W btrklbe, den Warten genug Fett u; Nen Vestandlheile der i M man das Fleisch, wel Wasleste halten. Da Mm übertrifft das

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des Feuers einzuschran e

Wien. Em klein sahren. welcher sich M« sührer" nach Lin; tzebm Mgen nächtlicher Du-H gerochen ist, kam tf fl Werchan, sondern ein H ist, der hin Habrorrl an fangen heb- A diese W lasten eint Weift nach Lmj Murgentenführer auf St rischen Wange" entsprecher ;ijigen schlechten Zeit Rod

London, 16. Au(

- In Betreff der Verletzung des rothen Kreuzes durch die Türke« ( wartet man, daß die in Konstantinopel anwesenden Vertreter der Mächte bestimmt- Aufklärung Seitens der Pforte, wie weit ihre Unterschrift unter t Genfer Convention Geltung habe oder nicht, herbeiführen werden "

- i 22- August, Wie türkische Zeitungen verschr

wurde Mu htar und Mahmud Pascha, nachdem sie Verstärkungen erhalt,» Gemeinschaft mit Derwisch Pascha den Angriff auf Montenegro beginnen, i einer Depesche aus Risch vom 21. August cerniren die Türken Alexinatz, dch Bombardement unmittelbar bevorftehe.

Konstantinopel, 23. August. Die Beffblshaber der türkischen pen in Serbien haben der Regierung angezeigt, daß unter allen Corps fe bindung bestehe. Das Bombardement von Alexinatz beginne demnächst. % tem Falle dieser von den türkiscken Kanonen beherrschten Stadt stehe nii bem gemeinsamen Vormarsche in der Richtung auf Belgrad entaeqeu, » Seiten der Regierung betont man, daß türkifchevseits im Verkehr mit deuÄ tretem der fremden Mächte bisher keinerlei Proposttionen zur Unterlage i Friedensverhandlungen gemacht worden seien.

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ick bitte um viM! ' °en 23. ' 7i«ii» 1

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Türken en,Völkern sich alle OrtschaftenAlle^°flüchtct aus^°ngst"vor"bmd durstigen Tscherkeffen und Baschi Bozuks, Aber was begibt sich 4 Dieses 1 ll6Vie«ft "llb,hr; « mein«ien SBütcrt*e holen fein manierlich die geflüchteten Weiber und E aus den Waldein heraus imd bringen sie zum Befehlshaber Osman r,KÄI Der s'° bewirthet mit dem Röthigen versieht und vorläufig nach Widdin sZ r g* wo st- von der Regierung untergebracht und verpflegt werden, bis der 5n3 « 6 Än« ihnen bie Rückkehr zu den Ihrigen möglich macht. Daran schließen sich,3 andere Erscheinungen, die man auch kaum erwartet hätte. Eine atofce , k(r in

serbischer Dorsschaften schicken ihre Vertreter nach Belzradschik, um sich "n u* ?L8,|tni unb ottomamsche Gerichtsbarkeit zu stellen. Und da dies bewilligt worden ä S^eit b(, ®ebäube <800 Serben auf ottomanisches Gebiet gekommen und werden auf Koste,, bi ial Regierung untergebracht und ernährt. * Jätern tn

Konstantinopel. Wie aus Tripolis mitgekheilt wird, verweilt u * «min Effendi, der ehemalige Gouverneur von Salonichi, unter deficn VanU it<«6 ,,,15 1'

d» deutsche und französische Consul ermordet wurden, Tripolis , die ß j dw '

stodt des gleichnamigen Berberstaates, ist eine der angenehmsten Städte M -'S Afrikas; der Pascha befindet sich denn auch vollkommen wohl und erfreut 3 unter seinen Glaubensgenoffen einer großen Hochachtung und Beliebtheit M f*tn- so fragen die dort wohnenden Europäer, warum wird Amin Effendi nichts »m

Fezzan geschickt, welches doch der Verbannungsort der Türken ist? Ist Effendi verbannt, daun gehört er nach Fezzan; ist er blos seiner f*,. Gesundheit oder Vergnügens halber beurlaubt, dann paßt Tripolis boUtoin. als Aufenthaltsort.

Sedanseier wurden, definitive Beschttisie^übrr^bieOAbh^tungbeäft61Ü'

Freudenfeuer am Vorabend soll, da bekanntlich die Benutzung des Bessunger Sn 60 """ '

ber0eg abgeschlagen wurde wieder auf dem Emilsplatz im Blumenthaloiertel ai brannt roeröen. Zur Enthüllung des Denkmales aus Dem Friedhöfe versammelt ÄU0, jU ?dd,?mArocl ^usikcorvs zur Disposition gestellt finb, hni>lhnaRhnrn?P a^' rA durch verschiedene Straßen nach dem Friebh daselbst Choral nut Musikbegleitung, dann Festrede durch Stadtpfarrer Dr. £1

Qa e 2C; be!n ißU0e Lernen u. A- Deputationen der Hess. Truppen, u

Oberklassen der verschiedenen Schulen u. s. w. Theil. Abend« Versammlua 1 Korporationen, Xurner. Feuerwehr. Krieger, Gesangvereine rc. auf dem Marklpiq von da aus Zug mit Lampions, Fackeln rc. zum Paradeplatz, woselbst ein grogach

ÄS T?? fo\ Die Zugtheilnehmer vereinigen sich später in!

Localtiaten de- Schützenhofes, um den Festtag bei Eoncert, patriotischen Gesängen 1 sieben zu beschließen. ' 8

, , ?ar ' 22-.^fu9- Die Brände häufen sich in hiesiger Umgeaenb wahrhaft erschreckender Weise. 00 brannten in Ober-Beerbach gestern Mbeib 1 Woynhaus nebst mehreren Oeconomiegebäuden.

2«; 2lu9, Dragoner traf gestern Abend im Httrenzill seine Geleebte in den Armen eines Infanteristen und sprang, hierüber erbost, 1 furchtbarer Wuth auf das Pärchen ein, in Folge dessen der Infanterist schleunigfti I Hasenpanier ergriff seine Dulcinea aber w'e festgewurzelt vor Schreck der Dinge saa ^lckba Der Dragoner dachte nicht an eine Verfolgung seines «^

ondern begnügte sA einer Angebeteten derb den Text zu lesen, applicirte ihr sW' WmXtÄ Unb °erUe6 nC 1Ur Obigen Stunde, wie er sag^

z^aus a r m a b ' 221 ^u8- Gestern Nachmittag brannte in Schneppenhauskf kil

f. Berlin. Ein seltsames Liebespaar er als Angeklagter, sic als Rtu$io - L <

cr^ien ö0,r ?cr §er.ie"deputatlon bcd Crtminalgerichts und erheiterte durch bit hnbÖOhtiPVftd»/

!? di* Richter sowohl wie die Zuhörer. Am 14.^

b. I. erschien bet der Wittwe Julie Kleinert Hierselbst ein Mann, dessen MeufcnS l h#r Qi - . . in * f'Ä Pennbruder kennzeichnete. Die Wittwe hatte ein fühlendt^'l

üestattete dem Manne bei ihr zu wohnen. Zwar hatte er einen neuniSit^ <tr,n Äna&en on der Hand, zwar bestand seine ganze Garderobe in einem Paar m06 ^,en 8.

einbIraiTnb^fiCiftJrü^r einmal weiß geroefen - aber nie M latn, ««

fr" uracnJer3 weich und wird noch weicher, wenn der Petent ein Mann vor ld> W Krofdorf l'chem Aeußern ist. Kaum hatte Herr Friedrich Scbulbe fn bieft bfr neue (s<älf= b( Nj'1 bursche, eine Stunde ausgeruht, ba fprang er aiif unb rid- ^ulie wir woll^« MeiL^^

unbOlftnmmpIfp^ ^^^ich !" Vor Freude zitternd sank die ^Wittwe in seine ®4u$beiMVe

U \ au^< bie durchlöcherte Garderobe des Geliebten btM 2. 4/?/

^hitoen rin'en 8 6 Hause, Nach einer gesegneten Rahe

ma *ber Re--n^?E»V r"6 ®d,u6e dehnte ihn bis zum Abend aus Wie t* w brack manchem Touristen das Vergnügen neO« zz,'-.er M

Witter van und ,a8m 24 Stunden nach ihrer Bekanntschaft <3. 45.

n.inunn n.Ä» Ub Io8' Streit wüthete so gewaltig, daß sich dies« '«i l D...

nächsten >lfioraeEn rar^IC(C*d,n,abrÜ?ltC unb iehlleßltch mit einer Trennung endet- N u nd obns Schultze wieder zur Geliebten, aber ohne Rock, ahn, älk

~ rSul. c WQr jedoch unversöhnlich und denuncirte vtM ©Ka bdrüüt bfnnt ^CÖrTftanbcC benn, Staatsanwalt. Vom Präsidenten in»., ^ ten^ 6d)uIAc: H^r Präsident - sehen Sie, wir liebten uns in fei

m pA lani 'rheen und eS war nur besonders ihr mit die Hetrath

^on br im äpLCp^f?nren'?a6 ^Uens mit Dampf ging. Gefodert habe ich niti Obn ihr, im Gegentheil sie halt immer AllenS bezahlt, r' * '

sung sie an zu zanken, und wurde janz ruppcng. öo roai .uB mir ntch gefallen und ging ab. Det ick mir nu etwas zu Gute gethan habe o^1 Slerßer, bet können Sie sich denken. In der Nacht komme ick nu noch auf die M, Wiese vor s Frankfurter Thor und schlafe in. Und denken Sie sich, wie ick ufmoM is metn Stock weg, die Nadel weg, und, wo die Uhr hing, haben sie mir eenen T ftctn angebunden von Unterfchlagring also kcene Rede ick bii