Freitag, den 25. August
4876
V». 197
Weßcner ^<n?eiger
AWge. uni Amtsblatt fm beu Kreis Gießen
Erscheint täglich mit LuSnahm« M Montags.
Erpe-itio«r Schulstraße, Rt. L. Nr. 18.
Zlänglch Stuft ail
kann bis zu 1501
fri&renttn-
usburst
'sche Bu^5
Schiffen auf See- — Der gestern stattgehabten Degradation der verurtheilten türkischen Officiere, sowie der Salutirung der deutschen und französischen Flagge ui Salonichi haben der deutsche und französische Consul, Vertreter der in Sa- lonichi anwesenden Kriegsschiffe, der türkische Gouverneur, mehrere fremde Con- uln und türkische Truppen-Abtheilungen beigewohnt.
Berlin, 23. August. Der Kaiser empfing heute den von Petersburg )ier eingetroffenen deutschen Botschafter General v. Schweinitz. — Der Bot- chafter in Rom, Herr v. Keudell, ist gestern Abend hier eingetroffen und geht demnächst nach Varzin. — Der „Prov.-Corresp." zufolge beginnt die Enquete über das Patentwesen am 29. August.
Danzig , 22. August. Der deutsche Wirthschafts-Genossenschafts-Tag wählte Wiesbaden zum nächstjährigen Versammlungsorte und beschloß, für ein Gesetz zur möglichsten Verhütung von Concursen und zur Feststellung des Rechts- Verhältniffes ausgeschiedener Genossenschaften bis zum Ablaufe der Verjährung zu wirken.
Priorität in der Bevölkerung die Anschauung von einer gewiffen Ueberordnung IVVüV Lehrers über den Geistlichen entstände, so würde der letztere selbst daran s. » Slot!-* änlb sein, weil er die Vorstellung erzeugte, als ob ihm durch die Abnahme 0lefkv n Standesbuchführung — die übrigens in den parlamentarischen Körper-
Darmstadt, 23. August. Der Finanz-Ausschuß der zweiten Kammer auf Donnerstag den 7. September, Nachmittags 3 Uhr, zu einer Sitzung
DtilUIIJ, SO
"ileaur'schen Urtheils vorgehen.
Berli», 22. August. Der „Rkichs-Anz." publicht die Roth- und -icx-Signal-Ordnung für Schiffe auf See- und «üsten-Gewäffern. sowie die Urfcnung über da« Verhalten der Schiffer nach einem Zusammenstoß von
(44 hmSpächkr.
PreiS vierteljährlich 2 371 art 20 Pf. mit Brinaerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 8 Mark 50 Pf.
st/uwmtr kir-k
«Sä' ^5$
3mimtr zu I(I
^°0_Nkbengebi>
inichen
Kekerreich.
Wien, 21. August. Der „Neuen Fr. Pr." wird aus Ragus«^.gemeldet: Verläßlichen Nachrichten zufolge betragen die Verluste der Türken in dem Gefechte bei Medun mindestens das Doppelte der montenegrinischen Verluste. Die Montenegriner haben nämlich den Verwundeten kein Pardon gegeben, sondern dieselben in grauenhaftester Art verstümmelt und dann niedergemacht. Nikita hat Befehl gegeben, keine Gefangene zu machen, da Gefangene Montenegro zur Last fallen würden. Alle türkischen Nachzügler werden uiedergemacht."
Wien, 22. August. Den neuesten Nachrichten zufolge hat die Oeffensiv- bewegnn^ Wr Türken in Serbien begonnen. Aus Belgrad wird telegraphisch vom Sieg der serbischen Waffen gemeldet: Der Vorstoß ist auf der Straße von Nisch nach Alexinatz erfolgt. Damit ist der zweite Abschnitt des serbischtürkischen Krieges eröffnet und man darf nunmehr wohl auf eine Reihe neuer Zusammenstöße rechnen, die möglicherweise zu einer Entscheidung auf dem Schlachtfelde führen. Mit Sicherheit ist dies freilich bei der Unberechenbarkeit aller einzelnen Elemente der dortigen Kriegsführung nicht vorauszusagen, doch ist zu constatiren, daß in Serbien der Kriegsmuth in erhöhtem Maße zurückgekehrt ist und das Volk vom Fürsten herab bis in die einfachsten bürgerlichen Kreise gleichmäßig beseelt. Ueber die augenblickliche militärische Situation, wie sie sich nach den Kämpfen an der Timoklinie und vor Wiederaufnahme der türkischen Offensive in diesen letzten Tagen gestaltet hat, ist die „Polit. Corr." anscheinend gut informirt. Man schreibt derselben aus Belgrad vom 16. August: Die Bewegung der türkischen Armee nach dem Morawathale hat bereits begonnen. Die Ursache des fast zwölftägtgen faktischen Waffenstillstandes, welchen Abdul Kerim Pascha den Serben gewährte, lag einzig und allein in seinen Anstrengungen, die bisherigen Verluste der türkischen Armee auszugleichen. In Wirklichkeit hat Abdul Kerini bedeutende Verstärkungen an sich gezogen. Achmed Ejub Pascha allein verfügt jetzt über 58,000 Mann Infanterie, 17 Escadronen Kavallerie und 112 Geschütze. Osman Pascha rückt mit 22,000 Mann vor. Ali Saib Pascha kommandirt 10,000 Mann Infanterie, 6 Escadronen Kavallerie und 4 Batterien. In den dechairten Forts und dem befestigten Lager von Nisch zählt man 15,000 Mann Truppen aller Waffengattungen. Die türkische Operationsarmee gegen Serbien zählt in diesem Augenblicke mindestens 100,000 Combattanten. Mit dieser Macht scheinen die türkischen Generale nun entschieden vorwärts dringen zu wollen. Die neuesten Meldungen lauten auch, daß die Vorhut Ejub Paschas bereits den Kampf mit Horvatovich, welcher die ersten Defil^en bei Tolpa besetz: hält, eröffnet hat. Da Tschernajeff sich in der nächsten Nähe, in Deligrad, befindet, so wird er ausgiebige und rasche Hülfe senden können. Die serbischen Führer müßten total unfähig sein, wenn sie dem türkischen Anprall nicht kräftig widerstehen sollten. Tschernajeff, Leschanin und Czolak Antics verfügen über nicht weniger als 85,000 Mann mit 179 Geschützen und befinden sich überdies in vortrefflichen Positionen.
Wien, 22. August. Der „Polit. Corresp." wird telegraphisch aus Belgrad vom 22. August gemeldet: Zwischen heute und morgen dürfte die serbische Regierung den hiesigen Vertretern der Großmächte in einer Note ihren Standpunkt bei eventuellen Friedens-Unterhandlungen auseinandersetzen. Da die serbische Negierung die Geneigtheit der Großmächte, den Status quo m Serbien zu erhalten, vorausgesetzt, so kann ihr Standpunkt nicht wesentlich von demjenigen dtfferiren, welchen die Großmächte im Intereffe des Friedeneinnehmen werden. In Serbien selbst sind heute alle Factoren, mit sehr geringen Ausnahmen, dem Frieden geneigt, und ist daher von dieser Seite keine Opposition zu erwarten. Die Frage betreffs eines etwaigen Waffenstillstandes blieb bisher unberührt, dürfte indeß, nachdem sich die serbische Regierung meri- torisch geäußert, zur Sprache kommen.
Wien, 22. August. Die Pforte ist geneigt, im Friedensfalle den , Hafen von Spizza und ein entsprechendes Hinterland an Montenegro abzutreten. ■ Von Serbien verlangt die Pforte eine erhebliche Kriegssteuer, Schleifung der ; Grenz-Vesten und eine Huldigungs-Reise Mtlan's nach Konstantinopel.
sw ft* J
Milchen von Geistlichen selbst als eine mit Vergnügen aufzugebende Last be- r Mnet wurde — eines der vornehmsten Rechte seines Amtes entzogen sei. )l Ifin verständiger Geistlicher, der seine Gemeinde über den wahren Sinn der Mgerlichen Ehe belehrt, der ihr klar macht, daß die Ehe von den beiden Ver- Mfrn selbst und nicht von einem Dritten geschlossen, sondern daß von diesem Deren der Act der Eheschließung lediglich als in der vom Gesetz vorgeschrie- intn Form erfolgt, beurkundet wird, der hinzufügt, daß auch vor der Einfüh- mg der Civilehe das Verhältniß rechtlich nicht anders gewesen, daß der östliche nur, indem er im Auftrage des Staates die eingegangene Ehe be- bibele, ihr zugleich die kirchliche Weihe gab, daß somit der gegenwärtige von ■\N früheren Zustande sich lediglich durch die Trennung des staatlichen Beur- von dem kirchlichen Weiheacte unterscheidet — ein solcher Geistlicher Md gar keine Gefahr laufen, der Bevölkerung in der Würde und dem Um- ^5 Mrk 16 Me seiner Amtsvollmachten zu Gunsten des Standesbeamten geschmälert zu -^Heinen. Diejenigen, welche der Kirche allein das Recht zuerkennen möchten, ti gütige Ehe zu schließen, laden allerdings den Schein einer sehr wesent- A77 tu Minderung ihrer Befugnisse aus sich, und es begreift sich, daß es ihnen ppelt peinlich sein muß, zu Gunsten derjenigen depoffedirt zu erscheinen, welche ii ihre Subalternen betrachtet wurden. Wir zweifeln nicht, daß sich ein unliebsames Verhältniß in einzelnen Fällen wirklich herausgestellt hat; was fei aber nicht begreifen, ist, daß man diese Folgen des eigenen thörichteu Hoch- kJ - _ < ... .a a a thflr Sin fönt h a ♦ et m
Berlin, 22. August. Nach einem hier eingelaufenen Telegramm aus -lonichi vom 22. August hat daselbst gestern die Degradation der wegen Verhaltens bei dem Morde der Consuln verurteilten türkischen Osficiere gefunden, auch sind die verabredeten osficiellen Begrüßungen ausgetauscht , t iben. Contre-Admiral Bätsch beabsichtigt morgen mit den Panzer-Schiffen Kser" und „Deutschland" die Rückfahrt nach Deutschland anzutreten.
” Berlin, 22. August. Profeffor Reuleaux wird in nächster Zeit in Hin zurückerwartet und zunächst dem Reichskanzler-Amte einen umfangreichen licht über seine Wahrnehmungen in Philadelphia erstatten. Wie man hört, ib das Reichskanzler-Amt mit einer Veröffentlichung und Beleuchtung des
vchberathung des Hauptvoranschlags der Sraats-Einnahmen und Ausgaben t die Finanzperiode 1876/78 zwischen beiden Kammern noch bestehen.
Berlin, 22. Aug. Von gegnerischer Seite wird mau nicht müde, t0. stattfindeki^ imer von Neuem gegen das Civilstandsgesetz zu Felde zu ziehen. Bald wird iti die „doppelten Kosten" geklagt, welche der Bevölkerung dadurch aufgelegt ien, bald über die Nachlässigkeit oder gar die Unfähigkeit, mit welcher^ die ilandesregister geführt würden u. s. w. Neuerdings schlägt mau Lärm darüber, ch „die Verwaltung des Standesamtes immer mehr in die Hände der Landler übergehe". Diese würden zu Stellvertretern der Standesbeamten ernannt, ib walte dabei die Absicht ob, sie thatsächlich zum Hauptträger der stan- isamrlichen Functionen zu machen. Das aber sei doch unmöglich der Gedanke is Gesetzes; auf die „vielen Schäden", welche dieses „Emporwuchern des iubalternenthums" mit sich führe, brauche nicht erst hingewiesen zu werden. ;ie „Nat.-Lib. Corresp." antwortet nun auf diese Anklage: „Die letztere Be- mfmig läßt leicht genug errathen, aus welchen Kreisen diese Klage hervorgeht. »lkeiMtn btiej Landpfarrer, welcher den Lehrer als seinen Untergebenen zu betrachten irohnt ist, mag es freilich als eine bittere Kränkung empfinden, wenn er zur ,rcm«.«, (mit’ 'mahme einer kirchlichen Trauung erst die Bescheinigung des Standesbeamten, '; z ' h, wie er es ansieht, die „Erlaubniß" seines „Subalternen" abwarten soll. rtib alttM wie kann er behauvten, daß solche Einrichtung gegen die Absicht des Ge- " H sei? Wie soll der Staat dazu kommen, sich eine absolut unberechtigte wieaumH ßastung ebenfalls anzueignen? Der Staat hat kein anderes Intereffe, als ’ ' ij die Standesregister genau dem Gesetz entsprechend geführt werden. Wir
tben m, daß es, namentlich auf dem Lande, eine sehr verkehrte Maßregel uS Utto de, wenn der Lehrer dem Geistlichen irgendwie übergeordnet würde. Aber ' tLr ^Tudi^ 15011 kann hier gar nicht die Rede sein. Die Beurkundung einer bürgerlichen uuex' V Lkschließung und die kirchliche Trauung haben gar nichts miteinander zu affen; ihr einziger Zusammhang besteht in der gesetzlichen Vorschrift, daß die E?tere nui na(^ t>ei ersten erfolgen darf. Wenn durch diese rein äußerliche
lunio1'-. c. „fitmi
sind W» ntuer /
t*
► aber nicht begreifen, ist, daß man diese Folgen des eigenen thörichteu Hoch -''MS,Äi »hs^nun gar noch zu einer Anklage wider die Gesetzgebung zu benutzen sucht.
T.rrft voll! vr v V?.
* . Tu
neuerbauten
iWmÄn? Prüfen7 um sich über die Dissense weiter schlüssig zu machen, welche nach om 1 Dcteber°al "X..... hör <^TAAtÄ,l»innnhmpn unb 9IntinnBen


