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Belgrad, 13. August.
samen Schutzes Serbiens gegen absolut unrichtig bezeichnet.
Serviere
Von der Drina-Armee ift folgende Meldung
Lokal-Notiz.
Gießen, 15. Aug. Wer noch Zweieinhalb, Zwei-, Ein- und Einhalb-Grosche^- stücke der Thaterwährung besitzt, beeile sich, dieselben bei den mit dem Umtausch beaui: kragten Kassen einzuwechseln. Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß bit-t Münzen mit Ablauf des 31. August ihren Geldwerth verlieren und deren Aanahni? dann nirgends mehr stattfindet.
--Der vor mehreren Wochen auf dem Transport in's Zuchthaus nach Dia aus dem hiesigen Arresthaus entsprungene schwere Verbrecher Seipp kam bis nnj Genf, wurde vorige Woche dort verhaftet und befindet sich jetzt auf der Rückkehr nai Deutschland.
— - Gestern Nachmittag spielten mehrere Kinder in einem Hause am Wallthn mit Patronen, welche der Vater eines der Kinder, ein Steinbrecher, zu Hause ache- w^hrte. Plötzlich explodirt eine derselben und ritz einem Mädchen von 4—5 Ich» die 3 Finger der einen Hand fast ab. Ein recht nettes Spielzeug für Kinder!
--Gutem Vernehmen nach können wir unseren lieben Kleinen üerratfa, daß das Jugeiidfeft am 2. September dennoch abrehalten wird Fast sämmtlichc hichr Vereine haben ihre Betheiligung zugesagt und soll der Turnverein speciell mithin Sp el-Arrangements betraut werden.
Versailles, 12. August. Die Deputirten-Kammer hat das ganze Budget der schönen Künste genehmigt. Beide Kammern wurden heute vertagt; im Senat verlas Dufaure und in der Deputirten-Kammer Marcere das Vertu- gungs-Decret, ohne indeß den Anfangs-Termin der nächsten Session anzuzeigen.
Versailles, 12. August. In der heutigen Sitzung des Senats wurde der Conseils-Präsident Dufaure zum lebenslänglichen Senator gewählt; aus ihn vereinigten sich 161 Stimmen, sein Gegner Chesnelong (Legitimist) erhielt nur 109 Stimmen. — Die Vertagung beider Kammern wird heute Nachmittag stattfinden. ...
Versailles, 13. August. Strafminderungen im Gnadenwege sind 161 Commune-Verurtheilten zu Theil geworden.
Italien.
Rom, 8. August. Vor dem Assisengericht zu Bologna weroen am 16. d. Mts. die Proceßverhandlungen gegen den Marquis Mantegazza beginnen, welcher eine nicht unbedeutende Anzahl von Wechseln mit der gefälschten Unterschrift des Königs wie des Kronprinzen in Umlauf gesetzt hatte. Unter den zu vernehmenden Zeugen sind viele hochgestellte Persönlichkeiten auch aus der Umgebung des Königs.
Kchweir.
Bern, H. August. Das bereits gemeldete Attentat, welches vorgestern Abend von einer russischen Dame auf den Fürsten Michael Gortschakoff, den außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister des Kaisers von Rußland bei der schweizerischen Eidgenossenschaft, den Sohn des russischen Reichskanzlers, ausgeübt wurde, fand außerhalb der Stadt in der Nähe der Wohnung desselben, an dem sog. Schanzenberg, unterhalb dem „Schänzli", dem wegen seiner schönen Aussicht allen Touristen wohlbekannten Vergnügungsorte statt. Die Dame scheint den aus dem Sommertheater auf dem „Schänzli" heimkehrenden Fürsten erwartet zu haben. Erst nachdem sie sich vermittelst eines Blickes durch ihr Augenglas von der Identität seiner Person überzeugt hatte, trat sie, das Pistol aus ihn abfeuernd, auf den Fürsten zu. Daß er nicht getroffen wurde, ist bereits bekannt; ebenso daß die Dame verhaftet ist. Die Verhaftung soll, wie ich hörte, von dem Fürsten, bei dem sich noch ein Herr befand, selbst vorgenommen und die Dame dann aus den Landjägerposten am nächsten Thor, dem „Aarbergerthor", abgeliefert worden sein. Rachegedanken werden als Motiv ihrer That angegeben.
Frankreich.
Ä aus dem hiesigen eise
UMichlagt zu 1497 stosienvoranWa
E 19. c., DorMa videu.
Gießen, den 1
Mächte in Contact. — Das Ministerium Ristics wird zurücktreten. Ein provisorisches Ministerium dürfte ernannt und die Skupschtina einberufen werden. Die öffentliche Meinung verlangt nur die Erhaltung der Integrität des Landes und der Dynastie Obrenovitsch. — Der Beginn der Friedens-Action wird binnen kürzester Zeit erwartet.
Pesth, 11. August. Aus Belgrad, 10. August, wird gemeldet: Der Kampf bis auf's Aeußerste und der Rückzug aus Belgrad und deffen Verthei- digung ist beschloffen. Die Reserve wurde bereits zum Schauzengraben einberufen. Man verstärkt alle Befestigungen in der weiteren Umgebung von Belgrad, namentlich in dem Gebiete, welches von Donau, Sau und dem Topschiderthale eingeschlossen wird. Eine Regierungskrise steht bevor. Serbische Familien flüchten über die Grenze.
Agram, 10. August. In Karlstadt wurden gestern drei Verhaftungen und mehrere Hausdurchsuchungen vorgenommen. Der Expriester Begooic, deffen Bruder, ein pensionirter Osficier und ein Advocaturs-Canzlist wurden verhaftet. Diese Verhaftungen sollen das Ergebniß der Pakratzer Untersuchung und der darin aufgetauchten Beweismomente sein. — Heute Nacht wurde ein schon mehrere Tage hier weilender russischer Correspondent im „Hotel Kaiser" verhaftet.
Belgrad, 14. August. Durch 101 Kanonenschüsse wird soeben die Lt, burt eines Prinzen angezeigt; die Fürstin und der neugeborene Prinz befinde ich wohl. 0 ’ n
Petersburg, 12. August. Die „Intern. Telegr.-Ageutur" meldet aus Belgrad vom Freitag Abend: Die Johanniter unter Führung Keller's aus London sind heute in Belgrad eingetroffen; gleichzeitig ist der zweite Theil des russischen Sanitäts-Zuges von der Fürstin Schachowskaja nach Belgrad geleitet. Aerzte und Officiere sind jetzt aus allen Ländern zugeströmt. Die Nathalia-Legion ist heute auf den Kriegsschauplatz abgerückt. Der Archimandrit Ducic ist schwer verwundet, ebenso General Zach, der amputirt werden muffe.
Petersburg, 13. August. Mittheilungen von Personen, welche unter dem rothen Kreuze für Verwundete in Serbien thätig sind, bestätigen die osfi- cielle Klage Serbiens über die türkischen Grausamkeiten. Trotz dem Vorrücken der Türken bleibt die Stimmung Serbiens muthvoll und vertrauend. Man macht sich aus das Aeußerste gefaßt, selbst aus die Belagerung Belgrads und die Einnahme deffelben. Der in der Organisation begriffene Guerillakrieg gegen die Türken wird eist darlegen, welche Erbitterung im Lande herrscht. Die von Zeit zu Zeit wiederkehrenden Nachrichten von Vermittelungen der Mächte, sowie die neuliche Mittbeilung der Berliner „Post" von telegraphischen Verhandlungen zwischen Wien und Petersburg seit dem 10. August behuss gemem- ~ ' • - die Türken werden von iuformirter Seite als
Türkei.
Kvnstaxtiaopel, 13. Äugust. In einer Mittheilung an ihre Bei tretet im Auslande erklärt die türkische Regierung, daß die durch serbische Agenten verbreiteten Nachrichten von der muihwilltgen Verbrennung serbischer Dörfer durch die Türken vollständig unbegründet seien, dagegen hätten die Serben seit Beginn der Feindseligkeiten etwa 60 von Christen wie von Mohame dauern bewohnte Dörfer auf türkischem Gebiete in Asche gelegt.
Konstantinopel, 14. August. Das vom Sultan erlaffene Amneftir- Decret für Bulgarien lautet folgendermaßen: Der Sultan, bewogen durch väterliche Fürsorge und hohe Milde, bewilligt volle, gänzliche Amnestie allen bei dem bulgarischen Aufstande Compromittirten, deren Proceß noch nicht beendigt ist. Ausgenommen sind die bereits Verurtheilten und Diejenigen, welch? wegen Führung und Organisation des Aufstandes noch in Untersuchung stehen. Alle übrigen Verhafteten werden gegen Caution entlaffen, und ferner Niemand mehr zur Untersuchung gezogen und verhaftet; demnach werden alle gerichtliche Verfolgungen aufhören. Gleichzeitig werden auch die außerordentlichen Gericht? für die Voruntersuchung beseitigt und die Urtheilssprüche über Individuen ati den bezeichneten Ausnahme-Categorieen den ordentlichen Gerichten überwiesen.
eingetroffen: Zwei Bataillone unter Führung von Jovanovitsch, welche unterhalb Belma recognoscirten, haben die türkische Position bei Javia eingenommen ; als die Türken hierauf einen Ueberfall versuchten, irurben Letztere nach einem 13stündigen Kampfe gänzlich zurückgeworfen. Während des Kampfes wurde Javia beschoffen; die serbischen Beobachtungs-Truppen standen unweit Belina. Die Türken verloren 200, die Serben 6 Todte.
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Verwiscytes.
Darmstadt, 12. Aug. Die Industrieausstellung wurde heute Vormittaz 10 Uhr im großen Saale des Saalbaues feierlich eröffnet. Seine Königliche How der Großherzog, II- Gr. K. Hoheiten die Prinzen Alexander u. Ludwig u. Prinzessn Ludwig, sowie Se. Durchlaucht der Prinz von Battrnberg wohnten der Feier bei, benfo sämmtliche hier anwesende Mitglieder der Ministerien, die Spitzen des Mil, tärs, die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung, Vertreter der Hessischen Lul- wigsbahngesellschast u. s. w.
Die Ausstellung macht in allen ihren Theilen ebenso sehr den Eindruck iir Reichhaltigkeit wie des wohlgelungenen Arrangements. Die einzelnen Ausstellunxi- aegenstände sind auf das wohlthuendste disponirt; das gilt von der MaschiueiM sowohl wie vom Saalbau. Ueberall im Saalbau ist Raum für die bequeme Circilr tiou der Beschauer, und der große Garten des Saalbaues mit seiner Restauroti« bietet sich angenehm denjenigen zum Ausruhen dar, welche ihren Gang durch die ril $ einen Räume beendigt haben.
Alle Anwesenden zeigten sich aufs Höchste von dem Dargebotenen befrieiijt Ueberall bildeten sich kleine Kreise, welche die einzelnen Ausstellungen etngchender k- trachten; nicht die kleinsten vor den Bieren der Herren Hildebrand von Pfungsck (unter denen ein vier Jahre altes @;bräu besondere Anerkennuno fand) und Ruarnnl von Darmstadt, die jedem Dürftigen nach Belieben ihr köstliches Naß spendeten, tfaup noch biteben die Theilnehmer nach der EröffnuNtisfeier in der Restauration tm Scol- bau und der Maschinenhalle beisammen. Um 2 Uhr begann dann das Festmahl ii1 „Darmstädter Hof".
Darmstadt, 12. Aug. Unmittelbar nach Eröffnung der Industrie-ÄussteU:rl fand auch die Eröffnung der permanenten Kunstausstellung in dem von Herrn Bll- hauer Professor König erbauten Raume, dem Saalbau gegenüber, statt. Die Abstellung fühlt sich mit einer Reihe sehr interreifanter Werke der Bildhauerkunst ml Malerei bei dem hiesigen Publikum ein. Wir können auf Einzelnes heute noch n± näher eingehen, wir können uns aber doch nicht versagen, auf die Bildhauecurbeiei des Herrn König selbst (darunter die Marmorbüsten der Prof. Gneist in Berlin m Vischer in Stuttgart) auf die Böhm'sche Terracottenbüste von Carlysle und aus w Reihe trefflicher Gemälde hinzuweisen. Wir nennen darunter u. a. Noack (Abhcil des quirlnalischen Hügels und Porträt), Carl Raupp in Nürnberg (L-eeufer). Bracht (Lüneburger Hoide), Bayer (Bilder aus Venedig), Geselschap (zwei Bildnii', Prof. Löfls, sowie ferner Gemälde von Antonie Boubong, Paul Weber, deck» Frisch, Peters, Wessinger, und endlich die Aquarelle von Carl Köhler.
Alzey, 11 Aug Die Eröffnung unserer Industrie-Ausstellung erfolgt den 25. August, Mittags 2 Uhr, und wird man alles aufbieten, damit die .echt;c>l- reich zu erhoffenden Besucher zufrieden sein werden. Während der Ausstellung n» bie Kapelle des 88. Infanterie-Regiments unter Leitung des Herrn Kapellmeis^ B a u n a ck spielen.
— Ein Correspondent der „Magdeb. Z." klagt über die ungeheure Hitze, 1 30 Grad Maumur im Schatten, welche bin Besuch der Ausstellung in Pbiladelp il sehr beeinträchtigt- Er hebt zu Nutz und Frommen der Besucher die „kühlen Plätzchc! hervor, an denen man sich einiger Maßen erfrischen kann, und beschreibt eines n selben folgender Maßen: „Ein anderes kühles Plätzchen findet sich in der Ma'chlr» halle. Dort befindet sich nämlich ein von einer Fabrik ausgestellter Riesen-Lenttlr^ der im Stande fein soll, per Minute 100,000 Kudiksuß Lust einzusaugen und et'-- Menschen den Kops abzureißen. Wie es sich mit der letzteren Behauptung verc > weiß ich nicht, da noch Niemand den Versuch des Koptabreißenlassens gemawt x, aber mit den 100,000 Kubikfuß kann es seine Richtigkeit haben. Der Luftzug w Nähe des Ventilators ist so stark, daß man die Oeffnung desselben mit einem versehen mußte, um Unfälle zu verhüten. Hüte, Schirme und Umschlagetücher v schw^'.nden wie durch Zaubergewalt sortaeschleudert in oem weiten Scylunde und tar»- sich später in einem sehr abgerissenen Zustande auf der anderen e>eite wieder ■ 1 die amerikantschen Apotheker ihr Publikum erst durch den Verkauf von Ewwa unreifem Obst und verfälschten Fruchtsäften krank machen, um es nachher durcb -O1U Medicinen wieder zu curiren, tft eine allbekannte Thotsache, aber der Ventilator , trifft in dieser Hinsicht alles bisher Dagewesene: er scheint geradezu im 3n^r^'c Aerzte und Beerdigungsgesellschaften errichtet zu fein. Wie die Mücken das ttd)r, schwärmen ihn die vor Hitze matten Ausstellungsbesucher und Besuchermnen; » kommen sie io naß wie eine eben aus dem Wasser gezogene Katze, in zwei MM sind sie trocken und abgekühlt, als hätten sie den ganzen Tag über in einem Cisu geseffen. Wer sich da nicht geradezu die Schwindsucht holt, geht mindestens mcyr * einen tüchtigen Schnupfen nach Haufe.
— (Man muß sich nur zu helfen wissen!) In Bruck bei Rlttenau hotte ein Nagelfchmied einen Hund, dessen Lebenszweck darin bestand, durch ein
richtung mit dem Rade den Blasbalg zu ziehen. Da kam bie Hundesteuer u I tb-t unser Nagelschmieb? Als grundsätzlicher Gegner oller btrecten unb tnou u Steuern schaffte er den biederen Karo ab, verschaffte sich dagegen einen ;ungen • richtete ihn ab und jetzt zieht Meister Reinecke steuerfrei täglich vier Blasba ge « Meister Nagelfchmied freut sich, daß es ihm gelungen, den Herren Landboten - । Nase zu drehen.
, Von dem iß Grünberg
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Kagtand.
London, 13. August. Nach einer Meldung des „Reuter'schen Bureaus" aus Belgrad fänden zaklreiche Zuzüge von Freiwilligen ans fremden Ländern zur serbischen Armee statt. DaS slaoische Comitd in Triest hätte angeblich dem serbischen Kriegsmiuister 3000 Freiwillige angeboten. Garibaldi habe au den Kriegsminister einen Brief gerichtet mit der Anzeige, daß er in dem Mai. länder Comitä zur Unterstühung der verwundeten Serben und Montenegriner den Vorsitz übernommen habe.
Nvßtavd.


