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Mittwoch, den 16. August

1876.

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'Hichener WiMger

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AilM- lab Amtsblütt fit bett Kreis Gießt«.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expedition: Schulstraße, Bit. B. Nr. 18.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 3 Mark 3Ü9 Pf.

ei Leipji, Rr. n

Amtlicher H ö e i l.

Gießen, am 14. August 1876.

B etr cffend: Die Feier des 2. September in den öffentlichen Schulen des r

Die Großherzogliche Kreis-Schul-Comnnsston Gieße«

an die Schulvorstände des Kreises.

Nach Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, Abtheilung für Schulangelegenheiten, vom 8. d. M-, soll auch in diesem Jahre am 2. September ine Schulfeier in ähnlicher Weise, rote dies seither schon nach Maßgabe des Ausschreibens der vormaligen Großherzogltchen Oberstudten-Dtrection vom 2b. August 1872 geschehen ist, abgehalten werden.

Sie wollen das Geeignete veranlassen.

I. V. d. V.:

________________________________________Dr. Hoffmann, Regierungsrath.______________________________________________

Bekanntmachung.

Wir sehen uns veranlaßt, nachstehendes Localreglement wiederholt mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, daß das Aufsichtspersonal angewiesen ft, auf das Strengste auf Handhabung dieser polizeilichen Bestimmungen zu sehen und Zuwiderhandlungen unnachstchtlich zur Anzeige zu bringen.

Gießen, den 10. August 1876.

Großherzogliche Polizei - Verwaltung Gießen.

Fresenius.

Local-Reglement.

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Die Erwägungen, welche in dieser Hinsicht dem Reichskanzler-Amt unterbreitet worden sind, haben von dieser Seite günstige Ausnahme gefunden, und der Ches der Admiralität, unter besten besonderer Leitung die Seewarte stcht, hat sich im Allgemeinen bereit erklärt, den im Interesse der Landwirthschast laut gewordenen Wünschen zu entsprechen.

Wilhelmshaven, 11. August. Der Torpedo-DampferZielen", Com- mandant Capilän Meusing, ist von England kommend um 5 Uhr heute Abend hier eing-trosten.

Kisfingcn, 14. August. Der unweit Kissingen gelegene Badeort Brückenau ist von einer Feuersbrunst betroffen worden, welche über zwei Drittel von den Häusern der Stadt und des Bades zerstört hat.

Bayreuth, 13. August. Tie Aufführung desRheingold" begann heute Abend 7 Uhr und hatte eiten großartigen Verlauf. Das unsichtbare Orchester war von zauberhafter Wirkung. Die Stimmen der Sänger gelangten vollständig zur Geltung. Kaiser Wilhelm wohnte der Vorstellung bis zu Ende, gegen 91/2 Uhr, bei, ebenso der Kaifer ron Brasilien und die übrigen Fürsten. Kaiser Wilhelm wurde bei seinem Eintritt in die Loge vom Publikum stürmisch begrüßt. Nach dem Schluffe der Vorstellung wurde Richard Wagner wieder­holt gerufen, erschien jedoch nicht. Die Stadt ist glänzend illuminirt. Kaiser Wilhelm durchfuhr in offenem Wagen die Hauptstraßen und wurde überall mit lebhaften Zurufen empfangen. Es herrscht eine sehr gehobene Stimmung.

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Wien, 12. August. DerPolit. Corresp." wird ans Belgrad gemel­det: General Tscheruajeff hat beschlosien, das Morawa-Thal ohne Entschei- dungs Schlacht auszugeben. Osman Pascha operirt in der Richtung auf Paratschin, doch ist augenscheinlich das Morawa Thal das Hauptziel seiner Operation. Ejub Pascha steht am Eingänge der Defilüen von Banja, Lesch- janin unweit Brestowatz. Die Türken haben in Negotin eine Donau-Ufer-Polizei organisirt. Saitschar ist fast zur Hälfte abgebrannt. In Negotin sind angeb­lich alle Häuser von NizamS geplündert worden

Wien, 12. Augrist. Die ungarische Regierung hat nach einer Meldung derPresse" erklärt, daß nach der ungarischen Verfassung die Genehmigung des Vertrages über die Trennung der Netze der Südbahn durch das Parlament uothwendig sei. Die österreichische Negierung ist entgegengesetzter Ansicht, weil der Staatsschatz nicht belastet werde. Auch erachtet man die ungarische Regie- rung nicht für berechtigt, die Angelegenheit zu beeinflussen.

Wien, 14. August. DiePolit. Corresp." erfährt aus Belgrad durch ein Telegramm vom Heutigen: Fürst Milan, seiner eigenen patriotischen Ein­gebung, sowie den Ratschlägen einsichtiger serbischer Staatsmänner folgend, hat beschlossen, dem aussichtslosen Kriege ein Ende zu macken. Zu diesem Be- Hufe setzte er sich bereits gestern mit den diplomatischen Vertretern der Groß-

ijpung btr jka'niW Regem. 13)i Muth und Ni Muß des gorfl |

Das Aufbewahren größerer Holzvorräthe innerhalb der Stadt Gießen betreffend.

oUr Verhütung von Feuersgefahr wird auf Antrag der Localpolizeibchörde, nach Anhörung des Stodlvorstandes und mit Genehmigung Großherzoglichen Mini- stniums des'Innern vom 9. L Mts. zu Nr. M. d. I. H,165 auf Grund des Art- 149 des P. St. G- für die Stadt Gießen folgendes verfügt:

1. In den Höfen dürfen von Gewerbtreibenden, welche mit Holz, Steinkohlen rc. handeln, oder welche zu ihrem Gewerbe gtoßere Mengen BrennmatertaUen gebrauchen und aufbewahreu müssen, z. B- Bäckern, Bierbrauern rc- nicht mehr als 6 Stecken (9,6 R. M-) Holz, oder nicht mehr als 300 Wellen aufbe- roahrt werden. Größere Mengen von Holz, als die angegebenen, müssen mindestens 50 Fuß von Wohngebäuden entfernt, medergelegt werden.

2. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen unter pos. 1 werden in Gemäßheit des Art- 149 des Polizeistrasgcsetzes mit 1 bis 10 st. bestraft- Gießen, den 15. October 1867.

Grobherzogliches Kreisamt Gießen-

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or^n tofal Aus dem Großherzogthum Hessen, il. August. Um die für Erlaß eines Wcg-GesetzeS erforderliche» Grundlage» zu gewinnen, sind Am »n'pcirieiwW' )tblllin n g,treffen worden, die Frequenz der Ltaats-, Provinzial- und Vicinal- Kraßen festzustellen. Die Größe des Verkehrs auf den Vicinal-Wegen wird 'M «ine Zählung der Zug-Thiere ermittelt, die sich auf einer Straße be-

1: iura« »izm: die Zählungen erstrickcn sich vorerst ans die Dauer eines Jahres und tmbrä inben am 1. und 14. eines jeden Monats vom September d. I. ab statt. An arbeiten. verschiedenen Wegen werden auf Kosten der Gemeinden Zahler aufgestellt,

/ K I91 ön "Milche die Zahl der passirenden Zug-Thiere an Fuhren in Zahl Karten eintra- p. In Ausführung des Ar,, il des Schulgesetzes sind nunmehr die Vor irbaiM' n TübW Hüften über den Bau- und die Einrichtu, g der Schnlräume und Lehrer-Woh- ' lunpen erlassen worden. Die Größe der Schul-Zimmer soll von der Anzahl » Schüler abhängig sein, und für jeden Schüler soll ein Flächenraum

icnftt W mindestens 0,8 Quadrat-Meter vorgesehen werden. Die Höhe der Schul

- Mull niDimer ninß mindestens 3,5 Meter, bei größeren Schnlhäusern 4 Meter be

Vdiitl ^,^n. Anch bezüglich der Heizung und Ventilation sind genaue Vorschriften Lselbebo' Mben. Eine jede Lehrer-Wohnung muß mindestens vier bewohnbare Räume

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Darmstadt, 14. August. Se. KLnigl. Hoheit dkl Großherzcg habe» «nguädigst geruht: am 21. Juli ten Rcgierungs Accejsisteu Kail Freiherr» i. hertliug von Darmstadt zum Krcis Affesfor zu ernennen.

Berlin, 12. August. Nach den, heute verkündeten Urtheil in dem fctefie gegen Mattner v. Mbra wurde derselbe zu 2Jahre», Beiter zu 1 Jahr -'tib Straft zu 2 Jahren Gesängniß verurtheilt; für die gleiche Dauer wurde auf Siriust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt. Biermann wurde sreigesprochen.

Berlin, 12. August. TieNat.-Ztg" schreibt:Bereits vor einigen Lch-n aitifl uns in Betreff der Reichstädter Verabredung aus Paris die Mrt hilung zu, daß dabei lediglich und ausschließlich die Eventualität des Unter- Smns der Serben in's Auge gefaßt worden sei. Unter Bestätigung dieser wtheilung erfahren wir heute über de» Inhalt der Verabredungen von einer Ente die wir allen Grund haben, für gut unterrichtet zu halten: Rußland »d Oesterreich sind übereingekomme», daß der Türkei nicht benommen werden *, gegen Wiederholung eines Angreffs von Seiten Serbiens Garantieeu zu ial-naen. Tiefe Garantieeu sollen aber - darüber ist unser Gewährsmann t'chaus sicher - nicht in der Wiederaufnahme des früheren Vesatzungsrechts

Berlin, 12. August. Von Seiten einzelner deutschen Regierungen ist, ,M die Weser-Ztg." meldet, der Wunsch ausgesprochen woiden , die Witte- - berichte der deutschen Seewarte in Hamburg in ähnlicher Wei^e wie bis schon für die Schifffahrt auch für die Landwirthschast nutzbar zu machen.

Dr. G o l d m a n n.