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Gießen, im

Brüssel, 12. Januar. Die Arbeiter-Unruhen in Belgien nehmen nach den neuesten Meldungen einen weniger bedrohlichen Charakter an. Allerdings hat neulich zu Brüssel ein Ministerrath unter dem Vorsitze des Königs stattge­funden, in welchem, demEtoile" zufolge, wichtige Maßregeln berathen wur­den für den FaS, daß ernstere Conflicte zwischen den Sicherheitstruppen und der strikenden Arbeiter-Bevölkerung vorkommen sollten, indessen geben Be­richte, welche direct von dem Schauplatze der Strikes einlaufen, ein friedlicheres Bild über die Situation. DasJournal de Charleroi" constatirt, daß die einheimische Bevölkerung sich sehr gering an den Arbeitseinstellungen betheiligt habe; die zugereisten Arbeiter aus Flammland, Frankreich und auch aus Deutschland haben die Rädelsführer gemacht und sich dabei verhältnißmäßig geringe Ausschreitungen erlaubt, die aber sehr bald unterdrückt wurden. Die mit großem Geräusch in Scene gesetzten verdächtigen Waffenverkänfe an Arbei­ter, sowie die angebliche Vertheilung von anti-ultramontanenGeusenliedern", sind hauptsächlich von clericalen Zeitungen zu Kapital geschlagen worden. So­mit tritt die Vermuthung, daß die ganze Angelegenheit im Grunde genommen vielleicht nur ein ultramontaner Putsch für die nächste Wahlcampagne ist, schon etwas deutlicher in die Erscheinung.

England.

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Im Firinen-Reai Gerichts sind heute zogen worden:

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London, 12. Januar. Ein in seinen Anfängen ziemlich unbedeutender Kampf zwischen Arbeitern und Arbeitgebern droht zu bedeutendem Umfang an­zuschwellen und über viele Arbeiter das Elend zu verbreiten, welches solche Streitigkeiten immer im Gefolge haben und das nur um so größer wird, je zäher der englische Arbeiter bei seinem Widerstande beharrt. 200 Leute einer Eisenfirma zu Erith in Kent, nicht weit von der Hauptstadt, weigerten sich nämlich vor einiger Zeit, die ihnen angebotene Stückarbeit zu verrichten, und machten schließlich Strike, und zwar nicht sowohl aus eigenem Antriebe, sondern weil der Verband der vereinigten Maschmenarbeiter, ein weit ausgebreiteter Arbeiter­verein, dem sie angehören, denjenigen Mitgliedern, welche bisher nach Zeit arbeiteten, die Annahme von Stücklohn verbietet. Dieser Einmischung des Arbeitervereins gegenüber werden die dem Verbände der Arbeitgeber angehörigen Vorstände von Firmen im Eisenhandel sich nächster Tage darüber berathen, ob nicht sämmtliche Mitglieder des genannten Arbeitervereins, die bei ihnen' be­schäftigt sind, entlasien werden sollten, falls sie ihre Verbindung mit dem Ver^ ein nicht aufgeben. Schon aus dem Umstande, daß die Amalgamated Engineers Asiociation (der Verband der Maschinenarbeiter) über einen Fonds von etwa 150,000 L. verfügt, läßt sich abnehmen, wie viele Arbeiter und Arbeiterfamilien von einer solchen Maßregel betroffen würden, deren traurige Folgen sich zu dieser Jahreszeit doppelt schwer fühlbar machen werden. Man sieht hier dem Ausgange des Conflicts mit Besorgniß entgegen.

London, 12. Januar. DieMorning Post" berichtet über einen Zu sammenstoß englischer Beamten mit den ägyptischen Truppen zu Brava, einem von Letzteren besetzten Orte in Zanzibar. Consul Kirk begab sich im Auftrag !

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ber Regierung behuf, Prüfung des Th-tbestandes dorthin und wurde, wie auib der SchiffreapitLn. insultirt. Di- Landung wurde nut bewaffneter Hand iu verhindern gesucht, jedoch nach Bereitmachung des Schiffes lum Bombarde. ment eine demüthige Abbitte geleistet.

Wrüek.

Konstantinopel, 12. Januar. Ein Telegramm Mnkhtar Paschas vom 6 Janur besagt: Die zur Ueberwinterung in Trebinje bestimmten Trup. pen smd daselbst, ohne auf Hlndermffe zu stoßen, eingetroffen. Die Ruhe ist überall hergestellt, ausgenommen in dem Gebiete zwischen Trebinje, Bil-k.e Gatschko, L-otska und der montenegrinischen Grenze. Die Strenge des Wm- n "^dert die Bewegungen der Insurgenten. Der bisherige Marine- Minister Riza Pascha ist zum Kriegs-Minister ernannt worden.

Amerika.

Washington, 12. Januar. Die Justiz-Commission des Revräsen- tautenhaul-s hat einen Bericht zu Gunsten des Berfaffungs - Amendements an- trc°na* b> Chlet Präsidentschaft sechs Jahr- betragen und em Präsident em zweites Mal nicht wieder wählbar sein soll.

Vermischtes.

r..Braunschweig. (Hohes Alter.) Dieser Tage ist hier, wie dem H C ae- Ä wird, «ne fahrige Frau gestorben Unter den Trauernde« befindet sich auch b t ^00 Jahre alte Mutter der Verstorbenen. Die Matrone ist noch so rüstig, daß sie das Alter ihrer verschiedenen Tochter keineswegs hoch ansieht, denn als Todeskunde überbrachte, meinte sie wehklagend, daßdie Leute doch recht Oeh^t ha"en welche dem schwächliches Kinde kein hohe, Alter - igesprochen hätten^ München, 4. Jan. Auch die Bierwirthe m München yaoen sich davon über* W ""s ^Enen Spaß machen dürfen Gleich den

Aackern, die mit ihrer geplanten Preiserhöhung deS BrodeS so gründlich durchgefallen sind, entgingen die Bierwirthe mit ihrem in aller Stille gefaßten Beschlüsse den Nreis des Bieres mit Einführung der neuen Währung zu erhöhen, der Blamage nicht. Die größeren W-rthe thaten.s^ch nicht mit und haben einen ungeheuren Zulauf, weil sie das Bter -um alten Preise geben. Die übrigen suchen zwar ihre Preiserhöhung noch aufrecht zu erhalten, aber ihre Phalanx ist durchbrochen und dient schon beute Sum Gelachter. Die Südd. Post empfiehlt zwar noch den Bierstrike an, aber^daS Wpt nn? ^atJ?forr bm s^kigeren Weg eingeschlagen: es meidet die Wirthe, die das Bier nur zu höherem Preise geben wollen.

wrs Von einem amerikanischen Duell mit lustigem Ausgange wissen ungarische Zwei Weidmänner A. und Z. stritten darüber, ob die Schwarz- drossel oder die Goldamsel schöner säuge, und der Disput über diese hochwichtige Frage hpr Cn' eine Herausforderung zum amerikanischen Duell den Schluß

?b^^unkes bildete. Es wurde festgesetzt, daß derjenige, welchen die schwarze Kugel treffe, sich in der Stunde und in der Art zu tobten habe, welche der Gewinnende be­stimmen werde. A-, dem das Todesloos gefallen, machte sein Testament und war nun täglich darauf gefaßt, dem Appell ins Jenseits folgen zu müssen. Eines schönen TageS wird an seine £oür geklopft und herein tritt der Diener seines ehe naligen ^agdfreundes Z., einen Brief und eine zugedeckte große Schüssel in der fianb ballend

^"ernder Hand erbricht A. den Brief, dessen Inhalt also lautet:Ich bestimme,' daß der Empfänger dieser Zeilen sein Ehrenwort damit zu lösen hat, daß er sofort Bericht verzehrt." - Also Gift!" denkt A und hebt das Tuch von der SchMel, deren Boden, o Ironie des Schicksals! sein Lieblingsgericht, ^m-os scusza Mügeln) bedeckt. Mit heroischem Entschluß setzt sich A. an das lieblich ihm entgegenduftende Todesmahl und erwartet, nachdem die letzten Nudeln hinabgewürgt sind, die Wirkung des Giftes. Doch er wartet vergeblich. Z. hatte sich zwar in grau- m^cr' doch unschädlicher Weise Satisfaction genommen. Die turos scusza bara fein me^r einpe^t r°^bCm man netten, daß A. kein zweites amerikanisches Duell . . . 9 (Ewiges über Frost.) Aiis Riga, wo man über Kälte und Frost, ein

ja letzt auch für uns sehr interessantes Thema, natürlich die reichsten Erfahrungen hat, wird Folgendes geschrieben: ö v '

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Allem Vertrauen beanspruchen müsse. Der Club sprach sich gegen die weitere Belastung der diesteitigen Hälfte und für die kräftige Unterstützung der Regie­rung in diesem Sinne aus.

Wien, 13. Januar. Gutem Vernehmen nach wird Englands Beschluß­fassung über die Note Andraffu's Hierselbst erst für nächste Woche erwartet, weil die Sitzung des britischen Minister-Conseils, in welcher die Angelegenheit zur Berathung kommen soll, bis dahin verschoben ist.

Aus äkyrol, 8. Januar. Die von Wien aus jetzt endlich ertheilte Genehmigung, daß in Innsbruck und Meran protestantische Kirchen erbaut und eigene protestantische Gemeinden gegründet werden dürfen, versetzt die in Tyrol allmächtige ultramontane Partei nunmehr in so grimmige Wuth, daß ihre Hauptorgane in der Presie schon wiederholt wegen allzu heftiger Schmähungen des österreichischen Ministeriums confiscirt und unter Anklage gestellt werden mußten. In Meran bestand bisher schon eine stillschweigend geduldete kleine protestantische Gemeinde, welche sich mit einem Beetsaal ohne Kirchthurm, Glockengeläute und Orgelklang behelfen mußte und deren Geistlicher großentheils durch freiwillige Beiträge der protestantischen Curgäste besoldet wurde. Da sich in letzter Zeit viele Protestanten in Meran wie überhaupt im ganzen süd­lichen Tyrol angesiedelt haben, so dürste die Erbauung einer eigenen Kirche mit Thurm und Glockengeläute gewiß bald erfolgen.

Frankreich.

Paris, 12. Januar. DasJournal de Paris" versichert aus guter Quelle, daß das gesammte Cabinet der Proclamation Mac Mahon's zuge­stimmt hat; letztere berühre nur solche Fragen, über welche eine Einigung her- gestellt sei.

Paris, 12. Januar. Das officielle Blatt wird morgen eine Procla­mation Mac Mahon's ans französische Volk bringen, die von Buffet gegenge- zeichnet sein und die Politik des Cabinets nach dem Programm vom 12. März bestätigen wird.

Paris, 12. Januar. Nach einer hier erfolgten Bekanntmachung haben die Inhaber türkischer Renten, welche ihre Zinsen an europäischen Bankplätzen gezahlt zu erhalten wünschen, dies der Banque Ottomane in Paris oder deren Filialen bis spätestens zum 18. Januar er. anzuzeigen und ihre Coupons zu deponiren. Nach diesem Termine werden, derselben Bekanntmachung zufolge, die Coupons nur noch in Konstantinopel eingelöst. Die Certificate für die depo- nirten Coupons sollen am 20. Januar geliefert und am 30. Januar die Zah­lung geleistet werden.

Paris, 12. Januar. Die Nachricht, daß Mac Mahon eine Bekannt­machung an das französische Volk erlassen wolle, welche das Programm und die sonstigen Erklärungen Buffet's bestätigen werde, hatte in Paris allgemeine Bestürzung erregt, indem man befürchtete, der Marschall wolle den Weg der Gesetzlichkeit verlaffen. Die Unruhe war um so größer, als der Decazes'sche Moniteur" heute Abend versicherte, daß die Mehrzahl der Minister das Ma­nifest noch nicht unterzeichnet hätten und auch nicht unterzeichnen würden, welch letztere Behauptung indeß fraglich erscheint. Die mir zugehenden Nachrichten über diesen Punkt lauten anders.

Paris, 13. Januar, Mittags. DieAgence Havas" meldet: Es wird versichert, daß heute Morgen das Einvernehmen im Ministerrathe hergestellt fei. Jede Minister-Veränderung scheine beschworen zu sein. Ein neuer Mini­ster-Conseil wird erst am Montag stattfinden.

Welgien.

"ein,.§err- die Nase ist Ihnen abaefrorenlSie sind ein Unverschämter, wählen Sie sich ein anderes Ziel Ihrer schlechten WitzeI» - Und doch war cs am Sonnabend Morgen so, der Herr, der mir nicht glauben wollte, wird spater bereut haben, daß er sich nicht überzeugte. - So anhaltend und in solcher Strenge wie jetzt, kommt der Frofi wohl nur sehr selten bei uns öor; leider sind üble Folge mit dem- lelben verbunden und auch nicht au?itblieben; nicht allein ist ein Wächter erfroren gefunden worden, sondern allgemein sind Klagen über erfrorene Gliedmaßen. Kielen iDhb es daber angenehm sein, zu erfahren, was mit den abgefrorenen Theilen iu tyun lei' um fie sich zu erhalten, und wie man sich überhaupt bei solcher Kälte zu verhalten habe. Bekanntlich ist Kalte weit empfindlicher, wenn sie von Wind begleitet ist, und da kann nur tüchtige Bewegung vor Erfrieren schützen. Unter gegebenen Bedingungen fann derMensch bedeutende Grade von Kalte, wenn er dieselbe auch sonst ungewohnt ®ar' 4° Grad Röaumur Monate lang) ertragen, während andererseits schon und noch weniger genügen, um einen Menschen zu tobten- So erinnere lch mich, daß alle Pariser Zeitungen eines schönen Morgens die Nachricht brachten, ein Arbeiter auf dem Omnibus erfroren und doch waren an be n Tage nur 8 Grad Nsaumur gewesen, für Paris allerdings etwad Seltenes. Die Bedinaungen, um Frost ertragen zu können, gehen zum Theil den Körper, zum Theil aber auch den ©eilt an: gesunde, ausgewachsene Individuen, die kräftige Nahrung genossen haben, werden weit eher Frost ertragen als schwächliche, hungrige und muthlose Perionen (wir brauchen nur an die Nordpolexpedition und im Gegensatz dazu an die Franzosen in X Ö Starke Esser können Überhaupt leichter Kälte vertragen,

und sollte uns diese Thatsache allein schon dazu bewegen, kräftige Nahrung reichlich zu genießen. Spirituosen sind, wie auch sonst immer, nur mit Maß zu trinken. So- wett zum Gesammtverhalten; denn daß Jeder sich warm kleidet, ist wohl selbstredend.

Iu den der Berührung mit der kalten Luft am meisten ausgesetzten Theilen, wie Wangen, Ohren und Nase, setzen sich innerhalb der Blutcanäle kleinste EiSkrystalle test, welche den Blutumlauf aufhalten, dann hemmen. Das Blut drückt auf die Ner- eS findet sich ein stechender Schmerz ein, doch nur für kurze Zett: denn e8 Echt bald eine Taubheit der Empfindung, die in völlige Gefühllofi^keit übergeht, und nun geschieht das, waS man erfrieren nennt Wenn dieS nicht lange dauerte oder ' T? .bedeutenden Graden unter 0 geschah, so ist es nicht weiter schlimm und ver­geht wohl ineist wieder von selbst oder nach Anwendung von fettigen Einreibungen;

fann nmn hierbei noch allen schlimmen Folgen entgehen (ausgenommen aclinbeS Brennen wahrend einiger Tage), wenn man den betreffenden Theil allmählig in höhere Temperatur bringt unter fortdauerndem Reiben mit kaltem Wasser, Schnee oder Ei4, was ledoch selbstverständlich vorsichtig geschehen muß, da man leicht daS Ohr ober die Nase abbrechen kann. Hat eine Erfrierung in höherem Grade stattge- !U.n?CrZ 1? baß zahlreiche Gefäße, nicht nur Zellen zerrissen sind, beim hier findet das- sclbe statt, wie wenn unS bet großer Kälte ein Kessel oder Eimer mit Wasser platzt, _ mso zu verfahren, nur sind die Folgen langwieriger und häufig entstehen eichwü e mit jauchiger Absonderung, zu deren Behandlung jedesmal ein Arzt hinzu- zuziehen ist. Da im Ganzen der Frost ebenso wie eine Entzündung behandelt werden muß, so find während des Verlaufes der Krankheit stets kalte Umschläge zu empfehlen. nh0? il5e!ncr Atahrung hat sich noch mit am besten Eisensalmiak in Lösung von 1 : 12 - /prmXhUrtt bewährt Hierbei sind auch noch die sogenannten Frostbeulen

Dieselben werden anfangs, das heißt beim ersten Erscheinen, meist durch inif rpn rUC? Sollodium als solches oder als Jodcollodium, vertheilt. In

^ps^",.,.o^u stnd unter den Tausenden von angepriesenen Mitteln immer noch am oiiffh x C nf.? Bepinselungen mit Lösungen von kühlenden und reizenden Salzen.

rbCt ®tfcn£ mit Erfolg angewandt, außerdem noch Gallapfeltinktur £ll£tur VON Grünspan, doch hüte man sich vor Mitteln, die jh?r ?t5 geheime Frostmittel angepriesen werd-m, bei denen man

out verdienen, nie erfährt, welches schädliche ober unnütze -pmparai jie entgalten. (Dltg. Z.)