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August
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Artillerie der Garde in Berlin und Potsdam jede zwei solcher neuen Kanonen erhalten und daß auch die Laffetten „genaue Copieen nach dem Modelle des berühmten österreichischen Erfinders sind." Es folgt eine Beschreibung des Kriegsschiffes, das den bezeichnenden Namen „Ulan" führt u. s. w. Kurz, wenn die Franzosen jetzt noch im Unklaren über die Deutschen bleiben, so ist es die Schuld der Saint-Genest, Veuillot und ähnlicher Leute wahrlich nicht.
Paris, 8. August. Laut Privat-Meldungen aus Belgrad wird die Lage Serbiens als sehr ernst aufgefaßt. Fürst Milan neige zum Frieden, aber das Ministerium, insbesondere Ristic, wolle den Kamps bis zum Aeußersten fortsetzen. Der Krieg werde somit seinen Fortgang nehmen, wenn das Ministerium am Ruder bleibt.
Paris, 9. August. Das amtliche Blatt enthält eine mit der gestrigen Meldung des „Deutschen Reichs-Anz." conforme Mittheilung über die Erledigung der Angelegenheit von Salonichi, welche in Folge der gemeinsamen Bemühungen der deutschen und französischen Negierung endgültig geordnet ist.
Versailles, 8. August. In der heutigen Sitzung des Senats verlas Parieu seinen Bericht über das Municipalgesetz, worin er die Annahme des Gesetzes mit Ausnahme des Art. 3 befürwortet. Der Minister Marcöre beantragt die Dringlichkeit. Die Abstimmung hierüber wird bis morgen vertagt. Die Deputirten Kammer berteth über die Gesetz-Vorlage, betr. die Bewilligung eines Credils von 2 Mill. Frcs. für die in Frankreich sich aufhaltenden car- listischen Flüchtlinge. Der Antrag der Commission, nur 1,300,000 Frcs. zu bewilligen, wurde mit dem Zusatze angenommen, daß die Unterstützungen der Carlisten Ende September ganz aufhören sollen.
Kagkaud.
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Vermischtes.
K e 1T Mainz. In der verflossenen Nacht wurde im Juftizpalaft, in den Räumen des Untersuchungsgerlchts I. emgebrochen und eine Anzahl Gegenstände SßertbhX« Kleidungsstücke u. f. w. gestohlen, welche dort als Corpora delicti, als «ewSSffi von früheren Diebstählen herrührend in Verwahrung lagen. Das ist doch entschied,n Pech; wenn, was so schwer hält, einmal gestohlene Gegenstände wieder zum Dorsche! kamen, so werden sie auf dem Untersuchungsamt noch einmal gestohlen
, - (Der Durst beim Mainzer Schützenfeste.) Wir sind in der Lage, nachstehend authentische Z'ffe.n über das Quantum des in der Festhalle consumirten Weines aeb zu können. Es wurden getrunken: 23,000 Flaschen Schützenwein, 2600 Flaschen feiner Werne, 7o0 Flaschen Rothwein, zusammen 26,350 Flaschen. Außerdem 1672 Flaschen Champagner und 4533 halbe und 2788 ganze Krüge Delterswasser. - Gewiß aam achtungswerthe Leistungen, die sich in Bezug auf den Schützenwein wohl noch gesteiaer haben würden, wenn er über das ganze Fest so geblieben wäre, wie in ben erften Ta^en. Er war eben zu frühe alle geworden und sein Nachfolger blreh an Qualität
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Lokal-Notiz.
Gießen, 9. August. Die kunstsinnigen Bewohner Gießens, welchen selten Gelegenheit zu einem wahren Kunstgenuß geboten moaen nickt nprfrhVrJn < der Möbelhandlung des Herrn WtlhelL Reiber aufd?mSelterswea aus^s Gemälde in Augenschein zu nehmen, welches einen für sie in jeder fnnficfat Ö C$ Gegenstand, eine Ansicht des Schiffenbergs. in ausgezeichneter AusMruna wieder Wie wir verrathen können ist der talentvolle, der Düsseldorfer Schule angchör ae iun^ ttünstler ein Kmd unsrer Stadt, dem wir nur Glück zu der betielenen AiifhnSn U-0C scheu können. Wir haben es, wie das ausgestellte Werkbwe.mst eknem wstkL" Künstler zu thun, der es versteht, die Natur nach allen Seiten ubdX treulich wiederzugeden. An Erfolg wird es ihm sicher nicht fehlen $ ' ™ f. s q ^eßen, w. August. Bei dem gestern in Wismar ausgebrochenen Brande sind 3 Scheunen em Raub der Flammen geworden. Die beiden hiesigen Feuerwebr,» waren zum Theil nach dort ausgerückt und hatten noch Gelegenheit thätia ein zugreifen.ö v v UH
London, 7. August. ^„Daily Telegraph" bringt den ersten der von dem Afrika-Reisenden Slanly erhaltenen neuen Briefe aus Mahyiga Island, drei Meilen von der Insel Bambireh im Victoria Nyanza, 29. Juli 1875. Stanley schreibt, daß seine Reise mehr als genug von Abenteuern angefüllt sei, der frühere Ausflug nach Ujiji wäre reines Kinderspiel gegen seinen jetzigen.
— Durch die Stürme der letzten Tage sind gegen 50 Menschen an dec schottischen Küste umgekommen und ein Schaden an Eigenthum entstanden, der 20- bis 30,000 L. beträgt.
London, 8. Aug., Nachts. Im Unterhause kündigte Ashley an, er Werde die Aufmerksamkeit des Hauses aus die Verzögerung lenken, welche die Regierung betreffs der Nachrichten über die von den Tücken in Bulgarien begangenen Grausamkeiten sich habe zu Schulden kommen lassen, sowie auf den Mangel an raschem energischem Handeln Seitens der Regierung und des englischen Botschafters in Konstantinopel. Lowe forderte Auskunft über den Stand des Suez Canal-Unternehmens und die Stellung Englands gegenüber demselben; Rylands machte der Regierung den Vorwurf, durch ihre Politik in Bezug auf den Suez-Canal lediglich der Speculation Vorschub geleistet zu haben. Der Schatzkanzler Northcote gab hierauf eine ausführliche Darlegung der Verhandlungen mit Leffeps und hob hervor, daß die Vertreter Englands künftig Stimm recht im Verwaltungsrathe hätten; höher, als diese Stimmberechtigung, sei aber der moralische Einfluß anzuschlagen, welchen England erlangt habe. Die Einnahmen des Suez-Canals erhöhten sich im letzten Jahre um 17 Procent, während sich die Ausgaben nicht vermehrten. Die Eceigniffe haben durchaus die Richtigkeit und Verständigkeit der englischen Politik gegenüber dem Suez- Canal gerechtfertigt. Der Marquis of Hartington kcitisirte das Verhalten der Regierung sehr eingehend und meinte, die Erwägung von Gründen für die hohe Politik scheine der Regierung abhanden gekommen zu sein. Ec hoffe, die Regierung habe in dieser Angelegenheit eine Lehre erhalten und werde sich künftig in die Handels- und Geldverhältnisse anderer Länder nicht einmischen. Disraeli vertheidlgte das Verhalten der Negierung und erklärte, er glaube, das Verhalten der Regierung in der Suez-Angelegenheit werde von der öffentlichen Meinung stets als politisch und patriotisch angesehen werden. Die Suez- Canal-Actien-Bill wurde hieraus geuehmigt.
London, 8. August, Nachts. Im weiteren Verlause der Sitzuug des Unterhauses erklärte der Unterftaats-Secretär im auswärtigen Amte, Bourke, aus eine Anfrage von Torrens, daß bezüglich des Gebrauchs der polnischen Sprache vor den Gerichten der Provinz Posen eine Verpflichtung Seitens der Mächte in dem Wiener Vertrage von 1815 nicht übernommen sei.
Nußland.
Petersburg, 9. August, Die mehrfach wiederkehrende Behauptung, daß Serbien die Vermittelung der Großmächte oder einer Großmacht angesprochen, wird von informirter Deite als unbegründet bezeichnet.
Kumänien.
Bukarest, 9. August. Fürst Karl ist nach Kloster Sinai abgereist.
Türkei.
Konstantinopel, 8. August. Ueber die jüngsten Kämpfe mit den Serben liegen folgende osficielle Nachrichten vor: Knjasevatz ist nach dreitägigen Kämpfen in die Hände unserer Truppen gefallen. Die Niederlage der Serben ist eine vollständige, und um so größer, als der Feind um diesen Ort beträchtliche Streitkräfte vereinigt und Verschanzungen errichtet hatte, welche jedoch den Angriffen unserer Truppen nicht widerstehen konnten. In Folge des Bombardements ist Knjasevatz niedergebrannt. In dem bet Sienitza stattgehabten Kampfe haben unsere Truppen den Feind von den Höhen, welche er besetzt hatte, vertrieben und sich der dort errichteten Verschanzungen bemächtigt. Der Feind wurde von unseren Truppen bis über die Grenze hinaus verfolgt, indem er zahlreiche Gefangene und viele Waffen und Kriegsmaterial in unseren Händen ließ.
Konstantinopel, 8. August. Die Besetzung Saitschars durch die türkischen Truppen ohne Schwertstreich wird durch Privat-Depeschen aus Wid- din vom 7. August bestätigt; danach habe Leschjanin mit seinem Corps Sait- schar geräumt, weil er in Folge des türkischen Sieges bei Knjasevatz von verschiedenen Seiten angegriffen zu werden besorgte, und beabsichtige, sich dem Corps Tschernejeffs anzuschließen.
Konstantinopel, 8. August. Eine Depesche Osman Paschas bestätigt, daß Saitschar von den Serben, welche, von Tscherkeffen verfolgt, Verluste erlitten, geräumt und von den Türken besetzt worden ist.
Aus dem Rhein g au, 8. August. Die Aussichten in unseren Weinbergen werden von Tag zu Tag herrlicher. Die anhaltend überaus günstige Witterung tbut wahre Wunder. In Oestrich hatte man bereits am St. Annen-Tage (26. Juli) schone reife schwarze Trauben. Auch aus Mittelrhein wird berichtet, daß sich dort feit einieti Tagen an dem Hausstocke des Fr. Löb prächtige, durchaus reife Trauben befinden In der Rauenthaler und Etviller Gemarkung trifft man ebenfalls an den wärmst» -stellen schon hier und da weich werdende Beeren. Aehnliches wird uns auch aui Rüdesheim und Geisenheim gemeldet. Kurz die Fortschritte, welche der Rebstock fort: während macht, sind geradezu erstaunlich, und es steht darnach bei uns, wenn niäl noch ganz besondere Hindernisse in den Weg treten, ohne Frage ein großes Gewäj- in Aussicht. Dabei ist auch die Quantität der Trauben überall eine ungemein große. Man kann sich daher leicht denken, wie vergnügt und fröhlich zur Beit unfeu Winzer sind.
M.-Gladbach,, 2. August. Wie ein gestern Nacht auf dem hiesigen Bahnhoj eingetroffenes Telegramm meldet, war von dem um 11 Uhr U Min. nach Düsseldori abgehenden Zuge zwischen hier und Corschenbroich eine Frau aus dem Coups gestürzt. Eine Locomolive wurde sofort von hier abgelassen und fand man die Frau in btt angegebenen Gegend neben dem Geleise. Nach Gladbach gebracht, verweigerte btt angeblich von Brüssel Gekommene, sich nach de n Krankenhause transp ortiren za lassen, da sie nur einige schmerzm in den Beinen verspüre Sie wurde ihrem Willen gemäß auf dem Bahnhof gelassen und heute Morgen war sie spurlos verschwunden. Ein glück, sicher „Fall"! bemerkt hierzu die „Gl. Ztg."
Bayreuth, 6. August. Heute Nacht um 1 Uhr ist König Ludwig hier einge- troffen. Der Extrazug fuhr nicht in den Bahnhof von Bayreuth ein, sondern hitlt eine halbe Stunde vor der Stadt. Sein- Majestät, von Richard Wagner empfangen, fuhr sogleich nach dem Schloß Eremitage. Um 7 U)r fuhr König Ludwig zur Seite Wagner zum Theater auf einem Feldweg, um dem Andrang der Menge zu entgehen. Der Erfolg der Generalprobe war glänzend. Nach der Beendigung fuhr der Koch in einem geschlossenen Coupä durch einige Straßen der brillant beleuchteten Stadl naä der Eremitage zurück.
— Leichte Röcke im Dienste zu tragen, ist jetzt den Beamten der Post unb Telegraphie gestattet, welche mit dem Publikum nicht in Verkehr treten. Der „Messe! Corresp." plaidirt nun auch für die Briefträger durch folgendes Eingesandt:
O theurer Stephan, denke billig, Sei menschlich, hilfreich, edel, gut; Laß Deine Boten gehn in Drillich In Anbetracht der großen Gluth, Wenn Du so rennen solltest, feste Trepp' auf, Trepp' ab, Haus ein, Haus aus — Du zögest sicher Rock und Weste Und was weiß ich, noch weiter aus!
— Eine höchst komische Scene spielte sich kürzlich in einem Terminzimmer be Berliner Stadtgerichts ab. Ein Schneidermeister verschuldete einem Tuchhändler süi gelieferte Tuche die Summe von 179 Mark, zu deren Bezahlung das ehrbare Schnei dermeisterlein, trotz vielfachen Mahnens sich nicht bequemen wollte. Endlich riß dem Tuchhändler die Geduld und er beschloß im Wege eines schleunigen Arrestes ben hart näckigen Schuldner zur Zahlung anzuhalten. In der Regel wird in solchen Arrest aesuchen behauptet, der Schuldner wolle nach Amerika gehen. In dem gegenwörtise: Processe behauptet nun aber der Gläubiger, daß sein Schuldner nach Batavia gehe,m sich dort für die Holländische Legion anwerben zu lassen. Dem Arrestgesuche bei Klägers wurde stattgegeben und der Executor versiegelte dem Schneider sein «ansti Mobiliar, nachdem Zahlung nicht erfolgte. Zur Klagebeantwortung stand nun kürziici Termin an, in welchem die Parteien in Person erschienen. Der Verklagte erfanud den klägerischen Anspruch in der Hauptsache an, bestritt aber als holländischer Solaal nach Batavia auszuwandern und zum Beweise dieser Behauptung präsentirte er ftim eigene Verson — er war buckelig. — Die Scene, die sich nun ereignete, war eia urkomische. Der Gläubiger brach mit den Richtern zugleich Angesichts dieser sichtbarei richtigen Behauptung seines Schuldners in lautes Lachen aus. Mit dem Buckel zuu Richter gekehrt, meinte der Schneider, die Kriegskasse wäre wohl zu gebrauchen, übe nicht der, welcher sie trägt. Der Kläger nahm seinen gestellten Arrestantrag habe zurück und begnügte sich mit dem Schuldanerkenntniß des Schneidermeisters, welche nunmehr feine Schuld bezahlen muß, während dem arrestlustigen Tuchhändler bi Kosten des Arrestoerfahrens zur Last gelegt wurden.
— (Gegen den Sonnenstich.) Nach Berichten der englischen Blaubücher wenbe: die Armeeärzte in Indien feit einigen Jahren das Chinin in großen Gaben mit bester Erfolge gegen die Blutzersetzung beim Sonnenstich an. Da solche Patienten meist niet mehr schlucken können, so wird es in der Dosis von etwa 15 Grains durch Einspritzun unter die Haut beigebracht. Die günstige Wirkung soll sich in ziemlich kurzer Ze' darnach deutlich darthun.
Southampton, 8. August. Das Postdampffchiff des Nordd. Lloyd Neckai Capt. W- Willigerod, welches am 29. Juli von Newyork abgegangen war, ist W; 9Vs Uhr Morgens wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der W Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 12 Uhr Mittags die Rci- nach Bremen fortgesetzt. Der Neckar überbringt 274 Passaaiere und volle Ladung-^
WirthschaftlicheS.
Zu den Mißständen im deutschen Zahlungsverkehr. Die Handel^ und Gewerbekammer in Dresden erläßt zur Abkürzung und sachgemäßen Regelung btt Creditfristen, sowie zur Durchführung der Baarzahlungen im Verkehr mit Handwerkes und Detatllisten eine Aufforderung, in der es heißt: ,,Das in Deutschland übliche urgebührlich lange Creditgeben und Creditsordern wird in den gewerblichen und Handeli- freifen als ein schwer zu beseitigender Mißstand auf das lebhafteste empfunden uri beklagt- In kritischen Geschäftsperioden, wie die jetzt auf Handel, Gewerbe unc- Jc- dustrie lastende, in denen feer Waarenbandel nach dem Auslande erschwert und zugleiy die Kauffähigkeit im Jnlande erheblich herabgedrückt ist, treten die Nachtheile der Ktt bei uns üblichen Zahlungsweise doppelt fühlbar zu Tage. Die hierdurch bedingt Mißstände wirken erschwerend auf die Concurrenzfähigkeit der deutschen Industrie tet
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gönnte MW 1. Die bis jum L 2 :2. Schulgeld pro II. 3. Das am 15. Jul 4. Cornmunalsteuer ! können in den nächsten Simstag noch ohne So1 . ^Gleichzeitig wird bei Stadt an die Sch wird bemerkt, daß sol 3 M. 80 Ps., für di 70 Pf., für die IV. A füc jedes Kind kosten.
Gießen, am 7. 2 D
Achigerui, Ärbkitsverste zu Grvß-8i
Monlaz ben 14. ... „ , M°lMs um ” °"s dem RMm Wenbe Sauarbetten werden, als:
l-Maurerarbeit, öer Zimmerarbeit,
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