gehaltene Dortrag, wenigsten- im luljug, durch Aufnahme in die landwirthschaftliche Zeitschrift zur Senntniß des größeren Publikums gebracht »erden mkx» Herr Profeffor Pflug sagte die Erfüllung dieses Wunsches zu. '
Der »eitere Gegenstand der Tagesordnung:
„Welche Erfahrungen find in der letzten Zeit mit der Gründüngung, namentlich der Lupine, in hiesiger Gegend gemacht worden f" muhte ausgesetzt werden, weil Herr Profeffor Thaer. der deßhalb einen Dsrtrag halten wollte, der Versammlung nicht länger anwohnen konnte.
Der folgende Gegenstand der Tagesordnung:
„Wie schützt man fich am Besten gegen das Ueberhanknebmen der Sleeseide?'
ries eine lebhafte DiScusfion hervor, an der sich vorzugsweise Lehrer Schlapp. Fruchthändler Aron Satz, Secretär Gros. v. Rabenau Pfarrer Weber betheiligten. '
Alle Redner waren darin einverstanden, daß es schwierig sei, die Kleeseide ganz au-zurotten und stimmten darum auch de» Beschlüsse des
den dieser in seiner Sitzung vom 3. v. Mts gefaßt hatte, bei. dahin gehend: w '
..daß es nicht geboten erscheine, wie der Generalsecretär der landwirthschaftlichen Vereine Dr. Weidenhammer beantragt dem Umsichgreifen der Sleeseide (und der Herbstzeitlose) durch Erlaß von Verordnungen oder Local - Reglements enigegenzuw.rken sondern daß eS sich empfehle, durch Vermittelung der landwirthschaftlichen Brzirk-.Dereine Sleesaamen von solchen SaamenGeschäftm n be.
. zi'ben. die eine Garantie für Lieferung ganz reinen Saatgut- gewähren und daß es sich weiter empfehle, den Sleesaamen vorher durch
die landwirthschaftliche Versuchs- und Auskunftestation in Darmstadt untersuchen zu lassen."
Der weitere Gegenstand der Tagesordnung:
„Warum findet die Zusammenlegung der Grundstücke noch immer so wenig Anklang?- mußte wegen vorgerückter Tageszeit ausgesetzt werden.
Auf Antrag deS Präsidenten des Provinzial-Dereins wurden durch Acclamation wieder gewählt:
1. Provinzialdirector v. Röder zum ersten und
2. RegierungSrath Haberkorn zum zweiten Director.
Sodann wurde an die Stelle des von hier »ersetzten ttrei-affeffor Gros der LreiSkafferechner Grüne berg zum Secretär des Beiirks- Verein- gewählt. 5
Dem Anträge des Vorsitzenden:
„Die Zahl der Au-schußmitglieder mit Rücksicht aus die Vergrößerung des Kreise- von 12 auf 18 zu erhöhen/
wurde zugeftimmt. Ebenso dem Anträge de- Präsidenten de- Provinzial. Vereins. wonach die seitherigen Ausschußmitglieder wieder gewählt und die bis zur Zahl von 18 fehlenden Ausschußmitglieder in der nächsten Generalversammlung ergänzt werden sollen. 1
Schließlich gab der Vorsitzende der Versammlung zur Erwägung anheim, ob es nicht zweckmäßig sei, den ganzen Sreis in verschiedene Sektionen des landwirthschaftlichen BezirkSverein- einzutheilen.
Man entschied sich dafür, diese Frage einer Eommission von 3 Mitgliedern zur Begutachtung zu überweisen, tertn Ernennung dem Vorsitzenden überlasten wurde. 9
Hiermit wurde die Versammlung geschlosten.
Zur Beglaubigung: v. «öder.
Politischer Theiü
DeutfdjCanö.
Darmstadt, 5. August. Wie uns mitgetheilt wird, sind die Verband- lungen wegen Ankauf- der Oberhessischen Bahnen Seitens der Großh. Hessischen Regierung gestern Morgen zum Abschluß gelangt. Die Actien der Bahn würden vom Staate zum Eourse von SO pEt. übernommen, so zwar, daß für je 100 Thlr. nominal Oberhesten 80 Thlr. 4procentige Darmstädtische Staat- Obligationen al pari au-gefolgt werden. Natürlich bedarf der Vertrag der Ratification durch die Landstände und die General - Versammlung. (Nach ungewordenen Mittheilungen können wir Obiges bestätigen und soll die Ueber- nähme am 1. Januar 1876 erfolgen. Sämmtliche Beamten rc. rc. gehen in den Staatsdienst über und verpflichtet sich die Regierung, dieselben m ihren jetzigen Stellungen und bezüglichen Competcnzcn zu belasten.
Red. des „Gieß. Anz.")
Berlin, 4. August. Die Bemühungen der deutschen Eommnfion für die Betheiligung der vaterländischen Industrie an der im nächsten Jahre abzu« haltenden Weltausstellung in Philadelphia sind vom besten Erfolg gekrönt worden. Es haben sich auf allen Gebieten des Handels und der Industrie die ersteii Firmen bereit erklärt, die Ausstellung zu beschicken, und dieser Vorgang bat eine große Reihe weiterer Meldungen zur Folge gehabt. Nun hat man aber bei der Wiener Ausstellung die Erfahrung gemacht. daß die hervorragenden Producenten durch die minder namhaften Aussteller vielfach zu leiden hatten, und e- ist jetzt namentlich aus süddeutschen Geschäftskreisen an die Ausstellungs-Eommission das dringende Ersuchen gerichtet worden, diese Erfahrung au-zunutzen. In Folge besten steht die Eommissivli im Begriffe, eine Sichtung der Anmeldungen vorzunebmen und im Interesse der hervorragenden Aussteller Anderen von einer Beschickung der Ausstellung abzurathen. Wie man vernimmt, macht Aegvpren zu einer besonders glänzenden Vertretung auf der Ausstellung lebhafte Anstrengungen. Al- Eomimssär der ägyptischen Regierung wird ein Deutscher, der bekannte Aegyptologe Profeffor Brugsch, fungiren. Derselbe war vor etlichen Tagen hier, um sich mit der deutschen Ausstellung»- Commission über Anschluß an deren Verfahren zu verständigen, während in allen früheren ähnlichen Fällen Aegypten stets eine Unterordnung imrer Frankreich angestrebt hat. Der auch auf diesem Gebiete emgelretene Umschwung in Aegypten zu Deutschlands Gunsten ist hier nicht unbemerkt geblieben.
Berlin, 4. August. Der „Reichs Anz." erklärt, daß die von mehreren Blättern gebrachten Mittheilungen über einen bevorstehenden Wechsel in der Besetzung deutscher Botschafter-Poften im AuSlande auf Erfindung beruhen und jeder thatsächlichen Grundlage entbehren. — Der „Germania" zufolge bat der in Wesel intermrte vormalige Bischof von Paderborn heute Wesel eigenmächtig vrrlaßen. Daffelbe Blatt veröffentlicht ein zilrückgeiasielleS Schreiben deffelben an den Regierung- Präsidenten, worin er als Gründe für seine Enifernung GesundbeitSrücklichten und die »hm trotz seiner Absetzung obliegende oberhiriliche Sorge für seine Diöcese anglbt, bezüglich deren ihm in Wesel die Hände ganz und gar gebunden gewesen seien, während er jetzt einen Aufenthalt wählen wolle, wo er diesen oberdirtllchen Pflichten mehr gerecht werden könne.
Berlin, 5. August. Die „Post" ist m der Lage, die Nachricht der Wiener „Preffe". daß der päpstliche NuneiuS Iacobini mit dem deutschen Bot schafler in Wien, General v. Schweinitz, eine Versöhnuiig der preußlschei» Bischöfe mit der preußischen Regierung betreibe, al- völlig unbegründet zu bezeichnen.
(Koblenz, 5. August. Die Stadt Sirn an der Nahe ist in verflossener durch einen Wolkenbruch heimgesucht worden. Die über den Hahnen- bach führende Brücke ist zerstört, viele Häuser sind emgestürzt, 13 Personen verunglückt.
Wiesbaden, 3. August. Das Anerbieten des hiesigen altkatholischen Vereins, die gemeinsame Benutzung des Sirchen Vermögens auf friedliche Weise zu regeln, ist vom katbolischen Sirchenvorstand keiner Antwort gewürdigt wor
angerufen, um auf Grund de- Altkatholiken - Gesetzes die Mitbenutzung der ttirche und deS Kirchen-Vermögen- zu erlangen. — Am 13., 15. u. 16. August finden unsere Herbstrennen statt; zahlreiche Start-Eoncurrenzen sind bereit- an gemeldet. (Schw. M )
Hannover, 4. August. Bei der Wahl eines Reichstag-- Deputirten an Stelle des verstorbenen Prof. Ewald erhielten in Stadt Hannover und Lin den Brül. Particularist, 7760 Stimmen; Oldetop. National Liberaler, 5364; Fritsche, Socmldemokrat, 4"88 Stimmen. Das Resultat au- dem Amt Hannover ist noch nicht vollständig bekannt. Wahrscheinlich wird eine Stichwahl nothwendig.
Frankfurt, 5. August. Die „Frkftr. Ztg." schreibt: Heute hat sich un'er Eollege, Herr Dr. L. Holthof, gegen den ein Verhaft- Befehl wegen Zeugniß-Verweigerung erlaffen ist, freiwillig in'- Gefängmß auf dem Klapper- feld begeben.
Dtünchrn, 4 August. Wie der ,Volk-freund' vernimmt, ist die Bitte des Superiors de- aufgehobenen Franzi-kaner Kloster- in Fulda, den Mitgliedern dieser Kloster Gemeinschaft bi- auf Weiteres Aufenthalt in bayerischen Klöstern des genannten Orden- gestatten zu wollen, abschlägig beschieden worden.
Würzburg, 4. August. Die „Würzb. Preffe" schreibt: Wir könneil gegenüber einer Mittheilung des „Eorrespondenten von und für DeuschlanhE auf Grund zuverlässiger Information bestätigen, daß der königl. Recht-anwalt Herr Kaiser dahier vom Herrn Domcapitular Hohn beauftragt wurde, wegen Beeinträchtigung seiner Wahlfreiheit eine Beschwerde einzurelchen und daß die Beschwerdeichrift nut den Actenstückrn und der Bitte um Schutz vor solchem verfaffungswldrigen Vorgehen Seitens des diesigen Oidinariats dem königl. Staat-minifterium bereit- in Vorlage gebracht worden ist. Herrn Domcapitular Hohn wurde neuerdings von seiner geistlichen Oberbehörde die Redactiou des Diöcesaii-Blattes. mit welcher ein jährliche- Einkommen von 100 fl. verbunden ist, entzogen imd soll auch deffen Enthebung als Ehorallehrer in Aussicht genommen sein, wodurch derselbe eine weitere Einbuße von 300 ft erleiden wird
Stuttgart, 4. August. Auf dem heutigen Festbanket erinnerte Becker aus Bremen daran, daß heute der Iahre-tag von Weißenburg sei und pries die innige Tdeilnahme der Deutschen im Au-lande an den Geschicken der Nation, ihnen gelte sein Hoch. Paoer au- Stuttgart mahnte, die idealer» Bestrebungen nicht zu vernachlässigen, und ließ die Freiheit leben. Fabricrus au- Frankfurt brachte em Hoch auf Düffeldorf aus, welche- da- nächste Fest übernehmen wolle. Die Schweizer Fahne wird morgen feierlich zur Heimkehr aus der Festhalle abgeholt.
Stuttgart, 5. August. Heure Mittag ist der König zum Besuch des Schützenfestes aus Friedrichshafen bitt emgetroffen.
Äarlerubr, 5. August. Die Eentral-Eommrssion für die Rhein-Schiff- fahrt wird am 16. Auaust in Mannheim zusammentreten.
Bruchsal, 5. August. Das internationale Eomite für die Gefängniß- Reform hält heute seine Schluß-Sitzung ab, »n welcher nur Formalitäten ohne Wichtigkeit zur Erledigung kommen.
Lesterreich.
Wien, 4. August. Die von hiesigen Blättern m Privatdepeschen gemeldete Nachricht von einer Niederlage der türkischen Truppen und von der Eroberung mehrerer Geschütze Seiten- der Aufständischen wird in einer dem Telegraphen - Eorrespondenz Bureau aus Ragusa zugegangenen Depesche vom heutigen Tage für unbegründet erklärt. Zugleich wird binzugefügt, daß die Aufständischen thatsächlich vom Krupabache abgedrängt seien und wahrscheinlich die Ebenen aufgeben und fich vorläufig auf den Gebirgs-Krieg beschränken würden.
Wien, 4 August. Das auswänize Amt empfing Eonsular-Berichle,
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