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erblich zu haben: eine übergöttliche Macht hat er doch nicht, daß er es Verb­

und

Wir aber erinnern unS der ergreifenden Worte unseres Herrn und Heb

Der Friede Gottes, der allen Begriff übersteigt, beschirme eure Herzen Gedanken in Christo Jesu!" (Phil. 4, 7).

Bonn, am 3ten Sonntag im Advent, 14. December 1873.

auch nicht die Jesu Christi.

Und was lehrt der h. Cyprian? Er lehrt, daß der Bischof ohne den Rath und die Zustimmung der Gemeinde nichts thun solle in seiner Verwal­tung, gar nichts, namentlich weder Geistliche anstellen, auch nicht den geringsten, noch Laien in den geistlichen Stand aufnehmen. Und doch wird, wie in dem vaticanischen JuUdecret Gregor der Große als Zeuge des Gegentheüs seiner ausdrücklichen Lehre angeführt wird, so in dieser Encyclica der h. Cyprian für die bischöfliche Allgewalt und für die Rechtlosigkeit der Gemeinde citirt; der scharfe Bekämpfer des römischen Universal-Episcopats muß als dessen Berthei- diger auftreten! Doch ist dies ja charakteristisch an den öffentlichen Akten­stücken, welche Pins IX. so zahlreich in die Welt hinausgesandt, daß die h Schrist und die Väter gezwungen werden, das Gegeutheil von ihrem Inhalte zu bezeugen.

Der Papst beschuldigt uns, die treugebliebenen Katholiken,wir sprächen die Blasphemie aus, daß die Kirche aus der ganzen Welt untergegangen sei." Dergleichen ist nie aus unserm Munde, nie aus unserer Feder hervorgegangen. Im Gegentheil haben wir oft gesagt und wir wiederholen es, daß gerade in unfern Tagen der Geist Gottes in der ganzen Welt eine die religiöse Er­neuerung der Kirche schaffende und vollbringende Bewegung in Gegenwirkung gegen die geistlosen Decrete der römischen Particularkirche hervorgerufen hat, und daß in Folge dessen die religiöse Zwingburg der römischen Curie, welche ans der Religion ein Mittel des Gelderwerbs und der politischen Herrschaft gemacht hat, zerbrochen werden wird.

Noch Eines muß ich erwähnen. Pius IX. sagt ohne alle Vermittelung, der Bischof der Altkatholikenrufe auf fein Haupt die Verdammung Jesu Christi herab wie ein Dieb und Räuber, weil er nicht durch die Thüre, son­dern auf andern: Wege eintrete." Es ist dies ein Hinweis auf Joh. X, 118. Dort bezeichnet Jesus sich selbst als die Thüre und auch als den guten Hirten. Der Apostel Paulus war, wie er Gal. 1 und 2 bezeugt, durch Jesus eingetreten in das Apostelamt, nicht durch Petrus, und Niemanden ist es bisher eingefallen, zu behaupten, Paulus seiwie ein Dieb und Räuber." Aber Pius IX. setzt einfach seine Person an die Stelle der Person Jesu Christi und predigt sich selbst den Völkern alsdie Thüre." Das istdas Idol im Vatican," vor dem Montalembert sterbend warnte. Warum hat der Vaticau nie geantwortet auf Dupaulonp's und Gratry's Anklagen, daß die Papstver- götternng ungestraft bleibe? Hat der Papst nie vernommen, daß der Orato­rianer Faber ein BuchVon der Andacht zum Papste" geschrieben, ohne welche Niemand selig werden könne,da sie ein schlechthin nothwendiges Moment aller christlichen Heiligkeit sei?" Hat er die verführerische Stimme der religiösen Schwärmer in England und Frankreich, belobt von dem sogenannten kirchlichen Clerns, nie gehört, welche ihn, den Papst, preist als die dritte Jncarnation der Gottheit? Ja, hat er nicht während des Vaticanischen Concils gehört, daß ein Bischof in Rom selbst diese götzendienerische Lehre dem Volke von der Kanzel gepredigt? Weiß Pins IX. nicht, daß jene Schwärmer, d. h.fromme Priester" undOrdensgeistliche" predigen und schreiben, der Papst könne sagen: Ich bin der h. Geist;"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben;" Ich bin die Eucharistie?" Hat er nie erfahren, daß sie in dem erhabenen Hymnus zur Non an die Stelle von Deus gesetzt haben Pius? Das er mit dem Hymnus an bei: h. Geist:Vater der Armen, Gnadenverleiher" rc. an- gesungen wird? Hat Dupanloup nicht dies Alles urkundlich und öffentlich darge'than in seinerWarnung für L. Veuillot" vom 21. November 1869? Hat nicht des Papstes eigenes officielles Organ, die Civiltä cattolica, ihn als den Inhaberder Charismen" verkündet und behauptet, daß,wenn er denke, Gott sei es, der in ihm denke," daß erAlles das den Christen sei, was Jesus Christus selbst ihnen sein würde, wenn er sichtbar auf Erden geblieben wäre!" Und wann hat Pius IX. bei solchen götzendienerischen Reden wie Paulus und Barnabas zu Lystra seine Kleider zerrissen, unter das Volk stürzend mit dem Rufe:Ihr Männer, was thut ihr da? Auch ich bin, gleichwie ihr, sterblicher Mensch?" (Apgsch. 14, ff.) Oder wann hat der Papst gegen diesen Götzendienst mit seiner Person strafend sich erboben?

Meine theneren Brüder in dem Herrn! Gegen uns hat der Papst Pius IX. aus allen den erwähnten nichtigen Gründen sich erhoben, gegen uns, weil wir entschlossen sind, keinem Engel vom Himmel zu gestatten, uns ein an­deres Evangelium zu predigen als das, welches uns von den Aposteln gepredigt worden ist. (Gal. i, 89). Er hat sich erhoben wider uns: Fluch ging aus seinem Munde hervor und Böses hat er uns gewünscht; die Christen hat er gegen die Christen aufgereizt, Brüder gegen Bruder. Er hat dem ihm Unter­worfenen, welche zum großen Theil stillschweigen zu der Beuguug der Wahrheit und des Rechts, wähnend, daß er vor Gott für sie Alles mitverantworten werde, den Haß befohlen und das Gesetz der Liebe verachtet. Was sollen wir thun, meine Brüder? Erheben wir wider seine ungerechte That das Kreuz Jesu Christi, der die Seinen bis an's Ende liebt, als Versöhnungs- und Friedens­zeichen, auf daß der Fluch des Verirrten sich in Segen wandle, wo möglich, für ihn und für uns! Er geht nicht wie der gute Hirt dem verlorenen Lschäf- lein nach in die Wüste es noch liebend und suchend, bis er es finde, um cs auf feine Schultern zu nehmen und mit Freude es heimzutragen; er stößt viel­mehr hinaus in die Wüste, die bei der Heerde bleiben wollen. Doch, Gott erbarmt sich dieser; was jener für Wüste hält, ist gute Weide; davon trennt er sich selbst, und er ist es, der umher irret in der Wüste.

Deutschland.

Gießen, 29. December. Die bevorstehenden Re ich s t agsw ah len haben seither in unserer Provinz die öffentliche Meinung noch nicht in dem Grade beschäftigt, als es bei ihrer Wichtigkeit für die gesammte zukünftige Entwicklung unseres Vaterlandes hätte der Fall sein sollen. War es Aufgabe des letzten norddeutschen Reichstags, das deutsche Reich zu gründen, des jetzt aufgelösten ersten deutschen Reichstags, die neu erworbenen Provinzen in das Reich einzufügen, die Verfassung des deutschen Reichs in vielen Punkten zu verbessern, die Heeresorganisation zu vervollkommnen u. s. w., so wird es dem kommenden Reichstage vorbehalten sein, den größten Culturkampf, den die neuere Zeit gesehen, den Kampf des modernen Staates gegen die An­maßungen der römischen Hierarchie zum Austrag zu bringen, die Presse von den Fesseln zu befreien, welche man ihr seither noch anlegen zu müssen glaubte, dem deutschen Volke die langersehnte und schmerzlich vermißte Einheit des Civil- und Strafproceß-Verfahrens, sowie eine einheitliche Gerichtsorgauisation zu gewähren. Zur Lösung dieser und anderer wichtigen Aufgaben im Sinne einer freiheitlichen und nationalen Entwicklung bedarf es Männer, die ohne Rückhalt den Weg der Reformen betreten, aber auch fest und treu zum Reiche und der neugeschaffenen Ordnung der Dinge halten, Männer, die zugleich mit den Wünschen und Bedürfnissen ihres engeren Vaterlandes vertraut und ent-

möchte, die Arme der göttlichen Liebe, von welchen wir uns umfaßt fühlen, zu zerbrechen und das Band der Religion, durch welches der Vater uns zu dem Sohne in das Reich seines wundervollen Lichtes zieht, zu zerreißen. Ohnmächtig ist seine Excommunicatiou gegen unser Gewissen, vor dem Himmel und vor allen wahrhaft religiösen Menschen; er trennt sich zu unserer tiefen Belrübniß dadurch nur selbst von den freigeborenen Brüdern (Gal. 4, 31), die ihn lieben, und von denen, welche ihm in's Angesicht widerstehen, weil er nicht festen Fußes nach der Wahrheit wandelt, und er überliefert sich den Schmeichlern, die ihm ausnützen, und den Sklaven, die ihn verderben.

Doch der Papst will eine Wirkung seines Baunstrahls sehen; er befiehlt daher seinen Unterworfenen, unszu der Zahl Jener zu rechnen, deren Um­gang und Verkehr der Apostel allen Christgläubigen bis zu dem Grade unter­sagt habe, daß er vorgeschrieben, ihnen nicht einmal Ave (fei gegrüßt!) zu sagen." Er meint den Apostel Johannes. Denn in dessen zweitem Briefe heißt es:Wenn Jemand zu euch kommt und diese Lehre (Jesu Christi) nicht mitbringt, den nehmet nicht ülls Haus und bietet ihm keinen Gruß" (v. 10). Möge man doch nicht Schriftstellen vereinzelt und einseitig anwenden! Das richtige und volle Verftändniß jenes strengen Ausspruchs kann wohl nur der haben, welcher zugleich die Worte des Herrn in der Bergpredigt erwägt und beherzigt:Wo ihr nur euren Brüdern den Gruß bietet, was thut ihr Be­sonderes? Thun das auch nicht die Heiden? Seid also vollkommen wie auch euer Vater in den Himmeln vollkommen ist" (Matth. 5, 4748). Als einst die Samariter in einem Flecken Jesus nicht aufnahmen, weil er auf dem Wege nach Jerusalem war, da sprachen die beiden Donnersöhne Jacobus und Johannes: Herr, willst Du, sollen wir sagen, daß Feuer vom Himmel falle und sie ver­zehre? Er aber wandte sich, verwies es ihnen und sprach: Ihr wisset nicht, welches Geistes ihr seid! Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, See­len zu verderben sondern zu erretten." (Luc. 9, 5256). Man vergleiche und verbinde, damit man den Geist erfasse, auf daß der Buchstabe nicht tödte. Doch ist vor Allem zu beachten, daß Johannes den vertraulichen Verkehr mit Jenen verbietet, welche Jesnm auflöseteu, d. h. ihm keine wahre menschliche Natur sondern nur einen Scheinleib gaben und damit die Erlösung durch die Selbsthingabe des Menschensohnes vernichteten, während Pius IX. befiehlt, Denjenigen den Gruß zu versagen, welche ihn, den Pabst selbst, in der Herr­lichkeit angemaßter göttlicher Eigenschaften nicht anerkennen wollen, weil sie Gott allein anbeten.

Brüder in dem Herrn! Was sollen wir thun, wenn Pius IX. die Sprache erschöpft, um alle Ausdrücke des Schimpfes und der Veruuglimpfung gegen uns hervorzuholen, wenn er uns gardie elendesten Söhne des Ver­derbens" (miserrimi isli perditionis filii) nennt, um die nicht prüfende Menge gegen uns zu erbittern? Sind wir wahre Jünger Jesu, und das ist meine Zuversicht, so haben wir auchden Frieden, den der Herr uns giebt, nicht wie die Welt ihn giebt" (Joh. 14, 27), und dann wird unser Herz nicht unruhig und nicht furchtsam." O wie lieblich klingt das Wort: Segnet, die euch'verfolgen, segnet, und fluchet ihnen nicht!"Vergeltet Niemandem Böses mit Bösem!"Wo möglich, so viel an euch ist, habet Frieden mit allen Menschen!" (Röm. 12, 14. 17. 18).Liebet eure Feinde, thut wohl denen, die euch hassen, betet für die, welche euch verfolgen und lästern, auf daß ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel, der seine Sonne aufgehen läßt über Böse und über Gute und es regnen laßt über Gerechte und über Unge­rechte" (Matth. 5, 4445). Und lasset uns schauen auf Christus, unser Vorbild,der, da Er gescholten ward, nicht wieder schalt!" (1 Petr. 2, 21 23).

schlossen sind, ihrer eigenen innersten Ueberzeugung zu folgen..

........ ................ .....o___,....... Soweit sich bis jetzt der Stand der Dinge übersehen läßt, stehen in landes, die Er zu den Seinen sprach, als er im Begriffe stand, für seine Feinde Einser er Provinz in zwei Wahlbezirken nicht unerhebliche Wahlkämpfe wie für feine Freunde zu sterben:Sie werden euch aus den Synagogen bevor. Im zweiten Wahlkreis (Friedberg-Vüdingen-Vilbel) hat die hessische stoßen; ja, es kommt die Zeit, daß, wer euch tobtet, in dem Wahne ist, er Fortschrittspartei den D r. Schröder von Worms und die ultramontane tbue damit Gott einen Dienst. Und das werden sie euch thun, well sie weder Partei den Großherzogl. Hessischen Rechnungsrath Backe von Darmstadt als den Vater kennen noch Mich." (Joh. 16, 23). Siehe, Herr, wir erinnern Candidaten für die Reichstagswahl aufgestellt; int dritten Wahlkreis (Als- uns, daß Du dies gesagt, auf daß wir nicht Anstoß nehmen (1.). Nein, wir feld-Lauterbach-Schotten) ist Professor D r. Onckeu zu Gießen der Candidat nehmen nicht Anstoß, sondern eingedenk Deiner Vorhersagnng spricht ein Jeder der liberalen Partei, während der seitherige Abgeordnete, Graf Friedrich

Constitution vom 18. Juli 1870 feierlich von ihr sich losgesagt. Denn er hat von uns mit dem Apostel:Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, in der solennsten Weise es als sein Dogma der Christenheit verkündet, daß^weder Engel noch Fürstenthümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch seine Cathedralsprüche in Glaubens- und Sittenlehrenaus sich selbst unver-'Zukünftiges, weder Macht noch Hoheit noch Tiefe noch irgend ein Geschöpf befferlich feien, nicht aber durch die Zustimmung der Kirche" (Ecclesiae). vermögen wird, uns zu scheiden von der Liebe Gottes, die da ist in Christo Damit hat er sich allein der ganzen Kirche gegenübergestcllt er ist Alles, Jesu unserm Herrn!" (Röm. 8, 3839). Mag Pius IX. mit seinen Organen und diese Nichts, und so steht er außerhalb derselben. Nicht die Kirche, den erstaunenden gebildeten Völkern Europas berheuern, daß das römische sagt er, ich bm's, den Ihr hören sollt!" Aber weil er die Kirche nicht hört, Volk d. h. der Theil des italienischen Volkes, aus welchem die römische so mißachteten wir als Christen unser Gewissen, wenn wir ihn noch hörten. Curie bestehtgewissermaßen eine übernatürliche Würde habe" (Civ. catt. Unsere Mutter ist die Kirche, auf deren Stimme Pius IX. nicht achten will.>1862, III. p. 11), durch das Privilegium nämlich, das Papstthum gleichsam Seine Macht ist daher eine fremde Macht und nicht die der Kirche, folglich ", *«*-

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