Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiessen
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Pfund (j. B. 70 Gramm für 1 Pfund, 7 Pfund 265 Gramm für 6 Pfund)
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Präsidium ist dem Erzbischof von Köln von dem Papste übertragen worden.
nach 4 Uhr Alles demolirt werden würde. Gegen 7 Uhr sammelten sich in ' — , n-n ir < CY1 !' 2 z.»• 4-um, Dlvfintrnvii frt
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Darmstadt, 29. April. Der jährliche Ertrag aus Regalien, direkten Steuern und indirecten Auflagen ist für 1873—75 auf rund 5'/2 SKifl. den veranschlagt. Die hierauf bezüglichen Verwaltungskosten sind nut 540,424 fl. in Ansatz gebracht. — Die Mitte Juni wieder beginnende Session der Zweiten Kammer wird voraussichtlich etwa 3 Monate in Anspruch nehmen. — Der Ausschuß der außerordentlichen evangelischen Landessynodc wird den 5. k. ^VitS. seine Thätigkeit wieder aufnehmen. Wann derselbe den ihm vorgelegten Verfassungs-Entwurf durchberathen haben wird, läßt sich noch nicht vo^aussehen, jedenfalls wird er längere Zeit hierzu bedürfen. — Auf einer am Sonntag zu Pfungstadt stattgehabten Arbeiterversammlung ging es heiß her; drei Verhaftungen wurden vorgenommcn. Die Regierung hat geeignete Maßregeln getroffen, um jede Ruhestörung schnell und wo nöthig mit Waffengewalt zu unterdrücken.
Gießen, am 24. April 1873.
Betreffend: Wiederherstellung der Katharinen-Kirche zu Oppenheim. ,
Das G roßhcrzogliche Krcisantt Glvßcn
an dir Großherzogtichkn Bürgmneistereien des Kreijes.
Mit Allerhöchster Genehmigung Seiner Königlichen Hoheit oes Großherzogs Hut Großherzogliches Ministerin,n d-s Innen, durch Verfügung vom 17. l. M. dem Katharinen - Kirchenbau - Verein zu Oppenheim auf dessen Nachsuchen die Erlaubniß, ,m Gcoßherzoglhuni Unwillige Gaben für die Wiederherstellung der Katharinen-Kirche zu Oppenheim zu sammeln, ertheilt, wovon wir L>ie zu Ihrem Bemessen hiermit ,» Kenntnis, I ,i n.
1 ° v. Röder. ________
zu rechnen.
Berlin, 29. April. Ueber das vom ersten Garde-Regiment im Gebrauch befindliche Mausergcwehr berichten nach dort gemachten Erfahrungen die „Reuen milit. Blätter" Folgendes : Der Schuß des Gewehres ist em außerordentlich sicherer, besonders auf die weiten Distanzen, auf die näheren ist er es weniger, weil man dabei ziemlich tief halten muß und dadurch ein richtiges Abkommen etwas erschwert ist. Dieser Uebelstand kann jedoch m Anbetracht derjenigen Distanzen, auf welchen hertte das einleitende und entscheidende Fcuerqefecbt liegt, nicht sehr in Betracht kommen, und zwar um so weniger, da der Kcrnschuß des Gewehrs auf 300 Meter (375 schritt) gelegt ist. Das Maximum der Feuergeschwindigkeit kann bei der Chargirung mit Exer- ci< Patronen auf ca. 18 Schuß im Schnellfeuer des einzelnen Schützen, aus 12 Schuß für Salven angenommen werden. Im gefechtsmäßigen Scharfschießen dürsten sich diese Zahlen wohl auf 12 und 8 ermäßigen, da das Zielen stets der constante Factor bleiben wird, den keine Reucoustruction wesentlich abzukürzen im Stande sein dürfte. Im Vergleich zum Zündnadcl und Chassepot- gewehr verhält sich die Ladungsgeschwindigkcit folgendermaßen: Rechnet man beim Zündnadclgewehr 6 Ladetcmpos bis zum fertigen Gewehr (incl.), fytu das Chasiepotgewehr 4, das neue Gewehr dagegen nur 3, trotzdem kann jedoch aus dieser Zahl nicht auf eine um ein Viertel vermehrte Feuergeschwindigkeit geschlossen werden, da das lange Tempo des Einbringens der Patrone nicht erheblich abgekürzt, und ferner, wie schon oben bemerkt, das Moment des Zielens naturgemäß dasselbe geblieben ist. Es ist jedoch im großen Ganzen keine 1 Frage, daß wir in dem neuen Gewehr eine Waffe von in jeder Hinsicht vorzüglicher Construction, sowohl was Dauerhaftigkeit, Rasanz der Flugbahn, Sicherheit des Schusses, Feuergeschwindigkeit und Leichtigkeit, als was Sicher- ' beit vor Versagern und bequeme Handhabung betrifft, besitzen.
Fulda, 29. April. Der Eröffnung der Bischofs-Conferenz ging ein ge- meinsanies Gebet der Bischöfe am Grabe des heil. Bonifacius voraus. Als Stellvertreter des verhinderten Bifchofs von Kulm ist der Domcapitular Suiu-
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platz tumultuarifcher Auftritte. Zwei Bäckereibesitzern mit mehreren Bierwirthen T y r L o-. . -o ______.._____ u.AflAAnAOM tunrm rmnpFutl:
wird in einem wüsten Wirthshausleben vergeudet. Wie jetzt die Dinge liegen,
cS allerdiuas rickttia. daß. wie im Herrenhause bemerkt wurde, uusere Hano- <>--• . ■ • . ,
arbeitenden He sogenannten untersten Classen, nicht mehr diejenigen sind, welche Awaren im Laufe des Tages anonpmc Drohbriefe zugegangeii, worin ai^kim- die meisten Entbehr,iv.qen zu erleiden habeii. Die unteren Beamten und alle vigt wnrde, daß ihnen, wenn sie nicht sofort mit ihren Waarri abschliigen, dieieniaen die mit einem beschränkten Gehalte angestellt sind, sind viel übler „ach 4 Uhr Alles demolirt werden wurde. Gegen 7 Uhr sammelten sich in tawii8 Es ist ja richtig, daß die'Salzsteiier wie eine Kcpssteuer wirkt u.d der Metzgergasse vor der Wagcmann scheu Bäckerei Hunderte von Arbeitern, so also ans den untersten Classen am schwersten lastet; daher seit einem Menschen- daß diese Straße nicht mehr zu passiren war. Ein eigentlicher Angriff , wie alter der humane Wunsch, die Salzsteuer zu beseitigen. Aber man kann doch!» angekündigt war, imterblwb; dagegen erschienen um halb .»Uhr etwa 3 schli.blich nicht die Wucht der Stenern hauptsächlich auf den Mittelclassen, Arbeiter, meist jüngere Leute, Sträuße an der Brust tragend, legten, indem ruhen lasten wollen und mancher heutige Arbeiter, der im Wirthshanse zecht, sie mit Hurrah von den Abwartenden begrüßt wurden, yanb an das Ißage- würde^veräckUich läckeii wenn man von ihm verlangte, er solle dankbar sei» mann Iche Hans und zertrümmerten das Thor und die Fenster. Die Pol,,ei » die väteUich Ssö ge de Regierung, die ihm an Salzsteuer jeden Monat war augenblicklich bei der Hand und schritt energisch ein. Etwa 20 Personen ast Einen Sar Ären wolle, denn mehr macht die ganze Steuer pro Kopflsind verhaftet. Bei den, Widerstand, welcher von den Exe-denten ausgeubt nickt aus So wird glauben wir, nicht gerade Gefahr im Verzüge sein, wenn,wurde, mnhte die Polizei von der blanken Waffe Gebrauch machen. Auch am etwa die Anibebnna ' dennoch nicht in diesem Jahre zu Stande käme. — Im Polizeigebällde versammelten sich Grnppen, welche Mit Sternen wider die gen« NeickskanUcramt zecht man sich der Vossischen Ztg. zufolge geneigt, der deiit-jsterläden warfen, indessen bald verfolgt waren. Es wurde Militär requlkirt lcken Ervedi,io» zur Erforschung des Innern von Afrika Unterstützung zu^und jetzt noch, gegen Mitternacht, pairouili,rt reitende . rtillerlc, ,e 15 Mann, aewäbren Uebriaens wird demnächst der Antrag eingebracht werden, w, Etat die Straßen. Dem Vernehmen nach soll bei den Exceffm, welche gegen die ®ne Summe voi? jährlich UI0,00o Thlr. für die Unterstützung gelehrter For- Schutzmanuschast stattfanden, und wobei NeugierigeuichtfehlteneiiiKindlim Z,. , r nZ M ilen ein Ohr gekommen fein; einem Krawaller wurde der rechte Zeigesiuger
schtmg in fremden ^.eltthe len nez T • c t Aimrdnunalabaebaiien lDie Mittelrh Zeitung" bringt noch keinen Bericht über die
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Berlin, 25. April. Die Strikes dauern ununterbrochen fort. Am Westend bei Charlottcnburg haben so eben sämmtliche Maurer die Arbeit cin- aeftcllt, weil sie bei verkürzter Arbeitszeit täglich zwei Thaler verlangen , und zwar einschließlich des sogenannten blauen Montags. Von dieser Arbeitseinstel- lunq sind 26 Bauten b troffen. Ferner haben die Schuhmacher-Gesellen eme von 3000 Personen besuchte Versammlung abgehalten und einstimmig folgenden Beschluß gefaßt: „Da die Verhandlungen mit den Meistern resultatlos gewesen sind, so wird die Arbeit bei allen denjenigen Arbeitgebern, welche dte Lohn- erhöhunqsforderung nicht bewilligen, sofort eingestellt. Die Arbeitel.den verpflichten sich, 15 Sgr. wöchentlichen Extrabeitrag in die Strikecasse zu wen. Die unverheirateten College» werden aufgefordert, so bald als möglich Berlin ru verlassen. Diejenigen Arbeitgeber, welche die gestellte Forderung bewilligen, haben dies dem zu bildenden Strike-Comitü schriftlich anzuzeigen. Das Her- ausschraubeu der Preise muß irgendwo seine Grenzen haben. Inzwischen konnte man den Landarbeitern einen erhöhten Lohn gern gönnen, wenn sie ihn zur ....... —ff, ■. , _ . ■
Verbesserung ihrer Lage anwendeten. Leider ist das nach dem, was man hier genberg anwesend. Die Conferenz wird muthmaßlich drei ^ge dauern. Da ücltt und was aus alleu Theilen Deutschlands berichtet wird, bei der Mehr- in- s,m nan Qnht von dem Vavfte übertragen norden.


