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Frankreich.

religiösen Körperschaften mit 196 gegen 46 Stimmen genehmigt.

Die Jtal- Nachr. schreiben aus Rom unterm 24. Mai:Als Pius IX.

rnchts keine Erwähnung geschehen sei. Ans bei* amtlichen Correspondenz, welche über die Angelegenhett von Delli vorliege, lasse sich kein Grund entnehmen, der den Bewohnern zur Unzufriedenheit oder überhaupt zu Unruhen hätte Ver­anlassung geben können. Die Kammer hat den Eredit von 51/3 Millionen mit allen gegen eine Stimme bewilligt.

Haag, 24. Mai. Bei der gestrigen Berathung des Gesetzentwurfs über die Bewilligung eines Credits von 5V2 Millionen zur Fortsetzung der Expe­dition gegen die Atschinesen richtete der Abg. Nierstraß in der zweiten Kammer eine Anfrage an die Negierung, ob die vor Kurzem aus Singapore von pri­vater Seite telegraphisch gemeldete Nachricht, daß 10,000 Vattaks im An­marsche auf Delli (Ostposten von Sumatra) begründet sei. Der Minister für

die Civilisation ernstlich verbürge, segnen möge.

Refgien.

Brüssel, 27. Mai. Malou hat sich wegen eines gefährlichen Rück­falls der Krankheit seiner Tochter nach Paris begeben. DieRepublique Franyaise" constatirt, daß der Name Republik in der Mac Mahon'schen Bot­schaft vermieden sei.

(fioflanD.

Übelnehmen könnten. <

Paris, 26. Mai. Wie in Paris, so herrscht überall in den großen Centralsitzen der Bevölkerung Ruhe. Nachrichten aus Lyon vom Sonntage zumal melden, daß daselbst die neue Aera zwar aufregte, aber die Ruhe nicht gestört wurde; die Garnison war consignirt- Le Petit Lyonnais, das radikale Blatt, tröstete seine Leute damit, daß eine Niederlage der Regierung, nicht aber der Republik vorltege; die National-Versammlung habe gesprochen, aber das Land noch nicht- Der conservativeTelegraphe" predigt ruhiges Aufathmen und Vertrauen auf die Zukunft und leistet die Phrase:Wir achten den, der fiel, aber wir beugen uns beglückt vor dem, der da kommt." In Bordeaux, wo die Rechte im besten Andenken steht, machte Mac Mahon's Proclarnation den besten Eindruck." Auch in den ländlichen Bezirken herrscht, wie der Telegraph versichert, so vollständige Ruhe wie in der Stadt. Die Wahlen der Radicalen, welche Barodet, Ranc, Lockroy u. s. w. auf den Schild hoben, leisten den Gegnern treffliche Dienste beiBeruhigung" der ländlichen Gernü- ther. Ja, es giebt Beobachter, die jetzt meinen, daß die Rothen unter Garn- betta's Führung mehr noch als die Schwarzen dazu beitrugen, die conservative Republik in Mißcredit zu bringen und Thiers' Stellung zu untergraben. In den Bürgerclassen, wo früher die Centrumspolitik der Juli-Regierung inib der Regierung des alten Ministers von Louis Philipp ihre Herzwurzel hatte, ist dieselbe vom Bonapartismus, wenn nicht ganz erstickt, so doch überwuchert. Viele," äußert in dieser Beziehung auch ein Correspondent der Jndependance Belge,erblicken in der Wendung das rasche Wieder-Emporkommen^des Bona­partismus, für den der Legitiisminus undOrleanismus mit einer an Stumpfsinn grenzenden Naivität arbeiten. . . . Der Herzog von Magenta ist keine Lösung, sondern ein Uebergang der Parteien; die sich der Gewalt bemächtigt haben, werden entweder nichts thnn, während das Land auf Entscheidung dringt, oder aber sie werden definitiv die Republik proclamiren, aber dies wäre ein seltsamer Schluß einer monarchistischen Coalition, oder endlich sie werden die Monarchie erklären, was eine natürliche Folge eines Sieges der Monarchisten wäre; aber in dem Moment, wo dies geschehe, würde es zum offenen Bruche zwischen den Siegern kommen." Letzteres ist auch die Ansicht der Anhänger von Thiers, Casimir Perier u. s. w. Handelte es sich bloß um die Interessen der Legiti­misten und Orleanisten, so ließe sich durch die so oft verlangte Unterwerfung des Grafen von Paris ein Abkommen treffen; aber wenn die Orleans bis zu Heinrich's V. Tode zu warten geneigt wären, so werden sich die Bonapartisten doch schwerlich bis auf das Aussterben des Orleans vertrösten lassen, voraus­gesetzt , daß sie nicht müssen; die Anhänger der einen oder der andern jüngern Dynastie aber werden sich doch in Geduld fügen oder gegen den Rest der Coa- lition losschlagen müssen. Doch sind dies Conjuncturen, die wahrscheinlich in nächster Zeit noch mit dem Mantel der christlichen Liebe zugedeckt werden und deren wir heute nur erwähnen, weil sie vielfach besprochen und schon deßhalb

und Scharfsinn, kurz, politisches Genie nicht absprechen, aber von gutem Glau­ben ist keine Spur in ihnen. Uebrigens," setzte er nach einer kleinen Pause hinzu,die Anderen sind um kein Haar bester Wohin ich meinen Blick richte, sehe ich nichts als Auflösung aller Ordnung. Der liebe Gott kann die Welt nur noch durch ein Wunder vom Untergange retten. Lastet uns beten, daß die Menschen ein neues, besseres Leben anfangen." Darauf ließ er den Jesuiten- General zu sich kommen und bot ihm Quartier im Vatican an. Pater Beckx empfing viele Besuche und Beileidserklärungen, barunter auch von Seiten eines hervorragenden österreichischen Diplomaten. Mit der Gesundheit des Papstes geht es jeden Tag besser. Er soll entschlossen sein, neue Cardinäle zu ernen­nen ; aber wer die Auserwählten sein werden, weiß noch Niemand. Für den Fall, daß der Cardinal Antonelli aufhören sollte, Staatssecretär zu sein, soll der Cardinal Pietro sein Nachfolger werden. Dieser Tage soll der Papst auch das Breve unterzeichnet haben, wodurch die Cardinäle beim künftigen Conclave von der Beobachtung der üblichen Formen und Vorschriften entbunden werden.'

Florenz, 27. Mai. DasGiornale di Firenze" meldet: Der Papst empfing den französischen Botschafter, welcher dem Papste über die Ereignisse in Frankreich berichtete. Der Papst erwiderte, er werde jetzt vertrauensvoller beten, daß Gott die den christlichen Principien ergebene Nationalversammlung und das neue Staatsoberhaupt, welches die Ordnung, die Gerechtigkeit und

kommen und wurde von einer L .

aussichtlich einige Tage hier Aufenthalt nehmen.

München, 27. Mai. Das Urtheil des Militärbezirksgerichts Mün­chen, wodurch Hauptmann Betz wegen Entwendung eines Hundes m ' und Lieutenant Reday wegen Teilnahme 1*nb

lassimg verurtheilt worden, hat das General -Auditoriat vernichtet und beide Angeklagte freigesprochen.

Nürnbera, 27. Mai. Eine Deputation des hiesigen Magistrats ist nach Berlin gereist, um zu bewirken, daß der Jnvaliden-Fonds den größeren Theil des hiesigen Stadt-Anlehens von 21/4 Millionen übernehme.

Straßburg, 27. Mai. Der Oberpräsident hat die Suspension des hiesigen Gemeinderaths für die Dauer eines Jahres verlängert.

veraanaenen Samstag den Ausganz der Verhandlungen über den zweiten Artikel Vetz wegen Entwendung eines Hunves m Se an religiösen Körperschaften betreffenden Gesetzentwurfs vernahm, sagte er Theilnahme hieran zu Gesangniß und D.enstent' Umgebung:Man kann den italienischen Staatsmännern Verstand

.4- rttpHtirnT ;9h!h fnr at verrücktet und beide 0. ' v " 2 ..... ___

«r-unden und Verwandten, sondem auch dem Zwecke, sich durch eigene An-^ Otafiell.

schauung mit dem Wandel der Dinge in Deutschland ^rtrau zu machen. 27. Mat. Die Kaiserin von Rußland hat eine Audienz bei dem

<. 97 sm.: -rrit'drick Decker ist heute Abend hier ange- Papst erbeten und wird demnächst empfangen werden. Die Deputirtenkam-

Mannheim, Mar. F -dr.ch H ck- st YE Lveno y 9 in ihrer heutigen Sitzung den Gesammtentwurf des Gesetzer über bte

großen Volksmenge empfangen. ^r roiw v v. v 46 Stimmen genehmigt.

Paris, 26. Mat. Heute war die ganze royalistisch-imperialistische Damenwelt in der in der Nähe der Börse gelegenen Kirche Notre Dame du Victoires, um der Jungfrau Maria für den Sieg der Rechten zu oaiiren Am 25. hatte eine Wallfahrt nach dieser Kirche stattgefunden, um die heilige Jung­frau zu bitten, bei Gott zu erflehen, daß er Frankreich von Thiers, dem größ­ten aller Uebel, befreien möge. Da dieses nun geschehen, ordnete der Pfarrer ein Dankfest an und alles, was zu den Ultramontanen hält, strömte hm. Eif­rig fährt die Kirche fort, sich der höheren Leitung der französischen L-taatsge- schäfte zu bemächtigen. Wenn in Folge dessen die Beziehungen der neuen Regierung mit Spanien, Italien und auch der Schweiz äußerst gespannt wer­den, so will man es doch zum offenen Bruche mit Italien und der Schweiz nicht sofort kommen lasten, dagegen die Beziehungen Frankreichs zu Spanien treiben zum offnen Conflicte. Welche religiöse und politische Gesinnungen der Marschall eigentlich hat, ist noch unklar. Die Marschallin, seine Frau, ist aber eine entschlossene Anhängerin der Jesuiten; sie war in dem Comits der Pilger für Lourdes, besitzt großen Einfluß auf ihren Gemahl; die Clerwalen lverden deßhalb bei ihm viel durchsetzen können. Es ist nicht begründet, daß Thiers Mac Mahon den Rath gab, die Präsidentschaft der Republik anzunehmen. Der Ex^Präsident, aber besonders Frau Thiers, sind sogar empört über, den großen Krieger, der noch am Freitag Thiers erklärte, die Wahl zum Präsiden­ten ausschlagen zu wollen. Mit General Ducrot ist der Marschall Mac Mahon bereits im Streit. Der neue Präsident weigerte sich nämlich, ihn zum Kriegs- Minister, wegen seiner Flucht aus der Kriegsgefangenschaft, zu ernennen. Thiers hat sich heute nach Versailles begeben, um sich mit seinen Freunden wegen sei­ner Stellung an der Spitze der neuen Opposition zu benehmen. Der Herzog h ....................v

v. Audiffret-Pasquier trat nicht in das Cabinet, weil er als Berichterstatter b|e Alonieen, Fransen van de Putte, erwiderte, daß er die Meldung weder der Commission für die Contracte zur Zeit die Bonapartisten so scharf angriff, ^stätigen noch entkräften könne; zwei Tage, bevor das angegebene Telegramm Broglie befürchtet, daß seine neuen Bundesgenossen, die Bonapartisten, dies Eingetroffen sei, habe die Negierung eine Depesche erhalten, in der jenes Ge-

Gießen, 29. Mai 1873. Gestern Abend gegen 7 Uhr hat sich ein feingekleibeter, unbe­kannter iunaer Mann auf dem bicsigen Friedhöfe mit einem Revolver erschossen. Nachdem der­selbe ohne seinen Namen zu nennen, zwei Tage imRappen" dahier logirt und er |eine Zeche bezahlt hatte, entfernte er sich vor drei Tagen unter Zurücklasiung feiner Effecten und richtetc einen Brief an die Studentenschaft, in welcher er sagt: er fei auch Student und beabsichtige sich zu entleiben und in welchem er sie bittet, ihn zu beerdigen. Im Eingang des merkwürdigen, zebn Seiten großen Briefes schreibt derselbe: . ...

Studenten!--Das Leben ist der Guter Höchstes nicht,

Der Uebel größtes aber ist die Schuld." Ein Wahrwort, das ich nie tiefer, nie wahrer empfunden als je&H Spät, und doch für die Situation bezeichnend sind. >bin ich zur Erkenntniß gelangt, daß mein ganzes Dasein ein Leben der Sünde, ein Leben der

Paris 27. Mai. Dkl jpetjog ». Sroglut 6«t ^mittag ben^

fremden Gesandtschaften die Erwählung des Marschalls Mac Mahon zum Pra-^^b ^vas meine lckte That werden soll, wohl weiß ich es: cs wird die größte Sünde sein, sidenten der Republik und seine eigene Ernennung zum Minister des Atlswär- und doch kann ich nicht anders, als meinem Vorhaben die Krone aufsetzen, mich zu tobtenI tigen angezeigt. Hal Da habt Ihr mein ganzes Leben:geboren verdorben gestorben."......

Jlußlanö.

Die Steppenbrunnen, die bei dem Feldzuge gegen Khiwa so hohe Wich­tigkeit haben, sind ziemlich sorgsam hergestellt. Ihre Tiefe beträgt mindestens 28, ihr Durchmesser 1,5 Meter. Das Innere der Brunnen ist mit Steinen ans gelegt und oben mir von Steinen beschwerten Hölzern bedeckt, lieber dem Brunnen ist eine Rolle mit einem Strick befestigt, an dem ein Sack aus Ka- meelmagen hängt; durch diesen Sack wird das Wasser nie trübe, so viel man daraus auch schöpfen mag. Ganz anders verhält es sich mit eisernen Eimern: enthält der Brunnen wenig Waffer, so schöpft man nach einer halben Stunde mit diesem Eimer allen Bodensatz mit dem Wasser herauf und letzteres ver­wandelt sich in einen dicken grauen Brei.

Aus Aryllan-Bel, einer Etappe der Dschisak-Colonne, wird der Turke- stanschen Zeitung vom 3./15. April geschrieben:Nach den letzten Nachrichten b-reiten sich die Khiwesen eiligst zur Gegenwehr vor. Auf dem Berge Bnrtsche wird eine Feste gebaut und die frühere Festung Klytsch wird restaurirt Zum Schutz der khiwaschen Grenze von Norden und Nordwesten sind drei Detache­ments vorgeschoben worden; einS unter der Anführung Jakub-Bey's, in der Stärke von 6000 Mann, begiebt sich nach der Mündung des Amu-Darja zur Festung Akkala; ein zweites unter Anführung des Diwan-Beg Mat-Murad, 4000 Mann stark, rückt zur Festung Dau-Kara am Aral-See vor, und^das dritte Detachement unter Anführung eines zweiten Diwan-Begs und und Lsa- dyk Kenissarin, in der Stärke von 7000 Mann, wird jenseit des Amu-Darja nach Min-Vulak vorgeschoben, d. h. auf derjenigen Heerstraße, auf welcher nach dem ursprünglichen Plane das turkestanische Detachement zum Amu-Darja marschiren sollte. Wahrscheinlich wird diese Truppenabtheiluug auch den llebergang über den Fluß bei Utschj-Tschutschak vertheidigen/

Lokal-Notiz.