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Kunden. Ab- ^mmecker.
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Anzeige- und Wntsölutt für den Kreis Kiessen.
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srr 123 Douiierstag dcn 29. Mai 28VL.
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Gießen, am 28. Mai 1873.
Das Großherzoglichc Rentamt Gießen
SN sämmtliche Großhkyogtiche Bürgermeistereien des Bezirks.
Wir ersuchen Sie, in Ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen, daß die Forst- und Feldstrafen von der II. Periode 1873 vom 1. bis 15. Juni l. I ohne Kosten hierher bezahlt werden können.
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HKetS »t-rtchähriZ 1 ft 12 ft. mit Vrtngerlohn. Durch die K-st bezsgen vtertrljährig 1 IL 29 fr.
Trschemt täglich, mü luB- nähme Sonntags.
Expedttisn: Canzletb«»^ ßit ®. Rr. 1.
Die Krisis in Frankreich.
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Aber diese Position ist nur scheinbar günstig. Es fehlt dieser der „Schles. Volksztg." von Nicolai 21. Mar gemeldet: „^^ettö seit mehr sckart an fdenbaftiakeit: kein Morny ist unter ihnen, der, nüt als drei Jahren weilt hier der ui Rom ausgewerhte Priester Sklarsik. Der-
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werden. Und das ist das erfreuliche Ergebniß der letzten Jahre. Frankreichs Einfluß hört nunmehr an den Vogesen auf, wenn sich in Paris auch die heftigsten electrischen Batterien entladen, so wird Europa und vor Allem Deutschland nicht mehr von diesen Schlägen durchzuckt. Wir können nunmehr diesem Treiben ruhig zusehen und die erhitzte Fantasie Derer, welche fortdauernd nach den Ausschlägen Hinblicken, die die magnetische Nadel an dem Weltmultiplicator „Paris" macht, vermag Deutschland nun und nimmermehr auch nur um eine Haaresbreite aus seinem Geleise der ruhigen ächt modernen Reformbcchn abzubringen. Freilich wird die eben in Frankreich zum Durchbruch gekommene Krisis die Gemükher Vieler sehr erschüttern, allein im Grunde genommen ist das Ereigniß mehr „sensationeller Art."
Es wäre unseres Dafürhaltens sehr vom Ucbel, wenn sich unsere Handelskreise ernstlich von dem neuesten Systemwechsel in Frankreich berühren ließen. Deutschland hat starke Nerven und braucht für seinen Organismus Nichts mehr zu fürchten.
Darmstadt, 27. Mai. Dem Vernehmen nach beabsichtigt die Regierung, den Ständen ein Gesetz vorzulegen, welches die Erhöhung der Civil- diener-Wittwen-Pensionen zum Gegenstand hat. Eine Erhöhung der jährlichen Beiträge der Mitglieder des Civildiener-Wittwenkasse^Jnstituts soll hierbei nicht in Aussicht genommen sein. Bekanntlich leistet der Staat einen nicht unerheblichen Beitrag zur genannten Wittwenkasse, welcher erst dann wegfallen wird, wenn der ans einem Theil der Beiträge und des Staatszuschusses zu bildende Capitalstock zwei Millionen betragen wird. Angeregt wurde die Regierungsvorlage wohl durch den einschlägigen Antrag der Landtags-Abgeordneten Stüber und Heinzerling.
Darmstadt, 27. Mai. Während in andern Staaten die Beamten ihre Besoldung monatweise ausgezahlt erhalten, geschah dies in Hessen bisher nur quartalsweise. Wir erfahren aus zuverlässiger Quelle, daß die Regierung damit umgeht, die Auszahlung jetzt auch bei uns monatlich bewirken zu lassen, eine Einrichtung, die namentlich von den niederen Staatsbediensteten begrüßt werden wird. — Die Negierung hat zum Zweck des Neubaues eines Kreisamtsgebäudes in Lauterbach eine Anforderung von 30,000 st. an die Stände
selbe ist ein preußischer Unterthan und zwar ein geborener Schlesier. Den 20. d. Mts. ist nun von der Polizei-Verwaltung der Stadt Nicolai folgendes Schreiben an den Pfarrer Herrn S. zugeschickt worden: „„Durch das Gesetz über die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen vom 11. Mai c. ist verordnet, daß ein geistliches Amt fortan nur einem Deutschen, welcher seine Vorbildung nach den Vorschriften des oben erwähnten dargethan hat, übertragen werden darf, und daß sich diese Vorschrift auch auf jede Stellvertretung oder Hilfsleistung erstreckt. Demgemäß ist die Ausübung irgend einer geistlichen
gelangen lassen.
Berlin, 26. Mai. lieber die ersten Wirkungen der Kirchengesetze wird ~ " - - — • " von Nicolai 21. Mai gemeldet: „Bereits seit mehr
idee seines Lebens.
Die Frage nach dem „was nun ' drängt sich uns unwillkürlich auf. Nicht so einfach dürfte die Beantwortung sein. Kaum daß eine Vermnthung gewagt werden darf. Wenn man nüchtern die Lage zu benrthcilen sucht, dann wird man zu dem Resultat gelangen, daß die Aussichten für die monarchischen Parteien' um Nichts besser geworden sind. Allerdings sitzt der Abschaum jener verlotterten Ritter von der Vouapartistischen Tafelrunde im neue» Ministerium. Maqne, der zweideutige Fiuanzkünstler Louis Napoleon's, verfügt wiederum über die Einkünfte des Landes und Delcissigny ist zum Aedilen Frankreichs
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stattet und ersuchen wir Ew. Hochwürden, dem Herrn Sklarsik die fernere Ausübung geistlicher Functionen, wozu auch das Predigen zu rechnen ist, zu untersagen. ' Die Polizei-Verwaltung. Theusner.""
Bremen, 26. Mai. Friedrich Hecker ist gestern von Baltimore hier eingetroffen. Von Verwandten und Bekannten in Empfang genommen, hat er den gestrigen Tag hier zugebracht und wird heute Nachmittag feine Reife über Hannover und Frankfurt a. M. nach Mannheim fortfetzen. Alle, welche mit ihm zusammenkamen, sind erfreut über das frische, markige Aussehen Heckers und erwärmt von dem innige», lebendigen Jntereffe, das de» lang Abwesenden für das alte Vaterland erfüllt. Er wird mehrere Monate in Deutschland zn- bringe» und seine Reise über de» Ocean gilt nicht nur dem Wiedersehen von
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na wird gesucht I rin; Carl." I on 14 bis 18 I nanntComp., [ ip.nfabrik. e unter günstigen I Aullmann, m$ct 4
Die gewissenlose, intriguante Rechte in der Versailler Nationalversammlung hat also »ach viele» Mühe» u»d Qualen ihr Ziel erreicht. Thiers ist gestürzt. Als Brutus und Cassius den großen Julius ermordet hatte», * da standen sie, gelähmt uud entsetzt vor ihrer Unthat, rathlos da. Ein wüster Bürgerkrieg durchtobte das weite Reich und das Erbe der Republik fiel dem schlauen Octa- via» zu- Eine gewisse Aehnlichkeit bietet die jetzige Lage Frankreichs mit jener Roms dar. In der That war es für Broglie-Cassins leichter den greifen, um Frankreich hochverdienten Präsidenten zu stürzen, als ihm einen regierungsfähigen Nachfolger zu geben. Denn daß Mac Maho», der Ehrliche, im Stande sein dürfte, mit einer winzigen Kammer-Majorität von etwa 20 Stimmen, da^ Steuerruder Frankreichs in dieser hochanfgeregten Zeit zu handhaben, kann auch den blindesten Bewunderern des Helden von Magenta, von Wörth und Sedan nicht zweifelhaft fei». Diese „ducs“ und ihre Bonapartistischen Helfershefftz: _ spielen ein verzweifeltes Spiel. Schon nmgiebt sie der Duft der Verwesung^ ihre Tage sind gezählt und mit dem letzten abziehenden deutsche» Soldate» erlischt auch das Dasein dieser Lottergesellschaft. Darum soll in letzter Stunde noch der Staatsstreich gemacht und die „moralische Ordnmrg" — denn so drückt sich der neueste Geseüschaftsretter Mac Maho» aus — wieder hergestellt werde». Was aber ist de»u in diesem Augenblicke die „moralische Ordnung" Frankreichs anderes, als die von Thiers in seiner berühmten Botschaft entwickelte Politik? Wer hat diese „moralische Ordnung" systematischer ruinirt, wer sie mehr in Frage gestellt, als eben jene Partei, die Mac Maho» auf de» Schild geho- be» 2 Ucber dem Wohle ihres Vaterlandes steht ihnen ihre sog. politische Ueber- zeugnng, d. h. ihre Fiction, daß nur unter der Lilie, oder der Biene Frankreichs verlorenes Prestige wieder hergestellt werde» könnte, Thiers dagegen opferte der Ruhe und dem Wohlergehen Frankreichs die monarchische Lieblings-
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Heuberger,
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elenden Sippschaft an Herzhaftigkeit; kein Morny ist unter ihnen, der, kalter Berechnung jenen Schurkenstreich vom 2. December zu erneuern, die Kraft in sich spürte und kein Fatalist lebt mehr unter ihnen, der wie Peisigny ' an die Napoleonische Legende glaubte. Die Zähne sind ihnen ausgebrochen und die alternde Bestie, di- sich znn. Sprunge anschickt, um in Frankreichs Weichen ihre Pranken einznkrallen, ist bei Weitem nicht so schreckhaft, als sie sich Mühe giebt zu scheinen. Hoffentlich bewahrt d,e republikanische Stufe staatsmännische Einsicht nnd Kaltblütigkeit genug, um ihren Gegnern keine Ge- legeiiheit zu geben, d>e »p^K^^^7t-r1and°'u>,d sein^Verhäl'lniß zu Frank- Fnmt'iön'durch dm hier sich'aufhaltenden Weltpriester Herrn Sklarsik, welcher reich we enttich durch den jüngsten Regierungswechsel berührt? Wir glauben bisher den vorgeschriebenen gesetzlichen Bedingungen >"ch^genngt^hat,^iucht^ge. auch auf diese Frage mit „Nein" antworten zu können. In die inneren Ange- legeiiheiten unserer Nachbarvölker mischt fich d,e deutsche Politik nicht. Wil haben an diesen wirren Partcikämpfen, die jenem Lande bevorstehen, kein höheres Interesse, als wir den parlamentarischen Plänkeleien zwischen Thiers und der Nationalversammlung während der verflossenen beiden Jahre entgegen brach^ ten. Wenn uns Frankreich nur noch die letzte Milliarde von den fünfen zahlt — und daran kann nach menschlicher Doraussetzung nicht gezweifelt werden dann ist überhaupt unser directes Interesse an der Entwickelung oder an dem Verfalle Frankreichs erschöpft. Ebensowenig unser fester L-taatsbau von dem Pronunciamento. einiger spanischer Carl,stcnfnhrer berührt wird, ebenso wenig brancht das Dentsche Reich durch sranzojische Partenvirrcn alter,rt zu


