Ausgabe 
27.9.1873
 
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Anlage zu Ar. 226 des Kichener Anzeigers

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welche Mitglieder der Landes-Synode besondere Qualitäten zur Voraus-

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genehmigt.

Desterreich.

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ihrer Absicht zurückgekommen, mit dem Ankauf von Bonds innezuhaltenwenn

t' sowie Wechsel in bi ^auszeW durch 'allcnskls jun.

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^tS Madrid, 26. September. DieCorrcsp." dementirt das Gerücht von dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu England. Die fremden Consuln in Alicante haben einen weiteren dreitägigen Aufschub des Bombarde­ments erlangt.

England.

London, 23. September. DerMurillo", welcher das Auswanderungs- schiff Rorthfleet in den Grund gebohrt haben soll, ist am 22. September in Dower, wo er von Spanien kommend anlandete, auf Befehl der Adnuraliät nebst Verhaftung des Capitäns mit Arrest belegt worden; der Capitän ist übri­gens nicht derselbe, welcher gegen die Rorthfleet anfuhr. Die Verhaftung er­folgte nur, um eine Entschädigung für die durch den Untergang der Rorth- fleet benachteiligten Parteien zu erwirken. Der Capitan mußte sich natürlich fügen, legte jedoch die Sache in die §änbe des spanischen Konsuls in Dower. Der Murillo" ankert nun unter einer Batterie, durch merkwürdigen Zufall gegenüber einem Hause, in welchem die zur Wittwe gewordene Frau des Ca­pitäns Knowles vom Rorthfleet, der in so braver Weise seine Pflicht erfüllte, sich zeitweilig aufhält.

Spanien.

Madrid, 25. September. DieTriester Ztg." will Kunde haben, daß in einzelnen und nicht bedeutungslosen Kreisen Spaniens bei der Unmöglichkeit sowohl der Begründung der Republik als der Restauration der Bourbons sich wieder nach einem fremden Thron-Prätei.denten umsehe. Am meisten Chancen theilt man, der citirten Quelle zufolge, dem Prinzen Leopold von Bayern, dem Gemahl der Erzherzogin Gisela zu. Er ist ein deutscher Prinz, katholischer Confession, tapferer Soldat, vermählt mit einer Prinzessin, deren Ahmn emst durcb Jahrhunderte und gerade in den glänzendsten Zeiten über Spanien herrschten, und weiter jung genug, um die Gründung eines neuen Geschlechts mit Sicherheit erwarten zu lassen. Die Habsburgische Verwandtschaft bildet eine Art von Titel für ihn, und seine Erhebung würde zugleich den spanischen Legitimisten jene moralische Stütze entziehen, welche sie in den clerrcalen und in vielen aristokratischen Kreisen Oesterreichs und des deutschen Südens vielfach besitzen. Es ist, sagt dieTriester Ztg.", nicht unmöglich, daß diejenigen, welche aus Königssuche ausgehen, die Hoffnung ernstlich verfolgen, daß aus dem alten Stamme von Wittelsbach und Habsburg ein neuer Zweig unter der Gunst südlicher Sonne emporwachsen und gedeihen werde. Ebenso möglich, fügen wir hinzu, ja sogar sehr wahrscheinlich ist, daß diese ganze Combmatlon auf der Erfindung eines sensationslüsternen Correspondenten derTriester

Prag, 22. September. DiePresse" meldet:Von sämmtlichen Kir­chenkanzeln wurden gestern die Jungfrauen Prags aufgesordert, vollzählig zur Wenzel's-Procession in weißen Kleidern am Jahrestage zu erscheinen. Skrej- schovsky räumte seine Prager Villa den Processions - Wallfahrern ein. Der czechische Clerus petitionirte um die Beseitigung des verfassungstreuen Canoni- cus Horak vom Adlatus-Amte des Königgrätzer Bischofs. Das dortige Con- sistorium wies die Petition mit dem Bedeuten zurück, der Clerus habe sich nicht in Politik zu mengen."

Frankreich.

Luneville, 25. September. Das hiesige Gerichtstribunal verhandelte heute die Anklage wegen der bekannten Mißhandlung deutscher Staatsangehö­riger. Zwei Angeklagte, darunter der Elsässer Schwarz, wurden der tätlichen Beleidigung überführt und erhielten vier, der dritte wegen nachgewiesener Be­drohung zwei Monate Gefängniß. Das zahlreich versammelte Auditorium zeigte bei der Urtheilspublication eine lebhafte Erregung; die Ruhe wurde in- deß nicht gestört.

Italien.

Palermo, 26. September. Gestern Abend haben hiersetbst sympathische Kundgebungen für Oesterreich und Deutschland stattgefunden. Mehrere Tau­send Personen durchzogen die Stadt nut Fahnen., Fackeln und Musik. bem österreichischen und deutschen Consulats - Gebäude wurden tote betreffenden National-Hymnen gespielt.

New-Bork, 24. September, Abends. Die Stimmung beginnt wie­der sich >n bessern, da bisher keine neuen Zahlungseinstellungen von ewiger Bedeutung stattgcfnnden haben. Die Gerüchte von Falliffementen n, der Ldaa- renbranche bestätigen sich ebenso wenig, wie die beunruhigenden Mlttheilungen über di- Lage im Westen. Die Meldung, daß die Negierung sich bereit er-

' ' Theil der von ihr gekauften Bonds zum Ankaufspreise

deshalb dafü r stimmten. Es sind die Herren Buchner, Cellarius, Dieffen- bach, Dieqcl, Dornseiff, Advocat Dornseiff, Eckhard, Eigeubrodt, Engelbach, Ewald, Fertsch, Habicht, Heinrichs, Keller, Kempff, Marx, Meyer, Muller, Pfaltz, Rieger, Graf Görtz, Schmitt, Seel, Strack, Walther, Weitzel, Wernher, Wiener. Unter den eben Genannten befinden sich 19 Pastoren. Mit

Rein", also gegen die durch Gesetz zu fordernden kirchlichen Qualitäten stimm­ten die Herren Bonhard, Curtmann, Engelhard, Fischer, Gräff, Hesse, Ja­cobi, Köhler, Königcr, Kraft, Müller (Lehrer), Netz, Ohly, Pfannbcckcr, Schlick, Schwabe, Schröder, Thudichum, Wasserschleben, Weber, ^ Wede­kind, Wirthwein. Auf dieser Seite stehen 8 Geistliche und 18 Wel liche. Herr Kreisrath Küchlcr enthielt sich der Abstimmung und 3 Synodalmitglieder waren am Erscheinen verhindert.

Darmstadt, 25. Scptembr. Die außerordentliche Landes-Synode er­ledigte in ihrer gestrigen 10. Sitzung die §§ 56 bis 65 des Verfassungs-Ent­wurfs meist gemäß den Anträgen des Ausschuffes. § 56 handelt von der Errichtung der Dekanate im Allgemeinen; ein Minoritätsantrag, dieselben nach Confessionen zu gliedern, fiel. § 57 betrifft die Zahl und den Bereich der Dekanate, was durch ein befundenes Kirchengesctz geregelt werden soll, ferner die Veränderuugeu im Umfange eines Dekanats; ein Antrag der Majortta des Ausschuffes auf Wünsche solcher Gemeinden, die aus confessionellen Grün­den einem benachbarten Dekanate zugetheilt sein wollen. Rücksicht zu nehmen, wurde abgelehnt. Rach § 58 bildet die Dekanats-Synode die Vertretung aller evangelischen Kirchengemeinden des Dekanats. § 59 regulirt die Zusammen­setzung der Dekanats-Synode aus Vertretern der Kirchengemeinden im Sinne der Gleichheit des geistlichen und Laienelements. Ein Antrag der Abgg. Ohly und Genossen, sowie ein Antrag des Abg. Schröder auf stärkere Heranziehung des Laienelements volksreicherer Gemeinden fand keine Zustimmung; dagegen wurde ein Antrag Eckhard's, wonach nicht nur die eigentlichen und deren Ver­treter nebst ebenso vielen weltlichen Abgeordneten (^System des Ausschußantrags), sondern auch Hülfsgeistliche, die alle Sonntage Gottesdienst zu halten haben, nebst ebenso vielen weltlichen Abgeordneten der betr. Gemeinden m der Deka­nats-Synode Sitz und Stimme haben, angenommen. § 60 handelt von den berathenden Mitgliedern der Dekanats-Synode. § 61 entscheidet den Fall, wenn von mehreren Pfarrern einer Gemeinde einer Pfarrer einer benachbarten selbstständigen Kirchengemeinde ist § 62 normirt, daß mehrere gleichberechtigt vereinigte Gemeinden zusammen einen weltlichen Abgeordneten wählen; ein An­trag Weber's, daß solche je einen Abgeordneten wählen sollen, drang nicht durch. S 63 bestimmt die Wahlperiode der weltlichen Mitglieder der Dekanats- Svnode auf 6 Jahre. § 64 eine teilweise Ergänzung derselben nach Ablauf von 3 Jahren. § 65 die Neuwahl für einen in der Zwischenzeit weggefallenen weltlichen Abgeordneten. Ein Antrag Schröder's auf Wahl von Stellvertre-

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»lksfreund" für dass zu erneuern, damit keil tt wird auch in Zubmi :as materielle und geißi: ten und wir rechnen a: - Wir mjjen, mir itn wir durch unser Vlai Dicken beranznzicheu. > inte, M diese gem«

rtiinM in Ortenberg.

Aschaffenburg, 25. September. Wie derAschaffenb. Ztg." gemel-

Deuischtanü. tet wird, ist Graf Fugger anläßlich der Affaire Sigl aus dem katholischen

-SWmftabt, 24. September. Es dürfte werthvoll sein, zu constati-Casino in München ausgeschlossen worden.

Mitglieder der Landes-Synode besondere Qualitäten zur Voraus- Stuttgart, 26. September. Dw Stadt Stuttgart erhalt vom Rrichs- seuuna und Bedingung der Wählbarkeit gemacht haben wollen und gestern Jnvalidenfonds ein mit 4^2 pCt. verzinsliches Anlehen von 6 Millionen Mark, zetzung uno ^eomgung v . Dieffen- Das betreffende Abkommen wurde von den städtischen Behörden einstimmig

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tern wurde abgelehnt.

Die nächste Sitzung findet heute statt. , ,

Darmstadt, 25. September. Des Großherzogs Konigl. Hoheit haben am 16. l. Mts. den Landrichter Friedrich Bötticher in Gießen zum Stadtrich­ter daselbst und den Landgerichts-Assessor Moritz Hempel in Schlitz zum Land­richter in Herbstein zu ernennen geruht. .

Darmstadt, 26. September. Die erste Kammer der Stande wird am Donnerstag den 2. October 1873, Vormittags halb 10 Uhr, zu em er Sitzung zusammentreten. Die Tagesordnung umfaßt die Verathunz und Ab­stimmung über den Hauptvoranschlag der Staatsausgaben für die Fmanzperiode von 1873 bis 1875, und zwar die Hauptabtheilungen lXIV. .

Lauterbach, 22. September. Die sog. Wormser Adreffe für das Schulgesetz ging soeben von hier mit 125 Unterschriften ab. Der gesammte Gemeinderath hat unterzeichnet außer dem Bürgermeister, welcher als Landtags- Abgeordneter für das Schulgesetz gestimmt hatte, also seine Unterzeichnung der Adresse nicht für sachgemäß hielt. Bei Fortsetzung des Sammelns von Unter­schriften wäre die Zahl noch zu verdoppeln gewesen.

Berlin, 26. September. Der König von Italien tritt heute Abend 10 Uhr vom Görlitzer Bahnhofe die Rückreise nach Italien an; ein Aufenthalt findet während derselben nirgends statt. Die zum Ehrendienst beorderten Mili­tärs und der italienische Gesandte, Graf Launay, begleiteten ihn bis zur Grenze. Heute Vormittag fuhr der König mit dem Kaiser, den er aus dem Palais abholte, zur Truppenbesichtigung nach Moabit. Nachmittags 5 Uhr ist Diner bei dem Grafen Launay, woran der König, der Kaiser, sammtliche Prinzen, Fürst Bismarck, die Minister Delbrück und Eulenburg, im Ganzen 36 Geladene, theilnehmen. Fürst BiSmarck hatte gestern Nachmittag im Schlosse eine längere Unterredung mit dem italienischen Minister.

Posen, 25. September. Der Bischof Dr. Reinkens hat in einer Rede auf dem Altkatholiken-Congreße zu Konstanz zum fleißigen Lesen der heiligen Schrift ermahnt und erklärt: Für die Altkatholiken, welche meiner bischöflichen Leitung sich anvertrauen, existirt kein Verbot des Bibellesens. ,

Die Posener Blätter veröffentlichen ein bisher nicht bekanntes Schrei­ben des Erzbischofs von Posen an den Oberpräsidenten dieser Provinz, in welchem Graf Ledochowski nochmals in aller Schärfe das Princip der Papst- M ntm anroUwiH-«K

kirche zu verteidigen sucht: wenn Kirche und Staat miteinander über die klart habe, einen Theil der von ihr gekauften BondS zum , I V ' Grenzen ihrer Macht in Streit gerathen, dann muß sich der Staat unter-von ill3/4 wieder zu verkaufen, ist unrichtig. E ns st A.

erfen, denn die Arche (b. h. heule bei Papst in Rom, kann nicht irren. ihrer Absicht zurnckgckommen, mit dem Ankatff von in H ÄÄ'- ÄÖ-Ä8 LV» SS? L «feyykfc**

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