Ausgabe 
27.3.1873
 
Einzelbild herunterladen

'f [ -

J

nister Delbrück ein ziff rmäß'ges umfassendes Expose.

Lasker spricht unter dem

Beifall des Hauffs feine Anerkennung aus über die Leitung der auswärtige»

eine schwächer:.

mit dem Papstthum", verliert an Effect. Man kann dann nur noch von einer

Am Schluß der Debatte schlagt Präsident Simson unter dem Beifall des Hau»

für fernere Arbeiten, eine Arznei für

chwächen, mit denen er bei Erfüllung

erster und zwe ter Bcratdung genehmigt.

Königsberg i. Pr., 26. März. Das Comiis des hiesigen Katholtkenver- eins erläßt klnen Aufruf, worin es die altgläubigen Katholiken zur Wahl eine«

feines Dienstes zu kämpfen Hube. Die Gesetzvorlage wegen der bei dem Marise- Ekat für 1867 b?< 1871 vorgekoa-m nen U-bcrschreitungen wird unverändert in

getroffen.

Stuttgart, 26. März, Vormittags. In der Hirichstraße fanden neue An­sammlungen statt. Der Oberbürgermeister wird den Sachverhalt, wonach der gestern todtgesagte, in der That aber nicht verletzte Saldat der allein 'Schuldige ist, durch Plakate veröffentlichen. Verstärkte Erneuerung des Skandals wird heute Abend befürchtet.

Darmstadt, 26. März. Durch Allerhöchste Entschließung vom 26. l. MtS. haben Se. König!. Hoheit der Groscherzog aus den von der außerordentlichen Synode zu, begutachtenden Betattzung des Entwurfs einer Verfassung für die evangelische Kirche des Großhcrzogthums für das Amt eines Prafiventen und eines Stellvertreters in Vorschlag gebrachten sechs Mitgliedern der Synode den Oberstübsaubittur in Pension, Hofgerichte-Advocaten Karl Ergenbrodt zum P.äsi. drnten dieser Synode, und den zweiten evangelischen Pfarrer zu Gießen, Dr. Wil­helm Seel, zum Stellvertret.r desselben Allergnädigst zu ernennen geruht.

Berlin, 24. März. Der Reich«tag erledigte fast ohne Debatte dre zweite Berathung des Gesetzentwurfs über tte DiSclplinarbesugnisse des Oberhand.ls» gerichts gegen Rechttanwalte und Acvoccrten. Bet der zweltc.r B.rathung der Gesetzvorlage über die Rechtsverhältnisse der Reichsbeaenten erk art der Staars minisier De.hrück, daß die Vorlage tte Beamten in Elsaß Lothringen nicht be­rühre und das Derhättniß desselben durch e n besonderes Gesetz geregelt werden soll. Gegenüber dem Amendement Wagner's zu Art. 19 und gegenüber Lasker hebt der ReichSkanzl r hervor, baß die ausgesprochene Gleichstellung der Reichs-

Dinge zu entscheiden find.

Wir meinen, ein solcher Bund bedeutet in gewisse.- Beziehung eine Stär­kung des UltrawontaniSmuS, aber die eigentliche Widerstanbspointe desselben, die Losung:Vernichtung der katholisch, n Kirche" verliert in dem Grade an W»r- kung, als die Opposition aus dem Terrain des eigeutlichen IefuttiSmuS herauS- geht und in immer weitere Kreise übergreift.

Häufig ist man rn der Lage

iraend ein Offert, Gesuch oder sonstige Wilttnsmeinung in den Zeitungen zu oer- öfrentlichen, bcsurcktet jedoch aus naheliegenden Gründen eine Verletzung der Discretwn. Die bekannte Annoncen Expedition von Rudolf Mosse, Centralbüreau Frankfurta M , hat sich den eyrcnwerthen Ruf erworben, alle ihr zur Besorgung an die Zeitungen z« gehenden anonymen Inserate mit strengster Geheimhaltung der Namen der Auftrag­geber in jedes gewünschte Blatt einzurücken und die hierauf eingehenden SDffertbriefe uneröffnet und ohne Provlsionsbercchnung dem anonymen Inserenten ungesäumt M übermitteln^^ $yertrauen genannte Annonccn-Expedition im Publikum genießt, beweis« hinlänglich die Inseratenspalten aller Zeitungen, welche täglich eine Menge von Anzelg« enthalten, worin obige Firma zur Entgegennahme von Offertbriefen autorifirt ist.

Lokal-Notiz.

Hießen, 27. März. Gestern Abend um 6 Uhr kam von Deup ein Ertrazug, belaßen mit ven Erzeugnissen der Kruppsche» Gußstahlfabrik zu Essen hier an und ging um 9 Uhr nach Frankfurt resp. zur Ausstellung in Wien weiter. Es befand sich darunter die große Kanone vo» 76'.' Eentner, deren Mundloch 39 Emir, betrug und welche auf einem rrlra dazu gebauten Wage, gelagert war.

Schweiz.

Bern, 25. März. Der von der Regierung in seinen pfarramtlichen Falle- tionen su>p. ncitte Pfarrer Ircker wurde gestern Ab-nv aufgeforvert, die Kirchen- schlüssel tzerouSzugeben. Pfarrer Iecker v-rweigerte dies und gab Erklärungen ab, welche den Regierungs-Statthalter veranlaßten, seine Verhaftung anzuordnen.

Zürich 25 März. Die Gründung einer altkalholischen Gemeinde in hie­sigem Otte ist definitiv beschlossen. Bischof Lachat p otestirte beim Obergericht gegen die Verfügung des Richteramts Solothurn, daß er die Titel der Linder'- sch n Hinterlassenschaft bis zum AuStrage des Prozesses beim Bezirksgericht depo- nrren solle.

Biel, 26. März. Pfarrer Zecker erklärte sich noch sechsstündiger Gefangen» schäft bereit, die Kirchenschtüffel auszuliefern. Die Diöcesan-Lngelegenheit wird im Großen Rath bei großem Andrange des Publikums soeben berathen.

Rußland.

Petersburg, 25. März. Ein Leitartikel desGolos" erklärt die vollstän- vige Unterwerfung Cviwas unter russische Ävtrnäß'gkeck als einzigen Ausgang D< Expedition nach Ehiva, der zu daue-Haftern -Frieden führen könne.

beamten mit de» Landetbeamten, resp. die Bcurtheilung sonstiger Verhältnisse der Reichsbeamten nach Maßgabe der Bestimmungen in Domicils- eventuell Hri- mathsfragen auf seinen persönlichen Antrag im BundcSratbe brschlossen worden sei, weil er eine Verletzung dcS Art. 3 der RerchSserfassung habe verhindern wol­len; er fei gegen die Privilegien preußischer B amten in Preußen und werde für ihre Aufhebung wirken, sei der Zustimmung feiner Eolttgen gewiß, müsse aber auf der Gffichstellung der R ichsbeamten bestehen, so lange preußische Beamte ote Privilegien genöff n. DaS AmenveM'Nt wird abgelehnt; ebenso wird das Amen­dement Windthorst zu § 25, welcher einstweilige Versetzung in den Ruhestand für Räthe des aukwärtrgen Amtes ausfchließcn sollte, dem Anträge des Reichskaiz- lers entspr chenv abgelehnt. Das ganze Gesetz wird unverändert genehmigt. Bet der Discussion über zwei Schreiben des Retchskanzlers betreffs der Couoell-

Stellung in Folge der verstärkten Opposition aufmerksam machte. Wir fragen doch die Ultramontanen, ob denn durch die Ausdehnung der Oppositton gegen Herrn v. Bismarck nicht die Spitze des Widerstandes Seitens der Päpstlichen, wenn auch nicht abgebrochen, doch abgestumplt ,st. Die Kraft ihres Widerstan­des, die Stärke ihres Einflusses in gewissen Schichten der Bevölkerung lag immer ti der ausgegebenen Parole: es handelt sich um die Unterdrückung der katholt- schen Kirche in dem von einem protestantischen Kaiser regierten, von einer der Mehrzahl nach protestantischen Bevölkerung bewohnten Reiche. So wurden ge­wisse neue Gesetze des Reiches, gewisse administrative Maßnahmen mit Geschick gedeutet, so der Kamps gegen das Reich wotivirt, so begründete der Papst seine bekannten Allocuttonen, so schleuderte der ultramontane Theil Europa- feine Uno« themata aer.cn W Reich, so wurde erfolgreich agitirt, gewühlt, gehetzt. Geht . . , -

aber solcher Widerstand weiter, ergreift er größere Kreise der Protestanten, so tion mit Frankreich über die Zohlung-entschad-gungSgelder ßiebt der Staatsnu wird auch die AntibiSmarckffchc Parole eine andere, eine allgemeine und darum f*'*"i*t k,w

dieselben Ereignisse, die den Zesuitismus geschloffener in die Schranken riefen, haben durchaus nicht eben so schnell die Zwillingeschwest^r, die vrotestantische Mittelalter-Gläubigkeit zum offenen Kampfe herauSgesordert. DieKreuzzeilung" fuhr bloS fort, über die w'.rthschastlich liberale Grsitzgebung des Ruches zu nörgeln. Die Pfaffen auf dem Lande wurden erst später laut. Pastor Quistorp zu Ducherow in Pommern klagte In seinerDeutschen Wucht" :ES gehört zu den schwersten Kümmernissen und Kämpfen dcS menschttchen H rzens, wenn man irre wird an einem Manne, den man hock ehrte und achtete, den man ausrich- tig, innig und von Herzen liebte. So ergeht» j?tzt nicht wen-ger treuen preußi­schen Herzen tw alten Preußenlande mit dem Fürsten Bismrrck! Aber dreser Widerstand galt immer nur der wirthschasil-chen Gesetzgebung des Reiches. Die Politik BiSmarck's, die Existenz deo Reiche«, ven nat-onalen G.danken als Teu- felswerk zu verdammen, ist erst durch das SchulauffichtSgefftz proooc rt worden. Die pomwer'schen Dorfpastoren konnten in ihrer Petition an das Herrenbaue sich nicht so ausfallenb ausdrücken, wie die mecklenburgischen cS in ihren Blättern getyan haben, ober deutlich genug find sie doch gewesen. Deutlich genug war auch das Votum der Minorität des HerrenyauffS. Der Iefuitismus und die protestantische Orthodoxie haben dann zuletzt gegen den nationalen EonservatiömuS und Liberüllemus gemeinsame Stellung genommen. Sic hüben ö-wiesen, daß sie das kirchliche Interesse nicht blos über das Reich, sondern auch über die Monar- chic stellen. Sie haben sich zu Principieo bekannt, die es nicht mehr znlaffen, einen Unterschied zwischen dem UltramontaniSmus und unfern Rechtgläubigen zu machen. Diese Principien sind die Herrschaft der K.rche über den Staat, die PrriSgebung d s Staates an confessionelle, statt an nstionale Zwrcke, insbeion- tcrc ober die Jnfallibilität der Kirche als des Forums, vor dem die politischen

Das SchlagwortUnterdrückung der katholischen Kirche", oderKampf Poittik in ch-er geichickten Lösung der schwi rigstin Fragen bei VertragSadschlüs- ------ **"*f sen, welche selbst die Mißstimmung Frankreichs gegen Deutschland miloern müßte.

kirchlichen Opposition überhaupt sprech-n, und die beste Phrase brr Ultramontanen Am Schluß der Debatte schlägt Präsident Simson unter dem Beifall des Hau- muß weniaer zünden. Es bleibt nur noch der allg-meine Gegensatz: hier Libero, fes folgende Refviution vor: Der Reichstag n mmt mit größter Befriedigung die lismus oder Nationalismus, oder Ltaatcpartei, y'.e-. Orthodoxe, ober kirchliche Schreib « des N-ichskanzlerS über Vie Convent on entgegen. Fürst Bismarck Partei u deral Danh und erklärt: ver Uusd-uck VeS Dankes Seitens Ver Volksvertretung gewähre

V Die Macht Ver Ultramontanen war am stärksten, als sie noch keine Alllirten dem Siaatöwanne die höchste Befritdigung; derselbe fei ihm eine Elwuthigun- auS der protestantischen Kirche hatten also noch btS vor ganz kurzer Zeit.

Rach 1866 stürzte sich die lutherische Otthovoxi^ mit royalistisch. patriotischem Feuereifer in die Politik BiSmarck'S, weil der N^me sie noch bestach. Sie be- griff die Fahnenflucht de« Herrn v. Gerlach nicht. Sie betete >ür Btemarck. Mancher preußische Orthodoxe wurde stutz g, als Vie dannover'schen Ganzunnee- tirten und die mecklenburgischen Halbannectirten vonSünde" sprachen. Z.'.mer w .

aber bildeten in Preußen diejenigen Frommen Die Mehrheit, welche nicht an ton ihnen zu ootmneen V ulschen Bischoi« auffordert; gleichzeitig w-rv vte Er-

Teuttlswerk" alauben wolllen. Nicht blos dieNeue Pleußische" war Norv- öffnuug eines periodischen Gottesdienstes angezergt.

deutfch-patuotisch von Kopf bis zu Zehen. Schleswig, 25. März. Die gestrige Feier des 24. März (Zahrcstag der

Der Seltner General-Superlniendent Hoffmann schrieb ein dickes Buch, um Erhebung Schleswig-Holsteins) wurde am Morgen des Tag^s durch erne Neve lle zwischen dem Deutschen Reich, vorläufig dem Norddeutschen Bond mit dem Reiche »mgcleitet, am Vormittag bewrgte sich em Festzvg der Vereine re. durch Die mit (Sotttd den Einklang zu beweisen. Hier und da-te man schon an der l'.beia- Flaggen geschmückte Stadt zum Dom wo Gottesdienst abgehalten wurde. Nich­ten Gesetzgebung Des Bundes mäkeln, aber doch nur verschämt, die Existenz des mittags wurden Die Gräber Der Gefallenen geschmückt. Am Abend sand unter Bundes selber - erschien durchaus nicht unchristlich, snticonfessionell. Im Nord- zahlreicher Betheiligung eine 93erfacum;un ; unD e-n Festmahl im Rathhause statt, tz,utsche» Reichstage 'xistirte die orlhotoxe Opposition gar nicht, außer etwa b?i!Dem der Regierungspräsident und die Spitzen Der Be-.öeden beiwohnten. Der dem m.cklcnburgischeu Abgcordnetcn Gras Bassewitz. Im preußischen Landtage erste offic-.-lle Toaü galt Dem Deutschen H-lvenkaiser Wilhelm, durch Den Die maebte sie gute Miene zum bösen Spiele. Sie folgte mehr oder weniger der Frier des 25. Gebmtslages des w eDergeborcnert Schleswig-Holsteins übercaupt conservativen Partei, welche es verstand, das Gewissen mit Der neuen Zeck aus- erst möglich geworden fei. Darauf folgten Toaste auf Schleswig-Holstein und zusöhnen. Was tm Herrenhaus so laut gegen den Bund und d.ffkN Gesetzgebung Deutschland. Der RegieriinzSpräsibent sprach die BeHied.gung Der Regierung über polterte, war wenrger Die Küche, in deren Namen Herr v. Kleist-Retzow sich die patcioii chc Feier aus und schloß mit einem Hoch auf Die Bürger SchleS- demlitt gemäßigt hi lt, aU die persönliche Gereiztheit auörangirter Großen wtgS, die Der Regierung stets auf das Bereitwilligste entgegengekommen feien. (®raf r Lippe und Confort n.) Stuttgart, 26. März. In Folge eines Gerüchtes, wonach in Dem Lade»

De» Krieg mit Frankreich, Die Metamorphose des Bundes in Daß Reich, eines Kleiveroändttrs in Der Hirschstraßc eh Soldat mißhandelt s iu sollte, ent» dieselben Ereianiffe, Die den Iesuitirmus geschloffener in Die Schranken riefen, stand hiersesbft gestern Nachmittag 4 Uhr ein VottsavfUitt. Da vie Volksmenge sich nicht verlief, wurde da« Militär requiriri. Dasselbe sperrte um 8 Uhr AoenvS Die Hirschstraße und Umgebung ab, auch wurde Der Marktplatz von einer Reiter­schwadron besetzt. Erst gegen Mitternacht trat Ruhe ein. Wegen Ausschreitun­gen durch Fenstereinwirfen und Steinr-ürfe gegen Die Polizei wurden zahlreich« Verhaftungen vorgenommen. Gegen Die Wiederkehr des Unfugs sind Maßregel»

*S-a

A di'^'ch s

Heisirich 'rv

1451) Mttllen ver fübruntl dcs- W h PS"!

2i liudir

3) M . 4) D« J NB. Dme

Elsitzun 5) 3oöai 6) Joe«!

markt

7) Mori NB. Diese h sitzuiig

8) (Stör 9j Gtor

10) (Stör 1IL11 XII4!

11) Melil 12) Jchai 13) 3oW inarfu

14) Zoham 16) Philips

Seueri 16) KiUhar NB. Christop! sitzung er 17) Melchii maifu NB. Melchior mitt eist werden.

18) J?oma 19) Johan . kung.

A) Änna .

XXX K 21) §einrii ÜB- Johavnil teilt Erst 22) Kathlv

Gma 23) H-nnr 24) Marz . 25) ftasp "B. äohan.-ic

W>) ftuniai ?) Karl § 'Zohoiie

Mrl Sch ,,/lbung m 29) Wilheln yjtun

M 4)tmrid 3J) Andregl

J2) VubiDn An dreas E

Atzung , dd) Konrad . kung. N Erhard

Eberhard f er d6l liarl Hag, o,. Ttmarkn S Heinrich ^) Vnnrich (

. gjd- llSer E Mp An 4ÄnJ trm Fhanne« 5B 9).7ni<utu