vermuthen, daß in ihrer Uniform die Schwindlerin Bertha Weiß stecke. Der „Kriegsname" Pulcinelli wäre mit seinem Anklang an den Hanswurst nicht übel gewählt.
- - Zwei General - Capitäne und 24 General - Lieutenants haben sich im Kriegsministerium versammelt, um einen Feldzugsplan gegen die Carlisten zu entwerfen. Wenn nur nicht das Sprüchwort von den vielen Köchen hier Anwendung findet. Carltstische Berichte geben die Stärke der sämmtlichen carli- stischen Streitkräfte im Norden Spaniens, in Catalonien und den baskischen Provinzen auf 30,000 Manu an. Der Begriff „Streitkräfte" wird ans diese ganze Zahl aber wohl schlecht paffen, trotz der Waffen und selbst Kanonen, die kürzlich aus England in Lequeitio gelandet worden. Die zur Uebergabe aufgeforderte Besatzung von Elizondo wird sich wohl gegen die Carlisten noch halten können, da sie aus Pamplona Verstärkung bezogen hat.
Certificat Nr. 65,713. Paris, 11. April 1866.
Mein Herr! Meine Tochter, die außerordentlich leidend mar, konnte weder verdauen, noch schlafen; sie war von Schlaflosigkeit, Schwäche und nervöser Aufregung überwältigt. Sie befindet sich ganz wohl durch d'e Rovalesctere, die sie ganz hergestellt hat, mit gutem Appetit, guter Verdauung, beruhigten Nerven, erfrischendem Schlaf und festem Fleisch, nebst einer Fröhlichkeit, der sie längst fremd war.
H. de Montlouis. Ccrttficat Nr. 73,716. Baden bet Wien, 14. Juli 1871.
Lange zögerte ich, meinen Namen als öffentliches Zeugniß hinzustellen; doch meine Dankbarkeit half endlich über diese Scrupel hinweg, und von vollem Herzen bezeuge ich mm Wohle aller Leidenden, daß, nachdem meine Frau sowohl als ich lange Zeit hindurch an Appetitlosigkeit, ich insbesondere an Erbrechen nach dem Essen und peinigender Schlaflosigkeit litten, wir endlich nach vergeblicher ärztlicher Hülfe zu Ihrer Revalesciere unsere Zuflucht nahmen und erst nach einmonatlichem Gebrauche wie neugeboren uns wohlbefinden und Ihrer recht dankbar erwähnen.
Hugo Baron v. Dunay, Gutsbesitzer.
(ßllQflUlÖ.
London, 24. Juli. Der katholischen Bischofs-Synode zu Ware liegen Veschlußanträge, betreffend die Stellung der Geistlichen und die Erziehung, vor, worüber Decrete veröffentlicht werden sollen.
— Die Postbeamten hielten gestern eine große Versammlung, um ihre Forderungen höherer Gehälter festzustellen.
dlujjlüllö.
Petersburg, 24. Juli. Die Bedingungen des Friedens mit Chiwa sind dem „Golos" zufolge folgende: Chiwa zahlt eine Kriege - Contribution von 2 Millionen Rubel binnen 7 Jahren, zur Sicherheit bleiben so lange Schurachau und Kongrad durch russische Truppen besetzt. Das Khanat von Chiwa bleibt unter der Negierung des jetzigen Khans selbstständig. Die Grenze von Chiwa bildet künftig der Amu-Darja. Die seitherigen chiwaische Vesitzun acn aus dem rechten Ufer des Amu-Darjas werden für die den Russen geleistete Hülfe an den Emir von Bukhara abgetreten. Die Todesstrafe ist abgeschafft. Der Ausmarsch der russischen Truppen aus der Stadt Chiwa unter Oberbefehl des Generals Kaufmann ist auf den 15. oder 27. August sestgesetzt.
Lokal-Notiz.
G testen, 25. Juli. Professor Dr. Koester dahier hat einen von der Universität Rostock angebotenen Ruf abgelehnt.
Musikalisches.
Giesten, 25. Juli. Nachdem der hiesige akademische Gesangverein uns seit einer Reihe von Jahren die herrlichen Oratorien von Bach, Haydn, Mendelssohn, Händels Messias, Sann son, Judas Maccabäus und Seelenmesse von Mozart, Cherubtni und Brahms vorführtc, hörten wir am 17. Juli ein weniger bekanntes Meisterwerk — nämlich Händel's „Saul" — zum ersten Male, wodurch wir uns dem Vereine zu großem Danke verpflichtet fühlen. Die Aufführung war eine abgerundete, sehr gelungene und übte einen mächtigen, tiefen Eindruck auf das Publikum auS. Die wunderbar schönen Chore, mit Präeiston und Begeisterung gesungen, werden uns unvergeßlich in der Erinnerung bleiben. Aber auch die Soli, welche in den besten Händen waren, wurden nut einer Hingebung, einer Wärme und tiefem Verständnisse vorgctra- gen, daß wir diese Aufführung als eine der gelungensten dieses schönen Vereins bezeichnen können. Sie verdienten ganz besonderes Lob. Unser Musikdirctor Miekler darf sie zu seinen verdienstlichsten und gelungensten Thatcn zählen und Gießen darf auf die künstlerische Ausbildung, zu welcher unser weither Musikdtreetor die Leistungen deS akademischen Gesangvereins gebracht hat, stolz sein. Möchte das Streben dieses Mannes doch immer mehr Anerkennung finden. Die vortreffliche Eoncertfängerin Frl. Thomae auö Frankfurt a. M. sang die Sopransolo- Partie mit tiefgefühltem Ausdruck, Geschmack und vollem Verständniß. Ebenso war Frau Dr. Weiffenbach von hier, welche aus Gefälligkeit die Altpartie übernommen hatte, ganz vortrefflich. Sie verband mit ihrem herrlichen Vorträge eine vollendete Auffassung ihrer Partie. In der Tenorpartie debuttrtc Herr August Micklcr, der Sohn unseres Musikbirectorö, und freuen wir uns, demselben zu seinem ersten Auftreten gratuliren zu können. Edle, sympathische Stimme, gute Schule, deutliche reine Aussprache, kunstgerechter Vortrag, von Gefühl überströmend , sind die hervorragenden Eigenschaften dieses talcntirtcn jungen Sängers. Die schönen Artcn: „Rang und Hoheit," „Mein harter Vater" und „O frevle an dem Jüngling nicht," machten einen tiefen Eindruck. Die Worte des Referenten des „Wiener Sonntagsblattcs": Herr Mi ekler besäße das Zeug in sich, ein gefeierter Sänger zu werden, werden, sobald derselbe mehr ausgetreten, gewiß zur Wahrheit werden. Herr Dr. Ohlenschlnger aus Frankfurt sang die Partie dcL Saul mit edler Würde, maaßvoll und mit corrcetem Vortrag. Wir freuen uns, von allen Mitwtrkcnden, auch von unserem Orchester, sagen ju können, daß dieselben erfolgreich beeifert waren, dieses herrliche Meisterwerk würdig zur Aufführung zu bringen,
Nahrhafter als Fleisch, erspart die Rcvalescifere bei Erwachsenen und Kindern 50 Mal ihren Pieis in anderen Mitteln und Speisen.
In Blechbüchsen von '/r Pfund 18 Sgr., 1 Pfund 1 Thlr. 5 Sgr., 2 Pfund 1 Thlr. 27 Sgr., 5 Pfund 4 Thlr. 20 Sgr, 12 Pfund 9 Thlr 15 Sgr., 24 Pfund 18 Thlr. — Revalesciere Biscuiten : Büchsen ä 1 Thlr. 5 Sgr. und 1 Thlr. 27 Sgr., — Revalescifero Chocolatde in Pulver für 12 Tassen 18 Sgr., 24 Tassen 1 Thlr. 5 Sgr. 48 Tassen 1 Thlr. 27 Sgr., 120 Tassen 4 Thlr. 20 Sgr., 288 Tassen 9 Thlr. 15 Sgr., 576 Tassen 18 Thlr.; in Tabletten für 12 Tassen 18 Sgr., 24 Tassen 1 Thlr. 5 Sgr., 48 Tasse- 1 Thlr. 27 Sgr. — Zu beziehen durch Barry du Barry & Eomp. in Berlin, 178 Friedrichsstraße, und in allen Städten bei guten Apothekern, Droguen-, Sperret- und Delicatessenhändlern. In Gießen bei Müller L Schwager. (2063)
kirchliche Anzeige
Der evangelischen Gemeinde z u Gießen.
Gottesdienst.
Am 20. Juli.
9f m m cv it r { ' Morgens: Gymnasiallehrer Stamm, am id. jun. । Nachmittags: Pfarrer Dr. Seel.
Die Pfarrgeschäste für die Woche vom 27 Juli bis 2. August 1873 besorgt Pfarrer Landmann
Auryug aus den Kirchenbüchern der Stadt Giessen.
Evangelische Gemeinde.
Allen Kranken Kraft und Gesundheit ohne Medici» und ohne Kosten.
„Revalesciere Du Barry von London.“
Die vorzügliche Heilnahrung Revalesciere du Barry bewährt sich bei allen Krankheiten, die der Meoictn widerstehen: nämlich Magen-, Nerven-, Biust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberculose, Diarrhöen, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeil, Verstopfung, Fieber, Schwindel, Blutaufsteigen, O>!>renbrausen, Ucbelkcit und Erbrechen selbst in der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Nheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — Auszug aus 80,000 Eerttficaten über Genesungen, die aller Medicin getrotzt:
Nertificat Nr. 73,621. Wien, 1. Februar 1871.
Unendliche Dankbarkeit gegen Sie veranlaßt mich, Ihnen diese Zeilen zu schreiben. Ich war seit vier Monaten von einem fruchtbaren Asthina geplagt: Niemand konnte mir Erleichterung verschaffen, bis ich auf den Rath eines Freundes Ihre ausgezeichnete Revalesciere nahm, die mich von dem Uebel gründlich befreite.
Felix Baron v. Clarow.
Kopuliere.
Den 22. Juli. Carl Otto Jung, Gerichtsaccessist zu Darmstadt, des Bürgers und Dccauatvrechaers zu Grünberg, Karl Christoph Jung, ehelicher Sohn; und Dorothea Margaretha Wilhelmine Elisabeth Louise Mathilde Zurbuch, des verstorbenen Bürgers und Kaufmanns, Wilhelm Zurbuch, eheliche Tochter.
Getaufte.
Den 20. Juli. Dem Bürger zu Pfungstadt und Gensd'armen dahier, Ludwig Prefiedt, eine Tochter, Elisabeth, geboren den 3. Juli.
Denselben. Dem Bürger zil Fellingshausen und Eisenbahnarbeiter dahier, Philipp Gerlach, ein Sohn, Karl Emil Jacob Moritz Martin, geboren den 20. Juni.
Denselben. Dem Bürger zu Cölve und Telegraphenausseher dahier, Konrad Peter, eine Tochter, Anna Katharine, geboren den 27. Juni.
Denselben. Dein Bürger zu Nödgeii und Gärtner dahier, Johannes Balser, eine Tochter, Louise Marie Friederike, geboten den 19. Juni
Denselben. Dem Bürger zu Gleiberg und Arbeiter tn der Gail'schen Wollspinnerei dahier, Heinrich Schmidt, eine Tochter, Wilhelmine Margarethe Karoline, geboren den 20. Juni.
Denselben. Dem verstorbenen Bürger mit) Maschinenmeister - Assistenten auf der Oberhessischen Bahn dahier, Johann Christoph Vaubel, ein Sohn, Ludwig Heinrich Friedrich Paul, geboren den 13. Juni
Den 21. Juli. Dem Großherzoglichen Hofgerichtsadvokaten Friedrich Kraft, eine Tochter, Anna Dorothea Bertha Mathilde Paula Hermine, geboren den 17. Mai.
Den 22. Juli. Dem Bürger und Fuhrmann, Adolf Lynker, ein Sohn, Wilhelm Karl Martin, geboren den 5. Juni.
Den 23. Juli. Dem Bürger zu Winnerod und Lohnkutschcr dahier, Heinrich Mahler, eine Tochter, Margaretha, geboren den 17. Juli.
Denselben. Dem Bürger zu Harbach, Kreis Grünberg, und Kutscher dahier, Heinrich Stühler, eine Tochter, Elisabeth Katharine, geboren den 12. Juli
Beerdigte.
Den 20. Juli. Katharine Keil aus Wiescck, alt 60 I., gestorben den 19. Juli
Deu 22. Juli Julius Balthasar Ludwig Becker, des Bürgers und Schlosser- meisterö, Philipp Becker, ehelich lediger Sohn, alt 23 I. 7 M. 26 T-, gestorben den 20- Juli.
Den 23. Juli. Philipp Martin Heinrich Emil Stecker, des Bürgers zu Dau- bringen mib Taglöhncis dahier, Johannes Stecker, ehelicher Sohn, alt 1 I. 9 M- 27 T-, gestorben Den 22. Juli.
Den 25. Juli. Margaretha Mahler, des Bürgers zu Winnerod und Lohnkutschers dahier, Heinrich Mahler, eheliche Tochter, all 6 T-, gestorb.n den 23. Juli
Denselben. Elisabeth Friederike Augaste Haggenmütler, des Bürgers zu Düsseldorf und Kaufmanns dahier, Joseph HaggenmÜller, eheliche Tochter, alt 5 M- 22 T-, gestorben den 23. Juli-__________________________________________________________
2812) Das Annoncen - Bürcau von Rudolph Mosse, vertreten durch B. Heidingsfelder in Gießen, ist für die Beförderung von Inseraten jeden Inhalts, als Empsehlungsanzeigen, Kauf- und Verkaufgesuche, Stellengesuche, Familtcnnach- richten u. s w als besonder v zuverlässig zu empfehlen.
tfl Hfl cm ein er & n $ e i n e r.
Besondere Bekanntmachung Oberhessische Eisenbahnen.
3418) Die nachstehend aufgeführten Gegenstände sind auf den Oberhessischen Bahnlinien gesunden worden. Die unbekannten Eigenthümer werden hierdurch ausgefordert, Ihre Ansprüche innerhalb Jahresfrist bet der unterzeichneten Stelle geltend zu machen, andernfalls zum Verkauf geschritten werden wirb.
12 Mützen,
8 Stöcke,
l Filzhütc,
3 Taschenmesser,
3 Pfeifen,
2 Eigarrenspitzen,
1 Reitpeitsche, ! Handtäschchcn,
1 Reisetasche mit Inhalt,
1 Portemonnaie mit Gelb,
1 Portemonnaie, leer,
1 Päckchen Futterzeug,
1 Pack Bücher,
1 Pack alte Kleiber,
1 Militärdienstmütze,
1 Laschentuch,
1 Wasserglas,
1 Schlüssel,
1 baumwollenes Tuch,
1 Rock (Uebcrzieher).
Gießen, den 25. Juli 1873.
HauptmagazinSverwaltung:
________________Günther._______
3433) Montag den 28. und Dienstag den 29. Juli, jedesmal Nachmittags 2 llhr, wird mit der Waarcnversteigerung in dem Nebcnbau deS Herrn Louis Petri in den Neuenbäuen fortgcsahrcn und sollen Mon
tag Teller, Tassen, Petroleum-Lampen, Lampengläser und Eisenwaaren vorgenommen werden.
Gießen, den 26. Juli 1873.
Großherzogliches Ortsgericht Gießen.
_________S e m m l e r.__
Dienstag den 29. d. Nits., Abends 6 Uhr, soll die Hafer Eindtc von circa 2 Morgen, der Selterspförter Schäferei-Gesellschaft gehörend, am sogenannten Haasenköppel, au Ort und Stelle meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 26. Juli 1873.
__Der Vorstand.
Ernbte-Versteigerung.
3359) Mittwoch den 30. b. Mt8-, Vormittags 10 Uhr,
soll in bem Geschäftslokal bcs Unterzeichneten (im Universitäts-Canzleigebäube) bic Ernbte von je einem Morgen Erbsen und Hafer, von dem Versuchsfetbe des land- wirthschastlichen Instituts, öffentlich versteigert werben.
Der Flurschützc Völker bahier ist beauftragt, ben Stcigliebhabern auf Verlangen bie Ernbte vorher zu zeigen.
Gießen, ben 19. Juli 1873.
Großherzogliches Universitäts-Rentamt.
S ch m i b t.
Ieilgebotenes.
3263) Pimiriirehl
zum Backen von Cottelctten, Fischen rc. empfiehlt per Pfund 18 fr. Emil Fischbach.


