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Montag den 26. Mai
1893
Deutschland.
Preis vierteljährig 1 ft 12 fr. «tt BrKgerlohn. Durch die P»st dezog«, vierteljährig 1 £ 29 fr.
neid, Rücksicht auf politische ober confkssiouelle, sog. „gute Gesinnung" völlig fern bleibe. Anch erwartet man, daß unhaltbare nnd nicht völlig besetzte Dis- ciplinen fallen gelassen, das Erhaltbare dagegen ausgezeichnet und vollständig
1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Er- lanbniß zur Annahme und zum Tragen der deutschen Kriegsdenkmünze für 1870/71 betreffend.
2, Nachweisung der in der Großherzoglichen Münze zu Darmstadt seit dem Abschluß drr Münzconvenrion vom 25. August 1837 bis zum Schluffe des Jahres 1872 stattgehabten Großherzoglich Hessischen Ausmünzungen.
3. Bekanntmachung Großherzoglicher Ober-Medicinal-Direction, die Prüfung der Heilgehülfen betreffend.
4. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Groß-Gerau, die Niederschlagung des letzten Ziels der Umlagen der Gemeinde Goddelau, im Kreise Groß-Gerau, für 1873 betreffend.
5. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Jahr 1873 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communal-Bedürfnisse in den Gemeinden des Kreises Alsfeld.
6. Ordensverleihung.
7. Namensveränderungen.
8. Dienstnachrichten. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 31. März den Senior Dr. jur. Otto Wendt zu Rostock zum ordentlichen Professor in der juristischen Fakultät der Landes-Universität zu ernennen nnd in der gedachten Eigenschaft zu berufen; am 29. April den Secretariats-Gehülfeu Ernst Kellermann anS Mainz zum Polizeicommissär dritter Classe bei der Polizeiverwaltung der Kreisstadt Worms, und den Gymna- siallehramts-Accessisten Dr. Franz Pfeiffer aus Wimpfen am Berg, im Kreise Wimpfen, zum Lehrer an dem Gymnasium zu Worms zu ernennen; am 30. April den Kreisbauaufseher bei dem Kreisbauamte Erbach, Georg Wallbott, in gleicher Diensteigenschaft au das Kreisbauamt Worms zu versetzen; an demselben Tage den Kreisbauanfseher-Aspiranten Christian Brüchmann aus Darmstadt zum Kreisbauanfseher bei dem Kreisbauamte Erbach, am 1. Mai den Gymnasial- lchramts-Accessisten Dr. Heinrich Eisenhuth aus Böhl, im Königreiche Preußen, zum Lehrer an der Realschule zu Darmstadt zu ernennen, sowie dem Schullehrer an der vierten evang. Schule zu Groß-Gerau, Johann Balthasar Friedmann, die zweite Lehrerstetle an der höheren Bürgerschule zu Groß-Gerau, im Kreise Groß-Gerau, zu übertragen; am 5. Mai den Dr. med. Ignaz Blum ans Seligenstadt zum Assistenzarzt bei der chirurgischen Klinik zu Gießen zu ernennen.
die Behörden, diss höchsten, wie die akademischen, sondern die ganze Corporation in allen ihren Gliedern an, und man darf wohl mit Recht gespannt sein, ob per akademische Senat, der zunächst zur Wahrung der Ehre der Universität berufen ist, ein solches öffentliches Urtheil und von so einstußreicher Stelle ruhig hinnehmen wird.
Darmstadt, 21. Mai. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 24 enthält:
gelesen und richtig wiedergegeben. Was wir für undenkbar hielten, bis es authentisch vorlicgen würde, ist Thatsache, wir bestätigen es mit tiefster Entrüstung. Der Herr Abgeordnete Metz hat es gewagt, in seinem uns nunmehr vorliegenden Bericht all' die Worte wirklich zu gebrauchen, in denen die gesammte L e h r k ö r p e r s ch a f t d c r U n i v e r s i t ä t eine e m p ö r e n d e B e s ch i m p f u n g erblicken muß, er hat ihr gesagt, daß sie durch kleinlichen Nepotismus, beschränkten Brodneid, Rücksicht auf politische oder confcssionelle sogenannte „gute Gesinnung" zusammengesetzt sei. Dies oder gar Nichts will der mit dieser Kraftstelle gezierte Passus seines Berichtes besagen, der in Zukunft Berufungen „nur" nach rein wissenschaftlichen Rücksichten verlangt. Denn der Herr Abgeordnete muß wissen, daß alle Anstellungen an der Universität nach ihren eigenen, von Fakultät und Senat beschlossenen Anträgen erfolgt sind und noch erfolgen: Die Landes-Universität wird wissen, was sie gegenüber solch' unerhörtem Angriff sich selber schuldig ist und nicht säumig sein in der Erfüllung ihrer Pflicht. An dieser Stelle sei nur noch Eines hinzugefügt. Während in den letzten Jahren alle möglichen Darmstädter Stimmen sich redlich Mühe gaben, den Glauben zu verbreiten, die Universität gehe ihrem Untergang durch eigene Entkräftung entgegen, hat die Frequenz derselben in all' den Fächern, die nicht unter dem Druck elementarer Verhältnisse leiden, sich stetig gehoben und die Zahl der Ausländer sich fortwährend vermehrt — diesen Sommer sind es 60 gegen 47, 44, 29 in den drei vorhergehenden Semestern. — Dies Ver- hältniß ist so augenfällig, daß es sogar der Herr Abg. Metz am Schlüsse seines Berichtes zugestehen muß, obgleich er die neuesten Ziffern noch gar nicht einmal kennt. Ueberdies ist der Lehrkörperschaft eine so beträchtliche Anzahl ehrenvoller Berufungen nach auswärts zu Theil geworden, wie das von keiner Universität ihres Umfangs in gleich kurzem Zeitraum gesagt werden kann. Ein Theil dieser Berufungen ist angenommen, ein anderer größerer ist abgelehnt worden. Diesen Ablehnungen, zu denen sich die Universität Gießen Glück wünscht, für immer ein Ende zu machen, die Wiederbesetzung der erledigten Stellen auf's Aenßerste zu erschweren, ist heutzutage so leicht wie zu keiner früheren Zeit. Eines der unfehlbaren Mittel, die sich zu diesem Vehufe nur irgend empfehlen lassen, hat der Herr Abg. Metz mit glücklichem Griffe gefunden und — vermuth- lich weiß er das selbst am Besten. Kaum braucht ausdrücklich gesagt zu werden, daß wir die That des Ausschusses, der die unbedingte Bewilligung der Regierungsvorlage beantragt, wohl zu unterscheiden wissen, von den Worten, mit denen der Herr Berichterstatter diesen Beschluß begleitet. (Franks. Presse.)
AuÄ Oberhessen, 22. Mai. Selten hat wohl ein Correspondenz- Artikel in unserer Provinz so großes Aufsehen erregt, als die Nachricht aus Darmstadt in einem benachbarten Blatte, wie der Finanzausschuß der zweiten Kammer in Darmstadt über die Universität Gießen nrthcile, daß nä.nlich in dem Bericht die Besorgniß ausgesprochen werde, „daß bei Fortdauer des jetzigen ^Zustandes die Landes-Universität Zöglinge liefern möge, welche nicht die für Staatsbeamte und sonstige akademisch Gebildete erforderliche allgemeine und Fachbildung erworben haben." Der Bericht hofft demgemäß, daß nach Fall des, früheren Regierungssyftems in Hessen die Berufungen von Professoren nur nach wissensckafilichem Verdienst, nach dem Maße erprobler Befähigung zum aka demischen Lehramte nnd nach der Höhe der Stellung der Berufenen in der Gelehrtenwclt erfolgen, daß dagegen kleinlicher Nepotismus, beschränkter Brod-
Gefundene Gegenstände:
nfSliÄ^ seid-n-r R-g-nschirm (bri M-tzg-r
Erscheint täglich, mit nähme Sonntags.
Expedition: Eanzletber». 8it B. Nr. 1.
Gg. S o /sleben^qewsien' Henfrlkmb^ lj^ d'er' AooÄe ^be? M aVl Portemonnaie mit Briefmarken, ein seidener Regenschirm (bei Metzger
»ÄSK'ÄÄÄgÄ ,r fPäterfuC@Ä^ $Bod,en bei uns 3u melben, widrigenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder zurückgegeben oder
Zugelaufen: ein kleines graues Pinscherhündchen (bei Werner Otto A. 151).
le in' Cn ' ai * * Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzial-Hauptstadt Gießen.
...,, . .... ,__________ _______ Rover.
9. Dienstentlassung.
10 Charaktererthcilung.
11. Versetzungen in den Ruhestand.
12. Cvncurrenzeröffuung. Erledigt ist: die evangel. Pfarrstelle zu Bingenheim, im Dekanate Nidda, mit einem jährl. Gehalt von 1229 fl. 34 kr.; !die evang. Pfarrstelle zu Heppenheim a. d. Wiese, im Dekanate Worms, mit einem jährl Gehalt von 948 fl. 19 kr.
Berlin, 24. Mai. Der heutige „Reichsanzeiger" veröffentlicht einen Erlaß des Reichskanzlers, wonach laut Beschlusses des Bundcsraths die Con-
B e k a n ri l m a ch u n g, . .. Betreffend: Ordentliche Versammlung des Bezirksraths für 1873 Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß: ö ’ '
.. .. .... . . t Freitag den 30. Mai, Bormittaas 1« Uhr,
die diesjährige ordentliche Sitzung des Bezirksraths in dem Rathhaussaale dahier ftatlfniben soll.
Sitten, am 24. Mai 1873. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
_________________ v. Röder.
besetzt werde, daß unbrauchbare Personen rücksichtslos entfernt und durch kräs- o- cm ■ rxr z- zr - c Ü$c' strebsame und fleißige Nachfolger ersetzt werden. Also so urtheilt der
toteren, 2d. Mai. ^hr Herr Correspondent aus Darmistadt hat richtig Finanzausschuß über die Landes-Universität! - Dieses Urtheil areift nicht allein


