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Anzeige- und Amtsßtatt für den Kreis Kiessen

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SaMüg den 26. April

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civilversorgungsberechtigte Militärs beim Fahrpersoual anzustellen. Mau will durch diese Aussicht auf Anstellung dem bedenklich gewordenen Mangel an Unterofficieren abhclfen.

Berlin, 24. April. Der Reichstag lehnte in der weiteren Beratyung des Müuzgesetzes mit sehr großer Majorität den Mohl'schen Antrag wegen Ausprägung von Zehn- und Fünspfenuigstückeu in Kupfer ab und genehmigte die Prägung derselben in Nickel; Bamberger zog seinen Antrag ans Ausprä­gung von Zwei- und Einpfennigstücken in Bronce zurück. Sein Antrag wegen Ausprägung und Außercourssetzuug, sowie Annahnie fremder Münzen, wurde angenommen. Das ganze Gesetz bis einschließlich Artikel 12 wurde in zweiter

Erscheint täglich, mit lu». nähme SonntagS.

Expedition: Tauzleiber», 2iL B. Nr. 1

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iffer, deru stark 28. April, lsten durch

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-um Theilc' mit blanker Waffe de» Platz vor dem Wachtlokalc und ward auf die^e Weise die Ruhe ohne weitere bcklagenswcrthe Vorkommnisse hergestellt. Mehrere hier anwesende Unteroffiziere stellten sich der Polizei zur Versügung und halfen bei der Wiederherstellung der Ordnung. Die ein' Haststelle wurde von den eingesperrten Tumultuanten demolirt, so daß sich die Polizei gcnöthigt sah, die Ruhestörer zu schließen. # m

Aus Elsaß-Lothringen, 21. April, schreibt man demPr. K. : Nachdem die Mutter-Gottcs-Wallfahrer zu vielen Tausenden zählen, ist gestern eine Schwadron Cheveauxlegers aus Saargemünd in Bettweiler Giesiugen em- gerückt' es hat drei volle Stunden gedauert, bis sie den Wallfahrtsplatz frei zu machen im Staude waren. Der Kirschcubaum, auf dem die heil. Jungfrau erschienen sein soll, ist gefallen, und die Gläubigen, welche nach wie vor in Proccssionen aus allen Windrichtungen heranwallen, staunen nun aus der vor- acschriebenen Entfernung von zwei Kilometern die heilige Stätte an und singen aus verbittertem Herzen:Gelobt seist du, Maria" ! Ein Priester der Um­gegend hat übrigens gestern den Muth gehabt, abzuwiegeln, indem er predigte, es sei keine Sünde, wenn man an die neueste Erscheinung der Mutter Gottes nicht glaube; aber die Schwestern mit schwarzem und weißemVisir", welche zu den Cheveauxlegers wallen, zählen doch noch nach Dutzenden.'

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Berlin, 24. April. Die Vorgänge in Frankfurt a. M. haben hier in den gouvernementalen Kreisen zwar eine gewisse Sensation, doch keineswegs ernste Befürchtungen erregt. Was die Zuzüge anbelangt, welche von Stutt­gart, Mannheim, Heidelberg u. s. w. zur Verstärkung der Aufrührer nach Frankfurt abgegangen, so sind von hier aus an die Regierungen von Baden, Württemberg und Hessen Anfragen zur Aufklärung über diesen Punkt ergangen, wie denn überhaupt die Reichsregierung ein gemeinsames Vorgehen gegen die Umtriebe der social-demokratischen Partei in Aussicht genommen hat.

Berlin, 24. April. Die gestrige Schwerinssitzung des Reichstages hat einmal auch wieder den Fürsten Bismarck in die Werkstätte der deutschem Ge­setzgeber geführt. Daß der Fackeltanz vom Sonnabend ihm nicht die Laune verdorben, wie böswillige Leute wissen wollen, bewies seine herzliche Theü- nahme an der allgemeinen Heiterkeit, an der der hohe Reichstag es selbst bei dem ernsten Anträge Völk Einsührung der obligatorischen Civilehe es nicht fehlen ließ. Freilich, wenn Professor Ewald das Wort ergreift, wer kann da ernsthaft bleiben ? So weit aber unsere regelmäßigen und gewiffcu- haften Beobachtungen reichen, hat der deutsche Kanzler bisher immer standhaft jedem Eindruck widerstanden, den der Herausgeber einer hebräischen Grammatik als legislativer Professor auf leichter erregbare Gemüther zu machen pstegt. Gestern ist der Kanzler im Versuche der Bezwingung seiner Lachmuskeln unter- leflen wir wiederholen: die Wachsfackel kann ihn unmöglich so sehr ver­stimmt haben. Professor Ewald hielt, um die Heiligkeit der Ehe zu beweisen, die angeblich durch Völk und Hinschius angetastet sein soll, einen Histon,chen Vortrag, der bis in das graue Alterthum zurückging also aus em Gebiet, auf dem er als Hebräer mehr zu Hause ist, als in der heutigen Geschichte.

Lesung qenebmigt. ,

Berlin, 25. April. In der heutigen Sitzung des Reichstages erklärte der Abg. Lasker vor Eintritt in die Tagesordnung gegenüber der Verwahrung der Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft, daß ihm durchaus fcrngelegcn habe, in seiner Rede vom 4. d. Mts. von der Berliner Börse zu sprechen und noch weniger von den hochachtbaren Männern, die zufällig an der Börse ihn regel­mäßigen Geschäfte machen müßten; er habe damals dem allgemeinen Sprach­gebrauch gemäß den Ausdruck Börse gebraucht und müsse in solchen Fallen aus aütiae Interpretation gerechnet werden.

Kassel, 24. April. In der Druckerei derHessischen Blatter zu Mel­sungen ist eine Haussuchung vorgenommen worden, welche bezweckte, die Manu- scripte mehrerer auf den Hechverraths- und Majcstätsbcleidigungs - Prozeß des Pastors L- Grote in Hannover bezüglichen Artikel aufzufinden.

Kaiserslautern, 18. April. Gestern Abend führten tumultuarische Scenen welche sich an die Aushebung der Militärpflichtigen« anknüpftcn, zu mehreren Verhaftungen. Die Ruhestörungen nahmen derart überhand, insbe­sondere da verschiedene Individuen die Auslieferung der 8 bis 10 Arrestanten - - - rv-. " 'n... CD ..«..C ... aI + ah itit SV,-irn «ui rr& (mrlPUPfl

Die Schweiz ,^gt nicht an der Reichsregierung wenn zur

Eimielmua des grundsätzlich verurtheiltcn und die Münzreform erschwerenden, m der herrschenden nachtheiligen Geldübersülle beitragenden Staatspapiergeldes nicht scholl ernstlichere Maßregeln getroffen worden smd. Der mitte Etliche

neun Millionen davon ausgegebcu hat, wollen nicht

volle Entschädigung. Im Reichskanzleramt kann mand. - alld g° fürworten, würde aber anscheinend gene.g s.m, m.« d« frw»«Pschm «mg schuld einen Betrag von ungefähr einem Thaler auf den Kopf Bevölkerung

unter sämmtliche Elnzelstaatcn zu verthe.le», d ® H , vierriaMillio

strende Papiergeld einzuziehen und dann zur neu Thaler Reichspapiergeld aus,»geben. C der letzteren Clanscl auf die Idee w>rd eingehen wollen, man ans seinem Schooße eine ernstliche Anstrengung

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Wien, 24. April, Mittags. Der Reichsrath ist soeben vom Kaiser mit folgender Thronrede geschlossen worden:Geehrte Herren von beiden Hau- fern des Reichsraths! Als Ich Sie bei dem Beginn Jhrrr verfassungsmäßigen Thätiakelt um* Meinen Thron versammelte, verkündigte Ich Ihnen die großen und umfassenden A.lfgabell, zu deren Ersüll.mg Ich Meine Regierung und Si­bert,feil hatte. Mit Befriedigung vermag Ich es am Schluffe Ihrer Thatig. feit auszusprechen, daß die Mehrzahl dieser Aufgaben durch Ihr einträchtiges Zusammenwirken mit Meiner Negierung eine glückliche Losung gefunden hat. Mittelst Ihrer patriotischen Mitwirkung ist es gelungen, durch unnllttelbar- Bildunq der Reichsveriretung in einer den gegebenen Verhaltnls,en sich anschlw- ßenden Weise dem Reichsratbe die erforderliche Unabhängigkeit zu verleihen und dadurch unbeschadet der Selbstständigkeit der Länder die Einheit des Rei­ches zum entsprechenden Ausdrucke zu bringen. Auf diesem Boden mögen sich nun alle Volksstämme und Parteien versammeln, um im Geiste der Versöhnung und in edlem Wetteifer an der Größe und Ehre des Gesammtvaterlandcs und an der gedeihlichen Fortbildung des verfassungsmäßigen Lebens mit vereinten Kräften zu arbeiten. Meine Hoffnungen und Wünscke verbinden sich mit den Ihren, daß dieses Werk Oesterreichs zum dauernden Heile und Segen gerei­chen möge. Die Bemühungen, dem Königreiche Galizien eine nut der Einheit mit der Auflage oasur oav iuu^ und Macht des Gesammtstaates verträgliche Erweiterung der Autononue elnzu-

' wichtige Resultate erzielt worden. Nach jahrelanger Arbeit ist es g-'vugen.

Neu als König David i der deutsche^Kanzle? mochte mit dem hohen Hause..... - vor dem Mack,.lokale und w

den Monarchen errathen, dem der Weise ein bußfertiges Ende wünscht -- denn : der mußte nolens volens in die allgemeine Heiterkeit einstimmeii. Es ging aber nicht immer so ausgelassen in der Debatte über den Antrag Völk-Hmschius her. Nein, Nom sprach znm ersten Male im Reichstage m dieser Sessim,, i und zwar nicht in der Manier des Herrn Ewald, in de» es sonst auch lycht zu fallen geneigt ist. Ju der That wurde der Widerstaitd S-g-n die Einfüh­rung der obligatorischen Civilehe hauptsächlich von sener S-'te gelebt R ckt geringere Männer als die Herren Reichensperger-Olpe, v. Mallinckrodt, Wmdt horst hatten sich die Lenden mit dem Schwert umgurtet, um gegeu die Ent- christlichung des Volkes, gegen heidnische Rechtsinstitut,onen gegen d,e religiöse Freiheit gegen die guten Sitte», und zuletzt noch Sfg-" d« Comp-te»z d s Reichstags zu streiten. Ja »och mehr, der Anl»'ag>k-Hl»schius wurde als soeialistisch bezeichnet, wenigstens als znm Soeialismus W-nd, der d«i Hei­ligkeit der Ehe zum Hauptziel seiner Angriffe gemacht habe. Es fehlte in »cd, die Charakterisirung des Antrags alsDiormomsch. Der Abgeordnet Herz bedauttte daß dkr Bundesrath nicht selbst die Initiative >» der vor e- a°enden Frage ergriffen habe. Er schilderte den Iiothstand, der zumal m Bayern fi& toa ® machte® Ereellenz Delbrück schic» den Fackeltanz vom Sonnabend sich mehr u Azen genommen z» habe!? Hochdieselbe ließ Herrn Herz un- besriedigt. Graf Kleist bewies dnrch seinen Widerspruch S-g-n den discutlrten Antrag® daß Rom bei uns einen treffliche» Allurte» hat nicht blos u d » ehemalige» Göttinger Professor, sonder» a»ch a» Leute», die sich für gme Vreuücn und Deutsche ausgeben. Die Civilehe wird nun, nachdem darüber km Wort mehr zu sagen übrig bleibt, eine Weile das Berathimgsthema einer Commission bilde», bann von dem Plenum des Neichstages gegm ine 3e m in Zweier Coufessioueu augeuommeu werden, um hinterher alsfrommer zu ick) 5°ch lange 'm Deutsche» Reiche bestehe» z» ble.be«. Da lobe» w.r m.s