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Sämmtliche Redactionen deutscher Blätter werden dringend gebeten, obigen Aufruf in ihre Spalten aufnehmen und zu Gunsten unserer Verunglückten eine Subscription eröffnen und Beiträge in Enpfang nehmen zu wollen.

Zur Empfangnahme von Gaben ist bereit die Expedition des

Jmmenstadt, den 30. Juli 1873.

Das Hilfs Comite.

3713) Aufruf.

Unser freundliches Gebirgsstädtchen wurde am 28. dieses Monats Abends

t durch ein furchtbares Unglück betroffen, indem der dasselbe durchfließende Steig- - bad) durch ein sehr heftiges Gewitter smit Wolkenbruch zu einem reißenden Strome anschwoll und mit kaum zu beschreibender Wucht seine kolossalen : Wassermassen, die überdieß noch viele zentnerschwere Steine und große Massen an Holz aus den Bergen mit sich führten, über einen großen Theil des Städt- ; chens ergoß und die gräßlichsten Verheerungen anrichtete.

Wild tosend riß er Brücken und Häuser spurlos hinweg (4 Häuser sind : vollständig weggeschwemmt, 80100 großentheils baufällig) und eingeengt durch l die sich stauenden Holzmassen durchfluthete er mit aller Vehemenz die vor- ' liegenden Stadtrheile, wodurch mehrere Menschenleben (bisher wurden 7 Leichen . aufgefunden und manche Menschen werden noch vermißt) dem furchtbaren Ele­mente zum Opfer fielen und viele Inwohner theils ihr ganzes Hab und Gut verloren, theils in ihren Vermögensverhältnissen so sehr erschüttert wurden, daß sie ohne Hilfe ihrer Mitmenschen einer trostlosen Zukunft entgegensehen, da der Schaden sich auf viele hundert Tausende belaufen dürfte.

In Anbetracht dieses namenlosen Elendes fühlt sich daher das unter- zeicyneie ^wsv-Eomirv v^pflichrct, an die bekannte Wohlthätigkeit der Ein­wohner unseres gemeinsamen Vaterlandes die dringende Bitte zu richten unser schwer heimgesuchtes Städtchen durch milde Gaben unterstützen zu wollen.

Mail», "VA. August. DieM. Z." giebt Mittheilung von dem Programm für den bier am 24. und 25. August stattfindenden sechsten hessischen Feuerwehrtag: Am Samstag den 23 August Abends 8'/2 Uhr findet ein großer Fackeizug statt, ausgcführt von den vereinigten Corps zu Bretzenheim, Castel, der Hess. Ludwigsbahn, Mombach und Mainz, sowie den hiesigen ...............

vereinigten Mannergesangvereinen nach der Wohnung des Oberchefs der Mainzer Feuerwehr, ,e^nete HUss - Comit6 verpflichtet Großh Bürgermeisters Herrn Wallau. Nach dem Fackelzuge geiellige Zu|ammenkunft m der 0 / . . - - .

Festhalle (Fruchthalle). Auf Sonntag den 24. August ist vorgesehen: Bis 9 Uhr Vormittags Empfang der fremden Gäste am Ludwigsbahnhofe, Dampffähre der Taunusbahn. 9 /4 Uhr Begrüßung der Gäste in der Festhalle durck den Großh. Bürgermeister Wallau; bis 1/2" Uhr Frühstück in der Festhalle und Besichtigung der ausgestellten Losch- u. s. w. Gerathe ebenda|elbst. 11 Uhr Fuß-Exercitium auf dem Schloßplatz mit vier- und zweiraderlgen Spritzen. Hierauf Abmarsch über die große Bleiche nach dem Schillerplatz, woselbst eine Steigubung an dem ehe­maligen ofterr. Casino, welches von hohem Festungsgouvernement zu diesem Zwecke in anerken- n en s wert her Weise zur Verfügung gestellt wurde, stattfindet, nach deren Beendigung Festzug ourch die Stadt. I1/2 Uhr Mittags großes Bankett in der Festhalle, wobei eine Regirnents- musik concertiren wird. 8 Uhr Abends großes Local- und Jnstrumental-Concert mit Auffüh­rung der komischen OperetteDr. Sägebein," Text von Jos. Laufs aus Mainz, Musik von Hermann Kipper in Köln. Den vocalen Theil haben die vereinigten Gesangvereine unter Lei­tung des Concertmeisters Herrn Popperl, Dirigenten des Männergesangverems, übernommen. Die Operette wird von Mitgliedern der Feuerwehr, des Männergesangverems und Convent unter Leitung des Dirigenten Herrn Paul Schumacher ausgeführt. Montag den 2d. August 7 Uhr Morgens Kaffee in der neuen Anlage mit Morgenmusik. 11 Uhr Abfahrt mit Dampf-

Lokal-Notiz.

Gießen 25 August. Heute Vormittag wurde eine Quantität verfälschte Milch poli­zeilich confiscirt und ausgeschüttct. Diese Maßregel unserer Polizeibehörde hat wohl das Publi­kum mit Freuden begrüßt, jedoch ist zu bedauern, datz nur die auswärtigen M.lchverkaufer hier­von betroffen werden, während die einheimischen, welche wohl die HaupLieferanten der m hie­siger Stadt verbraucht werdenden Milch sind, frei ausgehcn. Kann unsere Polizbehorde nicht Mittel und Wege finden, auch die hiesigen Milchverkäufer zur Controle zu ziehen?

Bayonne, 22. August. Der General Sanchez Bregua ist mit 12,000 Mann in Bilbao einmarschirt. In Folge dessen gaben die Carlisten ihre Po­sitionen vor der Stadt auf. __________________________________________

Bechtel er, Buchbinder. l>r. Brug, kgl. Bezirksarzt. Flesch Hut Frz. I., Kaufmann. Fleschhut I. M-, Privatier. Freiherr von G i s e. Hagenauer Max, Kaufmann. Haggenmüller, k- Notar. Herz Fr. I. in Firma Gebrüder Herz. Hiebei er, Goldarbeiter. Ho I., Brauerei- und Gutsbesitzer. Huber, k. Rentbeamte. Jocham Jos-, Schuhmacher. Lederle, Stadt­pfarrer. Markhart P. P-, Bürgermeister. Mayer, Uhr­macher. Pölcher, Kaufmann. Probst Ed., Fabrikbesitzer. Sch edler L-, Kaufmann. Spindler, Maler. Wald hör, Metzgermeister.

boot nach dem Nheingau. ,..

* (Ein Zöllner als Arzt.) Madame Jeanette Robin, eine Hub,ehe Blondine von 20 bis 23 Jahren, fuhr kürzlich mit dem Dampfschiff von Calais nach Dover. Ihr kränkliches Aussehen erweckte die Theilnahme der übrigen Passagiere und man fürchtete, daß die Seekrank­heit eine Krisis beschleunigen würde, die, nach der äußeren Erscheinung der Dame zu urtheilen, ohnehin nicht mehr lange auf sich warten lassen konnte. Sie legte die Ueberfahrt jedoch glück­lich zurück und ward, als sie an's Land stieg, in einen Armstuhl gesetzt, während ihr Stöhnen allen ihren Reisegefährten tief zu Herzen ging. Ein auf dem Hafendamm stehender Zollbeamter stt.pLener Änreiaers sah der Ausschiffung zu und schien sich für die schöne Französin sofort ganz besonders zu inter- " ®

essiren. Er näherte sich ihr, bot seinen Beistand an, indem er bemerkte, daß er einige medici- nische Kenntnisse besitze, und obschon die Dame ihm versicherte, sie fühle sich schon besser und bat, daß man sie sofort nach einem Hotel trage, so erklärte er doch, dies könne nicht ohne Ge­fahr geschehen, weshalb sie auf sein menschenfreundliches Drängen in ein Zimmer des Zollhau­ses getragen ward. Ehe noch eine Viertelstunde verging, war die Dame von 2 Mantillen, 15 Schleiern, 17 Stück Spitzen, 12 Paar seidenen Strümpfen, 17 Stück Band und 4 Dutzend seidenen Taschentüchern glücklich entbunden. Mutter sowie Kinder befinden sich sehr wohl.

Limburg» (Entdeckter Dieb.) Wie s. Z. mitgetheilt, wurde im Juni v. Js. dem Herrn Bischof von hier auf einer Reise zwischen Oberlahnstein und Camp eine Reisetasche mit verschiedenen Ordensdecorationen und ca. 25 Thlr. baares Geld enthaltend, entwendet. Zufäl­lig fand man diese Gegenstände unter den Effecten eines in Schaffhausen wegen Bauernfängerei verhafteten Individuums. Da in der Reisetasche Bücher und Schriftstücke sich befanden, die den Namen des Herrn Bischofs Dr. Pet. Jos. Blum trugen, so kam man auf die richtige Folge­rung, daß diele dem genannten Herrn gestohlen seien, welche Voraussetzung sich dann auch bestä­tigte. Nachdem der Dieb nunmehr seine Strafe in Schaffhausen verbüßt hat, ist er von dem schweizerischen Gerichte hierher ausgeliefert worden und am 4. er. unter sicherer Escorte dahier eingetroffen. Der saubere Vogel heißt Emil Bürger, ist ein Berliner Kind und soll ein Bauern­fänger und Kümmelblättchen-Spieler prima Qualität sein.

* (Ein Kuß wider Willen) Vor Kurzem, so erzählt dieRevue Britanniquestand in Amerika, im Staate Iowa, ein junger Mann unter Anklage derGewalttat gegen ein jungcS Mädchen" vor Gericht. DieGewalrthat" hatte, wie die Aussagen der Zeugen mit der Klageführerin an der Spitze ergaben, einfach darin bestanden, daß er das junge Mädchen wider ihren Willen geküßt hatte. Der junge Mann wurde anstatt aller Strafe in die Gerlchtskosten verurteilt und der Richter motivirte dieses Urtheil in folgender Ansprache an die Klägerin: Miß . . .", sagte er,Sie müssen wissen, daß es meine Pflicht ist, die Physiognomie der Zeugen, während dieselben ihre Aussagen machen, zu studiren. So habe ich denn auch Sie sehr aufmerksam beobachtet und ich muß gestehen, Sie sind mir so hübsch, so reizend und ver­führerisch erschienen, daß ich mich mit Gewalt an die Arme des Fauteuils anklammern mußte, um nicht hinzugehen und so wie der Angeklagte zu thun. Bei den so bewandten Umständen darf man annehmen, daß der Angeklagte von einem unwiderstehlichen Zug sich hat hinreißen laffen. Und deßhalb wird er als Strafe die Unkosten zahlen.

Börsennachrichten.

23 August 1873.

Actien.

50/0 östr. F. St. E. B. 356

Lombard. Bahn 193% _

Ludwigsh. Bexbach 190%

Maxbahn

Bayer. Ostbahn 1195,8 Rhein-Nahebahn-Act.

Hess. Ludwigsb.-Act.

Oberhessen 75%

Wechsel«

Amsterdam k.. S. 98%

Augsburg k. 8. 100

Berlin k. S 104%

Bremen k. S. 105%

Brüssel k. S. 93%

Hamburg k. 8. 105%

Leipzig k. 8. 105

London k. 8. 118

Lyon k. 8.

Paris k. 8. 92%

Wien k. S. 105%

ditto m. S. 105

ditto 1. S. 105

Disconto 4 °/°

Preuss. 41/30/q Oblig. 104?/s Frankf. 3l/z% Oblig. 87% Nass. 41/2o.o Obi. 9 <i/2 Kurhess. 4°/° 96 Gr. Hess. 50/0 Obi. 101 - 40/0 ,, 99-/4

31/2% U ll5%

Bayer. 5%

41/£% 1jährige 101%

40,0 1jährige 97

Würtemb. 41/2% Obi. 101 Baden 4-/2o/o ObL c. E. L. Oesterr. Silberrente 663/<

Papierrente 63% Spanier, neuest. 3% 175 * Amerik. Bonds 1881r 101-,b 1882r 97%

, 1885r 987/b

1887r 100-4

Prioritäten.

3°,o östr. Stsb. Prior. 60%

30/0 östr s. Lombard 49%

3% Livorneser 33%

5°/o Toscaner

5°/o Elisabeth.-Prior. 87%

do. II. Emiss.

Goldsorten- fl. kr.

Pr. Friedrdor 9 5859 Pistolen . . 9 3840 n doppelte 9 3638

Holl. fl. 10 St. 9 5254 Ducaten . . 5 3133 20 Frankens!. 9 2021 Engi. Sover. 11 4648 Russ. Imper. 9 3941 Dollar in Gold 2 24%25%

Aniehensloose»

Darmstädter fl. 50Loose 208

n n 25 56

Kurh. 40 Thlr. Loose 69% Nassau 25 fl.

Actieii«

Frankf. Bank 147-/^

Frankf. Vereins-Kasse 117

Darmst. Bankact. 424% Rheinische Hyp.-Bank Wien Bankactien 1028 Oest. Creditact. 256% Galizien 122

30,0 Oldenburg, ä 40Thlr. 37% 4O/o bayr. Präm.-Anl. 112-/4 4% badische Locse 110-/6 Badische fl. 35 Loose 69% Oestr. fl. 250 v. 1854 93 1858r Prioritätsloose 199 1860r Loose 93 1864r n 1571/2

aflflemeiner Anzeiger.

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Trupps v.

__ , liehen Kenntniß, daß vom 1. September er. ab

Be ondere Bekanntmachungen. nach und von der Haltestelle Reiskirchen ' 'auch Güter der Wagenladungsklassen ab-

jgefertigt werden und von dem Tarife bei jden Expeditionen Einsicht genommen werden Bekanntmachung. ben 22. äuguft 1873.

Die Direction.

Versteigerungen.

Bekanntmachung.

3810) Dienstag den 26 d- Mts-, Vormittags 9 Uhr,

soll in dem Geschäftszimmer der unterzeich­neten Verwaltung Grünberger Chaussee für die Zeughaus-Kaserne die Erneue­rung von Treppenstufen, theilweise Neudie­lung eines Flurs, Herstellung einer Hof­mauer, Pflasterung eines Ganges und Theeren des Barackendaches im öffentlichen Submissionswege vergeben werden.

Die bezüglichen Bedingungen liegen auf dem erwähnten Geschäftszimmer zur Einsicht

offen.

Bekanntmachung. ; Gießen, den 22. August 1873.

3854) Wir bringen hiermit zur öffent-« Großherzogliche Garnison-Verwaltung.

3851) Das reisende Publikum wird darauf, aufmerksam gemacht, daß im Verkehr Ham­burg (via Harburg) Bremen, Harburg und Hannover einerseits und Gießen und Frank­furt a/M- andererseits, neben den einfachen Tour-Billets, auch Retour -Billets mit ermäßigten Preisen, und einer Gültigkeits­dauer von 8 Tagen zur Verausgabung kommen.

Cassel, den 23. August 1873.

Königliche Direktion der Main-Weser-Bahn.

Oderhessische Eisenbahn-Gesell­schaft.

Bekanntmachung.

3853) Die Umpolsterung von 65 Leib- und 200 Kopfmatratzen von Pferdehaaren soll im Submissionswege an qualiftcirte Unternehmer verdungen werden.

Es ist hierzu ein Termin auf Donnerstag den 28. August er., Vormittags 9 Uhr, im Bureau der unterzeichneten Verwaltung Grünberger Chaussee anberaumt, wo- selbst auch die bezüglichen Bedingungen em- zusehen sind.

Gießen, den 23. August 1873.

Großherzogliche Garnison-Vervaltung-

Ieilgebotenes.

3855) Ein zweispänniger Pferde-Wagen im guten Zustand ist preiswürdig zu ver­kaufen bei Philipp Schm all, |_________________________Mühlgasse.

3522) Neue eingemachte Gurken empfehlen

I. A. Busch Söhne.

3507) Feinste Lyoner Ge­müsenudeln empfehlen

I. A. Busch Söhne.

3838) Erste Qualität Ziegelkohlen können eentnerweise abgegeben werden bei _________________Gg. Unverzagt. Neue geräucherte Bückinge zum No Hessen bei

3656) I A. Busch Söhne.

3828) Ein Haufen Mist ist zu verkaufen. Neuenweg Lit. B Nr. 194.

Einmacheffige in bekannter

Güte empfehlen (3501)

______I. A. Busch Söhne.

Ein Klavier zu verkaufen. Näheres bei der Erped. d. Bltts.

3809) Feinste Gothaer Cervelatwurst, auch im Än- schnitt, empfehlen

I. A. Busch Söhne.