Einzelbild herunterladen

in Frankreich doch ohne Einfluß sein. Alltäglich mehrt sich die Zahl der Reui-

Schweiz.

Venedig nimmt be- verlautet, daß die gewonnen hat. bis zur Definition

mentlich bei unseren Truppen die Idee der Zusammengehörigkeit mit der ge­jammten deutschen Militärmacht eine so durchgreifende, die Begeisterung für den Feldherrn des 2. bayerischen Armee-Corps, das derselbe in allen Schlach­ten zu Sieg und hohen Ehren führte, eine so hohe und allgemeine, daß wir gerne jeden Besuch des Kronprinzen bei unseren Truppen als eine neue dauer­hafte Festigung der deutschen Einheitsmacht bezeichnen.

Stuttgart, 22. August. DemSchwäb. Merkur" zufolge wird der Kronprinz des Deutschen Reiches am 5., 6. und 8. September den Truppen- Uebuugm in der Umgegend von Ulm beiwohnen und während dieser Zeit wahr­scheinlich auf Schloß Rifitissen bei dem Freiherrn v. Stauffenberg Wohnung nehmen.

sitzer auf dem zu Italien gehörigen Mont-Cenis-Plateau eines gütlichen Vergleiches zu nehmen. Die Cholera in deutend ab.

gen im Lager der Orleans. Wie aber die Stimmung in Frankreich, wenig- tens in dem Theile des Landes, der durch Intelligenz, Reichthum vor allen übrigen hervorragt, nämlich in den östlichen Departements, davon giebt die Reise Thiers' den beredtesten Beweis. Allem Anschein nach wird der Hof von Frohsdorf nicht so bald nach Schloß Chambord verlegt werden. Beiden mo-

tende Erdstöße statt.

Berlin, 19. August. DieGermania" enthält in ihrer heutigen Nummer den ersten Artikel eines Widerlegungsversuches des Hirtenbriefes von Reinke ns, der darauf hinausläuft, daß, wenn auch die Gesetzlichkeit der Weihe des Bischofs nicht bestritten werden könne, er doch keine bischöf­liche Jurisdiction besitze, was sie im nächsten Artikel nachweisen will. Mag sie immerhin formelle Mängel aufdecken und sich an Aeußerlichkeiten hal­ten die schwerwiegenden Angriffe von Reinkens auf die Mißbräuche und den irreligiösen Geist der Hierarchie, die dem Hirtenbrief seine besondere Be­deutung geben, kann sie nicht widerlegen und sie schlüpft darüber mit der Be­merkung hinweg, Reinkens habe einen giftigen Haß gegen die katholische Kirche.

Berlin, 21. August. Von Tag zu Tag mehrt sich die Zahl der be­deutenden Städte, welche ihre Vorbereitungen für die Feier des 2. Septem­ber als eines großen vaterländischen Gesammtfestes treffen. In Berlin nimmt der für die Enthüllungsfeier bestimmte Festplatz zusehends mehr den Charakter seiner Bestimmung an. Auch sind zum Theil schon die Einladungen au die Gäste ergangen. Die starke Vertretung, welche nach den erlassenen Bestim­mungen die städtischen Behörden bei dem Feste haben werden, beweist, daß die Feier, wenn sie auch sonst einen militärischen Charakter haben wird, doch in keiner Weise die Theilnahme des bürgerlichen Elements ausschließt.

Berlin, 23 August. Zur Sicherung der möglichsten Gleichförmigkeit des Gepräges der aus den verschiedenen Münzstätten hervorgehenden Reichs­münzen sind Urmatrizen für die Reversseite der goldenen und silbenen Fünf­markstücke, sowie der Zweimarkstücke, ferner für die Randschrfft bezw. die Randverzierung der silbernen Füünfmarkstücke, sodann für die Avers- und Reverssette der Einmarkstücke, Fünfzig-, Zwanzig-, Zehn-, Zwei- und Ein­pfennigstücke, weiter Urmatrizen für den gerippten Rand der Silberrnünzen zu zwei Mark, ein Mark, fünfzig und zwanzig Pfennig, und endlich Urmatrizen von Normalzahlenreihen für alle Münzen nach einem Beschluß des Bundes­raths auf der hiesigen Hauptmünzstätte angefertigt und mittelst dieser Urma- trizen hergestellte Matrizen den mit der Ausmünzung der Reichsmünzen betrau­ten Münzstätten zugesteüt werden.

Kassel, 23. August. Metropolitan Hartwig zu Waldkappel wurde wegen Renitenz suspendirt. Vier weitere Amtssuspenstonen vom Consistorium sind bereits beschlossen.

Ans Bayern, 22. August. Als ein erfreuliches Ereigniß in den Garnisonen des 2. bayerischen Armee-Corps bezeichnet man die Jnspectiousreise des deutschen Kronprinzen. Freilich für unsere Schwarzen wieder ein harter Stoß, aber ein um so erfreulicheres Mittel zu gemeiner Agitation. Schon spitzen sich ihre Federn zu, um die Reise des Kronprinzen zu bayerischen Trup­pen nach allen ihren Plänen passenden Richtungen hin zu schildern, aber der Erfolg ihrer Agitation wird kein durchschlagender sein. Denn einerseits, was kümmert's den Mond, wenn ihn die Hunde anbellen, und andererseits ist na-

Bern, 23. August. Der Bischof von St. Gallen hat gegen das Ver­bot der Regierung betreffs Theilnahme der Geistlichen von St. Gallen an auswärtigen Priester-Exercitien Protest erhoben.

Frankreich.

Thiers wird erst Turin und dann Rom besuchen.

Spanien.

Rom, 23. August. Aus gutunterrichteten Kreisen Reise des Königs nach Wien wieder an Wahrscheinlichkeit Behufs Revision der Geschichte des vatikanischen Concils des Unfehlbarkeits-Dogmas wurde eine aus Cardinälen und Bischöfen bestehende Commission eingesetzt. Der bisherige italienische Gesandte in Petersburg, Caracciolo, soll an Stelle des General Medici Präsect von Palermo werden.

Kaiserthum!"

Paris, 23. August. Der Herzog v. Broglie hat auf einem Diner des Präfecteu des Eure-Departements in Erwiderung eines Trinkspruches Pouyer- Quertier's eine Rede gehalten, worin er sagte: Der Kampf der Regierung gelte nicht den bestehenden Institutionen, nicht der öffentlichen Meinung, son­dern den die sociale Ordnung gefährdenden destructiven Principien ; der Kämpf sei gefabrvoll und langwierig, weil das bekämpfte Ucbel in allen Formen und Gestalten auftrete; deshalb sei das Zusammenstehen aller Gutgesinnten noth- weudig. Die Regierung suche die Vereiniguug aufrecht zu erhallen, welche auch die Stärke der Nationalversammlung sei. Die vorliegenden politischen ernsten Probleme würden, sobald der Augenblick dazu gekommen sei, leidenschaftlich von der Nationalversammlung erledigt werden, die alle Prätensionen und alle persönliche Vorliebe fernhalten werde. Nachdem der Redner der dankbaren Ge­sinnungen der Nationalversammlung gegen Thiers erwähnt, spendete er dem Marschall Mac Mahon das höchste Lob, dessen Loyalität unvergleichbar und der das natürliche Oberhaupt aller Gutgesinnten sei.

Italien.

Rom, 22. August. Bei Gelegenheit der Durchführung des Klosterge- setzes und der Aufhebung de/Ordensgeneralität in Nom haben die Ordens- oberen folgenden Protest der Liquidations-Giunta eingehändigt: Der unter­schriebene Obere des geistlichen Hauses N. N., in Gemäßheit des Gesetzes der Liquidations-Giunta für das Kirchengut in Rom aufgefordert, nach beigeseßtem Muster innerhalb der Frist von drei Monaten einen Ausweis über die Güter, Forderungen und Schulden, die dem Hause anhaften, einzureichen, antwortet, daß er denselben nicht freiwillig geben kann. Da man aber für den Fall des Verweigerns große Strafen audroht, so überliefert der Unterzeichnete, um größere Schäden zu vermeiden, den verlangten Ausweis, protestirt aber gleich­zeitig und erklärt, daß er der Beraubung nicht beitrete und nur der Gewalt weiche." Diese Eine Formel wird wahrscheinlich in allen Fällen zur Anwen­dung kommen; sie ist das Ergebniß von Berathungen im Vatican und constatirt unfreiwilligerweise den lento passo der Regierung in der Ausführung des Klostergesetzes.

Rom, 22. Augnst DerFanfulla" zufolge hat der Vatican die fran­zösische Regierung eingeladeu, so bald als möglich ihre zu Cardinälen zu er­nennenden Candidateu zu bezeichnen. Es scheint, daß der Erzbischof von Paris und die Bischöfe von Poitiers und Orleans die meisten Aussichten haben.

Die Differenz mtt Frankreich betreffs Besteuerung der französischen Grundbe- ~ ' scheint den Verlauf

hinter einem seiner Vorgänger zurückbleibt, erhellt schon aus der einfachen Bewegung. Von den Anwesenden wurde die Hoffnung ausgesprochen, daß das Thatsache daß die landständischenBeilagen" , welche bekanntlich im Wesent- linke Centrum mit der Linken gehen und dadurch eine Majorität gegen die lichen nur die Religionsvorlagen und Anträge der Abgeordneten, sowie die monarchische Restauration gebildet werde. DiePatrie" bestätigt, daß darüber erstatteten Berichte enthalten, die Zahl 200 bereits überschritten haben.'Frankreich sich an dem internationalen Post-Congrefie in Bern betheiligen wecoe. Zufällig schließen gerade mit der lehtbemerkten Zahl die zum letzten Sitzungs-! Wie verlautet, wird Prinz Napoleon morgen Ajaccio verlassen und wäh- protocolle gehörigen Beilagen ab, welche nunmehr in zwei dicken Octavbänden,;rend seiner Abwesenheit durch den Vice-Präsidenten des Generalraths vertreten ton Nr. 1 123 und von Nr. 124 200, vor uns liegen und durch zwei; werden.

Inhaltsverzeichnisse handlich brauchbar gemacht sind. Der erste Band enthält^ Paris, 23. August. Allmählig stellt es sich zur Evidenz heraus, daß naturgemäß im Wesentlichen Regierungsvorlagen und Anträge von Abgeord-ies bedeutend leichter war, Mac Mahon an Thiers' Stelle, als Chambord an neten, unter welchen namentlich die drei großen Verwaltungsgesetzentwürfe und «des glorreich Verwundeten von Sedan Posten zu bringen. Die Fusion ist be- das Volksschulgesetz einen größeren Raum einnehmen, übrigens auch einzelne reits ein bon mot von gestern, sie wird auf die definitive Gestaltung der Dinge Berichte, namentlich denjenigen über die genannten drei Verwaltungsgesetze; -- x 1

per zweite Band dagegen wird .besonders von den Berichten über das Ein­nahme- und Ausgabe-Budget und die damit zusammenhängenden Anträge von Abgeordneten, dem Bericht über das Volksschulgesetz und einer Reihe anderer Berichte über verschiedene Anträge von Abgeordneten, Regiernngs-Proposttionen 2c. in Anspruch genommen. Der dritte Band der Beilagen beginnt mit der hoch­wichtigen Regierungsvorlage wegen Verwilligung der nöthigen Mittel zum Wiederaufbau des nunmehr über ein Jahr in Trümmern liegenden, seiner Zeit abgebrannten Hoftheaters. An Sitzungen hat die zweite Kammer bis jetzt 41 abgehalten. Hiervon entfallen vier auf den December v. I., fünf auf Januar und Februar (die landständische Geschäftsordnung wurde in nur zwei Sitzun­gen erledigt), alle übrigen auf Juni und Juli, in welchen Monaten die Kreis-, Städte- und Landgemeindeordnung, das Budget und Finanzgesetz, sowie das Volksschulgesetz und einige andere kleine Angelegenheiten zur Berathung kamen.

Darmstadt, 22. August. Bei in hiesiger Stadt einquartierten Solda­ten des 4. Infanterie-Regiments ist, nach derDarmst. Ztg.", die Brechruhr zum Ausbruch gekommen. Dieselben waren in der Altstadt (Ochsengasse) ein- quartiert. In Großgerau fängt es nach zweijähriger Ruhe wieder zu rumo­ren an. Am 16. d. Mts., Morgens, fanden bei klarem Himmel zwei bedeu-

narchischen Parteien fehlt der Muth zu einem Staatsstreiche und so sind Denn die Dinge wiederum zu der Alternative zugespitzt:Republik oder

Madrid, 22. August. Die Carlistenbewegung in Spanien muß enorme Fortschritte machen, da selbst die sprödesten Theoretiker, wie Castelar, soweit dem Drange der Verhältnisse nachzugeben sich gemüßigt sehen, daß sie ihre Verfassungsstreitigkeiten bis auf Weiteres aussetzen. Dieser Umstand spricht beredter für die Gefahr, welche der iberischen föderativen Republik droht, als alle Pariser Telegramme. Möchte diese eben durchgedrungene Einsicht nur nicht als eine zu späte sich erweisen. Aus Bayonne wird Folgendes über diese Affaire gemeldet:Die Carlisten von Lugo erheben sich en mässe, indem sie von dem Aufstand der galizischen Socialisten Vortheil ziehen wollen. Die Carlisten in Biscaya haben 4 Glocken der Kirche von Jspastes eingeschmolzen, um daraus Kanonen zu gießen. Der Chef Salles ist von Don Carlos zum Oberbefehlshaber von Morella ernannt worden, mit der Aufgabe, die Car­listen von Nieder-Arayon und Mästrazzo zn organisiren. Der Carlisten - Chef Capdevila bat die Befestigungen von St. Llorens de la Muga geschleift und Mafianet (Gerona), sowie den Dörfern in der Umrunde Contributionen auf­erlegt. In Breda (Gerana) wurden auf Befehl Frigola's sechs Republikaner erschossen. Sagarra hat die Freiwilligen von Las Roquetas überrumpelt, von Denen einige in dem Kampfe fielen. In Santander sind an Bord des Dampfers Prurto Rico" 24 in Havanna arretirte carlistische Verschwörer angenommen.' Ein Telegramm aus Perpignan meldet nnterm 19. d. Mts.: .Die Car- >'listen unter dem Commando von Don Alfonso, Saballs und Tristany (2400 !Mann) haben drei Colonnen Negierungstruppen zwischen Casenas und Berga Paris, 22. August. Die hier anwesenden Deputirten der Linken ver-'nach einem desperaten Kampfe besiegt. Die republikanischen Trttppen verloren sammelten sich gestern bei Jules Simon zu einer Besprechung über die Fusions- 200 Mann und 1 Geschütz."