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Regierungs-Statthalter

in Begleitung zweier Genbarmen Die CivilsianvS'Regisier

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halten; nur die verschiedenartigen Kragen und Aufschläge der Infanterie sollen einem einheitlichen Roth Platz machen und die Grababzeichen denen des übrigen deutschen Heeres gleich gemacht werben, vorgestern erfolgte, wie man hört, die betreffende Entschließung. Dem auf den kommenden Herbst einberusencn Land­tag wird die StaatSregierung eine ziemliche Reihe von Gesetzentwürfen über ver- schiedene Materien vorlegen, so daß, obwohl die Kammern durch ihre Hauptauf­gabe, die Berathung und Festsetzung des Budget« für die nächste Finanzperiode, kaum in ausgedehnter Weise in Anspruch genommen werden dürfte, diesem Land­tag dennoch eine Dauer von ungefähr 5 Monaten in Aussicht gestellt wird. Der BundeSrath beschloß gestern die Ausdehnung der Wirksamkeit der Bundes

Die Prämien des wie folgt:

vollendeten sechsten Lebensjahre an. Bei ungerechtfertigter Versäurnniß werden die Eltern, bezw. deren Stellvertreter, gestraft. Ebenso kann der Besuch der Fort­bildungsschule nach dem Austritt au« der Volksschule noch drei Jahre für bindend erklärt werden, und es sind auch in diesem Fall bei Nichtbesuch Strafen zulässig. Lehrherren, Arbeitgeber u. s. w. haben Vie zum Besuch der Fortbildungsschule erforderliche Zeit bei Strafe zu gewähren. Hinsichtlich der Ausbildung der Leh­rer bleibt der Entwurf tu Wesentlichen bei den seither gültig n Bestimmungen; zugesagt wird die Errichtung von Lehrerinnen-Seminarien. Die definitive Anstel­lung ist von dem Bestehen der vorgeschriebenen Prüfungen und dem 24. Lebens­jahr abhängig. Mitglieder geistlicher Orden oder ordenSähnlicher Congregatiouen können an öffentlichen Volksschulen als Lehrer ober Lehrerinnen keine Verwendung finden. Der Lehrer ist verpflichtet, abgesehen von Turnen, wöchentlich 32 Stun­den Schulunterricht zu halten, außerdem auf Verlangen noch 6 Stunden an der Fortbildungsschule zu wirken, sowie die mit der betr. Stelle verbundene Func­tionen als Organist oder Eantor zu versehen, wogegen er den Dienst des Glöck­ners oder sonstige niedere Kirchendienste für die Zukunft nicht mehr zu versehen hat. Lehrerinnen bedürfen zu ihrer Verehelichung die Zustimmung der obersten Schulbehörde. Sodann ist das Verfahren über die Entlassung und Suspension vom Amte in sehr detaillsrter Weise geregelt, was bisher nicht der Fall war. Das Ortsschnlveseu wird vom Schulvorstand, dessen Mitglieder der Bürgermeister, der Geistliche, ein von der Regierung zu benennender Schulinspector, der dienst­älteste Lehrer und eine Anzahl Gemeinde-Mitglieder sind, beaufsichtigt, dasjenige des Kreise« von der Kreis-Schulcommission, bestehend aus dem Kreisrath, drei vom KreiSauSschuß zu wählenden Mitgliedern, den Bürgermeistern der über 10,000 Einwohner zahlenden Städte des Kreises und einem oder mehreren Schul- inspectoren. Lehrer sind hier ausgeschlossen. Die oberste Leitung des Schulwe- sens ressortirt unter dem Ministerium des Innern und wird entweder von einer Behörde oder einer besonderen Abthetlung ausgrüdt. Die Erhebung eines Schul­geldes ist Sache jeder Gemeinde. Als Maximum wird indcß in kleineren Ge­meinden ein solches von 2, bezw. 4, in größeren ein solche« von 6 fl. festgesetzt.

Berlin, 22. März. Der Kaiser empfing im Laufe de« Vormittags die Glückwünsche der königlichen Familie, der anwesenden deutschen Fürsten und an­derer fürstlichen Personen, der Minister, der Generale, dcr Hofstaaten, der Prä- fldien des Reichs- und Landtags, sowie der Commandeure der Leibregimcnter. Die Stadt ist überall festlich beflaggt. Vor dem Palais des Kaisers ist eine sehr zahlreiche Menschenmenge versammelt, welche den Kaiser enthusiastisch be- grüßt, wenn er sich zeigt. Abends findet eine Illumination statt.

sechzig, 22. März. Auf Grund des Antwortschreibens des Präsidenten des Buchdrucker. V^rbanoes an den Ausschuß des Buchdrucker-Verein- fanden Unterhandlungen statt, welche eine baldige, sowohl Prinzipale wie Gehülfen de- friedigende Beend.gung de- BuchdruckerstrtkeS in Aussicht stellen. Die darauf bezüglichen Vorschläge werden der am 24. d. Mts. in Weimar stattfindeuben General-Versammlung des Buchdrucker-Verein« vorgelegt.

Aus Bayern, 19. März. Nach derA. A. Ztg." ist die große Frage der Uniformirung der bayerischen Armee endlich nach langem Hangen und Ban­ge» gelöst. Es bleibt beim Alien: Raupe, Schnitt und Hellblau werden beibe-

fasse» und voraussichtlich für eine Reduktion der Grundsteuer votiren. In un­serem Staatsschätze herrscht eben Ueberfluß, es ist wieder eine Rate der Kriegs- entschädigung von einer Million Thaler eingetroffen.

Die gestrigeMain-Ztg." drmentirt dle Nachricht, daß Ldvocat Metz die Emissionäre der Oregon-BondS im Auftrage eines süddeutschen ComiteS ge­richtlich verfolgen werde.

Darmstadt, 22. März. Der wesentlichste Inhalt des den Ständen vorge- legten Schulgesetze- ist folgender: Al- Aufgabe der Volksschule w:rv bezeichn t: Der Jugend durch Unterricht und Erziehung die Grundlagen sittlicher, religiöser Bildung und die für da- bürgerliche Leben nöthigen allgemeinen Kenntnisse und Fertigkeiten zu gewähren. Die öffentlichen Volksschulen sind gemeinsame, für die Kinder sämmtlichcr Angehörigen der polttrschen Gemeinde, die auch für die Kosten aufzukommen hat, bestimmt. Sind in einer Gemeinde 30 schulpflichtige Kinder, so ist dieselbe zur Errichtung einer öffentlichen Volksschule verpflichtet. Nur in Ausnahmesällkn, wegen Unzulänglichkeit der Mittel, kann es gestattet werden, mehrere Gemeinden zu einer Schulgemeinde mit gemeinschaftlichem Lehrer zu ver­einigen. In einer Schule sollen nicht mehr als 80 Kinder unterrichtet und soll nicht länger als täglich sechs Stunden Unterricht ertheilt werben. Der Religions- Unterricht findet stets nach Confessionen getrennt statt. In Gemeinden, in welchen zwei oder mehrere Schulen und verschiedene Confessions-Gemeinden vorhanden sind und in welchen die Schulen seither nicht als gemeinsame, sondern al- con- fessionell getrennte zunächst für die Angehörigen jeder einzelnen der verschiedenen ConfessionS-Gemeinten bestanden haben, verbleibt diese Einrichtung unter Ver­pflichtung der politischen Gemeinde zur Bestreitung der Kosten dieser Schule so lange, al- nicht durch die Vertreter der politischen Gemeinde und die Schulvor­stände der betheiligten Confessio.,S-Gem.inden die Vereinigung zu gemeinsamen Schulen beschlossen wird. In der Volksschule wird gelehrt: Religion, Lesen und Schr-iben, Rechnen, deutsche Sprache, Geschichte, Erdkunde, Naturkunde, Gesang, Zeichnen und wo möglch Turnen, und für Mädchen noch weibliche Handarbeiten. Die Bestimmung der Lehrmittel ist Sache der obersten Schulbehörde; Religions­bücher, welche die kirchlichen Behörden zu bestimmen haben, dürfen gegen Ein­sprache des Ministeriums nicht gebraucht werben. Hinsichtlich der Fortbildungs­schulen ist bestimmt, daß, wo es die örtlichen Verhältnisse irgendwie gestatten, solche zu errichten find, und daß rn denselben an mindestens vier Abendstunden in den vier bis fünf Wintermonaten Unterricht ertheilt werden soll, und zwar zur allgemeinen Fortbildung ver Schüler und deren Befestigung in Kenntnissen und Fertigkeiten, welche für das bürgerliche Leben vorzugsweise von Vortheil sind, womit aber die Errichtung von erweiterten Volksschulen (Bürgerschulen, Mittel­schulen ic.) nicht ausgeschlossen ist. Die Schulpflicht dauert acht Jahre, voa,

schulcommissiou auf Boyern und eine ständige Vertretung Bayern- in derselben. Der Buchdruckergehülfenverein in München veranstaltete gestern, um sich eine moralische Stütze zu verschaffen, eine allgemeine Arbeiterversammlung, welche von Mitgliedern aller Fachoeretne de- Arbeiterbildungsvereins, der socialvemokratischen Arbeiterpartei, der katholischen Gesellenvereine re. besucht war und über 800 Tyeilnehmer zählte. Gegenstand der Besprechung war dieArbeit-au-sperrung ver Mitglieder des deutschen Buchdruckerverbandes in mehreren Gauen Deutsch­land- unter Berücksichtigung des Einflusses auf andere Fachvereine." Die Ver­sammlung, welche von 8 bi« 12 Uhr währte, nahm schließlich eine Resolution an, in welcher da- Vorgehen der Buchdrucker-Principale durch Aussperrung eine« so großen Theiles der Gehülfen (von den ca. 10,003 deutschen Buchdruckergehül- fen gehören gegen 7000 dem Verbände an) für ungerechtfertigt erklärt und den Gehülfen alle moralische und materielle Unterstützung versprochen wird. Durch den Tod des AppellationSgrrichtSpräsidenten v. Metz in Bamberg ist jetzt die Be- sttmwung des § 18 des Landtagsabschiedes vom 28. April v. I. von selbst erle- bigt worden, daß außer der zur Zeit nicht besetzten Stelle am Appellationsgericht zu Aschaffenburg eine zweite eingezogen werbe. Nach Beschluss des Ausschusses des fränkischen Sängerbundes wird im kommenden August und zwar am 9., 10. und 11. in Würzburg da« dritte fränklfche Bundessängerfest abgehalten werben. Sämmtliche Mitglieder de« obersten Schulrathes sind auf Eade dieses Monat« zu Bcrathungen nach München einverufen. Einzelne oberste Schalräthe befinden sich soeben auf Schulvisitatioaen.

Schweiz.

Bern, 21. März. Aus der Schweiz bringt jeder neue Tag auch n ue und gute Nachrichten über die Fortentwickelung des K rchenstreites. Zunächst ist in der bereits mehrfach erwähnten Angelegenheit ver dem Bisthum Ba,el gehörigen Dokations-Capitalien gegen den adges tzten Bischof Lachat die Civilklage einzelet- tet worden. Sobald hierdurch der Tatbestand festgestellt ist, w rd die Crtminal-

Untersuchung folgen. Sodann hat die Berner Regierung bei dem Eaffation-Hof die Abberufung sämmtlicher 97 Jurassischer Geistlicher beantragt, welche gegen die Avfetzung Lachat's protestirt hatten. Die 97 reooltirenden Priester hielten sich durch ihre Masse für unangreifbar. Die Berner Regierung scheint aber gar nicht Lust zu haben, sich von den Schwarzröcken in's Bockshorn jagen zu lassen.

Bern, 22. März. Dem Piarrer I-cker in Biel, dessen Abberufung die dortigen Liberalen verlangt haben, wurden heute von dem Regierungs-Statthalter

Nr. 417,732. 129,527.

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42,215. , 68,493.

596,054.

33,649.

674,301.

281,168.

Italien.

Florenz, 21. März. Anhaltende Regengüsse lassen die Gefahr einer lieber» schwemmung für Ober- und Mittel - Italien befürchten. Arno und Po schwellen Die Regierung und die Localbehörden treffen Vorsichtsmaßregeln.

Lahrer Hinkenden Boten" für 1873 vertheilen sich,

1. Prämie 2.

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England.

London, 21. März. Im Unterhause beantragt Gathorne-Hardy, die Regie- möge die auswärtigen Mächte benachrichtigen, daß die der Genfer Schieos- gerichrs-Entscheidung zu Grunde gelegten Prinzipien nicht ihre Billigung fänden, indem die Beobachtung der im Washingtoner Vertrage ausgestellten Regeln die Aufrechterhaltung der Neutralität unmöglich machen würben. Forster, Mitglied des geheimen Rathes der Königin, erwiderte: Durch den Vertrag würben allein England Verbindlichkeiten auferlegt; er würde vorziehen, an Amerika die Auffor­derung zu richten, die Regeln fallen zu lassen und neue Grundsätze aufzustellen. Der General-Anwalt Colertdge führte aus, es fei unwürdig, die Schiev«richter, denen das Land Dank schuldig sei, einer Kritik zu unterwerfen. Der Antrag wird darauf zurückgezogen.

Rußland.

Petersburg, 20. März. Die Militär- Conferenzen unter Vorsitz des Kai­ser« find in der vorigen Woche eröffnet worden. Die Berathungen über die all­gemeine Wehrpflicht beginnen erst gegen Ende des Monats. Zu den Festlich, keiten während der Anwesenheit des Deutschen Kaisers sind außer Militärparaden ein großer Ball tm Winterpalais und eine Galavorstellung im großen Theater in Aussicht genommen.

Börsenberichte.

Frankfurt a. M., 21. März. Ohne daß gerade eine lebhaftere Geschäftsthätigkcit zu Tage trat, war die Haltung der heutigen Börse eine bessere wie gestern. Unter die günstigen Einflüsse, welche diese gute Hoffnungen erweckende Umwandlung herveiführten, rechnet man die Herabsetzung deS BankviScontoS in Wien, sowie den einen guten Eindruck machenden Ausweis der östreich. Nakionalbank. Ob hierdurch, nachdem Geld in Wien wieder williger geworden ist, auch für Berlin ein baldiges Ende der dort herrschenden Geldknappheit zu prognosticiren wäre (welche zugleich die Erscheinung deS dortigen BaukviScontoS nicht «eiter befürchten ließe), dürfte wenigstens vorläufig, wo die Ursachen jener Geldklemme noch immer wirksam sind, etwas voreilig sein. Berhältnißmäßiz am Besten hielten sich heute diejenigen Papiere, in denen die Contremine bisher thätig war. Staatöbahn, höher eröffnend, gingen bis 356Ve, um ca. I1/» st besser wie gestern. Die Einnahme der sechs Wochentage mit ff. 500,000 blieb ohne merklichen Einfluß. Lombarden schlossen mit 201 i/4, ca. 3/4 ff., Creditactien mit 3623/., ca ij/4 fl. höher. Boa östreich. Bahnen Ungarische Nordost fest. Buschtiehrader 2 fl., Ungarisch-Galizische 1 fl. matter. Elbthal Prioritäten und Ungarische Ostbahn-Prioritäten matter, Lombardische gefragt. Bayer. Oflbahn-Actien höher. Pfälzische Nordbahn 2 Proc. matter. Marbahn und Ber'oacher, je ^/«Proc. höher. Banken heute in.besserer Nachfrage. Vereinsbank und Darmstädter höher. Amsterdamer |2 Proc., Wiener Unionbänk 1 fl. matter. Bankverein, Nürnberger Vereinsbank, Bayer. Han­delsbank, Rheinische Hypothekenbank etwas niedriger. Deutsche Effectenbank 1 Proc., Rheinische Effectenbank 3 Proc. besser. In BergwerkSactien, wie Deutsches Bergwerk lebhaftes Geschäft. Staatsfonds unverändert. LooSpapiere ziemlich gesucht, besonders kteine Loose. Von amerikani­schen Prioritäten Oregon, South Miflouri und Union Eastern höher, .tlansas und Ertensioa matter. Von Wechseln Amsterdam, Schweizer Bankplätze und Wien höher. Stlberrente April­coupon 24,14 Lomb. Prioritätencoupon 937/16.

Für Jacob Sommer in Hoch-Weisel

sind noch eingegangen: Ehr. Schopbach 24 fr, Prof. Weiffenbach 1 fl., I. S. 30 fr, P- P- 24 fr., 2 fl. 18 fr, im Ganzen 12 fl. 55 fr, welche wir an Herrn I. 'Han sie in zur Weiterbeförderung ablieferten. Exped. des Gießener AnzelgerS-

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