Einzelbild herunterladen

beit selbst auf die Gefahr hin, von Allen verkannt und verlassen zu werden? So schmerzlich es mir sein wird, wenn sich Viele von mir wenden und mich unter die Zahl der Geächteten zählen werden, so kann ich ihnen doch nur eut- aegnen: Menn ich noch Menschen gefallen wollte, so wäre ich Christi Die- ner nicht." Letzteres jein zu dürfen, war und bleibt meine Ehre, mein Trost und meine Freude ich hoffe in Ewigkeit. Sein Dienst aber verlangt als heilige Gewissenspflicht: Bekenntniß der Ueberzeugung, wo solches nothwen- dig ist. Wird letzteres geübt, so lautet die Verheißung:Wer mich vor den Menschen bekennen wird, den werde auch ich bekennen vor meinem Vater, der im Himmel ist. Da ich das letztere wünsche, so war schon darum das erstere Pflicht! C. v. Richthofen, Domherr."

Die Pariser Garnison soll auf vier Tage consignirt sein.

Auf der Boulevard-Börse herrscht große Unruhe in Folge der Kam­mersitzung.

Ottilien.

Rom, 19. Mai. Die letzten Unruhen in Rom sind Veranlassung einer Razzia auf unbeschäftigte oder übel berufene Individuen gewesen, die in großer Zahl in der Residenz umherlungern und allen dämagogischen Umtrieben als bereite Werkzeuge zur Verfügung stehen. Etwa 40 dieser dunklen Ehrenmänner wurden an der Porta del Popolo und vor derselben verhaftet und ausgewiesen. Die spräfecten in der Provinz sind gefragt worden, ob sie Arbeit für diese Leute hätten. In der Kammer hat es Cairoli noch einmal mit einem Anträge

Der Kaufbrief für Lehrer Jung über den versteigerten Bauplatz zunächst der Wie-

Äuf dem am Dienstag und Mittwoch abgehaltenen Liehmarkte

Gießen, 23. Mai.

hält bis jetzt zusammen; sie wird heute Abend eine neue Versammlung in Ver­sailles abhalten. Die republikanische Linke erklärte sich heute für Thiers.

Paris, 19. Mai. Die Motive zu dem Gesetzentwürfe wegen Organi­sation der Gewalten heben hervor, daß die Republik die gesetzliche Form der Regierung sei, daß aber ihr provisorischer Charakter und die Lücken ihrer Orga­nisation ihr nicht die nöthige Kraft und Solidität geben, um in den Prüfun­gen zu siegen, welche sie durchmachen müsse, um der wachsenden Unruhe der Geister ein Ende zu machen und die Parteien zur Mäßigung ih.es Auftretens und ihrer Ansprüche zu bestimmen. Der Entwurf habe daher als erstes Ziel die in regelrechter Form geschehende Errichtung einer republikanischen Negierung. Die Republik sei gegenwärtig die nothwcndige und natürliche Regierung. Wenn die Republik organisirt sei, werde die Negierung kräftig die Ordnung und die conservative Republik vertheidigeu. Der leitende Gedanke des Entwurfs sei unter Vermeidung aller pomphaften Ankündigungen die positive und praktische Einrichtung einer republikanischen Regiernng. Der Entwurf schlägt eine Kam­mer und einen Senat vor, die durch allgemeines Stimmrecht zu wählen leier-, indem jeder die Senatoren aus gewissen Classen, namentlich ans früheren Mit­gliedern gesetzgebender Versammlungen, zu wählen seien. Jedes Departement wählt drei Senatoren. Der Senat wird auf zehn Jahre gewählt, jedoch fin­det alle zwei Jahre eine thcilweise Erneuerung statt. Für die Abgeordneten wählen wird das Listen-Scrutinium abgeschafft; jedes Arrondissement wählt einen Abgeordneten. Der Senat erhält das Recht, auf Initiative des Präsi­denten der Republik die Kammer aufzulösen. Der Präsident der Republik wird!

welcher hier getrieben wird.

Gießen. 24. Mai. Der Sp. Zeitung No. 221 vom 14. Mai entnehmen wir Folgendes : Den königlichen Oberpräsidien sind aus dem Ministerium deS Innern eine Anzahl Exemplare

Deutschland. I

Darmstadt, 20. Mai. Bekanntlich haben sich früherhin bei Verwilli gungen für die Landes-Universität einerseits, das hiesige Polytechnikum anderer- i seits hier und da Stimmen über Bevorzugung oder Hintansetzung der einen , oder anderen Anstalt in der Presse erhoben. In dieser Richtung enthalt bei Bericht des Finanzausschusses, welcher beiden Anstalten durch Bewilligung der geforderten Mittel gerecht wird, folgende Stelle:

Der Ausschuß hofft von seiner Bewillignng für das Polytechnikum ebenso wie von den Staatszuschüffen für die Landes Universität, daß sie ausgezeichnete Leistungen der betreffenden Lehrer und ein Aufblühen beider Anstalten nach sich riehen werden, und daß beide Anstalten in dem Wetteifer nach den besten wissenschaftlichen Leistungen ein schöneres Ziel finden, als in etwaigen Anfein­dungen nach dieser oder jener Seite, oder in Verstimmungen über die vermeint­liche Zurücksetzung der einen oder anderen Anstalt. Ebensowenig wie der Aus­schuß in der vollen Bewilligung aller Anforderungen für die Landes Universität eine directe oder indirecte Schädigung des Polytechnikums finden konnte, eben­sowenig findet er in Verwilligung der nöthigen Mittel für das Polytechnikum eine Gefährdung der Landes-Universität. Im Gegentheil, der Ausschuß hofft, daß das beklageuSwerthe Hin- und Herrechnen und Hin- und Herzerren zwischen Gießen und Darmstadt jetzt zu einem überwundenen Standpunkt geworden sei, daß die Stäote Gießen und Darmstadt ihre Ehre und ihr wahres Interesse darin finden, für die in ihren Mauern befindlichen Landesanstalten möglichst starke Mittel auch aus eigenen Kräften zu beschaffen und ebenso in der Blülhe beider Landesanstalten eine gleichzeitige Förderung ihrer Interessen, sowie der­jenigen des ganzen Landes erkennen. (Franks. Journ.)

Stuttgart, 20. Mai. Der heutigeStaats-Anz. f. W." veröffentlicht in seinem amtlichen Theile folgende Verfügung der Ministerien der auswärtigen Angelegenheiten, Abiheilung für Verkehrs-Anstalten, des Innern und der Finanzen:

Mit Höchster Genehmigung Sr. König!. Majestät vom 10. d. Mts. wird im Anschluß an das Verfahren in andern deutschen Bundesstaaten unter Aus­hebung der Finanz-Miuisterialverfügung vom 12. December 1860 sämmttichen Staatskassenstellen die fernere Annahme der österreichischen und ungarischen Guldenmünzen des 45-Guldenfußes hiermit untersagt.

Stuttgart, den 15. Mai 1873. Wächter. Sick. Renner.

Mannheim, 19. Mai. Gegen 12 Uhr heute Nacht wurde auf der hiesigen Rheinbrücke die Gensd'armerie-Palrouille von etwa 30 bis 40 Arbeitern insultirt, worauf erstere Feuer gab, in Folge dessen ein Arbeiter tobt auf den Platze blieb und zwei andere verwundet wurden. Der Getödtete wurde nach Mannheim in's allgemeine Krankenhaus, die Verwundeten nach Ludwigshasen gebracht.

Eine Polizei Patrouille, welche heute Nacht in einer hiesigen Wirth- schaft Feierabend gebot, wurde von einigen Anwesenden mit Lattenstücken be­droht ; die Polizei bewältigte mit Unterstützung der hinzugekommenen Nacht­wächter die Angreifer und verhaftete dieselben.

dimilueict).

Lokal- Rotiz.

Beschlüsse

aus der Sitzung des Gemeinderaths vom 1. Mai 1873.

Anwesend waren: der Großh. Bürgermeister Vogt, die Gemeinderathsmitglieder Bücking, Diery, Felsing, Gail, Heß, Homberger, Keller, Körber, Lüdeking, Nagel, Noll, Pietsch, Ricker, Silbereisen, Wallenfels.

1. Nachdem die Gehalte der übrigen Forstbeamten der Stadt Gießen auf je 400 ft. erhöht worden sind, erklärte sich der Gemeinderath, in Folge der von Großh. Forstamt gestellten Anfrage, damit einverstanden, baß auch der Gehalt des Forftwarts Weller, welcher die Aufsicht im Gießener Schutzbezirk Hangelstein und im Wiesecker Gemeindewald führt, auf 400 ft. erhöht werde, und beschloß, den Beitrag hierzu aus der Stadtkasse im Verhältnis der Größe Gie­ßener Hangelsteins zu leisten.

II. Die von Großh. Handelskammer in Gießen eingelaufene Erklärung auf die derselben zugefertigten Bestimmungen des Gemcinderaths vcm 27. März d. I., unter welchen die Stadt bereit ist, den Bau eines öffentlichen Lagerhauses zu übernehmen, soll vorerst bei den Mitgliedern des Gemeinderaths zur Einsicht circulircn.

III. Kaufmann A. Keller dahier hatte das ehemals Volp'schc Haus auf dem Sellerswcg in der Absicht erworben und niedcrgelegt, um an dessen Stelle ein neues Gebäude zu errichten und da die Räumlichkeit des Platzes die Aufführung eines Steinbaucs nicht gestattet, die Aufführung eines Holzbaues vorgesehen. Da nun seinem deSfallsigen Baugesuch die polizeiliche Erlaubniß nicht ertheilt worden ist, jo hat derselbe die Verwendung des Gcmeinderaths deshalb angespro­chen, weil in mehreren ähnlichen Fällen gerade in den letzten Jahren Genehmigung zum Bauen von Holz auch gegeben wurde. Auf Vorlage der desfaüsigen Eingabe des A. Keller erklärte der Gemeinderath, aus den in derselben entwickelten Gründen das Gesuch bei Großh. Kreisamt zu befürworten.

IV. Die Fahrbahn der neu erbauten Gartenstraße war ursprünglich auf 35' Breite vor­gesehen und dieser wurden spätes noch 5' zugesetzt. Da sich hierdurch die Baukosten erhöhen, so wurde beschlossen, den Mehrbetrag zu Lasten der im betreffenden Kostenvoranschlag für unvor­hergesehene Fälle vorgesehenen Summe anweisen zu lassen.

V. Die Ueberfüllung der Vorschule der Realschule machte die Theilung der einen Klasse und die Beschaffung eines weiteren, im Rcalschulgebäude nicht mehr vorhandenen Lehrzimmers nöthig. Dieses wurde in der Turnhalle gefunden und zur Ausstattung desselben 1 Tisch, 8 Sub- scllien und 1 Tafel nöthig. Wegen Dringlichkeit wurde beschlossen, die Anschaffung dieser Gegen-

auf Einführung des allgemeinen Stimmrechts versucht, der natürlicher Weise unter die Bänke gefallen ist. Als ob nichts Wichtigeres zu thun wäre!

Rom, 21. Mai. In einer im Vatican gestern stattgehabten Versammlung der Cardinäle wurde bezüglich der vom päpstlichen Stuhle dem Klostergesetze gegenüber zu beobachtenden Haltung beschlossen: Der päpstliche Stuhl müsse cbe Bezhlung zur Erhaltung feiner Beziehungen mit den fremden Ordenshäu- ern ablehnen. Die Ordensgenerale müssen von dem Rechte freier Association Gebrauch machen, die katholische Kirche Italiens endlich müsse sich organisiren, um den Liberalismus zu bekämpfen.

Spanien.

Perpignan, 21. Mai. Einer Meldung aus Cervera vom 19. d. M- zufolge hätten Tristany, Canats und Prinz Alphons den Flecken Sanahuja nach lebhafter Vertheidigung durch 150 Freiwillige genommen Die Freiwilli­gen hätten sich unter der Bedingung der Schonung des Lebens ergeben, seien aber trotzdem erschossen worden.

tiineuilui.

Rew- Uork, 19. Mai. In Folge des Rücktrittes des Präsidenten ist in Panama eine Revolution ausgebrochcn; Miliz und Truppen bekämpfen sich. Der Admiral Steedman mit dem Unionsdampfer Pensacola beschützt das Eigkuthnm der Fremden und die Eisenbahn über die Landenge. Auf den Rath des Admirals bezeichneten die beiden Parteien den Obersten Pernet zum Präsi­denten, bis General Reyra znrückgekehrt sein würde.

Die Modocs sind wieder entwischt. Es waren alle Vorbereitungen getroffen, um ihre Position zu bombadiren, und die Truppen schon angriffs- bereil, als es den Indianern gelang, anszubrechen. Die Verfolgung hat von Neuem begonnen.

stände mittelst Aceorde aus der Hand vvrzunehmcn.

VI. Wegen den Vaugesuchen von Bernhard Pflichter, Marie Bcllof, Gebrüder Köhler und Mar. Henkel trat der Gemeinderatb den verjchiebenen Anträgen des Bauausschusses bei.

VII. Eine Rechnung des I. G. D. Bapst über 70 fl. 311/* kr. für gelieferte Wasserlei- tungSröhren kam zur Vorlage und wurde zur Auszahlung auf die Stadtkasse übernommen.

VIII. Herr A. Büngcr theilt iu einem Schreiben an den Gemeinderath mit, eine Anzahl Industrieller unterhandle gegenwärtig wegen Einrichtung eines größeren Eijenhüttenwerks, für dessen Anlage die Gießener Gemarkung nur dann in Aussicht genommen werde, wenn dein Werk eine Ermäßigung des Octrois von feinem SKänkohlenbedarf bewilligt werde. Nachdem dieser für die Stadt Gießen hochwichtige Gegenstand im Gemeinderach gründlich besprochen war, wurde im Interesse der Stadt, und zwar um dergleichen Geschäfte für hier zu gewinnen, beschlossen, daß die Maximalsumme der Oetroiabgabe für Steinkohlen und Coaks für jedes industrielle Geschäft nicht mehr als 600 fl jährlich zu betragen habe, daß aber Steinkohlen und Eoaks, welche für den Handel bestimmt sind, von dieser Begünstigung ausgeschlossen sein sollen.

IX. Am 1". April c. wurde beschlossen, den hiesigen Feldschützen zur Anschaffung ihrer Dicnstkleider den im Voranschlag für 1 73 vorgesehenen Betrag mit je 26 fl., ausbezahlen zu , , I lassen und auf eine weitere Eingabe derselben, daß in Folge Aufschlags der Lohne mit diesem

durch «neu Prafidentschafts-Congreß gewählt, welcyer aus den beiden vereinig-Betrag die entstehenden Kosten nicht zu bestreiten seien, wurde diese Vergütung in der heutigen len Kammern und aus Abgeordneteli der Generalräthe, die jeder drei Vertreter! Sitzung auf 30 fl. erhöht. ....

- - ----- - -- - - ' X. Mit dem Vorschläge des Stadtbaumcisters, die Vergebung der noch erforderlichen

ernenn-., b.stcht- Der Präsident wird, wie die Kammer, auf fünf Jahre ge- . - BÄi^sjtrah- von d°r"Tu-üh°N- ab, mittelst A-cord.

wählt. Die Motive schließen mit den Worten. Durch diese Einrichtung kann nug bev ^ant) vorzunehmen, erklärt sich der Gcmeinderath einverstanden.

die Republik conservativ fein, und so lange sie conservativ ist und nicht langer, xi. Der Kaufbrief für Lehrer Jung über den > -xn- m,i"

wird sie Bestand haben. jseckbrücke wurde heute vom Gemeinderath unterschrieben.

Dia nffirmfen Blätter neben notb keinen Anssckliiü über die Volitik 1 XII. Auf eine Eingabe des Hrn Dr. invll. Dornseiff wegen des Zustandes in ber Schul- ( ~ ^ie dlojm Zairer geoen HOU) reinen MMllip uver Vie ^oillir,. Gemeinderath, daß die im Voranschlag für 1873 vorgesehene Pflasterung

( 2 - l r i i L nr\ , ,f, iu rtAit t nfl aii aY ah * u S. .K, 10 derselben jetzt schon zur Ausführung zu bringen sei.

Präfecten abgejetzt und 20 gewechselt werden sollen. Man glaubt, daß dadurch Gießen, 23. Mai. Auf dem am Dienstag und Mittwoch abgehaltenen Liehmarkte der Rechten eine Befriedigung gewährt werden soll. In Versailler' herrschte waren aufgetrieben; 1075 Stück Rindvieh und 2100 ^lück Schweine, eine Summe, wie sie große Aufregung; die Interpellation der Rechten Über die innere Politik wurde wohl noch nicht dagewcscn sein durfte. Trotzdem, daß alle 14 Tage ein cf'

° cpc L..P, o> -o t / n»d die Resultate e nes coen eimc nen ganz enorm und zeugen für den bedeutenden Handel,

auf dcu Lisch der Natwnal-Ver,ammluug mcdcrgelegt. Dl- gesammte Rechte 'n?. «luua « «