Deutschsand.
Metz, 19. August. Die Kreistage von Metz, Chateau Salins, Saar-
und der Kreise Diedenhofen, Forbach und Saargemünd haben die Eidesleistung
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Frankreich.
Berlin, 18. August. Die türkische Negierung hat bei Krupp in Essen 500 Kanonen bestellt. Die türkischen Blätter behaupteten, daß die Ordre: durch Vermittlung der preußischen Regierung erfolgt sei, welche sich außerdem verpflichtet habe, die Kanonen abzunehmen und dafür zu sorgen, daß dieselben nach dem in der deutschen Armee approbirten System construirt werden. Wie die Magdeb. Z. erfährt, ist diese Behauptung durchaus unbegründet. Die Bestellung der hohen Pforte ist direct bei Krupp erfolgt und die deutsche Regierung hat keinerlei Vermittlung, noch irgend welche Garantie dabei übernommen. Dagegen ist es richtig, daß die Kanonen nach dem Krupp'schen Modell gegossen werden, welches in der deutschen Artillerie eingeführt ist.
Berlin, t9. August. Der Capitän zur See Werner ist mittelst Ordre des Chefs der Admiralität vom 5. d. Mts. zur Uebernahme der Geschäfte des Oberwerftdirectors in Wilhelmshafen commandirt worden. .
Berlin, 20. August. Die „Prov -Corresp." bespricht die Ausführung zwischen Radicalen und Gemäßigten an. ^en Royalisten gegenüber hat e» der neuen Kirchengesetze in einem Artikel, welcher schließt: Die neuen Kirchen-Eigentlich immer stillschweigend bestanden, und wenn es jetzt formeU von bei Den gesetzt haben bindende Kraft für die Regierung wie für die Geistlichkeit des^Theilen anerkannt wird, so ist damit nicht viel an der Sachlage geanoert.
Gesetze rückgängig zu machen oder ihre Wirksamkeit zu vereiteln. In ihrer Unbotmäßigkeit verharrend, verfallen sie der angedrohten Strafe, vertiefen den Bruch mit der weltlichen Obrigkeit und schädigen das Ansehen und die Macht der eigenen Kirche, welcher immer weitere Bevölkerungs-Kreise entfremdet
werden
Hamburg, 18. August. Der 8. deutsche Journalistentag wurde von dem Präsidenten des Localcomites, Dc. Baumeister, mit der ausdrücklichen
tnng kämen, daß besonders die vorläufigen Beschlagnahmen aus dem Com- missions-Entwurf des Reichstages gestrichen würden.
Gernsheim, 16. August. Gestern Mittag fand eine katholische Versammlung auf dem „Einsiedel", Wallfahrtsort, statt. Es waren die Orte Bensheim, Lorsch, Bürstadt, Virnheim, Biblis, Herrnsheim, Abenheim, auch Worms 2C. mehr oder minder stark vertreten. Auf der Tagesordnung stand die Schulfrage. Der Redacteur des „Mainzer Journ." will eine Sturmpetition an die erste Kammer; bleibe diese in der Schulfrage fruchtlos, dann eine Orkanpetition an unser Ministerium; reichen dann dort Worte und Schrift
in Lothringen.
Straßburg, 20. August. Folgende Kreistage traten in regelmäßige
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Genf, 19. Ang. Wie das „Journal de Geneve" meldet, ist das Testament des verstorbenen Herzogs Karl von Braunschweig bereits heute Vormittag auf der . Kanzlei des hiesigen Civilgerichts geöffnet worden. Die hauptsächlichsten Bestimmungen des vom 5. März 1871 datirten Testamentes sind nach dem genannten Blatte folgende: Die Leiche des Herzogs soll von fünf Aerzten untersucht werden, um zu constatiren, daß sie nicht vergiftet sei, darnach einbalsamirt oder petrificirt werden- Das Leichenbegängniß soll in der Weise wie bei einem Souverän gehalten werden. Die Leiche soll in einem Mausoleum nach dem Muster der Grabdenkmäler des Geschlechtes der Scaligeri in Verona bestattet und dem Verstorbenen ein Reiterstandbild, bei welchem auch sein Vater und Großvater zu figuriren hätten, in Bronce und Marmor errichtet werden. Das Testament verbietet den Testamentsvollstreckern, mit den Verwandten des Herzogs, dem „Prinzen" Wilhelm von Braunschweig, dem Exkönig von Hannover, dessen Sohn und dem Herzog v. Cambridge, überhaupt mit jedem Mckgliede der Familie, einen Compromiß einzugehen. Die Testamentsvollstrecker sollen suchen, in den Besitz des in Braunschweig, Hannover, Preußen und Amerika verbliebenen Vermögens einzutreten. Das gesammte bewegliche und unbewegliche Vermögen, inbegriffen die Juwelen und die in Braunschweig seit 1830 zurückgehaltene Habe, wird der Stadt Genf vermacht. Der General- Verwalter des herzoglichenVermögens, Smith in England, erhält eine Million nnd wird zum Hauptvollstrecker ernannt, Ferdinand Cherbulier. Advocat in Gens, zum Adjunkten. Das Testament ist geschrieben und unterzeichnet von der Hand des Herzogs und am 6. März bei Notar Binet deponirt. Die Höhe der herzoglichen Hinterlassenschaft wird auf 25 Millionen geschätzt, ein Theil davon befindet sich in Genf.
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verweigert.
Forbach (in Lothringen), 17. August Bei der so eben hier stattgefundenen Eröffnung des Kreistages haben sämmtliche Mitglieder die Eidesleistung verweigert. Die Verhandlungen wurden sodann bis auf Weiteres su- spendirt. (Gleiches wurde schon aus Diedenhofen berichtet.)
Schweiz.
Paris, 16. August. Die Reise des Herrn Thiers gestaltet sich, wie Sie erfahren haben werden, zu einem wahren Triumphzuge. Die Bedeutung des Expräsidenten in Paris halte ich nicht für so groß, wie sie von seinen Anhängern dargestellt wird; dagegen find diese Demonstrationen im Osten wirklich ernsthaft zu nehmen. Sie machen der Regierung höchst unbehagliche Stunden, und nach dem, was ich höre, dürfte in der That von den östlichen Departements noch am ersten ein ernstlicher Widerstand gegen die Restauration zu erwarten sein. Unter den Republikanern bahnt sich ein engeres Bündniß ~ ■ • ' ' ~ "" ' Den Royalisten gegenüber hat es
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i s T'-itrch Allerhöchstes Decret vom 9 l Mts. Schloß nach Darmstadt ziehen, (Nach der „Main-Zeilung. )
Darmstadt, 18. August. £)ind) München, 20. August. Das Bezirksamt Deggendorf hat aus gesund-
Straßburg, 19. Aug. Soweit bis jetzt ein Ueberblick möglich ist,
zwei zu zwei Tagen, angeordnet hat.
Darmstadt, 19. August. Das Großh. Ministerium des Innern hat an die zweite Kammer der Stände einen Entwurf verschiedener Gesetzes-Artikel in Betreff der Versorgung der Wittwen und Waisen der Volksschullehrer an Stelle des Art. 63 des allgemeinen Gesetzentwurfs über das Volksschulwesen im Großherzogthum nebst Motiven gelangen lasten.
Berlin, 18. Aug. Der Reichsanzeiger publicirt folgende Cabinets- Ordre:
Ich habe von dem mir unterm 19. v. M. eingereichten Berichte der Specialcommission zur Untersuchung des Eisenbahn-Concessionswesens mit großem Interesse eingehende Kenntniß genommen und beauftrage das Staats- Ministerium, den Mitgliedern jener Commission für die anstrengende Mühewaltung und Sorgfalt, mit welcher sie sich der in meiner Botschaft vom 14. Februar d. I. gestellten Aufgabe in umfassender Weise unterzogen haben, meine besondere Anerkennung auszusprechen. Ich will nunmehr vom Staats- Ministerium, dem ich den Bericht nebst Anlagen beifolgend wieder zugehen lasse, die Anträge erwarten, zu welchen sich dasselbe in Folge der durch die Untersuchung gewonnenen Resultate Behufs Aenderung beziehungsweise Ergänzung der gesetzlichen Bestimmungen und Verwaltungs-Normen in Betreff der Verleihung von Concessionen zum Bau von Eisenbahnen, so wie der Errichtung von Eisenbahn-Actien-Gesellschaften veranlaßt sehen wird. Der am Schluffe meiner Botschaft ausgesprochene Vorbehalt ist seiner Zeit zur Erledigung zu bringen.
Homburg vor der Höhe, 1. August 1873. Wilhelm.
Graf v. Roon. Camphausen. v. Kameke. Graf v. Königsmarck.
Achenbach.
An das Staats-Ministerium.
(Der am Schluffe der besagten Botschaft erwähnte Vorbehalt lautet: „Wir behalten uns vor, der Landesvertretung seiner Zeit bezügliche Commissions-Berichte zugehen zu lassen.")
seiner mehr als 40jährigen, mit Eifer und Treue geleisteten Dienste, in den
Ruhestand versetzt. Bei diesem Anlaß haben Se. Königl. Hoheit der Großher- sämmtlichen 20 Kreistagen nur 7 durch Eidesverweiaerung der Mit-
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W aiwSlWwelter, Gebweiler, Mühlhausen, Altkirch, Belchen, Saarburg und
Maßregeln gegen diese Krankheit veröffentlicht, sondern namentlich auch eine rZorvacy. ... — - - -- - -
Zwangs-Desiufe-tion der Abor.e und ^nkgftbm für Küch°>^ und Spwvass», ^'Hchen sind" °röff.wt worden. "Die Gewählten des Landkreises Metz und Schulhäusern, sowie in allen andern stark frequentirten Gebäuden von
Bemerkung eröffnet, daß die städtischen Corporationen ihn zu keiner Begrüßung autorisirt hätten, daß das osficielle Hamburg keinen Act von der Versammlung nehme. Vecchioni (Münchener „Neueste Nachrichten") wurde Vorsitzender. Ein uu HUUUl ....... V._H.....„p... v, ‘ • „Stadtfraubas" vom Journalistentag auszuschließen,
iünaten 'iShfiem^ ‘* ^e "aber liegen die Verhältnisse mit Beziehung auf Rom wegen Theilnahme an der Spitzederei, wurde mit 19 gegen 18 Stimmen ab- Bente ? Gerade umgekehrt. Keine einzige europäische Macht, ausgenommen gelehnt. Darauf nahm der Journalistentag zuerst eine Resolution an, daß er Frankreich hat ein Interesse an dem patrimonium Petri; ja seit der Declara- es weder angemessen noch mit seiner Würde verträglich halte, auf den allseitig tion des Unfehlbarkeits-Dogmas sind alle Staaten durch den Selbsterhaltuugs- verurtheilten preußischen Preßgesetz-Entwurf weiter einzugehen, dann den An- Trieb in die Opposition gegen Rom gedrängt. Frankreich gewinnt also da-trag, die Commission der Berliner Presse zu ersuchen, beim Reichstag geeig- durch daß es sich der Curie in die Arme 'wirft, keine Bundesgenossen, im nete Schritte zu tbun, daß die in dem vom Journalistentage ausgearbeiteten Gegentheil seine Jsolirung wird noch vollständiger, da Italien doch endlich Preßgesch-Entwurf niedergelegten Grundsätze in der Preßgesetzgebung zur Gel- die Augen über den Werth dieses Stammverwandten aufgehen müssen. ...... .......
Also das doppelte Schwert der ältesten Tochter der Kirche und das der Curie hat viel von seiner ehemaligen Gewalt und mehr noch von seinem Nimbus eingebüßt. Die Combination ist sehr fein, welche dieser Fusion zu Grunde liegt, ihr eigentliches Ziel ist ebenfalls klar, aber die Prämissen sind falsch, nnd hierin liegt eine Beruhigung für uns.
sten Tochter der Kirche zu thun übrig geblieben! Zudem sind in Europa noch>Landes. Wie letztere verpflichtet ist, ihnen Gehorsam zu leisten, so fällt den katholische Mächte vorhanden, deren Freundschaft zu dem neuen deutsche Behörden die Verantwortlichkeit für ihre gewissenhafte Ausführnng zu. Keine Reiche problematisch ist; kurz und gut, wir haben in dieser Fusion höchst wahr- Rücksicht kann sie davon entbinden. Den Bischöfen bleibt keine Aussicht, die scheinlich das Resultat lang eingesädelter römischer Verhandlungen vor uns.
Allein die allgemeine Weltlage stumpft die scharfsinnige römische Combination doch um ein Beträchtliches ab. Zunächst ist das von Chambord hoch gehaltene Legitimitäts-Princip heutzutage für Europa und seine Fürsten em gänzlich überwundener Standpunkt. Keine monarchische Coalition setzt Henri V. auf den Thron seiner Väter, wie es nach dem Zusammenstürze des napoleonischen Reiches mit Ludwig XV1I1. geschah. Genau das Nämliche gilt aber auch von der Curie Im Jahre 1815, als Europa auf den vor-revolutionären Zustand zurückgeschraubt werden sollte, da mußte zuvörderst auch die weltliche Herrschaft des Papstes anerkannr und wieder hergestellt werden. Die Wieder- aufrichtunq des Kirchenstaates bildete gewissermaßen den Schlußstein des ver- Antrag, die Münchener


