Ausgabe 
20.3.1873
 
Einzelbild herunterladen

iti ¥v

i l

i

Deutschland.

igerlitt, 14. Marz. DieProvinzial-Corrcspondenz" meldet in einem Artikel über de» Abschluß mit Frankreich außer dem bekannten Inhalte de- Ver­trag-, daß bi- zur Ausführung brr Räumung die inzwischen zu räumenden De­partements »nd Bezirk und Festung Beifort als neutrales Gebiet gehen und keine festen Werk»' in denselben angelegt werden dürfen. Der Artikel betont bas Be­streben der französischen Regierung auf Befestigung der inneren Zustände Frank- reich- und die loyale Erfüllung de- Friedens gegenüber Deutschland und schließt unter Hinweis auf den baldigen Austausch der Ratificationsurkunde:Damit wird eint der größten und umfangreichsten Aufgaben, welche jemals zwischen zwei großen Nationen zu erledigen waren, in befriedigendster Weise und in wunderbar kurzer Zeit zu Ende geführt sein. Der Geist wahrhafter Mäßigung und Frie­densliebe, welcher dies Gelingen ermöglichte, wrd hoffentlich von heilbringender Wirkung auch für die weiteren Beziehungen der beiden Großmächte fein."

Berlin, 18. März. Dem Reichstage ist vom Reichösanzlerawt eine Ueber stchl über die auf die franzöflrche KriegSkostcn-Entschädigunz erfolgten Einzahlun- gen und über die Verwendung derselben bi» zum 13. März als Beilage zu der Specialconvention vom 29. Juni v. I überreicht worden, welcher wir folgende M itteilungen entnehmen: Frankreich hat M zum 12. März an Kriegekosten Entschädigung gezahlt: 3,500,000,000 Frcs. uad 278,000,000 Frcs. Zinsen, also zusammen 3.778,000,000 Frcs. ober 1,007,446 666 Thlr. Dieser Einnchme find nach Artikel II des Gejetzes vom 8. Juii 1872 hinzuzurechnen: 1) die Eon' tributton der Stadt Paris von nominell 200,600,000 Francs mit 53,505,865 Thlr. 2) an in Frankreich erhobenen Steuern und örtlichen (Kontributionen, nach Abzug der darauf ruhenden Lasten etwa 15,000,000 Thlr., zusammen 1,075,972,531 Thlr. Ab: die an Frankreich gemäß § 6 des ersten Zu,atz Artikels zu dem Ver- trage vom 10. Mai 1871 im Wege der Anrechnung auf die ersten drei halben Milliarden der Kriegsentschädigungen überwiesenen 325.000,000 Fr. ober 86,666,666 Thlr. Es bleibt somit an bisherigen Einnahmen 989,305,865 Thlr. Aus den obigen Einnahmen sind vorweg zu entnehmen und zum weitaus größten Theile bereits verwendet: A. Für Rechnung der gesammten Kriegsgemeinschaft: 1) zur Entschädigung der Deutschen Reederei in runder Summe 5,600,000 Thlr., 2) zum Ersatz von KriegSfchädeu und Kr;egsleistungen nach einem ungefähren Utberschlage 36,700,000 Thlr., 3) für die KriegSbenkmünze circa 300,000 Thlr., 4) zu Betriebsmitteln und Bauten für die Eisenbahnen in E.saß Lothringen 18,412,300 Tblr. 5) zu Beihilfen an die aus Frankreich ausgewiesenen Deut­sche» 2,000,000 Thlr., 6) zu Dotationen für hervorragende Dienste 4,000,000 Thlr., 7) zum ReichekriegSschotz 4,000,000 Thlr., 8) zu den Invaliden und Pensionen in Folge des Krieges ton 1870 und 1871 überschläglich 27,000,000 Thlr., 9) zum Ersatz der AuS.älle an den E nnahmen in Folge Avbinvung der Zoll- unv Steuercredtte 19,792,719 Tblr., 10) gemäß Kapitel 7 der Einnahme in den Reich-Haushalts Etat für 1872 und 1873 a) zum Betriebsfonds der Rrichskaffe 2,000,000 Thl., b) für die Marine Verwaltung 3,238,000 Thlr, c) zu eisernem Vorschüsse für die Verwaltung de- Reichsheeres 6,270,000 Thlr., 11) auf Grund des Gesetzes, betreffend die französische Kriigskosten-Entschadigung, vom 8. Juli 1872 und zwar a) zur Wiederherstellung, VerrollstänDigung und Ausrüstung der Festungen rc. in Eisaß-Lothringen 40.250,950 Thlr., b) zur Erwerbung und Herrichtung eine- Schi.ßplatzrS für die AitiÜerie'Prusungs.Com­mission 1,375,000 Thlr. Ferner die als gemeinsame Lasten zu behandelnden Kneg-su-gaben, nämlich: c) für die Armi ung und DeSa.wirung der Festungen 9,928,369 Thlr., d) für das BclagrrungSmateriül 7,945,836 Thlr., e) bei der Marineverwaltung 9,119,498 Thlr., f) für vorübergehende Einrichtungen zur Küstenvertheibiguns rc. 1,011,122 Thlr., g) für Anlegung und Wiederherstellung von Eisenbahnen rc. im Interesse der Kriegssührung 5,451,712 Thlr., h) für die nicht in den Bereich der Feldtelegraphie fallenden Telegraphrn-A-.lagen 622,030 Thlr., i) für die etnstweiliche Civii-Verwaltung in Frankrech, bezw. die Kosten der Verwaltung der Eisenbahnen in Elsaß Lothringen 4 890,000 Thlr., k) die Kosten des großen Hauptquartiers 1,600,012 Thlr., 1) ter von der Reichs- Hauptkaffe <ür gemeinsame Zwecke bestrittene Kostenaufwand und zwar 1) in den Jahren 187071 206,339 Thlr., 2) im Jahre 1872 124,295 Thlr. Ferner für die vom 1. Juli 1871 ab erfolgenden Leistungen (b:6 Ende 1873 veran­schlagt) m) bei ter Postoerwaltung 400,000 Thlr., bet der Telegraphen Ver­waltung 1,750,000 Thlr., o) Der Mehrbedarf gegen den FriedenSeiat in Folge der Okkupation französischer GebietStheile 24,000,000 Tslr., p) d?sgl. für Die in Elsaß-Loihringen garnisonirenden Truppen bi- Ende 1872 3,133,915 Thlr. 12) Durch Einlösung der Schatzanmeisungen an der Marineanleihe 10,692,500 Thrr., zusammen also 286,183,597 Thlr. B. Für Rechnung Der Kriegsge' meinschast mit Ausnahme Bay rns, resp. Bayerns und Württembergs und zwar: 1) zur Abtragung der Reichsfchuld (für Küstenbefestigungöausgaben) 3,500,000 Thlr., 2) zum BetriebSsono- der Poitwaltung 1,750,000 Tylr. Die Gesammt' ausgabe beläuft sich somit auf 291,433,597 Thaler. Vor» den bisyer-gen E-n- nahmen im Betrage von 989,305,865 Thaler bleiben Mithin zur Veriheilung 697,872,268 Thlr. Da aus dem, durch oaS Gesetz vom 8. I>Ui 1872 (Art. VI.) reservirten ii/2 Milliarven Franken schon im Jahre 1873 beträchtliche Ausgaben zu bestreiten sind, und es noch nicht mit Sicherheit zu übersehen ist, in welchem Msße die Einzahlungen Frankreichs im Laufe dieses Jahres werden fortgesetzt werden, war schon au- diesem Grunde eine vollständige Veityeilung der vorstehend n^chgewiksenen Summe nicht thunlich. BiS jetzt sind etwa 500,000 000 Thlr. zur Thrilung gestellt. Aus Den unvertheilt gebliebenen, bezw. zu bevorstehenden Ausgaben refrrvirten Beständen ist zunächst das für Die Aus- Prägung der Richsgoldmünjen vorübergehend erforderliche Bltriebrcapital ent­nommen, welches sich, da Die Münz Anstalten stets auf m-.hrere Wochen im Vor- aus mit Prägegold za versehen sinD, aud) jede vortheilhafte Gelegenheit zum Goldankauf sofort zu benutzen ist, auf mindestens 25,000,000 Thlr. berechnet. Im Uebrigen hat die Reichefinanzverwaltung es sich angelegen fein lassen, thun- lichst für eine sichere zinsbare Belegung Der disponiblen Bestände m leicht nah- firbarrn Anlagen Sorge zu tragen. Zunächst kommen hier sichere Wechsel und kurzfristige Lombard-Darlehne in Betracht. Die Anlage in Wechseln, welche gegenwärtig in inländischen und Londoner Wechseln, einschließlich Der in London einkajfirten Beträge, circa 52Million Thaler umfaßt, bot zugleich die Mög­lichkeit, neben ein.m angemessenen ZinSgewinn Die gieignrien Zahlungsmittel für die erforderlichen Goldbezi.Hungen vom englischen Maikie zu beschaffen. Die Anlage in Lombard-Darlehn n unterliegt wegen des wechselnden Bedalss trüebL» chen Schwankungen; gegenwärtig sind in solchen, sowie in königlich sächsischen

Schatzanweisungen circa 28,7 50,000 Thlr. angelegt. Da trotz dieser umfang, reichen zeitweisen Belegungen Der R ichshauptkaffe in letzter Zeit immer noch crhkbliche Mittel Disponibel waren, so hat sich Die R-ichsfinanzverwalrung für verpflichtet gehalten, für eine Belegung Der Gcldm ttd auch in zinsiragendrn Papieren, Sorge zu tragen. In solchen sind bis jetzt ca. 25^ Millionen Thlr. angelegt und zwar sinn erworben: 1) deutsche StaatSpipiere uns Provinzialpapiere 6,099,800, 1,068,300 Gslden süddeutsch, 2) deutsche Psanddriefe 5,574 000 Thlr., 3) deutsche Eisenbahn-PrioritätS-Obligationen 9,438.200 Thlr., 7,000,000 Gulden l'üDD., zusammen 21,112,000 Thlr., 8,080,3uO Galoea südd.

Berlin, 18. März. Nach dem Friedrichshain, Dem Begräbnißplatz Der Rärzkämpfer von 1848, strömen Tausende von Menschen. BeDeulende Polizei- Mannschaften sind aufgeboten, hindern indeß die Ausschmückung de- Platz?- nicht. Um 3 Uhr wurden Lieder zum Preise Der Freiheitskämpfer angestimmt. Die Polizei untersagt da- Singen, wird aber verhöhnt. Da- berittene Schutzmann- Eorps bricht bercor au- Den angrenzenden Straßen u?D räumt unter Steinwürsen den Fri DrichShain. Polizei. Präsident Madai trifft für Den Abend umfaffenDe Maßregeln. Es sinD viele Berwuncunze«, Darunter schwere, vorgekommen.

(Frkf. Iourn.)

Straßburg, 18. März. Der ©er.eralötcar Rapp war vor der Zustellung des Busweiiungebefehls bereits abwesend. DieStraßb. Ztg." veröffentlicht einen Artikel über die grhrime Thätigkeit des Klerus in einem politischen Verein, wel­cher für die Zukunft Wahlagitationen zum Zwecke hatte, gegenwärtig aber gegen oa- M-litärgefetz und den Schulzwang wühlte. Vorstand de- Vereins zur Wah- rang katholischer Intcressen, Organisation und Spitze de- Vereins war Der Ge- neralüicar Rapp. Der Verein stand m t franzöfi chen Gefell chaften zum Zweck der Vermehrung seiner Gelomittel in V rdinvung. Gegen Die Mitglieder De- V.reln^ steht gerichtliche- Verfahren wegen Theiinahme an einer nicht autorisirten Gesellschaft bevor.

Schweiz.

Bern, 18. März. Der Regierungsrath von Bern ist über Den Antra- der 97 Geistlichen Des Berner Iura, Den Regitrungsrath Bodenheimer wegen feines in B:el über den UltramontanismuS gehaltenen Vortrages in Den Anklage­stand zu versetzen, zur Tagesordnung übevgegingen. Im Berner Iura wurde am letzten Sonntag das Fastenmandat des früheren Bischofs Lachat nicht verlesen.

Bern, 19. März. Der große Rath des Ganten» Neuenburg hat da- neu- liberale K rchengesetz mit 48 gegen 32 Stimmen in erster Lesung angenommen. Der RrgicrungSrath von Bern hat Drei Bataillone auf Piquet gestellt.

Gens. 18. März. Pater Hyac nthe hält Diesen Abend seinen ersten Vor­trag. Alles in größter Aufregung und Spannung. 13,000 Karten, welche um­sonst vcrtheilt wurden, waren sofort vergriffen. Eine enorme Menschenmenge um­lagert schon da» Hau-.

Gellst 19. März. Gestern Abend hielt Pater Hyacinthe seinen ersten Vor­trag. Der Saal war gedrängt voll und waren nach ungefährer Schätzung 3000 Personen anwesend. Da» Thema De» Vortrags war: Beziehungen Der Kirche zu Dem modernen Staat. Hyacinthe wied mit Applaus überschüttet, besonder», al- er Die jacobmischrn und atheistischen Lehren geißelt, welche in Der ersten Revolution und in Der Commune geglaubt hätten, die Kirche Durch Schaffst und Mord unterdlücken zu können. Hyacinthe empfiehlt Einigkeit zwischen Kirche und Staat innerhalb Der Grenzen, welche beiden Durch göttliches Mandat vorgezeich- net seien, und erkennt keine andere Kirche an aU Die, welche auf wahre» Ehrt- stenthuw gegründet sei. (Erneuerter Beifall.) Hyacinthe wird seine Vorlesungen sortsrtzen UND ist bereit- von mehreren Städten Der französischen Schweiz berufen »orDen.

Frankreich.

Paris, 17. März. Nationalversammlung. Der Minister De- Innern de Rrmusat, welcher b i seinem Erscheinen mit einer dreifachen Beifalls - Salve begrüßt wird, ergreift da» Wort, um Den Vertrag mit Deutschland bekannt zu geben. Er wird von Der Linken durch Den Ruf:Es lebe Die Republik", von oer Rechten Durch den Rus:Es lebe Frankreich" unterbrochen. Verschiedene Tagesordnungen werden hierauf von Dem linken Centrum, drm rechten (Sentrutn und der Rechten beantragt und schli ßlich folgende Tage-oronung zur Abstlmmuug gestellt:Oie Nuionalversammsuvg, indem sie mit patriotischer Befriedigung die Mitthnlung Der Regierung empfängt, einen wesentlichen Thul ihrer Aufgabe, Dank Der hochherziger? Mitwirkung des Landes, erfüllt zu haben, spricht Der Re­gierung Thiers' au», daß sie sich um das Vaterland verdient gemacht habe/ Nachdem Die Tagesordnung parag aphenwe'sc zur Abstlmmung gestellt ist, wird sie im Ganzen einstimmig angenommen. Präsident Greoy ergreift darauf da- Wort: Die Nationen zeigen eine moralische Größe, indem sie den Männern, wUche ihnen große Dienste geleistet, ihre Erkenntltchkeit bezeugen und ihnen ihrer wür­dige BUohnungen zuerkennen." Eine Deputation, bestehend au» den 4 Vice- vräsidenten, dem Quästor uns Den beiden Secretären, welcher sich eine große Zahl von Deputirten Des Centrums und Der Linken anschl'eßt, hat dem Präsidenten Thiers Den Beschluß Der Versammlung mitgetheilt. Nach Der Rückkehr Der De­putation wiederholt Märtel D?r Versammlung die Antwort Thiers':Für ihn ei die b ste B'lohnuag für alle B strelungen das Zeuzniß des Vertrauens, wel­ches er vom Lande und von Der Versammlung erhalte." Zahlreiche Deputationen schreiben sich bet Thiers ein.

Italien.

Nom, 18. März. In Der Kammersitzung verlangt Ferrari bei Der Bera- thung des Gesetz-Entwurfs über Die Apanage Des Herzogs von Aosta Aufklärung über Die Beziehungen zur span scheu Krone und Deren Anerkennung. Der Mini­ster Des Aeußcren erwidert: Die Annahme des spanischen Thrones Seitens De» Prinzen Amadeus habe nicht die Politik Italien- beeinflußt oder Dessen Beziehun­gen zu anderen Ländern beeinträchtigt; Die italienische Regierung achte Die Unab­hängigkeit Spanlens und setze thatsächlich in höflicher und freundschaftlicher Weise die B ziehungin zur spanischen Regierung fort. Betreffs Der formellen Anerken­nung Der spanischen Regierung werde Italien seine Haltung mit Der Haltung an­derer Mächte in Uebereinstimmung setzen. Die Apanage für Den Herzog von Aosta wird nahezu ciustlmmig bewilligt.

hankf.

frtokf. Verein bannet Banka Wien B&nkacti i>xt. Oredltact »altian 150^

' 19.

' ' 3>/i%

W'iälj»

' 1 IjähH

4lä &/o0bi Str Silben5

Bondi

iBefonbcr t

Fr 1326) l

Seiltet Wckstän!

\ zum I. As I itagen Dic und Donti ijchtskostt

Lich, 1*

Äer

DdnhH

lM D Wtrkstave-.Mi '»ollen Dtrfduil spätestens bi- Mittags, bei iriinegebtn w

Die Vcrkau Ittichnitz der z iierialien föm Mallung ringe' auf portofreie iitndung von werden.

Ebenso fönr besichtigt

Guben, bet

Nächst

'^'steigert Un btraße babie lurnolb 2)1;

1 -weispi

2 Oecon 30 Malt 150 Fub _ ftro D-rMüft , B Auch fonni ,* Deco wert ®!<6en, d, .___$

V*'"« zSz

ft?«

®'t6en,!

,21») £ bkib^^rict m e Und 9 ^°ttst.