Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kressen
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1873.
Donnerstag den 20. Marz.
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ku-Kpedition
vierteljährlich
das Blatt auch
pro Quartal.
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en 24. April.
irerden die Llhiilm^ n'dieii Lprache grüM. i tn Vorsteherin tka Ritzinger.
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ixe des Men MschexttactS von tn nto^ßompagnic Lüvamrika.
Preis vierteljährig 1 si. 12 kr. mit Brmgertvhn. Durch die Post dezogm vierteljährig 1 fl. 29 kr.
ehe irgend Jemand daran denkt, England zu schädigen.
Die Politik Rußlands unter seiner gegenwärtigen Regierung hat nur Ein Ziel. Friede, innere Entwickelung, Erziehung und Organisation, das find die Grundsteine, aus trnen Rußland fich aufeibout, und fie find so solide, daß sie, wenigstens was England davon angeht — roch für viele, viele Jahre sest lie
Srschetnt täglich, mit äu8» nähme SonntagS.
Expedition: Lanzletberg, Sit. D. Nr. 1.
werden.
So zu lesen Nr. 5532 des „Daily Telegraph? Wir wiecerholen al|o : Z tcven und Wunder l
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rmaro, Perlceylon, und La Guayri, jsch gebrannten.
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1 Edition aller Mr|Q JE Crißicalprciitn ij lneen des )n- und uslandes-
>d billige Bedienunz
iloge gratis u. franco
ragt wird.
Was speciel! die Expedition noch Khiwa betrifft, so sollte England sich doch die Muhe geben, die Natur der Beleidigungen und Herausforderungen zu eifor- schen, welche Rußland von Khiwa zu leiden gehabt; dann würde man die noth- wendig gewordene Expedition dorthin nicht in Verbindung mit einer feindlichen Gesinnung Rußlands gegen englische Interessen bringen. Würde eS je einem Russen kinsoven, gegen eine Züchtigung zu protestiren, welche England für nv'y' wendig hält, um einen halbwilden Häuptling an einer seiner Grenzen für Mißhandlung englischer Soldaten oder Untcrthamn zu bestrafen? Nun ist dieser Khan von Khiwa ein Wüthrich, der die russische Flagge beschimpft, russische Truppen angegriffen und russische Unterthanen in die Sklaverei geführt hat. Er hat ] Ä seine russischen Gefangenen mißhandelt und gefoltert. Um vor ihrer Flr cht gesichert zu sein, hat er ihnen die Fußsohlen ausschneiden, gehockte Pserdehaare hineinstreucn und und dann die Wunde heilen lassen, so daß die Unglücklichen nie wieder mit den Füßen auftreten konnten, und rhr übrige- Leben nur fitzend oder liegend verbr-ngen konnten. Das we tz man in Rußland und es wäre m«hr । ®
als Menschennatur zu ertragen vermag, wenn solche Scheußlichkeit Nicht von dem (1 gö
Beherrscher Rußlands b.strast würde. Es ist ein vollständiger Unsinn, wenn man eine solche Züchtigung für eine beabsichtigte Annäherung an die Grenze britischer Herrschaft in Indien auSgicbt. Es ist nämlich nicht auf ter Khiwa-Seite, wo England angreifbar ist. Solche Punkte liegen weit wo anders. Gewiß ist England tn seinem Recht, stets auf seiner Hut zu sein, und unzweifelhaft wild eS überall aufmerksam sein, wo eine wirkliche Gefahr droht; aber es gilbt nichts Absurderes, ja weniger Wü devellcs, als doS Geschrei, ehe man verletzt ist, oder
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Der englische Staub.
Zeichen und Wunder! Nach der ungewöhnlich leidenschaftlichen Aufregung der grsammten englischen Presse über die unerwartet erfolgreiche Sendung des Grafen Schuwaloff nach England, tn der plötzlich und ohne erkennenswerthe Ursache brennend gewordenen Frage einer russischen Expedition nach Khtwo, ist eben so plötzlich und eben so wenig erkennbar Ruhe auf der ganzen Linie eingetreten. Nur hrn und wieder plänkelt ein Leitartikel noch der vollendeten Thstsache einer erwünschten und erfreulichen Verständigung zwischen der russischen und engl.schcn Regierung nach, und beweist haarklein, daß mit all' den großen Worten, welche die englische Presse während der dchaflbusöe gemacht, eigentlich gar nicht- de. Wiesen worden und diese Expedition gegen den Khan von Khiwa, diesen ins Asiatische übersetzten TheoboruS von Abessynten, ganz in der Orduung sei! Es Verden sogar, wenn auch aus einem Umwege, englische Stimmen laut, die es vagen, dem englischen Publikum ohne alle Umschweife zu sagen, daß cs sich such diesmal wieder ganz unnölhtg erhitzt hat, ja daß England den „MoSkovt- tern" eigentlich gar nichts zu verbieten hat. Und das ist sogar von Berlin aus durch den dort ungesähr seit Jahresfrist anwesenden Special - Eorrefpondenten pes „Daily Telegraph" geschehen, dessen Artikel — wenn auch ost beißend und von oben herab Über unsere Zustände urtheilend — wohl das Beste sind, was bisher in Londoner Zeitungen Über Berlin, Preußen und Deutschland zu finden gewesen, wenigstens den einzigen ständigen Times - Eorresonventen weit überholt haben , ebenso wie „Daily Telegraph" längst tn jeder Beziehung die „Times" überholt hat.
Er erzählt in der Nummer seines Blattes vom 4. März, daß er mit einem Über russische Verhältnisse wohlunterrichteten Manne in Beilin Über die Khiwa- frage gesp ochen, und wagt es, seinen Londoner Patronen, den Herren des „Daily Telegraph", welche während der Anwesenheit des Grafen Schuwaloff in London am Heftigsten in das Krtegshorn gestoßen, die Ansichten seines Gewährsmannes, den auch wir nach dem Gesagten für wohlunterrichtet halten müssen, tn Folgen-
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Derselbe erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags, und kostet für die Abonnenten in der Stadt Gießen 1 fl. 12 kr., frei ins Haus geliefert.
Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher ferne ausdrückliche Abbestellung erfolgt, im II. Quartal 1873 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen.
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Um Blender n- lebt, wird Rußland wahrscheinlich keinen
Krieg mit irgend einer Macht, oder nach irgend einer Richtung hrn führen; ja er wird sogar einer Provocaiion so lange Ruhe entgegensetzen, bis sie un« zweideutig die Ehre Rußlands zu verletzen droht. Dir russische Kaiser ist ein so überzeugter Freund des Friedens, daß er jedes nur irgend mit dem Selbstgefühl der Nation verträgliche Opfer bringen wird, ehe er das Schwert ergreift , und sein Reichskanzler Fürst Gortfchakoff hat bewiesen, daß alle feine Bestrebungen iiets nur auf Erhaltung des Friedens gerichtet waren, ja daß alle seine dtp oma- tischen Siege immer nur zum Frieden geführt haben. Selbst feine Aufkündigung de« Pariser Traktats vom Jahre 1856, insofern derselbe Rußland das Schwarze Meer verschloß, ist ein Beweis für Rußlands Wunsch nach Frieden. Icdcrmann muß zugeftehen, daß dies eine auf die Länge für Rußland unerträgliche Klausel Ivar, und daß e» früher oder später davon los zu kommen suchen mußte , sogar auf die Gssahr eine- neuen Krieges hin. Hat nun Fürst Gortschakoff Vie Gele- Leit de- Krieges in Frankreich ergriffen, um diese, für Rußland demüthigende iinD schmerzliche Bedingung, — diese quaesüo vexata aus der Welt zu schaffen, so geschah es jedenfalls tn der Absicht und in dem Wunsche, den Krieg um dieselbe zu vermeiden. Konnte er cs zu einer gelegcneren Zett thun, als in Dem Augenblicke, wo dte Allianz, welche diese Bedingung erzwungen, in ihrer Kraft gebrochen war? .
Rußland hat keine Absicht, keinen Plan, ja selbst keinen Wunsch, sich in britisch Indien sestzusetzen oder auf irgend eine Weise den Rechten, dem Einflüsse
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und dcm Prestige Großbritanniens im Orient entgegenzvireien. In dieser Beziehung sind seit Jahren die seltsamsten Mißverfiani n sse und Irrthümer in ttr englischen Gesellschaft und, zum libbosten Bedauein jedes vtrständtgen Russen, durch eie englische Prtsse auch im Volke verbreitet trordere. Während der längeren Zeit, in welcher zwischen England und Rußland über die Fisiftellung eines neutralen Grenzlondes in Mittel-Asien unterhandelt wird, war es stits Rußland, welchrL darauf drang, irgend einen Entschluß zu fassen, der jeden künftigen Eon- Akt vermeiden konnte. Immer kam Rußland dem englischen Cabinet schon aus bulhm Wege entgegen^ wenn eS fich um diese Frage handelte. In allen Fällen, Lo Rußland gezwur gin war, dte Initiative zu ergreifen, wußten engl'schcStaats- männer recht gut, daß Rußland <S gern gefehin haben dürde, wenn England diese Imtiative ergriffen hätte und es ist erwiesen, nicht Rußlands Schuld, wenn diese beiden großen europäischen Staaten, welche nun einmal dazu bestimmt sind, das lüvstigc Schicksal Asiens zu entscheiden, nicht schon längst zu einem vollkommenen und unangreifbaren Einveksiändn'ß darüber gekommen sind, wie selbst für alle Zukunft jede locale Bewegung oder jeder Zufall der Möglichkeit beraubt werden kann, eine Gegnerschaft zwischen den beiderseitigen nationalen Interessen hervor- zurufiN. Das englische Publikum muß das endlich erfahren; denn es ist die Wahrheit — die ganze Wahrheit, und kein britischer M'mfi^r der auswärtigen Angelegenheiten wirb es leugnen können, wenn er aus sein Ehrenwoit ge-
lieben <h; "^cn Geburt^ 7??uflabt «i PU»» wackelt. -lülJteuniie, t"ben Eöui-diTbL J 5nbt D' wandernden _ v • o.


