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Preis vierteljährig 1 fl. 12 kr.

Anzeige- und Mmtsßlatt für den Kreis Hiessen

1873.

Niittwoch den 19. Marz.

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mit Bringerlohn. Durch di« Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 kr.

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thatsächlich toiccikßt wird- Du Occupation von Verdun dts zur vollständigen

Zahlung hat mehr den Charakter ein - Pfandes. Die deutschen Interessen wer- vr.r dadurch im Uebr.gen gewahrt, denn den sehr unwahrscheinlichen Fall ange- « owmrn, daß unvorhergesehene Ereignisse in Frankreich eintreten und den Frieden 11o.cn sollten, wird der Besitz von Verdun einen ausreichenden Stützpunkt für alle nothwendigen Operationen biete«. Auf der gestrigen Solr^e der sranzost'chen Botschaft wurde das Abkommen lebhaft besprochen. Herr v. Gontaur - Biron viele Glückwünsche. Frankreichs beschleunigte Zahlungen zeigen übrigen-, daß cs die fünf Milliarde sehr wohl zu trogen im Stande ist und er,tg<grnge- setzte Behauptungen zur Zett des Friedensschlusses keine Begründung patten. Die Uutersuchungt.Commission hält täglich Sitzungen und hat schon vier Privat- Personen als Zeugen vernommen, lieber den Tang ihrer Thatigkett hat denn doch schon Manches »e lautet. Wozu Dertuschuvgsbrwühungen fruchten sollen, ist nicht erkennbar. Der Bericht der Commission wird doch einmal erschein^, und nach all.m, was man glaubwürdig hört, ein sehr wenig erfrenliches Bild de- Eisenbahnwesen- darbieten. Bestätigt wird, daß die Ergebnisse der Untersuchung sich sehr ungünstig für das Wagener'sche Unternehmen Herausstellen. Ueber die Eisenbahnverwal-ung Haden die Vertreter der Regierung zwar umfassende, aber noch nicht erfchöpfende Auskunft gegeben. Die sachliche Untersuchung der Der- waltung Hot in eingehender Weise noch nicht begonnen. Zm Uedrige« sollen auch bezüglich anderer Unternehmungen noch schlimmere Resultate sich ergeben, als an­genommen wurde. Man kann schon jetzt vorhersehen, daß die Untersuchung ernste Folgen für die Gesetzgebung und die dabei betheiligten Personen Haden wird. Die provocirende Methode, mit welcher von einigen Setten die Angelegcnhert behandelt wird, muß zu weiteren Mtttheilungen auch die CommissionS-Mitglieder veranlassen. Die Thatigkeit der Commission wird voraussichtlich etwa zwei Mo- - nate in Anspruch nehmen. Die Reichsfieuer - Commission wird wahrscheinlich diese Woche, wie man glaubt, über die Börsensteuer, welcher fie priitcipiell zuge- neigt ist, Beschluß fassen. In der Tabakssteuer ist du Commission bekanntlich gethetlt, aber der BundeSrath wird, wie man glaubt, wohl d e preußischen Vor- schlage annehmen, die den in- und ausländischen Tabak ziemlich adaquat dehan- Dein und dem indirekten Schutzzoll ans den inländischen Tabak widerstreben. Welche Aussichten die Steuer im Reichstage hat, steht dahin. (« 0'6-1

Berlin 17. März. Der Social - Demokrat setzt heute auseinander, wes- halb seine Partei den 18. März von 1848 und 1871 gemeinsam feiert. Im März 1848 sei der mächtige Pfeiler der Feudalwacht in Deutschland gebrochen, und die moderne Gesellschaft habe sich von da ab ebenfo unbeschrankt entwickelt, rote in dem westlichen Europa; jener Tag war eine der letzten Zuckungen der europäischen Revolution des dritten Standes. Der März 1871 dagegen hatte für Frankreich die bis jetzt gewaltigste Krise Der neuen Revolution, der Revolu- des vierten Standes eingeleitet; und dieser sein höherer Gesichtspunkt, von wel- chem aus nicht blos die politische, sondern auch die sociale Freiheit ln S Auge gefaßt wird, kennzeichne den tiefgreifenden Unterschied beider Ereignisse. Vom März 1848 bittre das Selbstbewußtsein des deutschen Volkes; tm Marz löH hätten Die deutschen Arbeiter ihren sranzöfischen BrüDern zugejauchzt, welche kurze Zeit in dem prächtigen Paris das Heft in Händen hatten und glauben mochten, oas siegreiche Ende Der Revolution des vierten Standes sei da. Der -ausjatz schließt mit folgenden Worten: , t . - f,

In dieser ihrer Gemeinsamkeit oufgefaßt, beleben du Märztage den Puls­schlag der deutschen Arbeiterbewegung der Gegenwart, welche zugle-ch die wahre

Einladung;um Abonnement

auf dm

Schulget»k'Entw-rs vor. ,

Berlin- Es verlautet, daß ein Entwurf, betreffend die Aufhebung der «kodemifcheu Gerichtsbarkeit an maßgedenter Stelle auSgearbeitet worden fei. Die Moss. Ztg." knüpft hieran die Hoffnung, daß Dr. Fulk dann auch das Resirtpt t-s Unlerr chtsmiNlsterS vom 1. Februar 1870, das ein Reglement über die Voll- ikbuna Des Duells in den Verbtvdungen enthält, außer Kraft fetzen wird. Eta !on einer Staatsbehörde erlassenes Reglement für eine durch den Staat mit Rtraf.n b'bohte Handlung kann doch unmöslich länger bestehen^

Berlin 16 März. Die gestern Nachmittag 5 Uhr von dem Fürsten Bis- »arck und erm französischen Botfchuster v. Gontaut - Biron unterzeichnete Ueber- tinfurh toegen Cer Räumung des sronzöstschen Gebietes tollt überall einen gute Uken (S.nc® d wachen. In ten N.-dnMen aus untereidjteten Kreisen toahrend ,, hetm Beet tont die E,Mahnung iBelfo.l« eeemietm Borten und diewB- ftintige Räumung--, etentueO zum September, von welcher ge prochen wurde, bezog "sich denn auch, wie da- Etetgnch zeigt, nicht mehr au bet ört. Sil« lüg hat fich auch erwiesen, wie 3bn.n tu. .m 13. 1. ton hier hlegrapHd) end b«us unterem Sffieve g meldet nu.be, datz tie Ibronrete tie voiliiand ge Räumung erst nach der voUsländig'n Zahlung auch der suniten Milliarde IN Aus­sicht nahm. Be- dahin bleibt Leidun tn teuüchen Händen und wird erst iw Lepiember g<iäuail. Die Rüdgube Selfort« leben Aniang 3»«^ nach der cheg. toeifen Zahlung, ist einerseits ein Beweis von l flfn men Seitens Deut chlands, währenv dam't auf Der anderen

der Ausfuhr von Bur bttr.

4. Uebnsicht d<r für das Jahr 1873 genehm'gtrn Umlagen zur Bestreitung Belürln sse rer ifraeluifchen Retigronegewkendkn des Kreises Bensheim.

5. Bekanntmachung Großh. KreiSomiS WormS, die Erh bung einer Umlage rvn den zum Friedhosverbande von Dalsherm gehörigen Israeliten betr.

6. Eimächtigungen zur Annahme und zum Tragen fremder Orden.

7. Versetzung in den Ruhesiano. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben alliro rängst geruht: am 27. Frb'var den Oberconfiftorial Canzlet-Injptktor bei d<m Oberconststorium, Jacob Felsing, auf sein Nachfuchen unter Anerkennung blB£l lonk'jährig n treuen Dienste in den Ruh.stand zu versitzen.

8. Sterdsave. Gestorben sind: am 23. Januar der Regierungs-Commisiar bki der Bank für Süddeutsaland, Oberwedic.nal- Präsident außer Dienst, wirk- sicher Gebeimerath Dr. Goldwann zu Dam.stadt; am 6. Februar der evang. Lsarrer Paulus Müller zu Schwanheim.

Darmstadt, 17. März. Am Dienstag, den 25. l. Mts., vormittags ,0 Uhr wird jur Einleitung der außeroi deutlichen Lavdessynodc ein feierlicher ldvtt'Sdunst in der St«Dtkirau dahier stattfinoen. Herr Superintendent Schmitt ,on Mainz wird die Predigt halten. _

dem Goitesci-nste tritt d e Synode im Standesaole zusammen.

Darmstadt, 18. März. Die Regierung legte den Ständen heute den

Darmstadt. Dos Großh. Regierungsblatt Nr. 11 enthält:

1. B laanrmcchung Großh. Mintstertums des Innern, die Einberufung der SbßerorDinilichin Synode zur b»gul--chtenDen Berathung des Entwurfs einer Ver- Lfluna für Du evangelische Kirche d'S Großh.rzogthumS beir.

2. B'kanntmochunZ Groß!'. Ministeriums des Großderzcglich.'N Havssö und Aerßern, Abänderevgcn des Postreglements vom 30. November 1871 detr.

3. Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Finanzen, Die Steuervergütung

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Derselbe erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags, und kostet für die Abonnenten in der Stadt Gießen Den seüher^qen Ab^Inenten^in'dn S'tadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, im II. Quartal 1873 zuscnden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen.

Diejenigen, welche den Anzeiger Abends bei der Erpedition abholen lassen, erhalten denselben zu 1 fl-

Für alle außerhalb Gießen wohnenden Abonnenten betragt der vierteljährige Abonncmentspreis 1 fl. 29 kr. inel. Postaufschlag-. Dieselben können nur bei der Post oder den Landpostboten abonniren. Damit wir nun tn den Stand gesetzt sind, dte Auflage des Nlattes bestimmen zu können, ersuchen wir Alle, welche auf den Gießener Anzeiger abonniren wollen, dies sofort bet der ihnen zunächst zelegenen Postanstalt oder den Landpostboten zu thun, da wir un- sonst nicht verbindlich machen können, vollstandM Erttnplare ,zu liefern.

gutem W llen unb (intgegentonv deutsche Volksbewegung ist. Zurudsä-auent aus V'N »»la>s»-n S'ch>il"kamps 6 ver anDeren Seite Der von Den von 1848, als erste Volsregung, macht die deu ^)e Ardetttrklasse auch den Ruf B hort vertragswidrig behalten, von 1871 nach socialer Freiheit zu ihrem FelDgeschrei:

- - - - Brod ist Freiheit Freiheit Brod!"