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Gießener Anzeiger
Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags.
Expedition: Canzleibrrg, Ltr. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiessen.
Nr. 20. Freitag den 17. OctöLcr ßMZ,
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kann ein solcher Fall nicht eintreten, da die Gesetze und Regierungsmaßregeln in Preußen Meiner landesherrlichen Zustimmung bedürfen." Diese Sprache ist nicht pomphaft, wie Herr Reichensperger von dem römischen Kanzleistyl aussagt, dafür ist sie Deutsch klar verständlich.
Daß dieser Kaiser auf jene päpstliche Albernheit, nach welcher durch die Kircheugesetzgebung der deutsche Thron untergraben werde, nicht zu antworten für werth befunden, ist sehr bemerkenswerth. Der deutsche Kaiserthron bedarf der päpstlichen Fürsorge nicht; es nähme sich auch wahrlich zu komisch aus, wollte der alte Pius auf seinem päpstlichen Stuhl das große deutsche Reich im Ernste schützen! Hot aber der Kaiser jenes Satzes mit keinem weiteren Worte gedacht, so hat er dagegen sich ebenso höflich wie energisch vor der päpstlichen Angehörigkeit bedankt, und der Schlußsatz des kaiserlichen Antwortschreibens wird schon noch den Herren Bischöfen zu denken geben.
Roma locuta est! Aber das letzte Wort hat dieses Mal der Kaiser behalten und dies soll fortan im deutschen Reiche gelten!
„Sie haben uns Alles gestohlen, selbst unsere Verwundeten!" Von
senden Kundgebung zujauchzen.
Schon'mehr als einmal hat die Centrumsfraction und einige aus der, Racenkrenzuug Stahl-Kleist hervorgegaugene Spielarten die schlechte Taktik angenommen, den Kaiser von seiner Negierung loslösen zu wollen. Unsere Leser werdest sich der Abfertigungen noch zu erinnern wissen, die den betreffenden Herren von Seilen der Staatsminister Bismarck und Falk zu Theil wurden.
Berolina locuta est.
Der Alte im Vatican hat wiederum eine wahrhaft katholische Thorheit begangen, das heißt eine Thorheit, welche auf dem ganzen Erdkreis, allgemein, als eine solche anerkannt werden wird. Fürwahr, der Mann ist durch die „List der Geschichte" auf einen Platz gestellt worden, dessen Höhe ihn schwindelig machen mußte. Er vermag weder Dinge, noch Verhältnisse, weder Begriffe, noch Personen deutlich zu unterscheiden. Ohne nur mit einer sehr mäßigen, geistigen Capacität ausgerüstet, ist Mastai Ferretti, seit ihm die Unfehlbarkeit zu Kopfe gestiegen ist,H vollends um seinen Rest gesunder Vernunft gebracht worden. In dieser Gemüthsstimmung faselt er allerlei ungereimtes Zeug und sorgt im besten Falle dafür, daß den Witzblättern der nöthige Stoff nicht ausgehe. Man könnte auch ruhig und ohne nur ein Wort über die Abgeschmacktheiten eines schier kindisch gewordenen alten Mannes zu verlieren, zu der ganzen Affaire lächeln; aber da der Papst ja nur das Sprachrohr seiner jesuitischen Ohrenbläser ist, und wir im Deutschen Reiche nun einmal den Kampf mit dieser Jesuitenmacht ausgenommen haben, so erwächst hierdurch natürlich die Bedeutung einer solchen päpstlichen Kundgebung in's Ungemesseue.
Was nun zunächst den Ton anlangt, in welchem das Schreiben gehalten ist, so wird wohl jeder unbefangene Leser sofort darüber mit sich einig sein, daß derselbe bis an die äußerste Grenze des Ziemlichen streist. Herr Rei chensperger wird allerdings darin nichts weiter erblicken, als die poniphaftcn Formen des römischen Curialstyles, aber wir Deutsche pflegen dafür eine ganz andere Bezeichnung zu haben. Allein dies ist nur das Unwesentlichste an der Sache, wenngleich es doch bemerkt zu werden verdient. Oder ist es etwa nicht eine unerhörte Dreistigkeit, wenn Herr Mastai Ferretti, genannt Pius IX., in einem Schreiben an den Deutschen Kaiser sofort in der ersten Zeile eine der artige Kritik über Regierungs-Maßnahmen eines selbstständigen Staates ausübt und behauptet, daß sie auf die Vernichtung des Katholicismus abzielen? Eine derartige Sprache maßt sich ein Mann an, unter dessen (nunmehr glücklicherweise und hoffentlich für immer beseitigten) Mißregierung es den Protestanten in Rom nicht einmal verstattet war, einen öffentlichen Gottesdienst zu halten? Wen in aller Welt glaubt denn dieser Herr im Vatican verblenden zu können ? Die Zeiten haben sich doch ein wenig geändert, seit Männer wie die Gregor, Paschalis, Nicolaus nnd Jnnocenz den päpstlichen Thron geziert haben. Jene Männer begriffen ihre Zeit und darum hatten sie auch Macht und Einfluß. Dieser Pius aber wird von der auf ihm ruhenden Last erdrückt; er weiß Nichts, als was ihm jesuitische Fanatiker vorschwatzen und während die Welt um ihn herum sich gründlich verändert hat, wähnt er sich in die Zeiten von Canossa zurückversetzt.
Während die letzte Gelegenheilsursache nur noch fehlt, um dem wackligen Stuhle Petri den Garaus zu machen, vermeinte er wie vor Jahrhunderten die politische Entwickelung des Deutschen Staates bestimmen oder auch nur beeinflussen zu können. Als vor wenigen Jahren unser Vaterland von einem übermüthigen Nachbarn kccklich herausgefordert wurde, da antworteten wir mit der Wacht am Rhein und schlugen die Schlachten bei Wörth, Gravelotte und Beaumont; auf diese päpstliche Zumuthung werden wir mit unserem Reichs-' kanzler sagen: „nach Canossa gehen wir nicht" — und wir werden hoffentlich bei nächster Gelegenheit dem Papste seinen lateinischen Schreibebrief, der mit den Worten anhebt: »de saluti animarum“, franco nach Rom zurückschicken.
Auch das Steinchen, das sich vom Felsen ablöst und den Coloß zerschell len machen wird, findet sich wieder, nur ist es in andere Facetten geschliffen. Pius fürchtet nämlich für den Deutschen Kaiserthron, daß er nicht durch die
Sache war, daß sie Recht hatten!" — Ein Herr Emil Telmas, der während des Krieges als Krankenpfleger diente, hat voriges Jahr ein Buch über seine Erlebnisse herausgegeben, in welchem er sagt: „In den Deutschen Ambulanzen war Alles bis zum Ueberfluß vorhanden und diesem großen Reichthum verdanken unsere Verwundeten zum größten Theil die ihnen geleistete Hilfe. Die Französischen Chirurgen dagegen hatten nicht einmal das Nöthige." — Und _ ..... ______ , v v , 'selbst Ernst Feydeau endlich, ein leidenschaftlicher Feind Deutschlands, kann
Jetzt versucht der Papst dasselbe plumpe Maneuvre mit dem Kaiser. Allein glicht umhin, Folgendes zuzugeben: „In Kurhessen und besonders in Fulda dieser hat mit der ihm eigenen Offenheit nnd Geradheit den Alten im Vatican sind unsere verwundeten Gefangenen mit einer Zartheit und Aufmerksamkeit zurückgewiesen und ihm gesagt: „nach der Verfassung Meiner Staaten gepflegt worden, die sie in Frankreich kaum erfahren hätten."
Gießen. Der dritte Abschnitt der Anklageschrift gegen Bazaine enthält folgende Stelle: „Deutsche Officiere zogen (zwischen Ba- zaine und lern Hauptquartier des Prinzen Friedrich Carl) hin und her, und cs machte sich als Folge davon bemerklich, daß das Feuer der Forts in gewissen Richtungen, so in der Ricbtung nach Ars, eingestellt wurde, weil der Feind vorgab, daß dort Französische Verwundete lägen, die er nicht befördern könne. Und man weiß doch, wie wenig der Feind sonst in dieser Hinsicht die Gebote beobachtete, welche zwischen civilisirten und christlichen Nationen herrschen!" Die „Straßb. Ztg.," die gleichfalls auf diese Worte aufmerksam macht, zweifelt nicht, daß die Niedrigkeit solcher gehässigen Verleumdung den Beifall des großen Hausens in Frankreich finden werde. Aber zu verwundern ist, bemerkt das Straßburger Blatt, daß man sich nicht vor dem besser unterrichteten Europa schämt, in einem öffentlichen Schriftstück zu der Sprache lügnerischen Hasses seine Zuflucht zu nehmen. Zur Entgegnung dient die „Straßburger Ztg." ferner mit einigen Citatcn aus Französischen Zeitungen und Büchern. Ende August 1870 schrieb der „Figaro:" „Unsere Pflicht gebietet uns nur, die verwundeten Feinde an den Rand der Gräben hinzulegen, damit die Pferde nicht über ihre Körper laufen. — Wenn der Feind so schwer verwundet ist, daß man ihn nicht transportiren kann, so ist es eine Handlung der brüderlichen Liebe, ihm eine Kugel durch den Kopf zu jagen." Um dieselbe Zeit brachte der „Charivari" das Bild eines Zuaven, der einem Deutschen Gefangenen beide Augen aussticht, mit der Unterschrift: „Das eine für Waterloo, das andere für — Sadowa!" Im Jahre 1872 erschien zu Paris eine Schrift, welche den Titel führte: „Suprematie intellecluelle de la France.* Der Verfasser derselben, der Professor Liais, philosophirt darin folgendermaßen: „Das Abschneiden von Nahrungsmitteln zieht als nothwendige, ganz unvermeidliche Folge die Tödtung der durch den belagerten Platz gemachten ^Kriegsgefangenen nach sich. Paris hatte zweifellos das Recht und die Pflicht, den gefangenen Deutschen die Nahrung zu verweigern, welche seiner vom Hungertod bedrohten Bevölkerung gehörte. Man könnte noch yiuzufügen, daß wie ein Schiffbrüchiger sein Dasein dadurch fristet, daß er die Leichen seiner sterbenden Gefährten verzehrt, so auch der Belagerte, dem die Lebensmittel abge- schmtten werden, das Recht habe, die gefangenen Feinde, deren er habhaft wird, zu verzehren." — Diesen menschenfreundlichen Französischen Theorien sei die Deutsche Praxis gegenübergestellt, und zwar nur nach Französischen Quellen. Gleichfalls im August 1870 ruft „Paris-Journal" in einem wütheuden Artikel
eigene Negierung untergraben werde. Wahrlich, Angesichts einer derartigen Absurdität wäre man versucht, jenes klassische „kleiner Schäker" auszurufen.
Und um das Maß voll zu machen, reclamirt er so frischweg alle Protestanten welcher Art aber dieser Diebstahl war, erzählt der Französische Schriftsteller Deutschlands, den Kaiser inbegriffen, für seine eigene Person, wie vor Jahren de Sarcey: „Während die Deutschen ihre Todten und Verwunderen mit ver- etnmal der Paderborner Bischof es mit den in seiner Diöccse wohnenden Pro- wunderungswürdiger Schnelligkeit fortschafften, verwandten wir eine unendliche testanten zu thun für gut befand. Nun, der Brief des Unfehlbaren wird sehr, Zeit darauf, und waren stets genöthigt, sie um Erlaubniß zu bitten, dieses bald von Millionen Deutschen gelesen sein und unfehlbar die entgegengesetzte Geschäft zu Ende zu führen. Sie verfehlten nie, uns mit einem leichten Grad Wirkung von der beabsichtigten haben. von Geringschätzung zu erwidern: „Eure Todten begruben wir, und um Eure
Der Deutsche Kaiser hat jenem römischen Oberbischof die Ehre erwiesen, Verwundeten könnt Ihr unbesorgt sein; wir haben sie ausgenommen und sie auf seinen Brief zu antworten. Auch diese kaiserliche Antwort wird im Flugeiwerden bei uns wie die Unsrigcn behandelt." Es konnte für unsere Eigenliebe sich über das ganze Vaterland verbreiten und alle deutschen Herzen werden voll nichts Kränkenderes geben als diese Ironie. Und das Schlimmste an der und ganz dieser schlichten, wahrhaften und bei aller Einfachheit gewaltig ergrei ~


